Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

04.10.2013

San Diego

Heute piept der Wecker bereits um 5.30 Uhr. Es gab gestern noch verschiedene Durchsagen, dass die meisten Passagiere hier in den USA, und nicht bereits in Vancouver, Kanada, das Schiff verlassen werden. Da die neue Route anschließend  in die Südsee geht, kommen wieder sehr viele neue Passagiere an Bord. Das bedeutet für die Verbliebenen doch eine Menge Unruhe in den Restaurants und an den Gates zum Ein- und Aussteigen. Deshalb sind wir bereits um 6.15 Uhr im Lido und nehmen auch nur ein kurzes Frühstück ein.
Wir kennen die Westküste der USA eigentlich ganz gut. Wir sind bereits durch die Staaten Washington und Oregon mit dem Leihwagen gefahren und wir haben auch die Städte San Francisco und Los Angeles besucht. Aber die südlichste Stadt an der Grenze zu Mexico fehlt uns noch. Außer das San Diego hier am Pazifik einen bedeutenden Kriegsmarinehafen hat, war uns nichts über diese Stadt bekannt. Das soll sich aber heute mit der Rundfahrt ändern.
Ich filme noch in die Richtung der zwei Flugzeugträger, die etwas entfernt an einer Pier liegen, aber das morgendliche Licht ist noch zu schwach. Eventuell klappt es heute Nachmittag besser. Neben der Statendam liegt das Kreuzfahrtschiff Star Princess. Dieser Kahn gehört der Reederei Princess Cruises und hat mehr als die doppelte Anzahl an Passagieren zu tragen. Ich mache ein paar Aufnahmen von diesem Schiff, aber die werden wohl keine Verwendung in meinem Film finden.
Bereits um 8.05 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Bus. Leider gibt es im Treppenhaus zum Sidegate auf Deck 6 einen Passagierstau. Natürlich müssen die abreisenden Passagiere ebenfalls zu ihren Bussen, die sie zu den Flughäfen bringen sollen. Dadurch verzögert sich auch unser Gang zum Bus. Trotzdem klappt es einigermaßen und wir sitzen um 8.30 Uhr in dem Bus, der die Stadtrundfahrt macht. Es geht mit kurzer Verzögerung um 8.40 Uhr los und kaum 10 Minuten später erfolgt bereits der erste Stopp.
Wir halten an dem Flugzeugträger USS Midway. Leider fehlt uns die Zeit für eine Besichtigung dieses tollen Museumsschiffes. Der Träger der Midway-Klasse war von 1945 bis 1992 in Dienst und trägt die Nummer CV-41. Vor dem Kriegsschiff steht eine Statue, die einem berühmten Foto nachempfunden ist. Es ist die „Kissing Statue“, die auch „Unconditional Surrender Sculpture“ genannt wird. Sie zeigt in riesiger Größe die Kussszene auf dem Broadway, die ein Fotograf auf der Feier nach Beendigung des letzten Weltkrieges festgehalten hat. Ein Marinesoldat küsst spontan eine Krankenschwester. Gestellt oder nicht, dass war schon immer die Frage zur Entstehung des Fotos. Nur wenige Meter entfernt gibt es noch ein Denkmal. Hier wird an Bob Hope gedacht. Die Bronzeplastik des Entertainers und Schauspielers steht vor einem Halbkreis mit Kriegsveteranen und unterhält diese mit seinen Anekdoten und Späßen. Dazu ertönt aus versteckten Lautsprechern die Stimme von Bob Hope.
Um 9.10 Uhr drängt unsere Stadtführerin zum Bus. Jetzt fahren wir gute 50 Minuten zum nördlich gelegenen Stadtteil La Jolla und wir halten am Scripps Park. Wir steigen aus und staunen über die südliche Vegetation. Palmen und große Kakteen stehen zahlreich im Park herum. An der Steilküste gibt es sogar jede Menge Pelikane zu bestaunen, die auch vor den Touristen keinerlei Scheu zeigen und ihr Gefieder reinigen. Wir machen einen kurzen Spaziergang bis hinunter ans Meer, wo es tatsächlich eine öffentliche Toilette gibt. Nach knapp 40 Minuten und der Erleichterung aller Businsassen geht weiter.
Gegen 11.15 Uhr sind wir in „Old Town“ angekommen. Der Bus darf nur kurz zum Ein- oder Aussteigen am Eingang halten und wir bekommen erklärt, wann und wo wir wieder zurück sein sollen. Hier ist die Keimzelle San Diegos. Im Jahr 1602, also etwas mehr als 100 Jahre nach der Entdeckung Amerikas, wurde hier eine erste Mission der Franziskaner gegründet. Eine erste Siedlung mit ständigen Bewohnern gab es dann ab dem Jahr 1750. Leider gibt uns die Stadtführerin nur eine dreiviertel Stunde Zeit. Wir gehen die Hauptstraße hinunter und entdecken eine kleine Mall, die im mexikanischen Stil angelegt ist. In den Kolonnaden gibt es kleine Souvenirgeschäfte und im zentralen Platz sogar einen Brunnen und ein Restaurant mit mexikanischen Spezialitäten auf der Speisekarte. Wir kaufen uns jeder eine kalte Wasserflasche, da wir jetzt in der Hitze doch Durst bekommen. Auf dem Rückweg bestaunen wir noch die überbordende Blumenpracht an den Bäumen und den zahllosen Sträuchern hier in dieser offenen Museumsstadt und sind kurz vor 12 Uhr wieder am Bus.
