Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Freitag 02.01.2015

Drake Passage

Die MS Hanseatic ist noch in der Nacht weiter in die Drake Passage hinein gefahren. Immer mit Kurs nach Norden auf die Südspitze des amerikanischen Kontinents zu. Wir haben erstaunlich ruhig und gut geschlafen und sind auch erst um 7.30 Uhr aufgestanden. Ein erster Blick aus dem Kabinenfenster lässt mich staunen. Ich sehe eine spiegelglatte See. Das soll die berüchtigte Drake Passage sein? Nun ja, warten wir es erst einmal ab. Das Schiff hat erst die Hälfte der Strecke geschafft und die Ungemach kann ja immer noch kommen.
Um 8 Uhr sind wir im Restaurant beim Frühstück und die Tischnachbarn kommen auch kurz nach uns. Wir bleiben etwas länger sitzen und trinken auch eine Tasse Kaffee mehr als sonst. Heute ist ein reiner Seetag und es liegt kaum etwas Wichtiges an. Wir beratschlagen, wie wir den Tag verbringen und sind dann um 9.15 Uhr zurück in der Kabine. Wir schreiben einige E-Mails, in denen wir unsere baldige Rückkehr in der Heimat androhen und ich sortiere mein elektronisches Equipment vor. Einige Geräte und Sachen brauche ich nicht mehr und die kommen in den Koffer. Die wichtigen Geräte sollen ins Handgepäck. Sicherlich muss in Buenos Aires noch einmal ein Akku geladen werden und ein Ersatzchip für die Kamera ist auch hilfreich. Dann machen wir uns über den Meinungsbogen her. Auf unserer kleinen Sitzgruppe brüten wir über den Fragen. Es gab natürlich kaum etwas zu beanstanden, aber nur Lobhudelei wollen wir auch nicht abgeben. Kritik, wenn vorhanden, soll und muss schon gut begründet sein.
Nach 10.30 Uhr spazieren wir noch einmal über alle Decks und sehen uns um. Haben wir auf der Reise etwas vergessen, was sich noch zu Filmen und zu Fotografieren lohnt? Viel finden wir nicht und so sind wir bald an der Rezeption. Wir geben unseren Bewertungsbogen ab und Anja kauft noch Lose für die Tombola am Abend. Der Erlös soll der Crew zu Gute kommen. Von amerikanischen Schiffen kennen wir die unverschämte Gepflogenheit, mit 12 bis 13 US-Dollar pro Passagier und Tag das Bordkonto zu belasten. Geht man von einer 20 Tage dauernden Reise aus, sind dies an die 500 US-Dollar Trinkgeld. Das stört uns doch etwas. Wir sind nicht geizig, aber das ist uns einfach zu anonym. Wir haben immer dem Kabinenpersonal und den Tischkellnern auf jeder Reise zwei Mal einen Umschlag mit entsprechenden Trinkgeldern persönlich gegeben. Das haben wir auch hier auf der Hanseatic so beibehalten. Unser Zimmermädchen und unsere drei Tischkellnerinnen haben zwei Mal einen schönen Umschlag erhalten, mit dem wir gezeigt haben, wie wir ihr Bemühen um uns als Gäste persönlich schätzen. An der Tombola nehmen wir deshalb trotzdem mit einer Spende teil.
Um 11 Uhr sind alle Passagiere in der Explorer Lounge. Es gibt einen kurzen Vortrag über die Abreisemodalitäten am morgigen Tag und wir bekommen vier Kofferanhänger mit Ausfüllanleitung. Zwei sind für die großen Koffer, die man im Hotel einlagern kann und zwei sind für das Handgepäck, das man im Hotel auf das Zimmer bekommt. Danach gehen wir hoch in die Observation Lounge und gönnen uns noch einen kostenlosen Kakao und eine Bouillon. Wir sitzen ganz vorn am Fenster und schauen ganz fasziniert auf den Bug des Schiffes und auf die spiegelglatte See. Der Kapitän sagte in seiner Durchsage, dass er und die meisten Crewmitglieder die Drake Passage noch nie so ruhig erlebt haben. Wie sagt Heike Fries immer in ihren Lektorenvorträgen: „glatter Ententeich“.
Die Drakestraße oder Drake Passage ist die Meeresstraße zwischen der Südspitze Südamerikas und der antarktischen Halbinsel und verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Sie ist nach Sir Francis Drake benannt, einem englischen Seefahrer mit Kaperbrief, der für Königin Elisabeth I. in den Weltmeeren unterwegs war. Er entdeckte diesen Seeweg zufällig, als er auf der Suche nach zwei im Sturm abgetriebenen Begleitschiffen seiner Flotte war.
Da heute Abend das Abschiedsessen stattfindet, gehen wir nur kurz ins Bistro Lemaire und nehmen eine Suppe und einen Nachtisch zu uns. Danach halten wir eine kurze Mittagsruhe. Kurz vor 16 Uhr haben wir doch ein wenig Hunger und gönnen uns im Bistro zwei Kugeln Eis mit Sahne. Dann sind wir zurück in der Kabine und verfolgen noch einen Vortrag über Kaiserpinguine aus dem Vortragsraum im Fernseher. Wir duschen uns noch und ziehen uns für das letzte Galadinner um.
Genau um 19 Uhr sind wir auf dem Weg ins Restaurant Marco Polo. Wir treffen den Bordgeistlichen Dr. Edgar Hasse und fragen ihn, ob er das Abschiedsdinner mit uns gemeinsam an unserem Tisch genießen möchte. Unsere Tischnachbarn sitzen am Kapitänstisch, was sich für die Bewohner der Owners Suite ja auch so gehört. Er stimmt zu und meldet sich an seinem eigentlichen Tisch ab. Wir haben bereits vorher sehr gern mit ihm im Bistro und bei Veranstaltungen in der Explorer Lounge zusammen gesessen und es haben sich immer sehr gute Gespräche entwickelt. So auch diesmal wieder. Wir haben viel Spaß bei unserer Unterhaltung und der evangelische Theologe und Redakteur einer renommierten Zeitung ist ein ausgezeichneter Gesprächspartner.
Nach dem Abendessen eilen wir dann hinunter in die Explorer Lounge. Hier gibt es die offizielle Verabschiedung der Passagiere durch die Besatzung. Der Hanseatic Crew Chor singt ein Abschiedslied und der Kapitän hält eine Rede über den Verbrauch an Lebensmitteln auf dieser Kreuzfahrt. Die Zahlen sind teilweise erschreckend. Was haben die anderen Passagiere denn alles in den letzten knapp 3 Wochen gegessen und getrunken? Wir waren das auf gar keinen Fall. Dann kommt noch die Verlosung zu Gunsten der Crewkasse und ganz zum Ende die Versteigerung der Seekarte mit der Route des Schiffes und allen Orten die wir auf dieser Reise angelaufen haben.
Die Veranstaltung dauert bis 23.30 Uhr und danach zieht es uns noch auf ein letztes Bier in die Observation Lounge. Die Mädels trinken heute Abend jede zwei Biere, wir Männer schwächeln zu später Stunde etwas und schaffen nur Eines. Gegen 1.30 Uhr sind wir zur vorletzten Nacht dieser Reise wieder in der Kabine und halten Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



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Drake Passage

Kurs nach Norden

Der Bug der Hanseatic

Observation Deck

 

 

Unsere Kabine 1

 

 

Unsere Kabine 2

 

 

Hanseatic Crew Chor

 

 

Kurz vor Kap Hoorn