Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Sonntag 04.01.2015 - Dienstag 06.01.2015

Ushuaia - Buenos Aires - Frankfurt - Düsseldorf

Auch die letzte Nacht in den Schiffsbetten verläuft ungestört und ruhig. Wir haben den Wecker auf 6.15 Uhr gestellt, denn es gibt vor der Abreise noch viel zu erledigen. Um 7 Uhr sind wir an der Rezeption und geben erst einmal die unterschriebene Rechnung über das Bordkonto ab. Eigentlich wollen wir jetzt schon im Restaurant frühstücken, aber da haben wir uns um 30 Minuten vertan. Das macht erst um 7.30 Uhr auf und so können wir noch schnell ein paar Fotos von dem Schiff Fram der Hurtigruten Linie machen. Das hat wohl in der Nacht gegenüber der Hanseatic festgemacht und das konnten wir nicht sehen, weil unsere Fenster zur Wasserseite zeigen.
Endlich um 7.30 Uhr öffnet das Restaurant und wir frühstücken mit den Tischnachbarn und reden über die bevorstehende Abreise. Anja holt noch die Flugkarten nach Buenos Aires ab und ich bringe die Kabinenschlüssel zur Rezeption. Dafür bekomme ich dann auch unsere Reisepässe. Ja, ja – Zug um Zug. Gegen 8.15 Uhr sitzen wir in der Kabine auf den Betten und warten mit unserem Handgepäck auf den Aufruf unserer grünen Gruppe. Die Ausschiffung mit dem Transport zum Flughafen wird nach Gruppen durchgeführt.
Endlich, um 9.05 Uhr, sind wir dran. Gleich um die Ecke unserer Kabine erreichen wir das Sidegate und betreten das Land. Der Kapitän, der Erste Offizier und Hoteldirektor Remo Jahnkow schütteln uns zuerst die Hände zum Abschied. Danach verabschieden wir uns noch von der Kreuzfahrtdirektorin Schleifenbaum und von allen Lektoren. Die Crew der Hanseatic ist eben wie eine kleine Familie für die Gäste. Auf einer großen Aida oder einem ähnlich großen Schiff ist so etwas gar nicht möglich. Um 9.10 Uhr sitzen wir im Bus und nach einer knapp 20 Minuten dauernden Fahrt sind wir am Aeropuerto Islas Malvinas und am Preboarding Schalter. Der Check In dauert fast 20 Minuten und dann warten wir noch einmal 25 Minuten auf das Boarding.
Endlich, um 10.40 Uhr, sitzen wir in unserer Reihe 20 in einem Airbus A 320 der LAN. Die Maschine macht einen sehr heruntergekommenen Eindruck und wir hoffen, dass auf dem Rückflug alles gut gehen wird. Nach dem Pushback und dem Rollen zur Startbahn hebt der Flieger genau um 11.17 Uhr ab. Der Flug wird an die 3 Stunden dauern und es gibt sogar einen Service mit Ravioli, Salat und einer Erdbeerschnitte. Dazu bekommen wir Wasser und Cola von den Flugbegleitern.
Ziemlich genau um 14. 20 Uhr landen wir in Buenos Aires auf dem Inlandsflughafen Aeroparque Jorge Newbery. Um 14.55 Uhr nehmen wir unsere Koffer vom Band und bringen diese in einer langen Schlange laufend zum Bus. Hier wartet bereits ein Bediensteter des Hotels auf uns und nimmt uns drei Koffer ab. Den mit dem blauen Anhänger behalten wir, denn dann haben wir ihn gleich im Zimmer und brauchen nicht auf ihn zu warten, sollte das nicht klappen. Kurz vor 16 Uhr sind wir im Hotel und es gibt erneut, wie bereits auf der Hinreise, einen kleinen Empfang. Da die Zimmerschlüssel bereits zu bekommen sind, bringe ich den „Kleinen“ schon mal hinauf in den 12 Stock in unser Zimmer 1203. Dieses Zimmer ist exakt das Gleiche wie auf der Herreise, es liegt aber diesmal in der 12 Etage mit einem atemberaubenden Blick auf die große Prachtstraße, sogar den Obelisken können wir sehen.
