Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

18.10.2013 (17.10.2013)

Kiribati - Fanning Island - Tabueran

Gestern sind wir mit der MS Statendam über die Datumsgrenze gefahren und hätten eigentlich, streng genommen, bereits den 18. Oktober. Da wir aber morgen bereits über diese Grenze wieder zurück im normalen Kalender sind, haben wir für uns beschlossen, die Uhren und vor allem die Kameras nicht umzustellen. Da in diesen Geräten auch das Datum aufgezeichnet wird, kann man sich nur zu leicht die Verwirrung und Zuordnung nach der Reise vorstellen. Man hat dann in einem Verzeichnis mit zwei gleichen Datumsangaben an verschiedenen Tagen zu kämpfen.
Nach dem Frühstück im Lido gehen wir um 8 Uhr hinauf auf Deck 12 und sehen eine wundervolle Szenerie. Unser Schiff liegt vor einem Atoll. Der Restvulkan ist stark oval und bis auf 4 Meter Meereshöhe hinab verwittert. Ein riesiger Kreis aus Palmen ist nur an einer etwa 100 Meter breiten Durchfahrt geöffnet. Einige Kanus mit Einheimischen paddeln auf unser riesiges Schiff zu. Die Statendam liegt vor einer Insel des Südseestaates Kiribati, den Weihnachtsinseln. Unsere Insel nennt sich Fanning Island, in der Landessprache Tabueran. Das Atoll wird auch heute noch nach seinem amerikanischen Entdecker Edmund Fanning benannt. Es besteht aus drei größeren Inseln und einigen kleinen Motus. Die Hauptinsel kann durch die vor uns liegende Passage mit den kleinen Tenderbooten der Statendam befahren werden. Auf der Landfläche von knapp 34 km² leben in neun Siedlungen rund 2300 Einwohner.
Die ersten Tenderboote fahren bereits um 8.45 Uhr zur Insel hinüber, aber wir wollen uns noch Zeit lassen. Die Treppenhäuser stehen voll und wir müssten da bei mittlerweile großer Hitze lange anstehen. Das werden wir uns ersparen. Also mache ich von Deck 12 einige Videoaufnahmen und wir ziehen uns ins klimatisierte Schiff zurück. Ich versende und empfange noch einmal ein paar Emails und lade die Kameraakkus nach.
Um 11.15 Uhr machen wir ernst und tragen dick die 50er Sonnencreme auf, essen jeder ein Mürbchen und gehen hinunter auf Deck 3 zum Sidegate. Das Einsteigen nebst Überfahrt dauert nur knapp 15 Minuten. Genau um 12 Uhr betreten wir dann das Paradies. Ja, richtig gelesen: Das Paradies! Jedenfalls stellen wir es uns so vor. Ein kleiner Holzsteg liegt vor uns, an dessen Ende etwa 15 Inselschönheiten in ihrer knappen Kleidung ein Südseeliedchen für uns neu ankommende Passagiere trällern. Neben dem Steg stehen zwei Insulaner in martialisch aussehenden Rüstungen aus Kokosfasern. Unter ihren Mützen oder Helmen und mit den Holzspeeren wirken sie wie Steinzeitkrieger. Für 2 US$ dürfen wir uns sogar mit ihnen fotografieren lassen. Etwas weiter gibt es dann Tische mit ganz viel Handwerkskunst, die von sehr netten Frauen verkauft wird. Wir sind sehr unsicher, was wir überhaupt kaufen und damit nach Deutschland einführen dürfen. Da wir keinen Ärger mit dem deutschen Zoll bei der Rückreise haben wollen, kaufen wir lieber keine Korallen und Schnitzwerk aus Fischknochen.
An der Dorfschule werden Rundfahrten über das Atoll in alten, ungefederten LKW’s angeboten. Für 20 US$ wollen wir uns aber nicht die Wirbelsäulen stauchen lassen und schlagen uns lieber zu Fuß in Richtung Pazifikküste durch. Die ungefähre Richtung habe ich mir bei der Einfahrt in das Innere des Atolls gemerkt und dieser Spaziergang war eine sehr gute Entscheidung.
Wir kommen an den einzeln stehenden Hütten der Inselbewohner vorbei und können von ganz nah sehen wie sie leben. Es gibt nur offene Häuser ohne Seitenwände, die einen glatten Holzboden in ca. 1 Meter Höhe haben. Darüber befindet sich ein schräges Dach aus getrockneten Palmblättern, an denen ein eventueller Regen ablaufen kann. Die Insulaner leben und schlafen auf dem Holzboden auf Decken und Matratzen und bereiten ihr Essen in einer offenen Küche zu. Vor dem Haus liegen Hunde herum und die Hausschweine sind mit starken Kordeln an den Hinterbeinen angebunden. An einer Laufschnur dürfen sie sich wenige Meter hin und her bewegen. Einige der Schweine grunzen uns an, aber leider können wir sie nicht befreien. Das Mittagessen einer ganzen Familie könnte davonlaufen. Überall zwischen den locker stehenden Häusern wachsen Brotfruchtbäume und Kokospalmen, die Schatten spenden. Ja, das meinen wir mit Paradies.
