Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

21.10.2013

Franz. Polynesien - Bora Bora - Vaitape Tag 2

Wie bereits angekündigt, wird das heute unser großer Tag. Warum? In der Vorbereitung auf diese Reise bekommt man sehr viele Informationen, Listen über mögliche Tagesausflüge und man recherchiert auf eigene Faust. Und da haben wir über dieses Inselparadies sehr viel gefunden, was sehens- und erlebenswert ist. Rund um Bora Bora gibt es die teuersten Hotels der Welt und wunderschöne Motus, wie man sie aus zahlreichen Filmen und Dokus zum Träumen kennt. Schneeweiße Sandstrände, Kokospalmen und jede Menge Südseeschönheiten. Und das werden wir heute erleben und sehen, jedenfalls bis auf die Südseeschönheiten.
Wir sind wie immer etwas früher wach und können dadurch entspannter im Lido frühstücken. Um 7 Uhr ist hier noch nicht viel los und es gibt noch keine Schlangen von Touristen vor den Essensstationen. Anschließend hole ich an der Rezeption eine deutsche Tageszeitung und filme die Insel jetzt im Hellen von Deck 12 aus. Leider versteckt der Mount Otemanu seinen 727 Meter hohen Gipfel in den Wolken. Pünktlich um 9 Uhr sind wir im Wajang Theater und Reiseleiter Andreij hält eine kurze Ansprache. Irgendwie haben uns die Amis die größeren Boote weggeschnappt und für unsere Gruppe gibt es nur noch wenige kleinere Boote. Also muss unsere Gruppe geteilt und in zwei unterschiedliche Zeiten eingeteilt werden. Na, da wollen wir morgen mal sehen, wie das wird.
Um 9.20 Uhr traben wir hinter Andreij her zu den Tenderbooten und lassen uns nach Vaitape schippern. Auch jetzt gibt es hier eine leichte Konfusion. Wir haben nicht nur ein größeres Boot, sondern ein Mittleres und zwei Kleine. Wir besprechen uns kurz mit unseren Tischnachbarn und wir wollen alle zusammen auf ein Boot, möglichst ein Kleines. Da müssen wir zwar eine List anwenden, aber das wird schon irgendwie klappen. Im Hafen werden wir von einer kleinen Kapelle alter Männer empfangen, die ihren Instrumenten Südseeklänge entlocken. Vor den bekannten Schildern machen wir jetzt bei hellerem Licht als gestern Abend noch einmal ein paar Fotos und gehen dann zu sechst zu der Anlegestelle und stellen uns demonstrativ vor eines der noch leeren kleineren Boote. Und dieser Trick klappt. Als der Bootsführer kommt, deutet er auf sein Boot und dass wir einsteigen dürfen. Toll.
Gegen 10 Uhr sitzen wir in unserem Boot für diesen Tag und schauen den Verteilungskämpfen der anderen Passagiere zu. Nach 5 Minuten geht es dann endlich los und alle 3 Boote starten hinaus in die Lagune. Unser Bootsführer ist ein echter Polynesier mit einer Traumfigur. Er hat außer einer knappen Badehose nur noch ein Tuch als Lendenschurz um die Hüfte gewickelt.
Hinter der Hafenmauer geben alle Boote richtig Gas und mit wehenden Haaren rasen wir an der Statendam vorbei. Da kaum Wellen innerhalb des Atolls auftreten, können wir diese brausende Fahrt voll genießen. Zuerst geht es in südliche Richtung zur Spitze der Bora Bora vorgelagerten Motu Toopua. Hier stoppen alle Boote und vertäuen sich an den vorhandenen Bojen. Nacheinender gehen zuerst die Bootsführer und dann die Gäste in das wunderbar klare Wasser. Wir sind hier an einer sehr flachen Stelle, die kaum 1,50 bis 1,70 Meter tief ist. Die im Wasser pantschenden Menschen können gerade so eben noch stehen. Rund um die Badenden sehen wir jetzt jede Menge Schwarzspitzenriffhaie und Rochen heranschwimmen. Unser Bootsführer füttert die Tiere mit Fischresten an und im Nu brodelt das Wasser um die Boote herum. Der Bootsführer erklärt uns, dass wir hier an einer Stelle sind, an der junge Haie vor Fressfeinden gut geschützt aufwachsen