Im Empfangsraum stärke ich mich mit Häppchen, die Anja bereits besorgt hat, und wir lauschen den Ausführungen eines Herrn Schnoor von Hapag Lloyd über die morgen stattfindende Abreise. Danach gehen wir quer über die Straße in das Restaurant El Mirasol de la Recova und bestellen einen Tisch für 2 Personen um 20 Uhr. Danach sind wir ganz schnell oben in unserem Zimmer. Der Tag war doch ganz schön anstrengend und der erneute Klimawechsel macht sich bemerkbar. Immerhin waren es in Ushuaia unter 10 Grad Celsius und hier in Buenos Aires sind es an die 30 Grad oder sogar darüber. Ich stelle vorsichtshalber den Wecker und wir machen ein kleines Nickerchen.
Um 19 Uhr gehe ich unter die Dusche. Man soll es nicht glauben, aber ich kann spüren, dass das Duschwasser schön sanft und weich am Körper herunter läuft. Ganz anders als das aufbereitete Wasser des Schiffes. Anja spürt das auch und nach der Dusche fühlen wir uns gleich wie neu geboren. Um 20 Uhr sind wir im Restaurant und erhalten einen sehr schönen Tisch in einer Ecke. Da Sonntag ist, ist das Restaurant natürlich sehr voll und die Kellner haben alle Hände voll zu tun. Wir nehmen noch einmal den leckeren Tomatensalat, Spinatbällchen und Kartoffelchips. Anja gönnt sich ein Rinderfilet und ich ein 350 Gramm schweres Tenderloinsteak. Das war dann doch des Guten zu viel. Gegen Erreichen der Füllmenge meines Magens wurden die Fleischstücke immer kleiner und von den Beilagen habe ich kaum etwas gegessen. Nur das patagonische Amberbier hat in einigen Spalten und Ritzen noch ein wenig Platz gefunden. Das ganze Essen kostet umgerechnet mit Trinkgeld an die 100 €uro, also durchaus einen deutschen Preis, aber es war dafür auch sehr gut.
Dafür ist im Hotel absolut nichts los. Sogar die Bedienung in der Hotelbar ist im Leerlauf. Die eine Bedienung versteht unser Englisch nicht und die Andere knöpft uns für ein ekelhaft schmeckendes Coronas Bier stolze 13 US-Dollar ab. Wir haben die Nase voll und fahren hinauf auf unser Zimmer. Wir öffnen das Fenster und machen noch ein Paar sehr schöne Nachtaufnahmen von der Prachtstraße. Danach lege ich bereits die Sachen für morgen zurecht und kurz vor 23 Uhr ist Bettruhe.
Nachdem uns der Wecker rüde aus unseren Träumen geholt hat, stellen wir den Koffer mit dem blauen Anhänger wie vereinbart vor die Türe und gehen hinunter ins Restaurant Elena. Unsere Tischnachbarn kommen auch und erzählen von dem schönen Abend mit ihren Bekannten aus Deutschland, mit denen sie sich gestern Abend getroffen hatten. Um 10 Uhr gibt es im Foyer des Hotels die Bordkarten für unseren Rückflug LH 511. Anja holt sie und ich bin gespannt, ob wir unsere vorher gebuchten Plätze auch wirklich bekommen. Die Erleichterung ist groß und auch die Freude, dass unsere Tischnachbarn in der Reihe gegenüber ihre Plätze haben. Das ist jetzt aber ein großer Zufall.
Nach dem Frühstück wollen wir eigentlich im sehr schönen Garten des Hotels noch eine kurze Zeit verbringen. Aber es ist jetzt am Morgen schon sehr heiß und es läuft auch noch eine Veranstaltung. Daher ziehen wir uns ins klimatisierte Zimmer zurück und warten hier auf den Bustransfer zum Flughafen. Gegen 13 Uhr sind wir mit unserem Handgepäck in der Hotellobby und sitzen um 13.30 Uhr in Bus Nummer 2. Der Veranstalter Hapag Lloyd gönnt uns noch eine Stadtrundfahrt. Da der Bus wunderbar klimatisiert ist, genießen wir diese Fahrt noch einmal. Buenos Aires hat uns sehr gut gefallen und wir wissen nicht, ob es uns noch einmal hier her verschlägt.
