Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

14.10.2013

Hawaii - Big Island- Kailua-Kona

Heute müssen wir erneut früh aufstehen, das ist halt bei Tagen mit Landausflügen meistens so. Nur aus diesem Grund sind wir bereits um 6.30 Uhr im Lido zum Frühstücken. Wir trinken auch nur eine Tasse Kaffee, weil die Stopps der Busse nicht immer mit den Signalen unserer Blasen synchron sind. Um kurz nach 7 Uhr hole ich eine deutsche Bordzeitung von der Rezeption und tausche einen 100 Dollar Reisescheck in Banknoten um. Wir wollen am Nachmittag, nach der Bustour, in Kailua-Kona noch shoppen gehen.
Treffpunkt der deutschen Gruppe ist um 7.45 Uhr im Wajang Theater. Es ist eiskalt in dem Raum und da alle Passagiere auf hohe Temperaturen beim Landgang eingestellt und auch entsprechend gekleidet sind, beginnt bald das große Frösteln in der Runde. Über 20 Minuten warten wir schnatternd auf unsere Bootsnummer und den Gang durchs Schiff zum Sidegate. Endlich, um 8.20 Uhr sitzen wir in dem völlig überfüllten Tenderboot und werden, jetzt draußen schwitzend, nach Kailua-Kona geschippert. Ganze 15 Minuten dauert die Überfahrt von der auf Reede liegenden Statendam bis in den kleinen Hafen des Ortes an der Westküste von Big Island. Wir gehen direkt an der berühmten Startlinie des Iron Man Wettbewerbes an Land und sind erst einmal von der grandiosen Südseeszenerie dieses 12.000 Seelen zählenden Ortes überwältigt. Ein tiefblaues Meer, romantische Hütten und grüne Palmen lassen unsere Herzen weit werden. Und im Hintergrund liegt unser schwimmendes Hotel, eine Szene wie aus einem romantischen Film.
Der Reiseleiter Andreij sammelt seine Schäfchen um sich und führt die Herde zum Bus. Hier erwartet uns eine gewisse Ursula, die örtliche Reiseleiterin. Sie ist Schweizerin und hat sich ihren schönen Dialekt noch bewahrt. Um genau 9 Uhr fährt der Bus los und es geht immer in südliche Richtung auf der Küstenstraße entlang. Jetzt haben wir das erste Mal so richtig das Gefühl, in der Südsee zu sein. Bebauung und Vegetation entsprechen genau unserem Klischee.
Gegen 10 Uhr haben wir an einem schwarzen Lavastrand den ersten Halt. Hier sollen wir jede Menge Schildkröten zu sehen bekommen, aber diese Tiere haben wohl ebenfalls Shutdown, denn es ist kein einziges dieser gepanzerten Reptilien zu sehen. Doch der Strand mit seinen schwarzen Lavabrocken und den Palmen ist schon sehr schön. Zwischen den Steinen gibt es kleine, mit klarem Meerwasser umspülte Becken, in denen wir tropische Fische beobachten können. Einige unserer Mitfahrer haben sich auch schnell ihrer Schuhe und Socken entledigt und stehen bis zu den Knien im Pazifikwasser. Und da an dieser Stelle auch ein Badestrand ist, gibt es sogar öffentliche Toiletten.
Der nächste Halt sollte eigentlich der Pu’uhonua O Honaunau National Historic Park sein, der auf fast 0,8 Quadratkilometern einen sehr informellen Einblick in die hawaiianische Kultur bietet. Hier standen früher hinter einer 3 Meter hohen und bis zu 5 Meter dicken Mauer die Gebäude der königlichen Familie. Ebenfalls sind hier die sogenannten Kiis zu bestaunen, die 5 Meter hohen und sehr grimmig dreinschauenden, hölzernen Götterstatuen. Des Weiteren gibt es noch die Gräber von Stammeshäuptlingen und einen königlichen Anlegeplatz von Kanus zu bewundern. Und natürlich ist all dieses für uns unnützes Wissen aus dem Internet, denn besichtigen können wir den Nationalpark aus den bekannten Gründen nicht. Dank Herrn Obama und seiner Finanzkrise. Natürlich wissen wir, das der Präsident selbst nicht Schuld ist, aber der Zwist zwischen Demokraten und Republikanern mit diesen Auswirkungen geht nun mal zu unseren Lasten. Demnach können wir auch keine Bilder liefern.