können und für die Menschen noch ungefährlich sind. Auch die Rochen sind erst im Kindergartenalter und haben noch keinen gefährlichen Stachel. Erst jetzt merken wir, wie unvorbereitet wir auf diese dritte Reise in diesem Jahr gefahren sind. Wir haben weder Badehose, Badeanzug noch Badeschuhe mit. Auch eine Taucherbrille oder ein Schnorchel fehlen vollkommen. Also müssen wir im Boot sitzen bleiben und den anderen Gästen neidisch beim Spiel mit den Fischen zusehen. Eine Passagierin bekommt sogar von einem Bootsführer einen Rochen auf die Arme gelegt. Nur Helga, immerhin fast 80 Jahre alt, hat einen Badeanzug mit und ist flugs im Wasser. Tja, irgendwie dumm für uns gelaufen.
Das lustige Baden dauert an die 20 Minuten und dann geht es in rasender Fahrt weiter. Unser polynesischer Freund am Steuer macht weiter seine Scherze und nun geht es zur Nordspitze der Insel. Hier erreichen wir um 12 Uhr eine weitere Stelle mit Bojen zum Festmachen. Neben den bekannten Rochen gibt es hier auch junge und ungefährliche Zitronenhaie. Das lustige Plantschen geht auch hier weiter und wir sind noch sauerer auf uns selbst. Jetzt steigt sogar Angelika ins Wasser. Sie hat von ihrer Tochter einen wasserdichten Fotoapparat mitbekommen und macht einige Aufnahmen. Das gestaltet sich wegen der Lichtbrechung im Wasser aber etwas schwierig. Es kommt nicht immer das Motiv aufs Bild, welches man anvisiert hat.
Um 12.35 Uhr brausen wir weiter und erreichen um 13 Uhr die Motu Haapiti Iti, auf der wir an Land gehen. Hier gibt es kleine Unterstände mit Tischen und Bänken, die mit Palmwedeln überdacht sind. Unsere Tischgruppe besetzt eine dieser Unterstände und wir suchen zuerst einmal die dringend benötigten Restrooms auf. Nach der Erleichterung schaue ich mich mit meiner Kamera erst einmal um. Hinter der Haupthütte befindet sich ein Grillplatz an dem die ersten Rauchschwaden in die Luft steigen und es bereits köstlich duftet. Daneben steht eine größere Hütte und hier wird gerade noch ein tolles Buffet für die ca. 80 Personen starke Gruppe aufgebaut. Es gibt ganz viel liebevoll dekoriertes Obst und Gemüse, dazu herrliche Salate mit Hühnerfleisch und Fisch. Das Beste ist aber das Geschirr. Die „Teller“ bestehen aus geflochtenen Blättern des Brotfruchtbaumes mit Palmenwedeln versteift. Das Besteck ist allerdings aus Metall, schließlich sollen wir das angebotene Fleisch auch schneiden können.
Wir nehmen uns erst einmal eine Dose Softdrink aus einer der Kühlboxen, die herumstehen und löschen den mächtigen Durst. Da meine erste Dose im Nu leer ist, gönne ich mir auch noch eine weitere Dose. Nach ca. 20 Minuten ruft uns Andreij zum Buffet. Wir bekommen ein Stück gegrilltes Schweinefleisch oder ein Stück Huhn und dürfen uns auch an den Salaten bedienen. Ich habe zuerst an unseren Plätzen Wache gehalten und das war auch gut so. Die Mitreisenden, die sich zuerst ins Wasser zum Baden gestürzt hatten, wollen jetzt natürlich zum Essen einen Sitzplatz haben. Aber an unserer Bank sind nur noch zwei Plätze frei. Als Anja mit ihrem gefüllten Blattteller kommt und auf die Plätze acht gibt, gehe ich zum Buffet. Ich wähle ein Hühnerbein und ein Stück Schweinefleisch und nehme auch noch vom Salat. Meine Augen schielen schon einmal auf den Nachtisch. Hoffentlich gibt es davon nachher noch etwas.
