Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Freitag 12.12.2014

Iguacu - Brasilien

Um 6 Uhr meldet sich bereits unser Wecker. Da wir heute schon wieder abreisen, müssen wir die Koffer erneut packen. Wir legen neue Sachen bereit und frische Wäsche ganz nach oben. Eventuell haben wir ja in dem brasilianischen Hotel vor dem Mittagessen noch Zeit und Gelegenheit, uns umzuziehen. An der Rezeption bezahlen wir die 4 Biere von gestern Abend und gehen dann zum Frühstück. Der Raum ist noch nicht voll und wir ergattern einen Platz am Fenster mit einem tollen Ausblick auf den Garten und einen Teil der Fälle Wir haben gerade unsere erste Runde mit einem Kaffee und einem Brötchen hinter uns, als mehrere Tukane auftauchen und sich in einem Baum direkt am Hotel in Sichtweite niederlassen. Jetzt sind wir natürlich in einer Zwickmühle. Weiter frühstücken und die Tukane sein lassen oder hinausstürzen? Anja ist bereits fertig mit ihrem Frühstück und opfert sich. Sie geht hinauf ins Zimmer und holt die Kameras. Ich verspeise den Rest meines Brötchens, trinke den noch heißen Kaffee aus und treffe im Vorraum zur Terrasse auf Anja. Die hat die Kameras und wir eilen zum Tukanbaum.
Leider ist das Stativ im Zimmer geblieben und so versuchen wir, mit den Teleeinstellungen die 7 bunten Vögel mit den großen Schnäbeln einigermaßen ruhig filmen und fotografieren zu können. Dummerweise merke ich nicht, dass durch den Temperaturunterschied zwischen unserem klimatisierten Zimmer und dem Garten hier draußen das Kameraobjektiv beschlagen ist. Im Hellen filme ich immer durch den Sucher und nicht mit dem im Licht völlig blassen Display. Die leichte Trübung schiebe ich auf den beschlagenen Sucher und nicht auf das beschlagene Objektiv. Dadurch sind einige Aufnahmen etwas blass und leicht unscharf geworden. Schade.
Um 8 Uhr sind wir zurück im Zimmer und nehmen unsere Koffer mit hinunter zur Lobby. Gegen 8.30 Uhr ist dann Abfahrt in Richtung Brasilien. Die Fahrt durch den argentinischen Nationalpark und anschließend über die Brücke Tancredo Neves des Iguacu River dauert nur eine knappe halbe Stunde. An der brasilianischen Grenze nimmt Nani unsere Reisepässe und verschwindet im Grenzgebäude. Nach nur 10 Minuten erscheint sie wieder und der Bus fährt weiter. Weitere 10 Minuten später sind wir an einem Heliport. Hier gibt es die Möglichkeit, mit einem Hubschrauber über die Wasserfälle zu fliegen. Der Flug dauert 10 Minuten und soll 300 Real kosten. Umgerechnet sind das 90 Euro pro Person. Das ist happig, aber die Gelegenheit zu solch einem Flug gibt es nur hier und wir kommen garantiert nicht mehr in diese Gegend. Also wird gebucht und mit Kreditkarte bezahlt.
Es sind genau 7 Personen aus der Gruppe, die den Flug gebucht haben und es gibt auch einen größeren Hubschrauber, der 7 Fluggäste befördern kann. Dieser wird gerade mit Passagieren beladen und startet seinen Rundflug. Knappe 15 Minuten später sind wir dran. Natürlich dauert die Prozedur mit Ein- und Aussteigen länger als die reine Flugzeit von 10 Minuten. Ein Kameramann filmt die kleine Gruppe, wie sie sich in den Helikopter zwängt. Wir sind die Letzten die einsteigen und bekommen als Belohnung jeder einen Fensterplatz. Es werden uns noch die Sicherheitsgurte angezogen und dann sind die Türen auch schon geschlossen. Die Maschine ist so toll gedämmt, dass wir sogar auf Kopfhörer verzichten können. Auch das Herunterregeln der Lautstärke an der Videokamera entfällt.