Um 14.50 Uhr sind wir am Aeropuerto Internacional Pistarini de Ezeiza und müssen in der Halle unsere 4 Koffer identifizieren und zum Check In Schalter bringen. Der Weg ist nur kurz, aber an den Schaltern der Economy Klasse sind lange Schlangen zu sehen. Da wir für den Rückflug von 14 Stunden die Business Klasse gebucht haben, nehmen wir diesen Eingang. Und wir haben weiter Glück. Hier ist auch der Counter der First Class und der freundliche Herr winkt uns heran. Das nehmen wir natürlich sehr gerne an und keine 5 Minuten später haben wir die Koffer los und können in Richtung Sicherheitskontrolle gehen. Hier ist natürlich wieder volles Programm und eine Erleichterung können wir nicht erkennen. Also stellen wir uns an und müssen erkennen, dass die Klimaanlage entweder kaputt ist oder die letzte Stromrechnung nicht bezahlt wurde. So schnell bin ich selten durchgeschwitzt wie jetzt gerade. Es dauert eine volle halbe Stunde bis wir nach der Sicherheits- und Passkontrolle endlich in der Business Class Lounge sind. Glücklicherweise funktioniert hier die Klimaanlage und wir suchen uns einen Platz. Das ist nicht ganz einfach, die Lounge ist fast voll. Anja bewacht die gefundenen Plätze und ich hole uns kalte Getränke. Ich gebe Anja ihr Getränk und setze mich mit meiner Cola in der rechten Hand. Aber was ist das? Es kommt lange keine Sitzfläche oder ein Widerstand und ganz weit unten dann ein plötzlicher Ruck. Dadurch schwappt die halbe Cola über das Hemd und den Ärmel. Die Federung der Couch hat den Geist aufgegeben und ich bin bereits vor dem Flug in ein „Luftloch“ gesackt. Ärgerlich – sehr ärgerlich. Glücklicherweise habe ich ein Ersatzhemd und ein Ersatzunterhemd im Handgepäck. Als unsere Tischnachbarn auch kommen und die frei gehaltenen Plätze eingenommen haben, gehe ich zur Toilette und ziehe mich um. Eigentlich sollte das Hemd für Frankfurt und nach der Ankunft in Deutschland sein, aber jetzt und hier benötige ich es dringender.
Gegen 17.05 Uhr brechen wir auf und gehen hinunter zum Gate. Das Boarding beginnt pünktlich um 17.15 Uhr und kaum 10 Minuten später sitzen wir auf unseren Plätzen 85 H + K im Oberdeck der Boeing 747-8i. Es sind tolle Plätze hier oben und wir können nur hoffen, dass der Flug ruhig verläuft und wir die Nacht in unseren Betten genießen können. Vor uns liegt eine Strecke von 11240 Kilometern und die Flugzeit wird 12 Stunden und 30 Minuten betragen. Der Flieger hat voll getankt ein Gewicht von 430 Tonnen und unser Kapitän heißt Ingo Bujok. Das Boarding dauert natürlich wieder etwas, aber um 18.25 Uhr zieht der Flugkapitän die Maschine in die Luft und steuert auf Heimatkurs nach Frankfurt.
Um 19.05 Uhr bekommen wir die Speisekarte und einen ersten Getränkeservice. Gegen 19.30 Uhr gibt es das Abendessen mit Rinderfilet und Salat. Zum Nachtisch haben wir einen Fruchtsalat und Anja nimmt einen Campari Orange und ich gönne mir einen Bailey’s mit Eis. Wir können das Ende des Service kaum erwarten und stellen ziemlich genau um 21 Uhr argentinischer Zeit unsere Sitze in Schlafstellung auf genau 180 Grad.
Wir können tatsächlich bis 5.20 Uhr schlafen. Es gab zwar wahrscheinlich über dem Atlantik oder über der Wüste in Afrika ein paar Turbulenzen, die haben aber kaum gestört. Ich stelle die Uhr jetzt 4 Stunden vor und es ist 9.20 Uhr deutsche Zeit. Die Flugbegleiterinnen klappern bereits mit dem Geschirr und ein Duft nach frischem Kaffee erreicht unsere Nasen. Die Toilette ist gerade frei und ich erledige ein dringendes kleines Geschäft und mache mich mit der Zahnbürste aus dem Reiseset der Fluggesellschaft ein wenig frisch. Auch der Kamm erledigt seinen Dienst, für den er vorgesehen ist.
