Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

24.10.2013

Franz. Polynesien - Moorea - Bahia d'Opunoha - Papetoai

Ganz still und von uns unbemerkt ist die Statendam in der Nacht die 17 Kilometer von Tahiti nach Moorea, zur Nachbarinsel, gefahren. Laut Schiffslogbuch soll das so gegen 4 Uhr früh gewesen sein. Als ich kurz vor 7 Uhr den Vorhang vor der Balkontür etwas lüfte, sehe ich auf eine wunderschöne Landschaft in der weichen Morgensonne. Das Schiff liegt in der Bahia d'Opunoha, einer Bucht vor dem Ort Papetoai, und das erste Tenderboot ist bereits zur Insel unterwegs.
Wir nehmen uns aber Zeit und gehen erst einmal zum Frühstück hinauf ins Lido. Danach haben wir noch über eine Stunde Zeit bis zum Treffen der Gruppe. Gegen 8.45 Uhr sollen wir wieder im Wajang Theater sein. Sind wir auch, aber Reiseleiter Andreij taucht nicht auf. Hat der Mann etwa verschlafen? Die Gruppe wird langsam unruhig und es vergeht eine geschlagene halbe Stunde bis er auftaucht. Und jetzt muss auch noch alles sehr schnell gehen.
Um 9.25 Uhr steigen wir in das Tenderboot und das benötigt genau 15 Minuten bis zum Ort Papetoai. Ich habe natürlich im Internet nach diesem Ort gesucht und habe zwei Ortsnamen gefunden. Die Mehrzahl schreibt den Ort wie oben, es gibt aber auch einige Einträge mit der Ortsbezeichnung Papeotai. Ob es nur ein Dreher in den Buchstaben ist, der weiter übernommen wurde?
Vom Tenderboot aus laufen wir noch 10 Minuten bis zu einem Bus. Auch der ist zu klein für die Gruppe, aber man arrangiert sich. Um 9.50 Uhr geht es endlich los zu einer Inselrundfahrt. Der deutsche Reiseleiter von der Insel begrüßt seine Gäste. Er ist aus Schwaben und hat eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Fußballtrainer Christoph Daum. Natürlich wird er darauf angesprochen und er erzählt uns im Laufe der Fahrt auch einige Geschichten dazu.
Rund 20 Minuten später ist der Bus nach abenteuerlicher Serpentinenfahrt im Hinterland der Insel am Belvedere Aussichtspunkt angekommen. Hier dürfen wir aussteigen und werden auch gleich von einer Schar freilaufender Hühner umgackert. Es sind fast alles Hennen mit 1 bis 2 kleinen Kücken im Schlepptau. "Herr Daum" erzählt uns, dass sich die Hühner auf der Insel frei bewegen und auch niemandem gehören. Sie vermehren sich lustig weiter und wer Appetit auf ein Huhn hat und es auch erwischt… so what.
Vom Busstellplatz bis zum Aussichtspunkt sind es nur wenige Meter und von hier hat man einen wirklich fantastischen Blick auf einen Teil der Insel Moorea. Vor uns liegt die Cook’s Bay und die Opunohu Bay. Das sind zwei landschaftlich sehr schöne Buchten, an deren Ufern sehr gute und teuere Hotels liegen. In der Opunohu Bay liegt unsere Statendam vor Anker und in der Cook’s Bay erkennen wir ein weiteres Kreuzfahrtschiff. Es ist die MS Paul Gauguin, die hier in französisch Polynesien meist einwöchige Luxuskreuzfahrten durchführt. Auf der linken Seite des Aussichtspunktes sehen wir den Restvulkan des Mont Mouaputa, einem Wahrzeichen der Insel.
