Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Samstag 13.12.2014

Buenos Aires - Ushuaia - MS Hanseatic

Der Wecker piept bereits um 02.30 Uhr und das ist brutal früh. Wir haben nur 3 1/2 Stunden geschlafen. Unsere Kleidung haben wir am Vorabend bereit gelegt und die Koffer vor der Tür sind schon weg. Also schnell durchs Bad, angezogen und hinunter zum Frühstück. Eigentlich soll es von der Reiseleitung bereits ab 3.30 Uhr vor dem Restaurant die Bordkarten für den Flug nach Ushuaia geben und ich bin der zweite in der Reihe. Leider sind die Karten noch nicht alphabetisch sortiert und so dauert die Suche bei der Frau vor mir. Als ich dann unsere Bordkarten haben möchte, verzweifelt die Dame von der Reiseleitung und schickt mich erst einmal weg. Na ja, irgendwie kommen wir noch an die Bordkarten.
Im Restaurant ist noch viel Platz und wir setzen uns an einen Tisch für 4 Personen. Langsam füllt sich der Frühstücksraum und wir sehen die Mitreisenden in die Antarktis zum ersten Mal. Und plötzlich ist der Raum auch schon voll. Gegen 4 Uhr geht Anja noch einmal zum Tisch vor dem Restaurant und kann unsere Bordkarten ergattern. Unsere Reisebekannten kommen nun auch schon zum Frühstück und sind über die Plätze an unserem Tisch sehr froh, denn das Restaurant ist bereits voll. Wir überlassen ihnen den Tisch, sind kurz danach im Zimmer und packen unser restliches Bordgepäck zusammen. Jetzt haben wir noch etwa eine halbe Stunde Zeit und die genießen wir mit der Aussicht auf das nächtliche Buenos Aires vom Zimmerfenster aus.
Um 5 Uhr checken wir aus und steigen in den wartenden Bus mit Frau Henkel. Sie wird uns bis Ushuaia bringen und von dort die abreisenden Passagiere der Hanseatic nach Hause begleiten. Da noch kein Berufsverkehr herrscht, sind wir 20 Minuten später wieder am nationalen Flughafen, passieren erneut die recht lasche Sicherheitskontrolle der Argentinier und sind um 5.40 Uhr am Gate 8 hinter dem Duty Free Shop. Erstaunlicherweise beginnt bereits 10 Minuten später das Boarding. Es bildet sich sofort eine lange Schlange und wir stehen mitten darin. Von hier an dauert es noch lange 30 Minuten, bis wir in der Maschine und auf unseren Plätzen sind. Es ist ein Airbus A 320 älteren Baujahres und wir sitzen in Reihe 23 A und B.
Kurz vor Abflug kommt ein Paar und setzt sich in die Reihe vor uns. Es ist eine sehr dürre, ältere Frau mit wirren, blonden Haaren und einem ebenso verlebt aussehenden Glatzkopf. Flug LA 4972 startet 6.47 Uhr von Buenos Aires und nimmt Kurs auf Feuerland. Kaum sind die Anschnallzeichen erloschen, knallt diese "Dame", die auch noch vor mir sitzt, ihren Sitz nach hinten und legt ihre Füße auf ihren Vordersitz. Sie hat es sich gemütlich gemacht und mir fehlt jeder Platz zum Bewegen. Ich frage höflich zwischen den Kopfstützen hindurch ob das jetzt wirklich sein muss und bekomme die schnippische Abfuhr: "Ja, das muss sein". Meine gute Erziehung verhindert einen Fluch und Schimpfworte. Andere, nicht so zart besaitete Passagiere hätten dieser Frau garantiert ein Getränk "aus Versehen" über den Kopf geschüttet. Aber während des Fluges outet sich diese "Dame" selbst durch obszöne Sprüche, die sie mit ihrem Begleiter wechselt. Wir bilden uns unsere Meinung, verstärkt durch die Beobachtung, dass die Intervalle der Rufe nach Sekt und Wein zur Flugbegleiterin immer kürzer werden. Wenn die in Ushuaia ankommen, sind sie betrunken.
Genau um 10.20 Uhr landet der Airbus in Ushuaia. Mit Gepäckband benötigen wir gute 20 Minuten bis zum Sammelpunkt der Hapag Lloyd Gäste. Wir werden zu einem Bus geschickt und entdecken Heike Fries als Lektorin auf dieser Reise. Diese hatten wir bereits auf unserer Reise mit der Hamburg 2013 kennen und schätzen gelernt. Wir steigen in Bus Nummer 4 ein und bekommen gleich zu Beginn der Reise eine Fahrt in den Terra del Fuego Nationalpark geboten. Die Fahrt dauert gute 2 1/2 Stunden und wir sehen zuerst die Ensenada Bucht mit einem kleinen Postamt und die Isla Redonda im Beagle Kanal. Danach geht es weiter über den Rio Lapataia zur Bahia Lapataia. Hier endet an einem großen Schild die Verlängerung der Panamericana, der Route Nummer 3 von Argentinien. Der Bus fährt noch zum Lago Roca und dann um 13.45 Uhr zu einer Mittagspause mit Essen zurück nach Ushuaia.
Das Restaurant liegt oberhalb der südlichsten Stadt Amerikas und bietet einen traumhaften Blick auf den Ort, die Bucht und den Beagle Kanal. Wir können sogar die Hanseatic im Hafenbecken erspähen. Es gibt eine Pastete mit Gemüsefüllung, ein Steak mit Kartoffelstampf und zum Nachtisch eine Kugel Eis. Gegen 15 Uhr fährt uns der Bus dann hinunter in den Hafen und entlässt uns bis 16.30 Uhr in die Stadt. Leider ist es recht kalt und es regnet ab und zu. Der Temperaturunterschied vom sommerlichen Buenos Aires hier zum südlichen Ushuaia ist doch enorm groß. Wir bummeln die 10 Minuten vom Hafen zur Straße St. Martin, eine quer verlaufende Einkaufsstraße die zum Teil nur für Fußgänger reserviert ist. Es ist Samstagnachmittag und nicht allzu viel los. Die Souvenirläden haben natürlich geöffnet und wir kaufen auch zwei aus Holz geschnitzte Pinguine unterschiedlicher Größe. Wir bringen von jeder Auslandsreise nur ein kleines Souvenir als Erinnerung mit.
