Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hanseatic in die Antarktis

2014 - 2015

Mittwoch 10.12.2014

Buenos Aires

Es gibt einen Shrimpsalat, Pasta und zum Nachtisch noch Kaffee und Kuchen. Vom Getränkewagen lassen wir uns noch jeder eine Flasche Wasser reichen und machen es uns in den bequemen Sitzen gemütlich. Ich schaffe es tatsächlich, ganze 4 Stunden fest durchzuschlafen. Das war sehr erholsam. Beim Zappen durch das Filmangebot auf Abruf hatte ich schon den Film „Guardians of the Galaxy“ entdeckt und den ziehe ich mir jetzt rein. Anja will den auch sehen und so hat jetzt jeder diesen Weltraumwestern auf seinem Bildschirm. Da ich den Film zuerst bei Anja eingestellt habe, ist sie mir immer genau eine Minute voraus. Danach schalte ich den Film Revolution der Affen ein. Der gefällt mir aber gar nicht und ich verpenne glücklicherweise die Hälfte von diesem gequälten Racheepos.
Um 8.50 Uhr kann ich einen tollen Sonnenaufgang filmen und um 9.05 Uhr stelle ich meine Armbanduhr auf argentinische Zeit um. Dort ist es jetzt 5.05 Uhr und wir fliegen noch fast 3 Stunden. Den Atlantik haben wir bereits hinter uns und die brasilianische Küste ist in Sichtweite. Um 6.25 gibt es noch ein Frühstück und der lange, fast 14 Stunden dauernde, Nachtflug ist fast vorbei. Ich schalte auf den Film Lucy mit Scarlett Johansson und hoffe, den noch vor der Landung komplett ansehen zu können. Das wird knapp werden. Bereits um 7.30 Uhr beginnt der Landeanflug und 20 Minuten später sind wir in Buenos Aires in Argentinien gelandet.
Der Flieger rollt zum Gate und wir betreten am Flughafen Aeropuerto Internatcional Pistarini de Ezeiza zum ersten Mal argentinischen und damit südamerikanischen Boden. Das Aussteigen geht flott und um 8.10 Uhr stehen wir vor einer netten Dame am Einreiseschalter. Sie möchte gern unsere Pässe, die Fingerabdrücke und ein Foto mit einer kleinen Webcam von uns. Wir bekommen die Stempel in den Pass und sind 10 Minuten später am Gepäckband. Das läuft bereits und ich bringe mich in Position. Anja geht mal schnell zur Toilette, aber die Koffer schaffe ich auch alleine. Die kommen tatsächlich auch zügig und sind bereits vor Anjas Rückkehr vom Band. Die Idee mit der Toilette nehme ich auch war, denn die Fahrt in die Innenstadt nach Buenos Aires kann im anstehenden morgendlichen Berufsverkehr lang werden. Jetzt müssen wir nur noch durch die Zollkontrolle, die aber quasi nicht stattfindet. Bereits um 8.35 Uhr sind wir am Bus und unsere Koffer werden von einem Herrn verladen. Der streckt uns immer wieder einen 10 Euro Schein entgegen, aber wir verstehen kein Spanisch. Er will wohl bereits hier ein Trinkgeld haben, wird aber von Vera, die das jetzt mitbekommt, harsch zurechtgewiesen. Vera ist unsere örtliche Reiseleiterin, die uns heute und morgen bis zum Abflug nach Iguacu betreuen wird. Mit ihr und Frau Henkel sind wir in den besten Händen.
Die Fahrt in die Innenstadt und damit zum Hotel dauert bei dem Verkehr rund 80 Minuten. Im Bus gibt es glücklicherweise eine Klimaanlage und kalte Getränke. Wir haben fast vergessen, dass wir auf der Südhalbkugel unserer schönen Erde sind und hier ist Hochsommer. Komisch – in 14 Tagen ist Weihnachten und uns ist überhaupt nicht danach. Hier im Bus sehen wir auch zum ersten Mal unsere kleine Gruppe, die aus 14 Personen besteht und mit uns nach Iguacu fliegen wird. Um genau 10.15 Uhr erreichen wir das Hotel Four Seasons an der Straße des 9. Juli in Sichtweite des Obelisken.
