Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

10.10.2013

Hawaii - Oahu - Honolulu Tag 1

Dem heutigen Tag haben wir schon sehr lange entgegengefiebert. Wer hat nicht schon einmal von Hawaii geträumt und sich diese Inseln als Sehnsuchtsziel ausgesucht? Wir gehören jedenfalls dazu und so werden die nächsten 5 Tage für uns die wohl Wichtigsten auf dieser Reise. Das erste Ziel ist die Stadt Honolulu auf der Insel Oahu. Und hier möchten wir auf einen Irrtum aufmerksam machen, dem wir ebenfalls erlegen sind. Die Inselgruppe Hawaii ist 1959 als 50. Bundesstaat den USA beigetreten, gehört aber zum polynesischen Kulturraum. Der Entdecker und Seefahrer James Cook gab ihnen den Namen Sandwich Inseln. Hawaii ist aber der Eigenname der größten und jüngsten Vulkaninsel, die auch Big Island genannt wird. Die Haupt- und Verwaltungsstadt Honolulu liegt aber auf der mittleren Insel Oahu.
Heute sind wir sehr früh aufgestanden. Bereits um 6 Uhr sind wir beim Frühstück und damit halten wir uns auch nicht sehr lange auf, denn vom Balkon unserer Kabine haben wir einen tollen Blick auf die noch beleuchtete Stadt und den Restvulkan Diamond Head. Langsam gleitet die Statendam auf den Hafen von Honolulu zu. Neben unserem Schiff hat noch das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ diese Stadt als Ziel und gleitet parallel mit uns darauf zu. Plötzlich hören wir aus den Bordlautsprechern eine wichtige Durchsage: Die Bow ist geöffnet und hier gibt es diverse Vorführungen zu sehen. Also schnappen wir unsere Kameras und gehen hinunter auf Deck 6.
Die Bow ist das Vorschiff und wird in deutsch auch als vordere Back bezeichnet. Bei vielen Schiffen sind hier technische Geräte wie die Ankerwinden und Anlagen zum Festmachen des Schiffes installiert. Aber hier auf der Statendam ist das anders gelöst. Es gibt keinerlei Anlagen, denn die sind alle ein Deck tiefer angebracht und für die Passagiere unzugänglich. Die Bow der Statendam ist glatt und ohne jegliche Technik und wird auch als Veranstaltungsdeck im Außenbereich genutzt. Wir sind erstaunt. Es gibt eine lange Theke mit einem Diskjockeypult und eine Verpflegungsstation. Aus den aufgestellten Lautsprechern ertönt hawaiianische Musik und eine der Tänzerinnen der Truppe von Henry Kaleialoha Allen schwingt perfekt ihre Hüften dazu. Kommentiert wird das alles von dem hawaiianischen Guide Kainoa. Der weist unermüdlich darauf hin, dass der Eigenname dieses Inselstaates Hawai-i ausgesprochen wird. Also mit 2 i. Wir wollen uns dies merken.
Aber dafür haben wir erst einmal keine Augen und Ohren. Wir stürmen nach vorne zum Bug, der bereits heftig umlagert ist, und staunen über das wundervolle Panorama das sich uns hier bietet. Vor uns liegen im frühen Sonnenschein die Stadt Honululu und dahinter erkennen wir eine Bergkette. Es ist ein Postkartenpanorama und wir können uns kaum für eines dieser vielen tollen Motive entscheiden. Besonders schön ist der Blick in Richtung Waikiki Beach mit dem Diamond Head im Hintergrund. Einfach fantastisch. Wir schauen noch einige Minuten der Tänzerin und Kainoa zu und dann wird es Zeit, dass wir uns auf den Landgang und die Busfahrt vorbereiten.
Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg ins Treppenhaus. Vor den Aufzügen stehen lange Schlangen von behinderten Menschen in ihren Rollstühlen und mit ihren Krücken. Wir müssen 3 Decks hinunter auf Deck 6, aber zwischen Deck 8 und Deck 7 ist bereits Schluss. Jetzt dürfen wir miterleben, wie es zugeht, wenn 1200 Passagiere gleichzeitig ein Schiff über nur einen Ausgang verlassen möchten. Es dauert geschlagene 30 Minuten bis wir an der Gangway angekommen sind. Durch die Menschenmassen vor mir verpasse ich fast ein Ereignis, mit dem wir überhaupt nicht gerechnet haben. Früher, auf alten Filmaufnahmen konnte man es noch sehen, wurden den Gästen, die zum ersten Mal auf Hawaii angekommen sind, Blumenkränze von hübschen Hawaiianerinnen umgehängt. Die Reederei hat sich mächtig ins Zeug gelegt und hat auch für uns einen Blumenkranz zum Umhängen bereit. Ich schaffe es gerade noch, meine Kamera einzuschalten und zu filmen, wie Anja ihren Blumenkranz umgehängt bekommt. Ich bekomme natürlich auch einen Kranz, diese Aufnahmen sind in der Hektik aber total verwackelt. Wir finden diese Aktion aber total toll und freuen uns sehr darüber.
Kurz nach 9 Uhr sitzen wir im Bus und das erste Ziel dieser Rundfahrt ist der Waikiki Beach. Hier bekommen wir 15 Minuten Zeit, diesen berühmten Strand mit dem rosafarbenen „The Royal Hawaiian Hotel“ zu filmen. Erzählungen nach war hier der Strand, den in früheren Zeiten nur der König von Hawaii betreten durfte und hier soll auch das Surfen erfunden worden sein. Jedenfalls entdecken wir unseren ersten Banjan Baum, der auch „The Walking Tree“ genannt wird. Diese Bäume bilden aus ihren Ästen Luftwurzeln, die zu Boden streben, neu wurzeln und daraus neue Bäume wachsen lassen. Diese Pflanze breitet sich weiträumig aus und bewächst riesige Flächen. Vor diesem Baum direkt am Busparkplatz steht auch die Bronzeskulptur des hawaiischen Sportstars Duke Kahanamoku, ein wohl in den USA sehr berühmter Surfer.
Um 9.45 Uhr fährt uns der Bus unter dem Vulkan Diamond Head vorbei zum Sandy Beach. Wir steigen aus und sehen zum ersten Mal eine echte Südsee-Szenerie. Blaues Wasser mit leichten Schaumkronen, feinsten hellen Sandstrand und die typisch gekrümmten Palmen, die erst waagerecht und dann steil nach oben wachsen. Und überall tropische und üppig blühende Sträucher und Bäume. Wundervoll – ein ganz klein wenig wie im Paradies. Leider drängt der Guide wieder in das Fahrzeug und wenig später gibt es den nächsten Halt an einem Strand gegenüber Rabbit Island. Diesen Stopp hätten wir uns aber sparen können, denn zum Strand geht es hier an die fünfzig Meter in die Tiefe und der Rückweg ist bis zur vereinbarten Abfahrtszeit nicht zu schaffen und wohl auch nicht vorgesehen.
Das nächste Ziel ist eine Durchfahrt durch den Ort Kailua. Nun gut, uns sagt dieser Ortsname nichts, aber die Amerikaner wissen, dass hier ihr Präsident Barack Hussein Obama mit seiner Familie die Sommerferien verbringt. Wir sehen aber keine „Man in Black“ mit Ohrstöpseln und auch keine schwarzen SUV herumstehen, also läuft der Boss der Ammis hier nicht irgendwo herum. Also weiter zum nächsten Ziel, einer Macadamia Nussfarm. Wir dürfen aussteigen und haben auch eine längere Pause genehmigt bekommen. Natürlich ist dieser Halt hier eingeplant und dient einzig dem Konsum durch uns Touristen. Aber egal, es gibt kostenlosen Kaffee mit Nussgeschmack zum probieren und die Toiletten sind natürlich auch ohne Bezahlung benutzbar. Wir schlendern durch den mit Nippes voll gestopften Laden und kosten auch einmal von dem Kaffee mit dem Macadamianussgeschmack. Nach einem kleinen Schluck suche ich gleich einen der großen Abfallbehälter und gebe dem noch gut gefüllten Becher seine Freiheit wieder. Schrecklich dieser Geschmack. Gäbe es nur diesen Kaffee würde ich sofort zum radikalisierten Teetrinker.
