Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Sonntag 14.12.2014

Auf See zu den Falkland Inseln

Der erste Seetag beginnt für uns bereits um 7 Uhr. Die Sache mit dem längeren Schlafen klappt nicht, denn es ist zwar kein hoher Seegang, aber das Schiff schaukelt doch ein wenig und daran muss man sich erst ein paar Tage gewöhnen. Aber heute ist auch unser erster richtiger Urlaubstag, an dem wir uns mal so richtig erholen können. Die Tage bisher waren ja voll mit Terminen, Fahrten, Flügen und Besichtigungen. Um 8.30 Uhr sind wir im Restaurant zum Frühstück. Auch jetzt macht das Schiff einen hervorragenden Eindruck. Es ist alles da, was das Herz begehrt und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Da hat manches Nobelhotel nicht ein so reichhaltiges Frühstück zu bieten. Unsere neue Reisebegleitung kommt kurz nach uns und wir haben gemeinsam einen schönen Tisch am Fenster bekommen.
Nach einer Stunde ist das Frühstück beendet und wir gehen zurück in die Kabine. Ich mache direkt einen Beutel mit Wäsche für unser Zimmermädchen zurecht. Ich habe in den letzten Tagen im Urwald und im argentinischen Sommer viel geschwitzt und es müssen einige Hemden und Unterwäsche gewaschen werden. Danach setze ich mich an den Fernsehcomputer und finde heraus, wie ich mit dem Teil E-Mails versenden kann. Das klappt, es bleibt aber nur noch Zeit für zwei kurze Nachrichten.
Genau um 10.30 Uhr findet in der Explorer Lounge die übliche Vorstellung der Crew statt. Vom Kapitän bis zum Maschinisten werden alle Namen genannt und die entsprechenden Personen auch durch Vortreten vorgestellt. Die kann man sich so schnell nicht merken, aber neben der Rezeption hängen die wichtigsten Personen des Schiffes in Bildern und mit Namen zum merken. Gegen 11 Uhr, direkt im Anschluss, findet noch die Einweisung in die Zodiacanlandungen statt. Das ist nicht unwichtig, gilt es doch einiges beim Ein- und Aussteigen am Sidegate direkt über dem eiskalten Wasser zu beachten.
Nach der Einweisung bummeln wir durch den geöffneten Souvenirshop des Schiffes. Hier frönen wir auch wieder so einem Ritual, dass wir seit der ersten Kreuzfahrt pflegen. Wir kaufen uns jeder ein Band mit einem kleinen Karabinerhaken und dem Aufdruck des Schiffsnamens. Danach lassen wir uns ein Loch in die Bordkarte knipsen und hängen das Band um den Hals. So kann die Bordkarte nicht aus Versehen verloren gehen und ist beim Ein- und Aussteigen auch immer griffbereit.
Um 12 Uhr gibt es in der Explorer Lounge ein erstes Precap, eine Art Vorschau auf kommende Ereignisse oder Landgänge. Heute geht es um die morgigen Anlandungen mit Zodiacbooten auf zwei Falklandinseln. Natürlich nur, wenn auch das Wetter mitspielt. Direkt danach gehen wir ins Bistro Lemaire zum Mittagessen. Hier gibt es ein Buffet und wir können selbst wählen, wie viel wir essen möchten. Das ist sehr angenehm und das werden wir auch fast die ganze Reise mittags so machen. Ich gehe mit Rainer zwischendurch zur Rezeption und wir holen uns unsere farbigen Punkte für die Bordkarte. Diese Punkte bedeuten die Gruppe für die Ausbootungen. Es sind 120 Passagiere an Bord der Hanseatic und es gibt vier Gruppen, also 30 Personen pro Gruppe. Die Gruppen werden rotierend aufgerufen und so vermeidet man einen Stau am Sidegate bei den Ausbootungen. Wir bekommen grüne Punkte auf die Bordkarten und können so gemeinsam auch die Landgänge bestreiten.