Wir brauchen uns nicht um unser Gepäck zu kümmern. Das erledigt die Reiseleitung für uns und wir finden später die Koffer auf unseren Zimmern wieder. Durch große Glastüren betreten wir das Hotel, das ebenfalls wohltuend klimatisiert ist. In der ersten Etage werden wir in einen Konferenzraum geleitet und hier sind bereits die Tische gedeckt. Es gibt kalte und warme Getränke und jede Menge Häppchen. Nach der guten Stärkung bekommen wir von Vera die Schlüsselkarten für unser Zimmer 603. Danach werden wir noch auf die Abreise am nächsten Morgen hingewiesen. Die großen Koffer bekommen einen blauen Anhänger, bleiben im Hotel und werden hier eingelagert. In die kleinen Koffer packen wir die Sachen für die 2 Tage in Iguacu und die nehmen wir mit ins Flugzeug. Die Zeiten und die Prozeduren spreche ich in mein Diktiergerät, nach dem langen Flug habe ich das alles, bis wir auf dem Zimmer sind, wieder vergessen.
Nach der Stärkung geht es uns etwas besser und um 10.30 Uhr sind wir in unserem Zimmer. Die Koffer sind bereits da und wir kramen gleich nach frischer Kleidung. Ich kümmere mich direkt um die Akkus der Videokamera. Die müssen voll sein, denn später gibt es noch eine  Stadtrundfahrt. Dann hüpfe ich unter die Dusche. Danach ist der Wecker auch schnell gefunden und nachdem Anja ebenfalls aus der Dusche ist, gibt es erst einmal einen kurzen, erholsamen Mittagsschlaf.
Um 13.30 Uhr piept das Teil und wir springen in die frische und bereit liegende Kleidung. Schnell noch die geladenen Akkus aus den Ladegeräten genommen und runter in die Lobby. Ein großer Teil der Gruppe ist schon da und Frau Henkel und Vera warten auch bereits. Um 13.55 Uhr sind alle im Bus und die 4 Stunden dauernde Rundfahrt durch die Hauptstadt Argentiniens beginnt.
Zunächst geht es in den vornehmen Stadtteil Recoleta. Hier gibt es die teuersten Wohnungen der Stadt und auch die meisten Parks und Skulpturen. Das fällt sogar uns auf. So viele Denkmale und Skulpturen kurz hintereinander haben wir noch in keiner anderen Stadt gesehen. Auch die meisten Botschaften und Konsulate haben sich hier angesiedelt. Nach 50 Minuten im Bus werden wir an einem Friedhof abgesetzt. Es ist ein ganz besonderer Friedhof, denn er besteht nur aus noblen Gruften und Mausoleen. Die ganz berühmten und reichen Einwohner der Stadt sind hier in Jahrhunderte alten Gräbern bestattet. Oft in vielen Schichten übereinander. Ein besonderer Pilgerort ist das Mausoleum der Familie Duarte. Nach langem Gezanke hat hier Evita Peron eine vorläufig letzte Ruhestätte gefunden. Vera hält eine kurze Rede über die damals sehr beliebte Präsidentengattin und bittet dann die Gruppe, nicht zu lang das Mausoleum zu blockieren. Das hat wohl in der Vergangenheit zu Beschwerden geführt, wir können aber weit und breit keine anderen Besucher entdecken. Vielleicht hat sie auch nur einen eng gesteckten Zeitrahmen für die Stadtrundfahrt.
Am Ausgang des Friedhofs strecken uns einige Bettler mit wehleidigen Blicken ihre Hände entgegen. Die Armut durch die Wirtschaftskrise und den Staatsbankrott muss hier in Argentinien sehr groß sein. Wir haben keine Devisen dabei, man hatte uns geraten, erst hier in Buenos Aires günstig zu tauschen. Aber dafür gab es  noch keine Gelegenheit. Und mit Euro können die Bettler nichts anfangen. Wir zucken also unsere Schultern und gehen direkt zum wartenden Bus. Der fährt noch ein paar Minuten weiter und dann zurück und weiter über die Straße des 9.Juni bis zur Altstadt San Telmo. Der Busfahrer muss wirklich ein Künstler im Umgang mit seinem Fahrzeug sein. Wie man so ein langes Gefährt durch diese engen Gassen mit den parkenden Autos hindurchmanövrieren kann ist uns ein Rätsel. Durch die enge Bebauung sehen wir natürlich auch nur die unterste Fensterreihe der Häuser links und rechts der Straße. Das ist ja auch ganz nett, man kann sagen, man war da, aber touristisch bringen tut es recht wenig.