Was bleibt uns also, wenn wir keinen Nationalpark sehen können? Ja, richtig geraten: Eine Macadamia Nussfarm. Die gibt es ja glücklicherweise für die Reiseleitung auf diesen Inseln wie Sand am Meer. Aber die jetzt angefahrene ist schon eine besondere Farm. Hier stehen nicht nur die Bäume herum, die wir ansehen dürfen. Nein, es gibt eine Führung durch die Plantage und eine Demonstration mit praktischen Werkzeugen, wie man der härtesten Nuss der Welt die Kerne entreißen kann. Wir sehen auch einen Noni-Baum mit seinen Früchten und stehen staunend unter einem Brotfruchtbaum. Aber sehr viel interessanter ist der Weihnachtssternbaum an der Einfahrt zur Plantage. Wir kennen diese Pflanze von Deutschland. Hier wird sie im Winter zur Weihnachtszeit als Weihnachtsstern mit ihren roten, mittlerweile auch weißen Blättern als Topfpflanze vertrieben. Dieser Weihnachtsstern ist aber ein richtiger Baum von fast 5 Metern Höhe. Auch einen Orchideengarten haben die Plantagenbetreiber angelegt.
Um 11.25 Uhr ist wieder Abfahrt und nur 5 Minuten später sind wir an der St. Benedict Roman Catholic „Painted Church“. Der Bus hat bis zur hoch an einem Berg  gelegenen Kirche ganz schön schwere Arbeit zu leisten und der Fahrer kann seine Fähigkeiten, ein Fahrzeug zu führen,  voll ausspielen. Vom Busparkplatz sind es noch wenige Meter zu Fuß bis zum Eingang der Kirche. Das Gotteshaus wurde in den Jahren von 1899 bis 1902 unter der Leitung von Father John Velghe, einem Belgier, errichtet. Diese Kirche hat eine dreidimensionale Malerei im Inneren, die Father Gielen als Vorbild für seine Kirche diente. Diese ebenfall als „Painted Church“ bezeichnete Kirche hatten wir gestern bereits besucht. Auch die Malereien im Inneren dieser "Painted" Kirche sind beeindruckend. Hier ist die Dreidimensionalität aber noch professioneller ausgeführt. An manchen Stellen hat man tatsächlich das Gefühl, in einer realistischen, großen Kathedrale zu stehen, aber im nächsten Moment schaut man gegen eine Holzwand.
Leider ist bereits nach 20 Minuten wieder Abfahrt und der Bus fährt zu einer Kona Kaffeeplantage. Die liegt an der Küstenstraße und hier müssen wir schnell aussteigen, da der Bus die Fahrspur blockiert. Wir betreten den Verkaufsraum und natürlich gibt es hier in den USA zuerst die große Menge an Souvenirs, die kein Mensch braucht, aber immer sehr gerne mitgenommen werden. Wir sind mittlerweile immun gegen diesen Nippes, schauen aber trotzdem nach den nützlicheren Artikeln. Ich entdecke Schirmmützen oder –kappen mit Hawaiiemblem für 4 US$ das Stück. So günstig haben wir diese Kappen noch nirgendwo gesehen und diese könnten unsere bereits unansehnlich durch geschwitzten gut ersetzen. Auch eine Landkarte für 4,99 US$ fällt mir in die Hände. Als Vorlage für einen Videofilm immer gut zu gebrauchen. Ganz hinten ist dann die Probierstube und der Verkauf des Kaffees angesiedelt. Ich probiere einen Becher des normalen „regular“ Konakaffees aus den Pumpkannen in einem Pappbecher und bin schier begeistert. Wenn der angebotene Kaffee in der Originalverpackung nur annähernd oder sogar besser in einer Porzellantasse schmeckt, muss von hier unbedingt etwas Kaffee mitgenommen werden. Leider sind die Preise für das Getränk hier genau so hoch wie bei uns in Deutschland. Das Kilo Konakaffee kostet an die 100 US$. Wir sind nicht geizig, aber zu diesem Preis kaufen wir den Kaffee dann lieber frisch geröstet in Deutschland. Und dennoch, 340 Gramm für 32,24 US$ müssen mit und in unseren Koffer. Leider bleibt nun nicht mehr viel Zeit für die Plantage selbst, die etwas weiter unten am Hang liegt. Ganz ehrlich, wir haben keine Lust, nach ein paar Minuten den Hang wieder hoch zu hecheln. Ursula drängt nach 35 Minuten zur Weiterfahrt.
Leider können wir nur wenige Kilometer weiter nicht das nächste Nationalmonument besichtigen. In der romantischen Bucht von Kealakekua gibt es eine Gedenkstätte für den berühmten Seefahrer und Entdecker Captain James Cook, der hier von Einheimischen am 14. Februar 1779 ermordet wurde. Schade, die Gedenkstätte hätten wir sehr gerne gesehen.