Kaum 20 Minuten später sitzen wir wieder im Bus und werden zum Balboa Park gefahren. Nein, der Name hat nichts mit dem bekannten Boxer aus den Rockyfilmen zu tun. Der Park wurde nach dem spanischen Entdecker Vasco Nunez de Balboa benannt und war in der Mitte des 19.Jahrhunderts nichts anderes als eine knapp 5 Quadratkilometer große, ungenutzte Grünfläche. Erst im Zuge einer Ausstellung im Jahr 1915 wurden verschiedene Gebäude errichtet und Gartenanlagen erstellt. Die Landschaftsarchitektin Kate Sessions betrieb den weiteren Ausbau dieses Juwels mitten in der Großstadt und so wurde der Park 1977 als Historic National Landmark geschützt.
Wir folgen unserer Stadtführerin, die uns auch hier mit schnellen Schritten durch die frei zugänglichen Gebäude hetzt. Als sehr schön sind uns das tolle Gewächshaus mit den Orchideen und ein Teich mit seltenen Seerosen in Erinnerung geblieben. Nach einer weiteren kurzen Stunde sind wir wieder am Bus und werden zurück zum Schiff gekarrt, das wir bereits um 13.30 Uhr erreichen. Na ja, für über 50 €uro ein teueres und kurzes Vergnügen.
Da wir jetzt noch keine Lust auf das Schiff haben, suchen wir noch nach einer Information über einen W-Lan Hotspot, über den wir einige E-Mails nach Hause schicken können. Leider hat davon in der Touristeninformation am Hafen keiner eine Ahnung. So etwas gäbe es in der Innenstadt in verschiedenen Cafe’s oder in einem Apple Store. Aber auf die Stadt und noch zu Fuß haben wir keine Lust, dafür ist es uns jetzt schon zu spät.
Wir gehen noch die wenigen Meter zum „Maritime Museum“ direkt im Hafen neben der Statendam. Hier liegen einige Museumsschiffe und originalgetreue Nachbauten berühmter Segler. Darunter ist auch die HMS Surprise, das Schiff aus dem Film „Master and Commander“ mit Russell Crowe und dem Film „Fluch der Karibik Teil 4“. Leider hat der Segler nichts mit der originalen HMS Surprise zu tun, die 1796 von den Engländern gekapert und umbenannt wurde. Es handelt sich um einen Nachbau des Schiffes HMS Rose, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Weiterhin kann man noch die „Star of India“ bestaunen, einen 1863 gebauten Windjammer, ein russisches U-Boot und zahlreiche, andere historische Schiffe.
Es ist jetzt bereits 14 Uhr und sehr warm. Es drängt uns ins Schiff, denn wir haben langsam auch Hunger. Wir müssen nur noch an den neuen Passagieren vorbei und hinauf ins Lido. Hier ist nicht sehr viel los und wir nehmen uns jeder erst einmal 2 Gläser Iced Tea. Das ist nicht die süße Plörre, die man so kennt, sondern tatsächlich einfacher, gekühlter, schwarzer Tee mit Eiswürfeln. Der ist sehr erfrischend und durstlöschend. Zurück in der Kabine finde ich tatsächlich mit dem Laptop einen freien Hotspot und sende schnell ein paar vorbereitete Mails. Danach brauchen wir aber erst einmal ein wenig Ruhe.
Mit dieser ist es aber schnell vorbei. Es gibt schon wieder eine Rettungsübung und an der müssen alle Passagiere teilnehmen. Auch wir. Nun ja, wir kennen die Prozedur bereits und lassen dieses notwendige Übel ein zweites Mal über uns ergehen. Die Übung dauert wieder 30 Minuten und dann haben wir endlich Zeit für eine kurze Ruhepause.
Genau um 18 Uhr hupt die Statendam und legt ab. Ich mache vom Balkon aus noch einige Videoaufnahmen in Richtung der Skyline der Stadt und der Flugzeugträger und dann sind wir auch schon aus der schützenden Bucht heraus auf dem Pazifik in Richtung Hawaii unterwegs.
Nachdem wir geduscht haben geht es zum Abendessen und dann sind wir erneut im Showroom. Die Kreuzfahrtdirektorin Linda stellt die neu an Bord gekommenen Künstler vor. Natürlich kennen wir keinen von dieser Truppe, werden uns aber an den folgenden Abenden überraschen lassen. Mit einem kurzen Zwischenhalt in der Ocean Bar landen wir um 22.45 Uhr im Crows Nest ganz oben auf Deck 12 über der Brücke. Hier gibt es auch eine Bar und eine Tanzfläche. Im Gegensatz zur Ocean Bar mit Live Musik ist hier eine Diskothek für die Unterhaltung der Passagiere zuständig. Leider dreht der Discjockey manchmal sehr an den Reglern und eine Unterhaltung ist nicht möglich. Das soll aber wohl auch in einer Disco so sein. Tanzen und nicht labern. Anja genießt einen Tequila Sunrise und ich eine Pina Colada. Um 14,84 US$ auf dem Bordkonto ärmer sind wir gegen 23.45 Uhr in unserer Kabine. Jetzt haben wir wieder 5 Seetage lang Zeit zur Erholung.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Einlaufen nach San Diego

Kussstatue

Bob Hope

La Jolla 1

 

 

La Jolla 2

 

 

Old Town

 

 

Hazienda?

 

 

Restaurant

 

 

Balboa Park

 

 

Gewächshaus

 

 

HMS Surprise