Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Donnerstag 11.12.2014

Iguacu - Argentinien

Wir müssen heute wieder früh raus. Eigentlich haben wir ja Urlaub, aber was nützt es uns, wir wollen ja unbedingt die Wasserfälle von Iguacu sehen. Also klingelt der Wecker bereits um 5.45 Uhr und um 6.30 Uhr stellen wir die Koffer für die Einlagerung vor die Tür. Danach gehen wir hinunter in den Frühstücksraum. Hier schauen wir uns erst einmal um. Das Four Seasons Hotel hier in Buenos Aires ist wirklich eine Luxusherberge. Der Raum ist architektonisch sehr gut gestaltet, im Stil einer alten Industriewerkhalle. Die Vierertische in der Mitte bieten ausreichend Platz zum Frühstück, nur die Sitzbänke an den Rändern erscheinen etwas eng. Wir entscheiden uns für einen Tisch am Rand der Rotunde und bestellen bei der herbeieilenden Kellnerin erst einmal Kaffee. Dann kümmern wir uns um das Buffet. Hier gibt es alles, was man internationalen Gästen anbieten kann. Sogar die Butter wird in einzelne gekühlte Metallschälchen frisch eingestrichen. Es wird so viel angeboten, dass man gar nicht alles auf den ersten Blick überschauen kann. Wir nehmen zuerst ein frisch gebackenes Brötchen, Butter und dann von dem frisch abgeschnittenen argentinischen Schinken. Danach gibt es noch Rührei und etwas Käse. Das Frühstück ist sehr gut und lobenswert. Und da noch nicht so viele Gäste im Hotel wach sind, kann es unsere kleine Gruppe auch ganz in Ruhe genießen.
Um 7.20 Uhr stehen wir mit unseren kleinen Koffern in der Lobby und checken aus. Mit dem Bus geht es durch den morgendlichen Berufsverkehr durch den Stadtteil Recoleta zum nationalen Flughafen Aeroparque Jorge Newbery. Ankunft hier ist um 8 Uhr und wir rollen unsere Koffer zur Sicherheitskontrolle. Diese ist so easy und lasch, dass wir das kaum fassen können. Abfluggate ist die Nummer 15 und natürlich das letzte in der langen Halle. Zu allem Überfluss müssen wir den Großteil des Weges durch enge Gänge eines Duty Free Shops zurücklegen. Kaufen werden wir deshalb trotzdem nichts.
Bereits um 8.35 Uhr beginnt das Boarding für Flug LA4022 und um 9.05 Uhr sitzen wir in dem Airbus A 320. Da es ein Inlandsflug ist, geht jetzt alles recht schnell. Der Flieger hebt um 9.25 Uhr ab und steuert über den Rio de la Plata nach Nordosten. Es gibt einen Getränkeservice mit Keksen und bereits um 10.58 Uhr landen wir auf dem Flughafen Cataratas del Iguacu International Airport. Frau Henkel sammelt ihre 14 Köpfe kleine Gruppe am Gepäckband ein und trifft mit uns auf Nani. Sie ist eine Brasilianerin und spricht ganz ausgezeichnet Deutsch. Nani wird in den nächsten 2 Tagen unsere örtliche Reiseleiterin sein und begleitet uns zu einem wartenden Bus mit großem Hapag Lloyd Schild hinter der Windschutzscheibe. Die kleinen Koffer sind schnell verstaut und kurz darauf geht die Fahrt los. Wir haben schon vor dem Terminal gemerkt, dass wir in tropischen Regionen sind. Das Thermometer im Bus zeigt knapp 30 Grad Außentemperatur an und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Wir sind eben im argentinisch– brasilianischen Urwald.
Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauert nicht lang und so sind wir um 11.35 Uhr im Sheraton Iguacu Resort & Spa angekommen. Hier gibt es in der Lobby an der Rezeption unsere Zimmerkarten für Raum 118. Das Zimmer liegt im ersten Stock, hat einen großen Balkon und einen tollen Blick auf die Wasserfälle. Wir hatten vorher schon viele Filme und Dokumentationen hierüber gesehen, aber einmal diesen Blick selbst genießen zu dürfen, das ist wirklich toll.