Nach 20 Minuten drängt "Herr Daum" zur Weiterfahrt. Kurz hinter dem Halt am Belvedere Aussichtspunkt stoppt der Bus erneut. Jetzt gibt es eine alte Kultstätte zu besichtigen. Im früher dicht besiedelten Opunohu-Tal errichteten die polynesischen Ureinwohner zahlreiche Kultplattformen, so genannte Marae. Überreste der Bauten finden sich überall im Urwald und teilweise sind sie auch beschildert. Der Marae Titiroa, den wir hier sehen, ist umgeben von beeindruckenden Banyan Bäumen und wurde Ende der 1960er Jahre rekonstruiert. Eine ältere Frau kann hier ihr Wasser nicht mehr halten und in Ermangelung einer Toilette hockt sie sich einfach auf den Boden, nur wenige Meter von den anderen Touristen und ohne jeden Sichtschutz. Haben Frauen eigentlich auch eine Prostata???
Um kurz nach 11 Uhr ist der Bus an der Cook’s Bay und "Herr Daum" genehmigt an einer besonders schönen Stelle einen Fotostopp. Wir steigen kurz aus und lassen unsere Kameras schnurren. Aber es geht natürlich gleich weiter und nur 3 Minuten später hält der Bus an einem Hotel mit Busparkplatz. Wir steigen aus und müssen nur noch die Küstenstraße überqueren. Natürlich gibt es im Hotel auch Toiletten und hier ist die Verrichtung wesentlich angenehmer als mitten unter den anderen Mitreisenden.
Der Garten des Hotels ist ein Traum und bereits nach wenigen Minuten sind wir uns einig. Wir holen unser Gepäck vom Schiff und checken hier für ein paar Wochen ein. Einfach nur wunderbar hier. Etwas abseits der anderen Menschen können wir ungestört einige Aufnahmen des Kreuzfahrtschiffes Paul Gauguin machen. Es liegt malerisch vor unseren Kameralinsen in der Cook’s Bay und ist im Bild von tropischen Bäumen umkleidet. Wir fotografieren noch den Springbrunnen und den kleinen Naturhafen in dem die Yachten der Hotelgäste vor sich hindümpeln.
"Herr Daum" will weiter und wir steigen wieder in den Bus. Da dieser leider zu groß für die Serpentinenstraße ist, fällt der Ausflug zu einer Ananasfarm weg. Da sind wir nicht traurig darüber, denn die hatten wir ja bereits auf Hawaii. Stattdessen geht es zurück nach Papetoai, dem Ort mit 2.324 Einwohnern, vor dem die Statendam auf Reede liegt.
Es ist jetzt 12.10 Uhr und es geht vom Bus direkt weiter zu einem Katamaran im Hafen. Hier steigen wir ein und nach 10 Minuten geht es bereits wieder in brausender Fahrt hinaus in die Lagune. Nach nur 10 Minuten stoppt das Boot und die Mitreisenden dürfen auch hier wieder ins Wasser. Haben wir da etwas in unserer Reisebeschreibung der Landausflüge überlesen? Viele der Mitreisenden ziehen sich aus, kramen nach ihren Taucherbrillen und hüpfen ins Wasser. Auch Angelika ist plötzlich in ihrem Badeanzug und ganz schnell mit der wasserdichten Knipse bei den Haien. Ja, Haien. Auch hier schwimmen plötzlich Schwarzspitzenriffhaie und Rochen um unser Boot herum. Die werden an dieser Stelle bestimmt täglich gefüttert und warten bereits auf die Touristenschwärme, so wie ihre Artgenossen weiter draußen auf die Fischschwärme. Na toll. Und wir sitzen hier oben an Bord und schauen dumm aus der Wäsche.
Eine knappe halbe Stunde dauert der Badespaß, dann geht es weiter. Nur 15 Minuten Bootsfahrt später sind wir erneut an einer traumhaft gelegenen Motu. Hier steigen wir über den Bug aus. Dumm nur, dass es keinen Steg gibt. Noch dümmer, dass wir zwar die Hosenbeine hochkrempeln können, aber keine Badeschuhe mithaben. Also müssen wir mit den nackten Füßen hinunter auf die scharfen Muschelschalen des Riffs. Ich habe natürlich die teuere Videokamera umhängen und Anja ebenfalls ihren Fotoapparat. Ein Umknicken oder hinfallen ins Wasser wäre jetzt katastrophal und teuer zugleich. Wir konzentrieren uns und wählen jeden Schritt an Land genau und mit bedacht. Und wir schaffen das. Ohne Ausrutscher erreichen wir das Ufer und setzen uns erst einmal auf eine Bank im Schatten. Es ist wolkenlos und entsprechend warm. Über die Hälfte der Passagiere sind im Wasser und jagen mit den Kameras Fische. Wilfried und ich sind erst einmal froh über unseren schattigen Platz.