Die Flugdauer ist von der Firma genau getimed. Der Anflug dauert 3 Minuten, der zweimalige Überflug über die Wasserfälle 4 Minuten und 3 Minuten lang ist der Rückweg. In Worte kann man den Überflug über diese Wasserfälle kaum fassen. Da fehlen einem einfach die passenden Worte. Grandios trifft es wohl am ehesten. Die Fälle erstrecken sich in einem lang gezogenen U über 2,7 Kilometer Länge. Darauf entfallen nur 900 Meter ohne Kaskaden. Es gibt 20 große und breite Fälle und an die 255 kleinere Fälle. An einigen Kaskaden stürzt das Wasser bis zu 82 Meter in die Tiefe, der Großteil ist im Mittel nur 64 Meter hoch. Jahreszeitlich bedingt schwankt die Wassermenge zwischen 1500 Kubikmetern und an die 7000 Kubikmeter in der Sekunde. Der Name Iguacu hat seinen Ursprung in der Sprache der Ureinwohner und bedeutet „großes Wasser“.
Nach der Landung kaufen wir im Heliport noch die angebotene DVD und eine CD über unseren Flug und berappen noch einmal 30 Euro mit Kreditkarte. Ansehen können wir das Ergebnis aber erst zu Hause, da die modernen kleinen Ultrabooks leider keine internen Laufwerke mehr haben und das externe habe ich nicht mitgeschleppt. Mit dem Bus geht es weiter und wir erreichen nach 10 Minuten den Eingang zum brasilianischen Nationalpark. Hier muss die komplette Gruppe  aussteigen und zu Fuß durch die Eingangskontrolle laufen. Erst danach steigen wir wieder in den Bus und sind 5 Minuten später am ersten Trail zu den Fällen.
Es ist mittlerweile 10.30 Uhr und schon wieder sehr warm. Nani beginnt mit uns am Cataratas Trail, der ganz langsam in zwei weit geschwungenen Kurven immer nach unten führt. Die brasilianische Seite der Wasserfälle ist nicht so ausgedehnt wie die argentinische Seite und die Wege sind kürzer. Aber dafür sind die Fälle spektakulärer und dazu kommt noch der Ausblick auf die vielen kleinen und breiten Kaskaden der argentinischen Seite. Das ist einfach toll. Weiter unten ist dann der Aussichtspunkt Taroba Spot und weiter geht es zum Devils Throat Balcony. Hier ist ein Hot Spot der Fälle. Auf einer Zwischenterrasse der Fälle ist ein über hundert Meter langer Eisensteg aufgebaut, der sich im Zickzack über die tosenden Wassermassen bis zu einer Abbruchkante schlängelt. Davon zweigen einige Stege zu weiteren Kanten ab. An deren Enden sind weite Plattformen angebracht, auf denen mehrere Personen Platz zum Filmen und Fotografieren haben. Wir laufen erst einmal den Hauptsteg entlang, werden aber bereits nach dem ersten Drittel zur Umkehr gezwungen. Es ist wie gestern. Durch die stiebende Gischt ist es viel zu nass für unsere Kameraausrüstungen.
Am Naipi Spot stehen wir direkt unter der Kaskade des breitesten Falles. Tonnen von herabstürzenden Wassermassen rauschen mit ohrenbetäubender Lautstärke an uns vorbei in die Tiefe. Mit einem Aufzug fahren wir hier hoch zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderung und sehen die Pracht der Wasserfälle von Iguacu jetzt von oben. Das ist ein letzter absoluter Höhepunkt dieses Vorprogramms. Wir dürfen noch kurz zu den Restrooms und müssen dann wieder in den Bus.
