Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Mittwoch 17.12.2014 + Donnerstag 18.12.2014

2 Tage auf See nach Süd-Georgien

Die nächsten beiden Tage verbringen wir erneut auf See und diese laden daher zum Abhängen ein. Wir stehen später auf und gehen dann gemütlich zum Frühstück. Aber irgendwie ist das heute ein innerlicher Betrug, denn die Uhr wurde in der Nacht eine Stunde vorgestellt. Jetzt sind es nur noch minus 3 Stunden von Deutschland und wir haben nicht so richtig etwas gewonnen.
Nach dem Frühstück gammeln wir noch bis 10 Uhr in der Kabine herum und gehen dann in die Observation Lounge. Hier hat Frau Fest ihr kleines Büro geöffnet und wir warten, bis wir dran sind. Sie ist die Kreuzfahrtberaterin an Bord und mit ihr wollen wir sprechen. Bereits auf der MS C. Columbus, auch ein Hapag Lloyd Schiff, wollten wir ein Kreuzfahrtbuch erwerben und Mitglied im Hapag Lloyd Kreuzfahrtenclub werden. Das hatte aber 2011 nicht geklappt, weil die Reise nach Kanada eine vom ADAC gecharterte Fahrt war und es dafür keine Vergünstigungen oder Punkte für eine Hapag Lloyd Reise gab. Aber diesmal ist das anders und wir können den Antrag ausfüllen. Nach der Unterschrift sind wir Mitglieder im HL Kreuzfahrten Club, werden zu Veranstaltungen eingeladen und bekommen für jede Kreuzfahrt Punkte und Vergünstigungen.
Nach einer guten Tasse Kaffee in der Lounge sind wir um 11.15 Uhr zurück in der Kabine. Ich mache mich direkt über den Bordcomputer her und schreibe an alle wichtigen Menschen in Deutschland Emails. Da wir hier an Bord eine eigene Email Adresse haben, geht das auch unkompliziert und einfach. Selbst das Versenden von Emails ohne Anhang ist kostenfrei und klappt wunderbar. Man muss eben nur die Zeitverschiebung und die Laufzeit beachten.
Um 12.30 Uhr sind wir im Bistro Lemaire am Buffet. Es gibt u.a. Kürbissuppe, Lasagne und einen sehr leckeren Nachtisch. Kurz vor 14 Uhr sind wir zurück in der inzwischen gereinigten Kabine und machen einen wohlverdienten Mittagsschlaf. Ja, die gute Seeluft macht eben müde. Nach 17 Uhr geht Anja zum Schiffsarzt und holt sich ein Pflaster gegen Seekrankheit. Sie ist da etwas empfindlicher als ich und der Kaugummi scheint nicht mehr die notwendige Wirkung zu entfalten. Ich schalte den Fernseher ein und verfolge auf Kanal 3 den Vortrag von Heike Fries, einer Lektorin, aus der Darwin Hall. Das ist ganz praktisch, denn ich muss mich nicht in den Vortragsraum zwischen die anderen Passagiere quetschen. Hier in der Kabine ist es bequemer und man bekommt alle Bilder und Dias auch zu sehen und der Ton ist gut verständlich. Es ist der erste Vortrag über unser nächstes Ziel übermorgen: Südgeorgien.
Kaum ist der Vortrag vorbei klingelt das Telefon. Es ist Frau Fest und sie lädt uns um 18.30 Uhr zum Treffen der Hapag Lloyd Kreuzfahrtenclubmitglieder in die Explorer Lounge ein. Oh weh, wir haben nur noch eine knappe halbe Stunde Zeit. Aber wir schaffen es und sind pünktlich vor Ort. Wir bekommen unseren üblichen Platz und auch unsere Tischnachbarn aus dem Restaurant sind da. Es gibt einen guten rose Sekt und kleine Häppchen aus der Küche. Sogar Kapitän Gerke ist anwesend, begrüßt uns alle und hält einen kleinen Vortrag. Es sind so an die 30 Gäste in der Lounge anwesend, und wie wir mitbekommen, allesamt Vielfahrer mit Hapag Lloyd. Na ja, mal sehen. Vielleicht werden wir das ja auch noch.
Wir bleiben mit unseren inzwischen guten Bekannten noch bis 19.30 Uhr sitzen und gehen dann gleich in das Marco Polo Restaurant zum Abendessen. Heute gibt es Fisch, Spargelsuppe, Jungbullenfilet oder Rotzunge. Wir sind mit unserem Tisch wieder einmal die letzten Esser im Restaurant. Wir haben mit unseren neuen Bekannten immer so viel zu erzählen, dass wir oft die Zeiten verpassen. Anja geht um 21 Uhr zum Konzert der Opernsängerin, Anne geht wegen Seegang lieber in die Kabine und Rainer und ich machen uns auf und davon in die Observation Lounge. Hier warten 2 leckere, frisch gezapfte Biere auf ihre Genießer. Kurze Zeit später kommt auch Anja und bestellt einen Cocktail. Diese Singerei ist nicht so ihr Geschmack oder sie hat uns unser Bier geneidet, von dem wir natürlich vorher so geschwärmt hatten.
Wir halten noch bis 22.30 Uhr aus, hier oben hoch im Schiff ist es einfach gemütlich, gehen dann aber doch in die Kabine und zu Bett.