Nach ca. 30 Minuten gelangen wir an den Rand des Atolls und an den Strand zum Pazifik. Hier gibt es keinen Sandstrand, sondern klein gemahlene Kieselsteine. Das Wasser ist azurblau und die Palmen hängen malerisch gekrümmt vom Land aus über den Pazifik. Und in einiger Entfernung liegt die Statendam, unser schwimmendes Hotel. Ja, unsere Herzen gehen hier wirklich auf und werden groß. Aber es wird noch besser und es gibt eine kleine Steigerung. Wie wir unsere Kameras bedienen, entsteigt ein Mann dem Wasser. Er hat eine Taucherbrille auf und einen Speer in der Hand. An einer Leine zieht er aufgefädelte Fische hinter sich her an Land. Der Mann wohnt hier direkt am Strand und jetzt sehen wir auch seine Frau in der offenen Hütte. Er rollt sich erst einmal eine Zigarette und steckt sie an. Wir gehen auf ihn zu und fragen ihn auf Englisch, ob wir ihn mit seinem Fang fotografieren dürfen. Wir haben keine Ahnung, ob er uns versteht, aber er hält seine Fische bereitwillig hoch, hält für einige Minuten still und nimmt auch unsere sehr gern gegebenen 2 US$. Damit helfen wir ihm und wir haben auch kein schlechtes Gewissen.
Es ist jetzt bereits nach 13 Uhr und es wird zunehmend unerträglich heiß in der Sonne. Wir verabschieden uns von dem Paar am Strand und streben schnellen Schrittes zurück zur Anlegestelle. Um 13.30 Uhr sind wir zurück im Schiff und gehen mit frisch gewechselter Wäsche hinauf ins Lido zum Mittagessen. Es gibt Truthahn, Shrimps und natürlich jede Menge Eistee. Nach dem Essen setzt sich Anja auf den Balkon und ich halte einen Mittagsschlaf. Das warme Wetter macht eben ganz schön müde. Leider weckt mich die Durchsage des Kapitäns, der nur meldet, dass das Schiff jetzt Tabueran verlässt und Kurs auf französisch Polynesien nimmt.
Um 16.15 Uhr bin ich mit Lilo in der Bücherei verabredet. Sie möchte mit ihrem Tablett-PC einige Mails versenden und ich möchte ihr beim Einrichten der Verbindung helfen. Nach dieser gar nicht so einfachen Operation trinken wir zusammen 2 ausgezeichnete Kaffee Latte, die wir an der Kaffeebar neben der Bücherei geholt haben. Der weitere Nachmittag und Abend hat kaum noch Überraschungen für uns. Wir filmen und fotografieren einen tollen Sonnuntergang über dem Pazifik, der hier knapp vor dem Äquator sehr kurz ist. Am Chart der Reiseleitung gibt es auch nichts Neues und das Abendessen ist gut wie jeden Tag. Um 22 Uhr tritt im Showroom George Sakellariou auf, der ein tolles Konzert mit seiner klassischen Gitarre gibt. Der Künstler, der heute in San Rafael in Kalifornien lebt, gehört zu den bekanntesten klassischen Gitarrenspielern dieser Welt und das Konzert ist ein wirkliches Highlight dieser Reise. Ich bin auf meine Videoaufnahmen von diesem Ereignis sehr gespannt.
Gegen 23 Uhr möchte Anja noch in der Kabine etwas lesen und ich gehe mit der Kamera auf Deck 12 hinauf. Hier, ganz oben auf dem Schiff, hoffe ich, vom Vollmond einige beeindruckende Aufnahmen machen zu können. Leider schwankt das Schiff für die Teleaufnahmen zu stark und die normale Brennweite zeigt nur einen hellen Punkt am Firmament. So ist das eben in der Filmerei und mit bewegten Bildern. Ich überspiele noch schnell die Videodateien und gegen 23.30 Uhr ist Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Fanning Island-Tabueran

Begrüßungschor

Krieger in Kokosrüstung

Markt für Touristen

 

 

Versammlungshaus

 

 

Dorfidylle 1

 

 

Dorfidylle 2

 

 

MS Statendam auf Reede

 

 

Fischer mit Fang