Dieser fährt die wenigen Meter bis zum Hotel das Cataratas. Hier steigen wir aus und ich verlange nach meinem kleinen Koffer. Hier habe ich frische Unterwäsche und ein trockenes Hemd ganz nach oben gelegt und nehme die Sachen heraus. Ich bin nass geschwitzt bis auf die Haut und hoffe, mich noch kurz in einer Toilette umziehen zu können. So verschwitzt will ich nicht den Rest des Tages verbringen und den Rückflug antreten. Aber daraus wird erst einmal nichts. Die Gruppe wird in eine Schmuckboutique im Hotel genötigt. Hier gibt es ein kaltes Getränk für uns und Schmuck für viel Geld zu kaufen. Wir halten uns zurück und warten auf den Abmarsch zum Restaurant.
Das Restaurant erreichen wir um 12.10 Uhr und wir suchen mit dem Ehepaar aus Leverkusen erst einmal einen Tisch. Nachdem wir die Speisekarte bekommen und ich meine Wahl getroffen habe, ziehe ich mich auf die Hoteltoilette zurück. Erst einmal schaufele ich mir einige Hände voll mit kaltem Wasser ins Gesicht, was erst einmal etwas erfrischt. Dann gehe ich in eine Kabine und entledige mich meiner durchgeschwitzten Kleidung. Nur die Hose ist noch einigermaßen trocken. Es ist ein gutes Hotel und es gibt Stoffhandtücher für die Hände. Davon habe ich einige mit in die Kabine genommen und trockne mich erst einmal ab. Dann habe ich frische Kleidung an und kehre zu meinem Platz zurück.
Kaum habe ich Platz genommen gibt es auch schon die Vorspeise. Wir hatten beide eine kalte Tomaten-Gazpacho bestellt, die sehr gut schmeckt und bei der Hitze auch gut bekommt. Als Hauptspeise wird ein Filet Mignon serviert und ich habe wieder einmal Pech. Während Anjas Fleisch zart ist, bekomme ich mein Stück kaum geschnitten. Es ist zäh und hart. Ich hab zwar reklamiert, aber die Zeit ist viel zu knapp, auf ein besseres Stück Fleisch zu warten. Anja genießt noch eine Fruchtplatte und ich einen Karamellpudding als Nachtisch und dann geht es auch schon los zum Flughafen.
Es ist 14.15 Uhr und Nani hat natürlich noch ein kleines Bonbon für uns, an dem sie aber bestimmt mitverdient. Es gibt einen kurzen Stopp an einem Souvenirladen. Eigentlich wollen wir nur die Toilette benutzen, kaufen dann aber doch für fünf Dollar einen kleinen, aus Holz geschnitzten Tukan als Souvenir und Andenken an diese Reise. Nach 30 Minuten fahren wir weiter zur Grenzstation und bekommen hier unsere Reisepässe wieder. Leider ist der nicht mit einem brasilianischen Stempel versehen. Nani meint, das dies zu viel Arbeit für die Grenzer ist und es sich bei einem nur 6-stündigen Aufenthalt nicht lohnt, die Pässe zu stempeln. Was soll man dazu sagen. Wir hätten aber doch sehr gern einen Stempel aus Brasilien im Pass gehabt. Sehr dumm gelaufen.
Um 15.30 Uhr sind wir dann wieder am Flughafen in Iguacu. Wir nehmen die Koffer aus dem Stauraum des Busses und gehen hoch in die erste Etage zum Check In für den Flug nach Buenos Aires. Ich hole meinen Reisepass, den ich kurz zuvor darin deponiert habe, aus dem Koffer. Am Schalter brauche ich den aber nicht vorzuzeigen, es ist ein Inlandsflug. Das Schloss ist noch auf und ich stecke den Pass wieder in den Koffer. Danach drücke ich das Schloss zu und bemerke sofort meinen fatalen Fehler. Es ist ein kleines Zahlenschloss, welches sich durch eine 360 Grad Drehung des Bügels einstellen lässt. Der Code hat sich verstellt und jetzt gilt mein Zahlencode nicht mehr und den neuen Code habe ich nicht gesehen. Wie ich auch drücke und drehe, es geht nicht mehr auf. Wenn jetzt ein Sicherheitsmann in den Koffer sehen will habe ich ein Problem. Es ist kein TSA-Schloss.