20 Minuten später gibt es bereits das Frühstück. Frisch aufgebackene Brötchen mit Käse und Rührei und dazu heißer Kaffee wecken unsere Lebensgeister. Keine Stunde später setzt der Jumbo bereits zur Landung an. Die Flughöhe reduziert sich merklich und bald können wir bereits den Boden erkennen. Was für ein Unterschied zu Argentinien. Hier vor Frankfurt liegt eine dünne Schneedecke und leichte Kältenebel bedecken stellenweise das Land. Genau um 10.50 Uhr setzt der Jumbo in Frankfurt auf und steht 20 Minuten später am Gate Z 69. Weiter weg von Gate A 08, dem Gate nach Düsseldorf, geht nun wirklich nicht. Und es gibt hier im angeblich modernsten Flughafen Deutschlands auch kein Transportmittel, was den weiten Weg etwas erleichtern könnte. Dazwischen hat auch noch ein schlauer Fuzzy eine weitere Sicherheitskontrolle eingebaut. Ob die Deutschen den Argentiniern nicht trauen? Was soll das, dass wir uns hier aus einem Flieger kommend und mit der Außenwelt nicht in Berührung kommend, noch einmal fast 30 Minuten in eine Schlange stellen und durchfilzen lassen müssen. Das verstehen wir nun wirklich nicht und sind auch entsprechend sauer. Der Weg zwischen den Gates dauert über eine Stunde – „Danke“ Fraport für diese „Tortour“.
Aber der Flughafen hat noch eine weitere Überraschung für uns. Die Inlandflüge wurden früher von einem Gate aus durchgeführt. Dafür sind wir dem Flughafen nun aber wohl nicht mehr gut genug. Wir müssen uns in einen hoffnungslos überfüllten Bus quetschen und hinaus auf den Beton karren lassen und dann noch eine Treppe hinauf zum Flieger kraxeln. Noch einmal „Danke“ Fraport für diesen modernen Flughafen. Dann soll es endlich losgehen. Aber denkste. Eine Klappe des Frachtraumes klemmt und der Kapitän fordert erst einen Spezialisten an, ob wir überhaupt fliegen können. Der Ingenieur ist aber verschwunden und nicht auffindbar. Vielleicht wird er auch am Gate Z 69 gebraucht und braucht mit dazwischen liegender Sicherheitskontrolle ebenfalls eine Stunde bis hierher. Endlich, nach fast einer Stunde Verspätung, geht es los in Richtung Düsseldorf. Noch einmal „Danke“ Fraport.
Nach dem Start in Frankfurt dauert der Flug nach Hause nur noch gut 35 Minuten und bei sehr schönem Wetter landen wir um 13.50 Uhr auf unserem Heimatflughafen. Am Gepäckband 01 verabschieden wir uns von unseren Tischnachbarn, die jetzt von ihrem Sohn abgeholt werden und nach Leverkusen weiterfahren. Wir stehen allerdings noch am Gepäckband bis es steht. Es sind nur drei Koffer da und Anjas Großer fehlt. Der Schalter der Lufthansa ist hier direkt am Band und es ist auch nichts los. Die nette Dame kontrolliert unseren Gepäckabschnitt und findet nach weiteren 20 Minuten heraus, dass der Koffer trotz „Priority Label“ in Frankfurt stehen geblieben ist und mit der nächsten Maschine nachkommt. Noch ein letztes Mal: „Danke“ Fraport.
Genau um 15.10 Uhr sind wir fix und fertig zu Hause angekommen und müssen jetzt noch Einkaufen. Das erledigen wir in einer Art Automatismus und packen danach noch die Koffer aus. Anjas Koffer wird dann doch noch gegen 22 Uhr gebracht und wir sind komplett.
Es ist dennoch das Ende einer sehr schönen Reise.

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Klick für große Bilder:

Bus für die Koffer

Hurtigrutenschiff Fram

Blick auf Ushuaia

Start in Ushuaia

 

 

Anflug auf Buenos Aires

 

 

Ankunft Buenos Aires

 

 

Avenida 9 de Julio bei Tag

 

 

Avenida 9 de Julio bei Nacht

 

 

Gate nach Frankfurt

 

 

Business Class 1

 

 

Business Class 2

 

 

Kurz vor der Landung

 

 

Landung in Frankfurt

 

 

Braunkohlekraftwerke

 

 

Schatten bei der Landung

 

 

Gepäckband Nummer 1

 

 

Beulen im Koffer

 

 

Priority Label nutzt nix