Gegen 13.40 Uhr gibt es auch hier ein Mittagessen. Das besteht aus einem rohen Thunfischsalat mit vielen Früchten. Dazu gibt es Reis, Obst und frische Säfte. Einer der Bootsführer presst noch frische Kokosnüsse aus und gibt die Milch an den Salat. Dieser schmeckt dadurch sehr gut und ist auch als Erster aufgegessen. Ich nehme danach noch etwas vom angebotenen Huhn und von den sehr gut schmeckenden, frischen Mangos.
Nach dem knapp bemessenen Mittagessen gibt ein anderer Bootsführer noch eine Vorführung im Knacken von Kokosnüssen, die hier auch dauernd von den Palmen herunter krachen. Dazu rammt er eine Nuss auf einen spitzen Holzpflock, der aus der Erde herausragt. Das wiederholt er drei bis vier Mal und kann dann die Palmenfasern, die die Nuss umhüllen, ganz einfach abziehen. Dann noch ein Schlag auf die richtige Stelle der Nuss und sie bricht ganz einfach auf. Natürlich veranstalten die Bootsführer noch einen Kokosnussknackwettbewerb, aber uns ist es dazu einfach viel zu warm.
Um 15.10 Uhr ruft "Herr Daum" seine Schützlinge in das Boot. Das liegt jetzt aber noch weiter vom Land weg als vorhin. Es gibt also auch hier so etwas wie Ebbe. Dadurch ist für uns Unbeschuhte der Weg hinüber ins Boot noch weiter. Ich muss wirklich jede Konzentration aufbieten, um unbeschadet die lange Strecke barfuss zu bewältigen. Meine Gedanken sind ständig bei der Kamera und dass sie nicht ins Salzwasser fällt. Anja geht es genauso. Auch das gelingt uns und dann geht es zurück zur Hauptinsel Moorea. Unterwegs passieren wir wieder die tollen Hotels mit den im Wasser gebauten Bungalows. Wenn der Anreiseweg von Deutschland hierher nicht so extrem teuer wäre, hier könnten wir uns einen längeren Urlaub sehr gut vorstellen. Doch bald schon tauchen vor dem Bug des Katamarans die Statendam und der Ort Papetoai auf und der Landausflug ist beendet.
Gegen 15.50 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff und in unserer Kabine. Wir ziehen uns kurz um und gehen hinauf ins Lido. Natürlich hat uns das Essen auf der Motu gut geschmeckt, aber die Portionen waren doch sehr „übersichtlich“, wie man so sagt. Es gibt hier noch ein Pastrami Sandwich und eine gute Tasse Kaffee für uns. Danach halten wir eine Mittagsruhe, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Nur ganz schwach bekommen wir das Ablegen des Schiffes mit. Bis zum Abendessen ist noch viel Zeit und die vergammeln wir. Nur die gesammelten Daten der Kameras werden noch überspielt.
Um 20 Uhr ist wieder Abendessen im Restaurant Rotterdam. Danach lesen wir das Chart der Reiseleitung auf Deck 6 und gehen dann in Ermangelung einer Show in die Ocean Bar. Hier trinken wir einen Cocktail und um 23 Uhr ist Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Belvedere Aussichtspunkt

Mont Mouaputa

Cook's Bay

MS Statendam

 

 

MS Paul Gauguin

 

 

Hotelanlage 1

 

 

Hotelanlage 2

 

 

Schwarzspitzenriffhai

 

 

Reiseführer auf Moorea

 

 

Motu vor Moorea

 

 

Mittagessen

 

 

Müde Krieger

 

 

Kokosnussknackwettbewerb

 

 

Hotel am Wasser