Gegen 16 Uhr wird es schon interessanter. Wir sind im Stadtteil La Boca angekommen und durften vom Bus aus einen Blick auf das, zumindest bei Fußballfans, bekannte Stadion des Vereins Boca Juniors werfen. Bekanntester Spieler ist sicherlich die „Hand Gottes“, Diego Armando Maradona. Der Bus hält kurz im Künstlerviertel vor einem riesigen Souvenirladen und wir dürfen wieder aussteigen. Im hinteren Teil des Ladens gibt es eine Toilette und eine Wechselstube. Hier erledigen wir kurz zwei wichtige Geschäfte. Ein kleines und danach wechseln wir für Trinkgelder ein Paar Euro in die argentinische Währung Pesos. Für Zimmermädchen und anderes Personal haben wir immer etwas übrig. Da wir nur eine halbe Stunde Zeit haben, machen wir uns sofort auf und gehen in die Künstlergasse El Caminito, was kleiner Weg bedeutet. Hier stellen überwiegend Maler ihre Werke auf der Straße zur Schau. Am Ende der Gasse sind wir an einem Hafen. Hier mündet der Rio Riachuelo in den Rio de la Plata. Und daher auch der Name La Boca = Die Mündung. An dieser Stelle haben sich auch viele „Damen“ positioniert, die die Touristen animieren, sich mit ihnen in einer Tanzposition fotografieren zu lassen. Vera hatte uns vorher gewarnt, niemanden ganz nahe an sich herankommen zu lassen. Flinke Finger sind hier üblich und später ohne Pass oder Bargeld und Kreditkarte dazustehen, ist sehr unangenehm.
Wir fotografieren am Hafen und plötzlich nähert sich Anja eine junge, recht hübsche Blondine und bittet sie, ihr bei der Bedienung ihres Handys zu helfen. Ich sehe das gerade noch rechtzeitig und kann Anja warnen. Die Blonde war schon ganz vertraut nahe an sie herangerückt und verzog beleidigt den Mund, als ich doch etwas energischer auf Anja einsprach. Sie spricht gutes Deutsch und es kann auch ein Fehlalarm sein, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Jedenfalls haben wir sie, nachdem wir unsere Fotos gemacht haben, noch auf einer Bank auf die nächsten Touristen lauern sehen.
Wir nehmen für den Rückweg die Straße Magallanes und sehen am Restaurant La Vieja Rotiseria dem Tangotanz zweier Angestellter zu. Das ist wohl als Werbeveranstaltung gedacht und ich ziehe böse Blicke auf mich, weil ich die Videokamera auf das Paar gerichtet habe. Aber die Szene ist bereits lang genug und wir gehen weiter. Am Ende der Magallanes biegen wir rechts ab auf die Garibaldi und folgen einen Block der Eisenbahnlinie. An der Cafe Bar de los Artistas sind wir wieder am Treffpunkt der Gruppe. Ich filme noch kurz den Balkon mit den Puppen von Maradona, Evita Peron und ihrem Ehemann Juan Peron und dann kommt auch schon unser Bus. Der darf auch wieder nur kurz zum Ein- und Aussteigen halten und schon fahren wir weiter.
Um 16.45 Uhr bekommen wir den Stadtteil Puerto Madero am neuen Hafen zu sehen. Hier wurde viel erneuert und neu gebaut. Darunter auch das Hilton Hotel. Ob das aber so schön und modern aussieht, wie es angepriesen wird, liegt im Auge des Betrachters. Moderne Architektur ist eben Geschmackssache. Im Vorbeifahren sehen wir das Regierungsgebäude und das Parlament von Argentinien und kurz danach erneut ein Stopp. Wir sind an der Catedral Metropolitana Santisima Trinidad de Buenos Aires im Stadtteil San Nicolas an der Plaza de Mayo. In dieser riesigen Kirche predigte bis zum 12. März 2013 der Kardinal Jorge Mario Bergoglio. Danach nennt er sich Papst Franziskus und predigt in Rom. Diese Kirche wurde bereits im 16. Jahrhundert an dieser Stelle gegründet, aber im Laufe der Zeit mehrmals neu errichtet. Das Kirchenschiff und die Kuppel stammen aus dem 18. und die Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Diese schmückt nun eine Papstkrone. Leider haben wir nur noch ganze 10 Minuten Zeit und wir werden von Vera bereits zur Eile angetrieben.
