Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Mittwoch 31.12.2014 - Sylvester

Neko Harbour - Errera Kanal - Cuverville Island

Die MS Hanseatic ist in der Nacht die Gerlache Straße hinaufgefahren und hinter der Paradies Bucht in die Andvord Bucht eingebogen. Diese bietet fast das gleiche Bild, sie ist von steilen Bergflanken mit hohen Eiskappen umgeben. Nur der Strandabschnitt Neko Harbour bietet Gelegenheit für Bootsanlandungen.
Um 6.45 Uhr stehen wir auf und sind gegen 7.30 Uhr im Bistro Lemaire. Heute rückt unsere Gruppe wieder eine Stelle nach vorn mit dem Ausbooten. Im Bistro ist man etwas schneller mit dem Frühstück fertig und zu dieser Zeit ist es auch noch nicht so voll. Bereits um 8.30 Uhr erfolgt der Aufruf zum Sidegate für die rote Gruppe. Zu dieser Zeit sind wir bereits zurück in unserer Kabine und ziehen uns um. Und das ist auch gut so. Nur wenige Passagiere der roten Gruppe folgen dem frühen Aufruf zur Anlandung und somit sind wir schon 10 Minuten später an der Reihe.
Der Landeplatz Neko Harbour ist als solcher nicht besonders spektakulär. Hinter einem flachen und steinigen Strandabschnitt geht es auf einem verschneiten Pfad mäßig bergan zu einem Aussichtspunkt. Nach der Petermann Insel sparen wir uns aber diese Strapaze, zumal es dort oben keine Pinguine gibt. Hier unten sind ebenfalls „nur“ Eselspinguine aktiv. Die kleinen Vögel wuseln zwischen dem Wasser und ihren Nestern weiter hinten hin- und her und an den Nestern selbst sind sie mit dem beliebten Eselspinguinsport des „Steineklauens“ beschäftigt. Wir setzten uns auf einen Stein und genießen die Landschaft und die Besonderheit, die uns hier zuteil wird. Wir haben wahrhaftig und tatsächlich das antarktische Festland betreten!
Bisher waren wir ja nur auf vorgelagerte Inseln oder Inselgruppen ausgebootet worden. Hier, heute und jetzt gerade stehen bzw. sitzen wir auf dem antarkischen Kontinent, dieser riesigen Landmasse, die manche Menschen auch als „Südpol“ bezeichnen. Das macht uns schon ein wenig stolz und zufrieden. Es ist wieder ein Wunsch, den wir an diese Reise hatten, in Erfüllung gegangen. Auf dem Schiff haben wir dann später auch noch eine Urkunde über das Ereignis erhalten. Toll.
Da in der Urkunde ja nicht die Aufenthaltsdauer vermerkt ist, starten wir nach einer Stunde Aufenthalt wieder zum Schiff zurück. Wir ziehen uns um und gehen zu einem zweiten Frühstück ins Restaurant Marco Polo. Der warme Kaffee tut jetzt gut und noch ein kleiner Imbiss ist auch nicht zu verachten. Wir können beobachten, dass unsere Tischnachbarn erst jetzt zum Festland fahren.
Gegen 10.10 Uhr sind wir mit unseren Kameras oben auf dem Observation Deck und machen einige Aufnahmen. Leider ist das Wetter nicht sehr gut, aber es regnet wenigstens nicht. 20 Minuten später sichern wir uns einen Platz in der Observation Lounge und bestellen uns einen heißen Kakao. Die MS Hanseatic hat mittlerweile alle Passagiere und Boote wieder aufgenommen und nimmt Kurs auf den Errerakanal.
Wir sind zurück in unserer Kabine, die in der Zwischenzeit auch fertig ist, und wir machen es uns bequem. Ich überspiele meine Daten von heute früh und Anja hat ein gutes Buch in der Hand. Wir lassen heute das Mittagessen ausfallen. Wir haben ja spät noch ein zweites Mal gefrühstückt und heute ist auch noch Sylvester. Da gibt es am Nachmittag einen Cocktail und am Abend ein Galadinner. Im schönsten Mittagsschlaf erfolgt eine Lautsprecherdurchsage. Wir passieren vor der Einfahrt in den Errerakanal die MS Fram der Reederei von den Hurtigruten. Anja geht nach oben um Aufnahmen zu machen, ich filme mal ein paar Sekunden durch das Kabinenfenster. Kaum bin ich wieder eingeschlafen, ertönt die nächste Ansage. Ein Expeditionsschiff von National Explorer gleitet vorbei. Es gibt scheinbar so eine Art Rushhour in der Antarktis.