Gleich neben dem Laden mit den nutzlosen Andenken gibt es eine kleine Schmuckboutique. Hier muss Anja natürlich sofort hinein und entdeckt auch gleich etwas sehr schönes. Eine Kette aus schwarzen Tahitiperlen. Die Perlen sind zwar nur mittelgroß und unregelmäßig gewachsen, haben aber eine tolle, schwarz-bläulich schimmernde Farbe. Und die Länge passt auch genau. Oh weh, die arme Reisekasse, denke ich so bei mir. Anja fragt nach dem Preis, die Kette soll 82 US-Dollar kosten, also knapp 62 €uro. Das ist jetzt aber überraschend günstig. Anja zückt ihre Kreditkarte und ist kurz danach stolze Besitzerin einer sehr schönen Perlenkette. Wir gehen noch einmal in den Laden mit den Andenken und kaufen 25 Postkarten von Oahu und Hawaii. Die sind hier günstiger als in Honolulu und wir werden allen Freunden wenigstens aus Hawaii einen Urlaubsgruß senden.
Weiter geht es in Richtung Sunset Beach an der Nordküste der Insel Oahu. Gegen 13 Uhr erreichen wir die Ortschaft mit dem berühmtesten Strand für Surfer. Hier werden jedes Jahr Weltmeisterschaften ausgetragen und die Sonnenuntergänge sollen auch spektakulär sein. Aber hier gibt es nur wenige Minuten Zeit für ein paar Videoaufnahmen, es wartet in dem Ort Waialua das nächste Highlight der Reiseleitung auf uns. Es ist die Dole Ananas Farm. Zwar werden hier schon seit Jahren keine Ananas mehr produziert, aber Andenken und Souvenirs werden fleißig verkauft. Na ja, wenigstens ist die Anlage mit dem Gebäude und dem Park dahinter sehr schön gestaltet. An dem Verkaufsstand mit dem Ananaseis hat sich bereits eine beträchtliche Schlange gebildet. Anja möchte diese Köstlichkeit, laut unserem Reiseleiter, unbedingt probieren und stellt sich an. Ich kaufe einer jungen Dame an einem anderen Stand eine Tüte Macadamianüsse für 8 US$ ab. Anja kommt mit den 2 Eis für über 10 US$ und wir fangen an zu schlecken. Der Guide hat nicht übertrieben, wir essen hier ein sehr gut schmeckendes, köstliches Eis mit Ananasstücken darin. Und auch die Nüsse, die ich gekauft habe, haben eine nur sehr kurze Halbwertzeit. Wir hatten ja keine echte Mittagspause und den Kaffee hatte ich vernichtet.
Gegen 14.40 Uhr fahren wir von der Dole-Farm los und wir werden jetzt zu einem Golfplatz gekarrt. Nein, wir dürfen keinen Schläger schwingen und hinter einer kleinen weißen Kugel herhecheln. Nein, wir dürfen aus ungefähr 3 bis 4 Kilometern Entfernung einen Blick auf Pearl Harbour und das Monument des versunkenen Schlachtschiffes Arizona werfen. Wir sehen – nicht viel, einen weißen Strich im Wasser, der das Monument für das versenkte Schiff sein soll. Leider hat uns hier Obamas Shutdown zum ersten Mal voll erwischt. Nix war es mit diesem sehr interessanten und historischen Ort und so werden wir zum Schiff zurückgebracht.