Um 17.25 Uhr hält der Bus in der Avenida de Mayo Nummer 825. Vor dem Eingang des Restaurantes wartet bereits eine Schlange Menschen auf Einlass. Da Vera eine Reservierung für unsere kleine Gruppe hat, dürfen wir das Cafe Tortoni sofort betreten und werden zu drei zusammengestellten Tischen geführt. Hier nehmen wir Platz und sehen uns erst einmal um. Das Kaffeehaus selbst stammt aus dem Jahr 1858, wurde aber aus Platzgründen 1880 in dieses Gebäude verlegt. Das Alter sieht man diesem Cafe wahrlich an, aber das ist positiv gemeint. Stilvolle alte Einbauten und Mobiliar und eine beleuchtete Decke aus Tiffanyglas. Alles wirkt sehr geschmackvoll auf uns. Ein Kellner fragt uns nach unseren Getränkewünschen. Anja möchte ein Bier und ich bestelle einen Kaffee. Dazu gibt es dann noch große Teller mit Wurst, Käse, Tapas und Brot in verschiedenen Sorten. Es ist nach dem Essen im Flugzeug und den Häppchen heute Morgen im Hotel die erste feste Nahrung seit Stunden, die wir bekommen. Es schmeckt alles sehr gut und die Gruppe langt auch reichlich zu. Aber der lange Tag der Anreise macht sich nun doch bei Allen langsam bemerkbar.
Der Besuch im Cafe Tortoni ist um 18.10 Uhr zu Ende und der Bus braucht nur wenige Minuten über die Straße des 9. Juni bis zum Hotel. Die Rundfahrt ist zu Ende und wir haben doch einiges, wenn auch nicht alles von Argentiniens Hauptstadt gesehen. Um 18.35 Uhr sind wir im Zimmer und breiten unsere Koffer auf den Betten aus. Wir müssen umpacken. Der große Koffer bleibt mit einem blauen Spezialanhänger versehen im Hotel. Den kleinen nehmen wir morgen als Handgepäck mit in den Flieger nach Iguacu. Da wir nur eine Nacht an den Wasserfällen bleiben, hält sich die logistische Herausforderung in Grenzen. Wir wechseln danach zum zweiten Mal die Kleidung und begeben uns erst einmal auf eine Besichtigungstour durch dieses Nobelhotel.
Im ersten Stock steigen wir aus dem Lift und durchqueren den Spabereich. Dann gehen wir hinaus in den Garten und sehen einen wunderschön angelegten Bereich mit Swimmingpool, Grillplatz, Liegezonen und einer offenen Bar. Langsam macht sicherneut, trotz der Leckereien im Cafe Tortoni, ein gewisses Hungergefühl breit. Vera hatte uns auf der Rückfahrt das Steakhaus El Mirasol de Recova direkt neben dem Hotel empfohlen. In zwei Minuten sind wir da und betreten das Restaurant. Der Empfangschef fragt nach einer Reservierung, die wir natürlich nicht haben. Aber es ist Mittwoch und das Lokal ist halb leer. Also gibt es für uns noch Platz. Wir sehen an einem Tisch ein Ehepaar aus unserer kleinen Gruppe, mit denen wir auch im Tortoni an einem Tisch gesessen haben. Sie fordern uns ganz freundlich auf, wir mögen uns doch zu ihnen setzen, da hätten wir etwas zu erzählen. Dieses tolle und freundliche Angebot nehmen wir natürlich an und setzen uns zu ihnen an den Vierertisch. Der Manager ist auch froh, hat er doch einen Tisch eingespart.
Wir stellen uns kurz gegenseitig vor und erfahren, dass das Paar aus Leverkusen kommt, also nur wenige Kilometer entfernt von uns wohnt. Wir bekommen die Speisekarte gereicht und entscheiden uns für ein Chateau Briand für 2 Personen, French Fries und einen Tomatensalat. Dazu nehmen wir 2 Flaschen patagonisches Amber Bier, das eiskalt in 0,7 Liter Flaschen und in einem Sektkühler serviert wird. Dazu noch eine Flasche gekühltes Wasser und die Rechnung macht 880 Pesos, was nach unserem Tausch in La Boca ungefähr 80 Euro entspricht. Gut, das kann man auch in Deutschland dafür ausgeben, aber das Fleisch war von einer sensationellen Qualität und exzellent gebraten. Mit unseren Tischnachbarn haben wir uns auf Anhieb so gut verstanden, dass wir um 22 Uhr im Hotel an der Bar noch jeder eine Flasche argentinisches Quilmes Bier getrunken haben. Aber gegen 23 Uhr waren dann unsere Akkus, auch wegen der Biere, leer und wir sind hoch auf unsere Zimmer.

nächster Tag

 

 

 

 


Klick für große Bilder:

Braves Fluggerät

Mit dem Bus in die Stadt

Zimmer im Four Seasons

Badebereich

 

 

Blick auf Buenos Aires

 

 

Denkmal

 

 

Planetarium

 

 

Stadtteil Recoleta

 

 

Gummibaum mit Stütze

 

 

Kirche am Friedhof

 

 

Friedhof und Mausoleen

 

 

Familie Duarte

 

 

Grab von Evita

 

 

Balkon in La Boca

 

 

Tango im Lokal

 

 

Kath. Santisima Trinidad

 

 

Cafe Tortoni

 

 

Steakhaus El Mirasol