Dafür wartet aber in Kona der königliche Hulihe’e Palast auf uns. Die Besichtigung ist im Preis für die Rundfahrt inbegriffen. Wir müssen unsere Schuhe ausziehen und dafür dürfen wir weder filmen noch fotografieren. Ich habe die rote Kontrollleuchte der Videokamera ausgeschaltet und halte den Apparat unauffällig unter dem Arm. Da er keinerlei Geräusche macht, merkt auch niemand etwas. Es gibt kaum etwas Spektakuläres zu sehen. Eine Waffensammlung, Möbelstücke, einiger Kopfschmuck und alte Fotos von uns unbekannten Mitgliedern der Königsfamilie sind ausgestellt.
Nach 20 Minuten in dem Holzhaus sind wir mit der Besichtigung fertig und freuen uns jetzt auf das eigentliche Highlight des Tages. Shopping. Wir wollen uns mal nach typischen, hawaiianischen Kleidungsstücken umsehen. Auf der Hauptstraße fällt uns auch gleich ein Geschäft mit Frauenkleidern auf. Es wird auch sofort geentert und Anja macht für mich eine Modenschau. Sie probiert einige dieser tollen Kleider an, die es so nur hier auf Hawaii gibt, und wir sind beide begeistert. Auch ich finde zwei tolle Hemden in der passenden Größe und lasse sie einpacken. Leider müssen wir auf das Gewicht und den Platz in den Koffern aufpassen – und natürlich auf den Inhalt der Geldbörse. Ich zahle alles mit der Kreditkarte und weiter geht es.
Nur ein paar Geschäfte später entdecke ich noch ein weiteres sehr schönes Hawaiihemd und ich kann auch hier nicht widerstehen. Das muss auch noch mit. Dazu kaufen wir noch Ansichtskarten, diesmal aber als Souvenir für uns.
Gegen 14 Uhr ist der Kaufrausch vorbei und wir stellen uns am Hafen an. Die Reederei hat einen Pavillon aufgebaut und Stühle aufgestellt. Hier gibt es auch kalte Getränke für die wartenden Passagiere. Wir genehmigen uns einen Becher Zitronenlimonade und lassen uns total verschwitzt auf einen Stuhl fallen. Das tut gut. Nach 10 Minuten kommt das nächste Tenderboot und wir sind 15 Minuten später zurück in unserer Kabine und ziehen uns kurz um. Dann geht es hinauf ins Lido und wir genehmigen uns ein Pastramisandwich und jede Menge Iced Tea. Als Nachtisch  gönnen wir uns noch eine Kugel Eis und einen Kaffee. Um 15.15 Uhr ist dann das Mittagsschläfchen für uns Pflicht.
Um 16.30 Uhr bewegt sich plötzlich das Schiff. Es legt ab und nimmt Kurs auf die Südsee. Ich habe aber noch gar keine Lust auf das Aufstehen und gammele noch ein wenig im Bett herum. Dann quäle ich mich dennoch aus der Koje und überspiele am Schreibtisch die Kameradaten des heutigen Ausfluges. Ich wasche noch 3 durch geschwitzte Oberhemden im Waschbecken und wir kontrollieren die mittlerweile eingetroffene Zwischenrechnung. Uns fallen 2 Cocktails auf, die unberechtigterweise berechnet wurden und Anja geht zur Rezeption. Ich entferne in der Zwischenzeit die Preisschilder von den Hemden und den Mützen und gehe unter die Dusche.
Vor dem Abendessen wollen wir noch einen Blick auf den Vulkan werfen. Das Schiff ist auf Südkurs und immer noch ganz nahe an der Insel Big Island. Es ist jetzt auch bereits dunkel genug, etwaige Lavaströme sehen zu können. Nun, von Strömen soll hier jetzt nicht die Rede sein, aber wenigstens entdecken wir einige rote Punkte, die auf glühendes Gestein hindeuten können. Weder Foto- noch Videoaufnahmen lohnen sich. Anschließend sind wir im Restaurant beim Dinner und danach im Showroom. Ein gewisser Lance Ringnald glänzt auf der Bühne mit Akrobatik. Er soll 1988 an Olympischen Spielen teilgenommen haben und verdient jetzt sein Geld auf Kreuzfahrtschiffen mit seiner Show.
Nach der Show sind wir wieder in der Piano Bar auf einen Cocktail. Nach Anjas Margarita und meiner Pina Colada sind wir um 0.00 Uhr im Bett.

nächster Tag

 

 

 

 



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Startplatz des Ironman

Südseeszenerie

Wohnen auf Hawaii

Lavastrand

 

 

Baden am Lavastrand

 

 

Geschlossen

 

 

Weihnachtssternbaum

 

 

Prächtige Orchideen

 

 

Dreidimensionale Malerei

 

 

Dort starb Captain Cook

 

 

Kona Kaffeeplantage

 

 

Kona Kaffeekirschen

 

 

Königspalast

 

 

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