Das angebotene Mittagessen ist einfach, aber gut und schmeckt auch. Von einem Salat hole ich mir sogar noch etwas nach. Aber der Nachtisch ist wirklich ein Knaller, wie man so sagt. Die Früchte sind derart schmackhaft, so bekommen wir sie hier in Europa nie geliefert. Sehr gute und zuckersüße Ananas und richtig saftige Mangos mit unvergleichlichem Geschmack. Wirklich toll. Als Zugabe machen unsere Bootsführer noch einige Kunststücke. Unser Bootsführer klettert sogar eine Kokospalme ohne jegliche Hilfsmittel hinauf, was ein anderer auch sofort nachmacht. Leider gibt es in so einer Gruppe aber immer wieder Menschen, die negativ auffallen. Ein älterer Mann, der schon mehrfach durch seltsames Verhalten auffällig wurde, wird auf einmal von mehreren Mitreisenden heftigst beschimpft. Zuerst wissen wir gar nicht warum, aber dann bekommen wir es mit. Er hat sich heimlich, aber wohl nicht heimlich genug, seine Reisetasche mit Softdrink- und Bierdosen gefüllt. Er muss sich so an die 10 oder gar 15 Dosen eingesteckt haben, was zwei andere Personen beobachtet haben und zur Rage gebracht hat. Der zugehörigen Ehefrau ist das sichtlich peinlich und sie hat sich abgewendet. Der alte Mann mault zurück und gibt sich völlig uneinsichtig.
Um 14.30 Uhr rufen uns die Bootsführer zu ihren Wasserfahrzeugen und stimmen das alte, traditionelle Lied der Einheimischen „Bora Bora“ an. Wir klettern singend über das erste, größere Boot in unser kleineres und dann geht es auch schon bald wieder in brausender Fahrt hinaus in die Lagune.
Auf den Korallenbänken stehen die ganz teueren Luxusanlagen der großen Hotelketten. Von Hilton über Inter Continental und Four Seasons ist alles vertreten. Leider steht jetzt der Wind ungünstig und so kommt immer mal wieder eine Welle über die Bordwand. Meine Hose ist bereits durch und so habe ich wenigstens auf diese Weise ein wenig von dem nassen Vergnügen. Gegen 15.40 Uhr ist dieser Ausflug vorbei, wir erreichen wieder Vaitape und steigen aus. Natürlich bekommt unser lustiger Bootsführer noch sein Bakshish und jetzt gehen wir erst einmal einkaufen.
Die Dorfstraße ist nicht sehr lang, die gesamte Insel hat ja nur 9600 Einwohner. Schnell finden wir einen Kaufladen und gehen hinein. Wir kaufen fünf Postkarten und fünf Briefmarken für uns und für ganz besondere Freunde. Die Preise sind hier höher als in manch anderem mondänen Urlaubsort. Aber egal, wir wollen die Karten noch schreiben und möglichst mit dem Stempel der Insel auf den Weg nach Europa bringen. Danach sind wir am Anleger der Tenderboote und holen uns einen Becher gekühltes Getränk. Wir setzten uns ein paar Minuten, denn es ist gerade kein Boot da. Aber es dauert natürlich nicht sehr lange und so sind wir bereits um 16.25 Uhr wieder in der Kabine. Wir werfen erst einmal die völlig durchgeschwitzten Sachen auf den Boden und fallen auf unsere Betten. Der Ausflug hat ganz schön Kraft gekostet und so schlafen wir für eine kurze Zeit ein.
Um 18 Uhr ertönt eine Durchsage aus den Lautsprechern und wir schrecken hoch. Ich gehe sofort unter die Dusche und Anja folgt mir nach. Jetzt geht es uns wieder besser und wir freuen uns auf einen Cocktail und das Abendessen. Nach dem Dinner gehen wir mit Helga und Lilo noch zum Pinnacle Grill und bestellen für den morgigen Abend einen Platz für unseren gesamten Tisch. Andreij hatte eine Wiederholung des sehr schönen Abends vorgeschlagen und wir haben alle sofort zugesagt. Jetzt sind wir aber wirklich platt und wollen doch keinen Cocktail mehr in einer der Bars trinken.
Gegen 22.30 Uhr sind wir im Bett und bekommen nur noch am Rande mit, dass die Statendam gegen 23 Uhr die Insel Bora Bora verlässt.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Rentnerband

Polynesischer Bootsführer

MS Statendam

Erste Ankerstelle

 

 

Rochenbändiger

 

 

Schwarzspitzenriffhaie

 

 

Junger Rochen

 

 

Motu Ha'apiti Iti

 

 

Grillplatz

 

 

Salatbuffet

 

 

Nachtischbuffet

 

 

Geschirr aus Blättern

 

 

Der Tisch an Land

 

 

Vaitape am Nachmittag