Wir sollen um 16.30 Uhr wieder am Bus sein und der bringt uns jetzt in einer 5 Minuten kurzen Fahrt zum Schiff. Es ist nicht unsere erste Schiffsreise, aber wir sind doch jedes Mal aufs Neue auf unser schwimmendes Hotel gespannt. Am Schiff angekommen dürfen wir noch nicht aussteigen. Der Bordarzt kommt in den Bus und es werden Fragebögen verteilt. Im Jahr 2014 gab es Probleme mit der Krankheit Ebola. Darüber werden wir aufgeklärt und müssen diesen Bogen unterschreiben. Den Bordarzt erkennen wir auch. Mit Dr. von Hollander sind wir 2011 mit der Columbus über Island und Grönland nach Toronto in Kanada gefahren. Dann stellen wir uns am Sidegate der Hanseatic an und müssen unsere Bordausweise durch den Kartenleser ziehen. Nachdem die Lampe grün leuchtet, begleitet uns eine nette Dame zu unserer Kabine 418. Diese ist auf dem gleichen Deck wie das Sidegate und gar nicht weit davon entfernt, was sich im Laufe der Fahrt bei den Zodiacanlandungen noch sehr positiv bemerkbar machen wird.
Es ist jetzt 17 Uhr und wir sind erst einmal in der Kabine und sehr angenehm überrascht. Die Kabine ist geräumig und erstaunlich groß. Es gibt eine Sitzgruppe mit Tisch, einen Schreibtisch mit Fernseher und integriertem Computer. Mehrere große Schränke bieten ausreichend Platz für unsere Kleidung und selbst das Bad ist schön geräumig. Wir sind voll zufrieden. Anja macht sich gleich über den ersten Koffer her. Ich habe mich um 17.30 Uhr mit Rainer verabredet und bin mit ihm auf dem Weg zum Restaurantmanager Matthias Laue, dem Maitre D'. Wir haben uns besprochen und da wir uns an den Tagen vorher bereits sehr gut verstanden haben, wollen wir gemeinsam einen Vierertisch für das Abendessen reservieren. Den bekommen wir natürlich, auch deshalb, weil unsere Begleitung in der Owners Suite untergebracht ist.
Um 17.45 Uhr ertönt der übliche Alarm und wir eilen mit unseren Rettungswesten hinauf ins Bistro Lemaire auf Deck 2. Frau Helga Spikermann, die Hostess an Bord,  schnappt sich meine Rettungsweste und demonstriert damit die Übung. Darüber bin ich sehr froh, kann ich doch ungehindert das Spektakel filmen. Die Übung ist 15 Minuten später beendet und den Passagieren wird jetzt noch das zuständige Rettungsboot gezeigt. Danach gehen wir zurück in die Kabine und befreien auch den zweiten Koffer von seiner Last. Danach duschen wir und haben bis zum Abendessen noch Zeit zum relaxen.
Um 19.20 Uhr sind wir am Tisch 27 und unsere neue Reisebegleitung kommt zu uns. Sie erzählen uns eine erstaunliche Geschichte. Sie hatten eine Suite gebucht und tatsächlich das Upgrade in die Owners Suite bekommen. Toll und die werden wir uns natürlich einmal ansehen. Vor dem Essen stellt sich unsere Tischcrew vor. Es sind Lena, Nadine und Martina, letztere ist für die Getränke zuständig und eine pfiffige junge Dame. Alle drei machen einen sehr netten und professionellen Eindruck. Es gibt als Hauptspeise einen Hirschrücken, die zahlreichen anderen Gänge werde ich nicht beschreiben. Dafür reicht der Platz einfach nicht. Stellvertretend sei hier gesagt, dass der Chefkoch an Bord der Hanseatic, Andre´ Rühlow, an Land in einem Restaurant mindestens einen Stern bekommen würde. Einfach sehr gut und ansprechend serviert. Gegen 21.30 Uhr ist das Abendessen beendet und wir haben tatsächlich nicht bemerkt, dass wir bereits vor einiger Zeit abgelegt haben. Das ist mir noch nie passiert. Ich entschuldige mich bei unseren Tischnachbarn und flitze hinauf aufs Oberdeck. Hier kann ich noch ein paar Aufnahmen von dem bereits hinter uns liegenden Ushuaia und dem Beagle Kanal machen. Diese Aufnahmen sind mir für meinen Videofilm schon sehr wichtig.
Wir verabreden uns anschließend mit unseren Tischnachbarn noch um 22.00 Uhr in der Observation Lounge auf ein gezapftes Bier. Trotz einsetzender Müdigkeit schaffen wir es, noch über 1 Stunde mit zwei Bier auszuhalten. Aber um 23.15 Uhr sind wir alle dann doch hundemüde und ziehen uns in unsere Kabinen zurück. Wir waren jetzt über 20 Stunden auf den Beinen. Um 23.30 Uhr ist Bettruhe an Bord der Hanseatic. Wir dürfen ausschlafen - der nächste Tag ist ein Seetag.

nächster Tag

 

 

 

 



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Bahia Ensenada

Postamt

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Beagle Kanal

 

 

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Ushuaia Hafen

 

 

Beagle Kanal