Um 16 Uhr sind wir sehr hungrig zurück am Schiff. Noch an der Gangway kaufen wir eine gekühlte Flasche Wasser für 2,24 US$ und verziehen uns sofort in unsere Kabine. Die Nüsse hatten nur eine Chance bis hier her. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, hauen wir uns aufs Bett und entlasten in der horizontalen Lage unsere arg strapazierten Füße. Es geht uns jetzt und nach dem Genuss des gesamten Obstkorbes, der jeden Tag in dieser Kabine erneuert wird, wieder gut. Anja kauft an der Rezeption 25 Briefmarken für Luftpost nach Europa für stolze 27,50 US$. Die Karten werden wir heute Abend in der Bar schreiben und dann morgen abgeben. Hier von Honolulu gehen sie am schnellsten in die Heimat.
Um 18 Uhr sind wir sehr hungrig im Lido und sehr überrascht. Es gibt draußen bei geöffnetem Dach rund um den Pool ein Hawaiifest. Es sind lange Tische als Buffet aufgebaut und dazwischen stehen Grillstationen, an denen die tollsten Fleisch- oder Fischsorten gegart werden. Wir hüpfen schnell noch einmal in unsere Kabine und bewaffnen uns mit den Kameras. Dann holen wir uns einige Stücke Grillfleisch und lassen uns von diversen Salaten aufscheppen. Jetzt erst merken wir, dass alle Sitzplätze belegt sind. Nur direkt am Pool finden wir noch eine kleine Lücke, in der wir die Teller auf unseren Oberschenkeln abstellen und davon essen können. Es schmeckt dennoch und dieser Platz stellt sich noch als Glücksfall für uns heraus.
 Gegen 19 Uhr ertönt plötzlich laute Musik und Kreuzfahrtdirektorin Linda kündigt eine Showtruppe aus Hawaii an. Es sind mehrere Männer und Frauen und sogar zwei vielleicht 8- oder 10-jährige Jungs. Und die legen sofort mit traditionellen Tänzen aus ihrer Heimat Hawaii los. Wir haben hier am Pool in vorderster Reihe den Logenplatz schlechthin. Ich sitze sogar nur einen Meter neben einer Tänzerin und mache sehr schöne Aufnahmen. Dann müssen wir aber los. Gut gesättigt gehen wir in die Kabine, duschen und sind dann rechtzeitig um 20.10 Uhr im Showroom.
Wir halten für unsere Tischnachbarinnen Lilo und Helga zwei sehr schöne Plätze frei und warten auf die um 21 Uhr beginnende Show „Trommeln von Polynesien“. Pünktlich kommt Linda heraus und kündigt die Truppe an. Diese über 20  Personen bieten uns in der nächsten Stunde eine tolle Show mit eigenem Trommelorchester, Sängern und den Tänzern, die wir bereits im Lido bestaunen durften.
Um 22 Uhr gehen wir dann in die Bibliothek. In der Bar ist es uns zu laut und die Tische sind zum Schreiben zu niedrig. In der Bibliothek finden wir ideale Voraussetzungen und da ich mit gedruckten Adressaufklebern schon gute Vorarbeit geleistet habe, geht diese Aktion auch in einer knappen Stunde über die Bühne. Wir bringen auf dem Weg zum Chart von Andreij die Karten direkt zur Rezeption. Auf dem Chart steht nichts Neues und so landen wir noch auf einen Drink in der Ocean Bar. Nach einer Margarita für Anja und einer Pina Colada für mich sind wir um 23.30 Uhr im Bett und halten Nachtruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Honolulu

Geöffnetes Vorschiff

Vor Honolulu

Kainoa moderiert Hawaii

 

 

Traditioneller Tanz

 

 

Waikiki Beach

 

 

Surfchampion

 

 

Banjanbaum

 

 

Sandy Beach

 

 

Vor Rabbit Island

 

 

Nusskaffeeprobe

 

 

Dole Ananasfarm

 

 

Pearl Harbour???

 

 

Tanz im Lido

 

 

Trommeln von Polynesien

 

 

Nacht in Honolulu