Ich habe großes Glück. Der Massenandrang für die Rückflüge ist um diese Uhrzeit enorm und es gibt nur 2 Kontrollstellen. Die Gruppe wird schnell und fast ohne jede Kontrolle durchgeschleust. Daher sind wir bereits um 16 Uhr am Gate und müssen hier nur noch 30 Minuten warten. Es wird eine mulmige halbe Stunde für uns werden, denn draußen zieht ein tropisches Gewitter auf. Es blitzt und donnert mehrmals sehr heftig und schüttet wie aus Eimern. Zu allem Überfluss fällt auch noch zwei Mal der Strom aus und die Computer stürzen ab. Steigt man da freiwillig und gern in ein Flugzeug? Wie gesagt, wir haben ein mulmiges Gefühl, als um 16.20 Uhr dennoch das Boarding beginnt.
Aber so schnell wie das Gewitter gekommen ist, so schnell ist es wieder weg und es regnet nur noch leicht. Gegen 16.45 Uhr werden die Türen geschlossen und wir rollen zur Startbahn. Flug und Landung in Buenos Aires verlaufen ohne jede Komplikation und so sind wir bereits um 19 Uhr wieder im Four Seasons Hotel in der Landeshauptstadt. Anja kümmert sich um unsere Schlüsselkarten für das Zimmer und ich frage an der Rezeption nach dem Housekeeper mit einer großen Zange. Ich muss nur knappe 5 Minuten warten und ein freundlicher, älterer Herr kommt mit einem großen Bolzenschneider. Was will der denn damit, frage ich mich. Aber der Hausmeister muss tatsächlich 3-mal ansetzen, bis das Schloss endlich aufgibt. Man glaubt es kaum, wie widerstandsfähig diese kleinen Kofferschlösser sind. Ich gebe dem Herrn 5 Euro und er freut sich wirklich sehr darüber.
Endlich, um 19.25 Uhr sind wir im Zimmer und dürfen erst einmal unter die Dusche. Danach müssen erneut die  4 Koffer umgepackt werden. Die großen Koffer dürfen je nur 23 Kilo wiegen und der kleine ist auf 8 Kilo begrenzt. Das sind nun mal die Vorschriften der argentinischen Fluggesellschaften bei Inlandsflügen. Aber diese Grenzen kannten wir schon vorher und haben unser Gesamtgewicht bereits in Deutschland so eingeteilt. Die Koffer müssen auch bereits um 23 Uhr vor der Zimmertür stehen und werden in der Nacht noch abgeholt. Das bedeutet, wir lassen frische Sachen für morgen draußen und stopfen die gebrauchten in der Nacht noch in die Koffer.
Um 20.30 Uhr treffen wir uns mit den Leverkusenern und trinken in der Hotelbar noch ein Bier. Es ist etwas ungemütlich, da im Hotel in den oberen Konferenzräumen eine Veranstaltung stattfindet. Diese Gäste kommen auch zwischendurch hinunter in die Lobby und rauchen vor der Tür. Dann kommen sie in die Bar und zusätzlich ist es durch die Musik im Hotel auch sehr laut. Dennoch halten wir noch 2 Stunden durch und ziehen uns um 23 Uhr in unsere Zimmer zurück.

nächster Tag

 

 

 

 


Klick für große Bilder:

Tukane im Baum am Hotel

Heliport in Brasilien

Start zum Rundflug

Anflug auf die Fälle

 

 

Die Fälle von oben 1

 

 

Die Fälle von oben 2

 

 

Die Fälle von oben 3

 

 

Foto der Passagiere

 

 

Blick auf die Fälle

 

 

Kaskaden

 

 

Devils Throat Balcony

 

 

Nasenbären

 

 

Am Napi-Spot unten

 

 

Am Napi-Spot oben

 

 

Hotel das Cataratas