Der Rundgang zu den Wasserfällen wurde von Nani für 12.30 Uhr angesetzt und wir machen uns noch ganz schnell etwas frisch. So sind wir pünktlich in der Lobby und der erste Rundgang beginnt. Vom Hotel aus durchqueren wir zuerst einen Park und dann biegen wir in Richtung zu den Fällen ab. Da die Gruppe noch nichts gegessen hat, macht Nani um 12.45 Uhr an einem Kiosk mit Souvenirverkauf einen ersten Halt. Hier ist Selbstbedienung. Die ausliegenden Speisen machen keinen sehr Vertrauen erweckenden Eindruck und die Beschriftung dazu verstehen wir auch nicht. Und was der Bauer nicht kennt…. Also beschränken wir uns auf 2 Colas zu je einem halben Liter, denn Durst haben wir mehr als Hunger. Draußen gibt es Platz unter großen Sonnenschirmen und wir setzen uns zu dem Ehepaar aus Leverkusen. Die haben sich einen undefinierbaren Kuchen gekauft und genießen ihn sichtlich. Kaum sitzen wir an dem Tisch, sind auch schon die ersten Nasenbären um uns herum und betteln aggressiv. Da wir nichts zu Essen haben, verlieren sie auch schnell das Interesse an uns und belästigen unsere Tischnachbarn. Aber die essen ihren Kuchen lieber selbst.
Endlich, um 13.45 Uhr, brechen wir zum Upper Trail auf und es geht an die Fälle heran. Bisher waren wir überwiegend im Schatten, aber in der prallen Sonne spüren wir die gnadenlose Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit des Urwaldes. Es geht mit Nani und Frau Henkel einen Metallsteg entlang, der ganz dicht an der Abbruchkante der Wasserfälle gebaut ist. Unter dem Steg rauscht in verschiedenen Abständen immer wieder ein Wasserlauf hindurch und stürzt sich dann den Abgrund hinab. Hier oben sind die Kaskaden zum Teil zwischen 50 und 80 Meter hoch. Der obere Steg ist über 650 Meter lang und bietet in ganz kurzen Abständen immer neue und fantastische Aus- und Anblicke. Wir können auch mehrere Vögel beobachten, die in den Felsen hinter den Wasserfällen ihre Nester haben. Wie diese kleinen Tiere es schaffen, die herabstürzenden Wassermassen unbeschadet zu durchqueren, ist uns allerdings schleierhaft.
Nach eineinhalb Stunden sind wir halb durchgeschwitzt am Lower Trail angekommen. Hier führt ein Eisensteg ganz nah an einen breiten Wasserfall heran. Wir sind ganz mutig und gehen bis ganz nach vorn, werden aber von den herabstürzenden Wassern gleich völlig nass. Da das unseren empfindlichen Kameras auch nicht gut bekommt, treiben wir es nicht auf die Spitze und gehen schnell wieder zurück. Hier beobachten wir eine Malerin, die unter einem Felsvorsprung sitzend, mit Kohlestiften eine Zeichnung von der Kaskade anfertigt. Der untere Weg ist rund 1600 Meter lang und bietet ebensolche fantastischen Anblicke der Wasserfälle wie von oben. Jetzt stürzt das Wasser auf uns zu und dieser Anblick ist an manchen Stellen einfach gigantisch. Um 15.10 Uhr sind wir am Ende des Trails und Nani verabschiedet sich von der Gruppe. Wir können noch etwas hier bleiben und die tolle Aussicht genießen oder über eine steile Rampe zurück zum Hotel laufen. Wir entscheiden uns für die Rampe und schaffen den Anstieg bei der Hitze mit Müh und Not.