Aber der erste "Urlaubstag" ist noch nicht geschafft. Um 13.30 Uhr müssen wir in die Explorer Lounge. hier findet die Ausgabe der Gummistiefel und der Parkas statt. Ein wasserdichter Parka ist schnell gefunden und der passt auch leidlich. Bei den Gummistiefeln ist das schon etwas schwieriger. Wir haben unsere warmen Socken mit und streifen diese über. Die Sucherei gestaltet sich dennoch schwierig, aber nach einigen Paar scheinen wir etwas Passendes gefunden zu haben. Wir werden die Stiefel aber dennoch nach dem morgigen ersten Ausflug noch einmal tauschen müssen. Mit unserer Beute trollen wir uns zurück in die Kabine. Die ist inzwischen fertig gereinigt und ich telefoniere noch nach dem Zimmermädchen. Mein Anzug hat im Koffer einige Falten bekommen und er soll noch für den Abend aufgebügelt werden. Dann hauen wir uns erst einmal auf unsere Betten und halten einen erholsamen Mittagsschlaf.
Gegen 16.30 Uhr sind wir in der Owners Suite verabredet. Wir haben zur Begrüßung einen kleinen Weihnachtsstollen auf der Kabine vorgefunden und den wollen wir mit unseren Tischnachbarn bei einer guten Tasse Kaffee verspeisen. Sie haben in der Suite einen Butlerservice und dieser funktioniert hervorragend. Kaffee und Stollen schmecken und wir haben uns auch viel zu erzählen. Danach eilen wir zurück in unsere Kabine. Für viele Kreuzfahrer steht noch ein wichtiger Termin an.
Wir sind geduscht und fein herausgeputzt. Das Bügeln hat termingerecht geklappt und der Anzug sitzt und passt wie angegossen. Na ja, bis auf die Hose. Die hat der Schneider etwas zu weit gelassen und sie tendiert stark zum Rutschen. Aber wofür gibt es schließlich Gürtel. Ein Loch weiter und die Hose sitzt. Gegen 18.30 Uhr stehen wir mit den anderen Passagieren vor der Explorer Lounge und warten auf den Einlass. Es gibt den Kapitäns Willkommens Cocktail mit dem üblichen Foto. Das ist nun ein weiteres must have für viele Kreuzfahrer. Ein Bild mit dem Kapitän. Wir stehen weit vorne und können uns nach dem Handshake von Kapitän Carsten Gerke und dem Foto einen schönen Platz aussuchen. Es gibt einen Cocktail und Knabberzeug. Als unsere neuen Freunde kommen, eile ich mit meiner Kamera zum Eingang und filme die Zeremonie der Begrüßung. Bei uns ging das ja nicht, wir können uns schlecht selbst filmen. Der Kapitän erzählt danach einige technische Details und Anekdoten über sein Schiff und seinen Werdegang in der Reederei Hapag Lloyd und wir bleiben noch bis ca. 19.30 Uhr in der Lounge.
Danach gehen wir zu viert direkt ein Deck tiefer in das Marco Polo Restaurant zum Willkommens Abendessen. Es gibt ein Siebengang Menü mit Amuse-bouche Entenbrust, Balik Lachs, Thunfisch, Sorbet, Filet Rossini, Hummerschwanz, eine Baileys Mousse und Obst. Genau. Danach kommen wir kaum noch von unseren Stühlen und gefühlt platzen wir aus den Klamotten. Die vielen Gänge dauern auch ihre Zeit und so sind wir inklusiv des Verdauungsschnapses erst um 22 Uhr mit dem wirklich köstlichen Mahl fertig. Rainer und Anne sind bereits müde und wir sind auch froh, uns auf unsere Kabine zurückziehen zu dürfen.
Ich schaue noch mal in den Fernsehcomputer nach eingegangenen E-Mails und bin dann auch langsam müde. Anja liegt bereits eingerollt auf der Seite und röchelt ganz leise. Um 22.45 Uhr ist für heute Schluss.

nächster Tag

 

 

 

 



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Vor uns die Falklands...

...und hinter uns Feuerland

Kapitän Carsten Gerke...

... und weitere Gäste

 

 

Willkommens-Cocktail

 

 

Kapitän und Offiziere

 

 

Küchenchef Rühlow

 

 

Fast Mitternachtssonne

 

 

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