Da wir jetzt im Errerakanal sind, lasse ich vom Observation Deck meine Kamera auf die Eisberge los. Die Landschaft ist hier wirklich sehr schön, aber an den Lemaire Kanal kommt sie schon wegen der fehlenden Höhe der Berge nicht heran. Aber auch so können wir die Schönheit der antarktischen Landschaft erneut bewundern.
Um 16 Uhr hat das Schiff wieder den Anker vor Cuverville Island geworfen und wir gehen hinunter ins Bistro Lemaire zur Kaffeestunde. Die Besatzung bietet wieder Anlandungen zu der Insel an. Wir hatten kurz gezögert, aber bald gibt es eine Veranstaltung in der Explorer Lounge und danach das große Sylvesterdinner. Die Anstrengung des mehrmaligen Kleiderwechsels ist uns einfach zu viel und wir bleiben an Bord. Auf Cuverville Island gibt es Eselspinguine und die sitzen erst noch auf den Eiern. Küken gibt es noch nicht zu bestaunen.
Um 19 Uhr sind wir pünktlich in der Explorer Lounge. Wir warten jetzt auf den Sylvester Cocktail. Nachdem wir ein Glas Champagner empfangen durften, setzen wir uns wieder mit den Tischnachbarn zusammen. Die Lounge ist toll geschmückt und über der Bar prangt in großen Zahlen 2015. Es wird auch ein kleines Stück zum Besten gegeben: Dinner for One mit Sylvia Stevens als Miss Sophie und dem Bordfotografen als Butler James. Die arme Heike Fries darf am Boden liegend den Eisbären mimen, über den der Butler immer stolpert. Die Passagiere sind jedenfalls belustigt.
Kurz nach 20 Uhr geht es dann ins Restaurant. Hier ist für das Gala-Sylvesterdinner feierlich eingedeckt. Es gibt ein Amuse, Gänselebertörtchen, pochierten Baby-Steinbutt, Sorbet Aperol Sprizz und gratinierten Hummer Thermidor. Natürlich wird auch auf der Hanseatic die Stimmung von einem Traumschiff erzeugt. Das Licht wird gelöscht und Küchencrew und Servicepersonal zelebrieren mit sprühenden Feuerwerksfontainen die Baked Alaska Eisbombe. Hier muss noch einmal bemerkt werden, dass der Küchenchef Andre´ Rühlow auf der gesamten Reise eine ausgezeichnete und sehr geschmackvolle Speisenfolge gezaubert hat.
Nach dem Dinner gibt es in der Explorer Lounge die große Sylvesterparty mit Musik und Tanz. Unsere Tischnachbarn sind nicht so dafür und auch wir ziehen die Ruhe in der Observation Lounge vor. Wir haben schon vorher den Champagner kalt stellen lassen und können uns hier oben einen schönen Tisch aussuchen.
Natürlich hat man immer etwas zu erzählen und so geht der Abend mit ruhiger Fahrt in der Gerlache Straße langsam zu Ende. Der Küchenchef Rühlow kommt vorbei und wünscht uns noch ein frohes neues Jahr. Auch die Direktorin lässt sich sehen und bedankt sich bei den wenigen Gästen hier oben. Kurz vor Mitternacht erfolgt der Countdown für das neue Jahr durch die Lautsprecher aus der Explorer Lounge. Wir haben jetzt das neue Jahr 2015.
Gegen 0.30 Uhr kommt aus der Nacht noch ein weiteres Kreuzfahrtschiff hell erleuchtet auf uns zu. Das Schiff ist so nah, dass wir sogar den Namen „Le Boreal“ lesen können. Es ist ein Schiff der Reederei Ponant aus Frankreich und ein relativ neues Schiff der Luxusklasse. Im November 2015 wird es bei den Falklandinseln auf dem Schiff einen Brand im Maschinenraum geben und alle Menschen an Bord müssen aus höchster Seenot gerettet werden.
Um 1.20 Uhr verabschieden wir uns von unseren Tischnachbarn und ziehen uns in die Kabine zurück. 10 Minuten später ist Bettruhe im neuen Jahr.

nächster Tag

 

 

 

 



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Sidegate

Festland Antarktis

Eselspinguin 1

Eselspinguin 2

 

 

Eselspinguinkolonie

 

 

MS Hanseatic

 

 

Sylvesterparty

 

 

Sylvester Galadinner

 

 

Küchenchef Rühlow

 

 

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