Völlig durchgeschwitzt erreichen wir die Lobby des Hotels. Der Souvenirshop hat noch auf und Anja kauft einen Sonnenschutz mit Schirm. Den hatte sie nämlich zu Hause vergessen und heute schmerzlich vermisst. Die Verkäuferin nimmt uns schamlos 120 Pesos für das rosa Teil ab, aber Anja hat wenigstens eine Kopfbedeckung. Endlich, um 15.30 Uhr, erreichen wir unser klimatisiertes Zimmer und streifen erst einmal die völlig durch geschwitzten Klamotten vom Körper  Nach duschen ist uns jetzt noch nicht und wir trocknen uns erst einmal gründlich ab und fallen erschöpft auf die Betten. Der Mittagsschlaf bekommt uns nach den anstrengenden Tagen der Anreise von Deutschland über Buenos Aires hier nach Iguacu sehr gut.
Nach 2 Stunden springe ich, zwar noch halb schlafend aber wieder fit, auf und verschwinde in der Dusche. Das tut gut. Das Wasser ist fast kalt eingestellt und erfrischt den noch müden Geist sehr rasch. Dann noch die Haare gewaschen, die Zähne geputzt und ich bin wieder fit für neue Taten. Nach mir benutzt Anja das Bad und um 18.30 Uhr sind wir mit den Kameras in der unteren Etage. Von hier gibt es einen Ausgang zum Garten und zum Hotelpool. Es ist immer noch sehr warm und so bewegen wir uns entsprechend langsam durch das Hotelgelände. Einige seltene Vögel uns unbekannter Art stolzieren auf der Wiese herum und wunderschöne Blumen erfreuen unsere Augen. Nur der von uns heiß begehrte Tukan lässt sich nicht blicken. Dafür belästigt eine Horde Nasenbären, so an die 15 bis 20 Tiere, die Gäste am Pool auf den Liegen. Sie wuseln um die Menschen herum und balgen sich teils laut keifend um heruntergefallene Essensreste. Dabei stoßen sie auch Pappbecher mit Getränken um und schlürfen genüsslich den süßen Saft. Ein Bademeister oder Aufseher des Hotels macht dem Spaß ein Ende und vertreibt die possierlichen Tierchen mit einem großen Badetuch. Auf dem Rückweg sehen wir aber, dass die Viecher wieder da sind und das Theater von vorn beginnt.
Um 19 Uhr sind wir im Hotelrestaurant zum Essen eingeladen. Frau Henkel wünscht uns von Hapag Lloyd einen guten Appetit. Essen und Getränke sind frei. Na ja, das haben wir mit der Buchung des Vorprogramms garantiert mitbezahlt. Wir setzen uns zwischen die Leverkusener und einem Ehepaar aus der Schweiz. Das ist eine gute Entscheidung, denn hier haben wir an diesem Abend richtig Spaß. Es gibt als Vorspeise gekochten Bambus mit Schinken und amerikanischem Dressing, einen Salat mit sehr gutem Balsamico. Als Hauptgang serviert man uns nach Wunsch Lachs oder Steak, Safranreis und Paprikagemüse. Natürlich entscheiden wir uns für das Steak, hier in Argentinien ist das ja gar keine Frage. Und zum Nachtisch gibt es eine ausgezeichnete Flamerie mit Karamellsoße. Wir dürfen zwischen Rot- und Weiswein wählen. Anja nimmt den Rotwein, ich nehme lieber ein Bier.
Das ganze Dinner dauert an die 3 Stunden bis gegen 22 Uhr. Dann löst sich die Gruppe auf. Wir verabreden mit dem Leverkusener Paar noch einen Absacker in der Hotelbar. Hier gibt es ein argentinisches Quilmes Bier aus der Flasche und wir unterhalten uns ganz intensiv und sehr nett. Aber um 23 Uhr schlägt dann doch die Müdigkeit erbarmungslos zu und wir verabschieden uns voneinander. Gegen 23.10 Uhr ist Bettruhe angesagt.

nächster Tag

 

 

 

 


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Anzeigetafel

Flieger nach Iguacu

Sheraton Hotel Iguacu

Blick vom Hotelzimmer

 

 

Oberer Rundweg

 

 

Die Wasserfälle 1

 

 

Die Wasserfälle 2

 

 

Die Wasserfälle 3

 

 

Unterer Rundweg

 

 

Die Wasserfälle 4

 

 

Nasenbären am Hotelpool

 

 

Dinner im Hotelrestaurant