Heute ist der zweite Seetag in Folge und wieder schlafen wir etwas länger. Nach dem Frühstück sind wir zurück in der Kabine und ich mache einen Wäschebeutel fertig. Durch die Gewichtsbeschränkung der LAN-Flüge der argentinischen Fluggesellschaft haben wir nicht für jeden Tag frische Wäsche mit. Mittlerweile sind wir auch über eine Woche unterwegs und im Urwald bei Iguacu haben wir auch viele Kleidungsstücke durchgeschwitzt. Das Schöne an einer Schiffsreise ist ja auch, dass eine Wäscherei an Bord ist und diese einen 24 Stunden Service anbietet. Ein Herrenhemd ist mit drei Euro für Waschen und Bügeln auch nicht zu teuer. Nachdem der Beutel mit Hemden und Unterwäsche gut gefüllt ist werden dann mittlerweile eingegangene Emails beantwortet.
Um 10 Uhr bin ich bei schönem Wetter und relativ ruhiger See mit der Kamera auf Schiffserkundung. Natürlich brauche ich für meinen Urlaubsfilm eine Menge Videomaterial auch vom Schiff. Vom Heck, vom Bug, von der vorderen Back und von den ganzen Freizeiteinrichtungen. Die können dann bei Bedarf in den Film an passender Stelle eingefügt werden. Gegen 10.30 Uhr beginnt der Crewdrill. Über Lautsprecher werden die Passagiere darüber informiert, dass nur die Besatzung an dieser Übung teilnimmt. Nicht das alle Passagiere in Ihre Kabinen flitzen und nach den Rettungswesten hangeln.
Gegen 11.15 Uhr müssen wir mit unserer gesamten Landgangausrüstung nach Gruppen in der Explorer Lounge antreten. Zuerst werden wir registriert und bekommen die IAATO-Informationen erläutert. Diese erklären das Verhalten an Land in der Antarktis. Wie wir uns den Tieren gegenüber zu verhalten haben, das wir keinen Müll zurücklassen dürfen und den Anweisungen der Lektoren strickt folgen müssen. Das dürfen wir dann sogar unterschreiben. Anschließend wird unsere gesamte Landgangausrüstung genauestens inspiziert. Wir müssen die Stiefel, Strümpfe, Hose, Parka und sogar die Handschuhe und die Mützen vorzeigen und sogar den einen oder anderen versteckten Krümel ausbürsten.
Nach dieser wichtigen Veranstaltung sind wir direkt im Bistro und nehmen das Mittagessen ein. Wir sind jetzt zumindest Mittags sehr gerne im Bistro. Es ist hier oben viel lockerer als im Restaurant und durch das Buffet ist man auch nicht auf Mengen angewiesen. Wartezeiten gibt es auch keine, was wir als sehr angenehm empfinden. Danach gibt es wieder den an Seetagen obligatorischen Mittagsschlaf.
Der dauert aber nicht sehr lang, nur knapp 30 Minuten, denn eine Durchsage von der Brücke meldet uns die Ankunft an den Shag Rocks. Die Kormoranfelsen liegen rund 250 Kilometer vor Südgeorgien und bilden eine Gruppe von 6 Felseninseln. Sie gehören ebenfalls zum britischen Überseegebiet und erreichen eine maximale Höhe von 75 Metern über dem Meer. Alle Felsen zusammen sind nur 0,2 Quadratkilometer groß und haben einen vulkanischen Ursprung. Hier brüten tausende von Königskormoranen, auch Scharben genannt, was im englischen mit Shag übersetzt wird. Dazu kommen noch Kapsturmvögel und Albatrosse. Leider sind die Felsen halb von Nebel oder tief hängenden Wolken eingehüllt und es regnet leicht. Dazu kommt noch eine Temperatur nahe null Grad und der Aufenthalt auf der vorderen Back ist nicht sehr angenehm. Wir machen nur knappe 5 Minuten unsere Aufnahmen und mehr gibt dieses Motiv auch nicht her.
Wir sind zurück in der Kabine und wärmen uns erst einmal wieder etwas auf. Nach einer halben Stunde, MS Hanseatic dümpelt immer noch vor den Shag Rocks, kommt plötzlich die Sonne ein wenig durch und es regnet auch nicht mehr. Also wieder in den Parka geschlüpft, die warme Mütze auf und hinaus auf die Back. Das Vergnügen dauert zwar nur knappe 15 Minuten, aber das reicht für halbwegs vernünftige Aufnahmen. Gegen 15.20 Uhr sind wir zurück in der Kabine und das Schiff fährt jetzt weiter nach Südgeorgien. Um 17 Uhr sitze ich am eigenen Computer und überspiele unsere Kameradaten. Eine Sicherung ist sehr wichtig, wehe wenn von den wertvollen Aufnahmen etwas verloren ginge.
In der Explorer Lounge gibt es um 18.30 Uhr das erste Precap über Südgeorgien. Daran müssen wir natürlich teilnehmen, denn diese Inselgruppe gehört ja zu den vielen Highlights dieser Reise. Dr. Arne Kertelhein erklärt die kommenden drei Tage so gut und interessant, dass wir die Ankunft bei den Pinguinen, Robben und Seeelefanten kaum noch erwarten können. Danach gehen wir zum Abendessen in das Restaurant und danach sind wir direkt in der Kabine. Morgen früh beginnt bereits um 6 Uhr, noch vor dem Frühstück, die erste Ausbootung und wir müssen unsere Ausrüstung an Kleidung und Kameras noch vorbereiten. Gegen 22 Uhr ist Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Richtung: Südgeorgien

Rettungsring

Bistro Lemaire

Rettungsboot

 

 

Observations Deck

 

 

Tischgemeinschaft

 

 

Sekt und Häppchen

 

 

Kapitän Gerke

 

 

Vor den Shag Rocks

 

 

Die Shag Rocks im Nebel

 

 

Kurze Wetterbesserung

 

 

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