Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Statendam nach Hawaii

und franz. Polynesien 2013

30.09. bis 03.10.2013

4 Tage auf See

Wir haben in der letzten Nacht rund 11 Stunden geschlafen und das sehr gut. Das Schiff liegt immer noch an der Pier am Canada Place in Vancouver und somit weit entfernt von jedem Seegang. Wir stehen auf und bereiten uns auf das Frühstück vor. Dazu gehen wir ins Restaurant Rotterdam und bekommen hier einen Tisch zugewiesen – wie das eben in den USA so Sitte ist.
Es ist bereits 8.30 Uhr und wir werden an einem 6er Tisch „platziert“. Zwei Ehepaare aus New York und New Jersey sitzen bereits hier und wir säuseln ein freundliches „Good Morning“ in die Runde. Wir bekommen umgehend nicht nur die Speisekarte, sondern auch ein Gespräch der Amerikaner aufgedrängt. Wo wir herkommen und was wir so arbeiten und was wir überhaupt für Leute sind. Und das uns am frühen Morgen und auf nüchternen Magen und auch noch auf englisch. Na ja. Wir sind höflich und beantworten alle Fragen, sind aber sehr schnell mit unserem Frühstück fertig. Mit ein paar Entschuldigungen ziehen wir uns auch als Erste wieder vom Tisch zurück.
Den Vormittag verbringen wir mit der Erkundung des Schiffes. Die einzelnen Decks werden wir dann zu gegebener Zeit genauer erläutern, wenn wir diese besuchen. Zwischendurch kommt noch einmal eine Ansage vom Kapitän, die Statendam wird gegen Mittag den Canada Place und Vancouver verlassen. In der Kabine treffen wir unseren Stewart und wir fragen, ob wir statt der großen Decke auf dem Bett auch zwei einzelne Decken haben können. Die sind später dann auch prompt auf unseren Betten.
Wir gehen um 12 Uhr erneut ins Restaurant Rotterdam zum Mittagessen. Diesmal sind wir aber so schlau und erbitten einen Tisch für 2 Personen, den wir tatsächlich auch bekommen. Wir sitzen kaum, da bewegt sich das Schiff auch schon. Ich habe meine Kamera dabei, da ich das Ablegen und die Durchfahrt durch die Lions Gate Brücke gerne filmen möchte. Aber da es draußen in Strömen regnet, lasse ich das Ablegen sausen. Das Schiff fährt rückwärts in die Bucht hinaus und dreht ganz langsam den Bug in Richtung Brücke. Dennoch ist das Schiff schneller als ich dachte. Mitten im Kalbsgeschnetzelten mit Spätzle ist es fast so weit. Ich schnappe mit ganz schnell die Kamera und renne über die Treppe von Deck 8 hoch auf Deck 10. Gerade noch rechtzeitig kann ich am hinteren Pool die Kamera auf die Brücke richten und die Durchfahrt filmen. Es macht zwar wenig Spaß und auch kaum Sinn bei dem Regen, aber ich hatte es mir nun einmal vorgenommen. Wir sind schon über diese Brücke mit dem Auto gefahren und haben sie bei vielen Stadtrundfahrten besucht. Immer bei schönem Wetter. Aber die Durchfahrt… es hat halt nicht sollen sein.
Etwas sehr nass geworden sitze ich wieder an unserem Tisch im Restaurant und beende mit dem Nachtisch meinen Lunch. Anja ist natürlich bereits fertig und wir ziehen uns in die Kabine zurück. Die ist fertig geputzt und auch die getrennten Decken sind da. Uns ist nach einem kurzen Mittagsschlaf, aber wir können wegen der langen Nachtruhe nur eine knappe Stunde schlafen. Um 15 Uhr sind wir wieder im Restaurant, es gibt hier die tägliche Teestunde mit auserlesenen Teesorten, die frisch gebrüht werden, Gebäck und kleinen Kuchenstücken. Wer schon einmal eine Schiffsreise gemacht hat, kann uns verstehen. Zu Beginn wird alles ausprobiert, aber zum Ende der Reise hin nimmt man kaum noch an derartigen Veranstaltungen teil. Dennoch ist der Tee und das Gebäck von erlesener Qualität. Das jeden Tag und wir werden am Ende der Fahrt vom Schiff gerollt.
Um 20Uhr sind wir im Rotterdam und setzen uns an unseren Tisch. Natürlich entschuldigen wir uns bei unseren Mitreisenden für unseren desolaten Zustand am gestrigen Abend und erzählen die ganze Tortur der Anreise. Auch unsere Tischnachbarn haben sehr interessante Neuigkeiten für uns. Sie sollten eine Maschine eher fliegen, die war aber defekt oder sogar nur sehr wenig besetzt. Also hat man einfach unsere Maschine gefüllt und die überzähligen Passagiere in London zurückgelassen. Das ist für die Fluggesellschaft immer noch billiger, als zwei halbleere Maschinen fliegen zu lassen. Na, da werden wir uns nach der Reise etwas einfallen lassen. Es entwickelt sich ein sehr nettes Tischgespräch und unsere Mitreisenden sind wieder gut mit uns. Sie wissen ja jetzt, was wir erlebt haben und haben auch Verständnis dafür.
Um 22 Uhr sehen wir im Showroom noch eine Vorführung mit einem Zauberer und seinem Hund "Indy". Gegen 23 Uhr sind wir dann müde und gehen auf unsere Kabine. Das Schiff ist jetzt bereits in der Juan de Fuca Strait, eine Wasserstraße zwischen dem US-Bundesstaat Washington und der Südspitze von Vancouver Island. Vor fünf Jahren sind wir hier von Port Angeles mit der Fähre Coho hinüber nach Victoria gefahren. Der offene Pazifik kommt immer näher und das Schiff beginnt nun doch leicht zu schaukeln. Wir gehen in unsere Betten und schlafen sofort ein – die gute Seeluft eben.
Der zweite Seetag beginnt und heute sind wir etwas schlauer. Von unseren abendlichen Tischnachbarn haben wir erfahren, dass es oben auf Deck 11 im Lido ein tolles Selbstbedienungsbuffet gibt. Hier können wir unser Frühstück selbst zusammenstellen und wir werden auch nicht platziert. Danach sind wir um 11 Uhr im Wajang Theater. Das ist eigentlich der Kinosaal, aber hier kann die Leinwand hochgezogen werden und dahinter wird eine Showküche sichtbar. Es gibt sogar mehrere Fernseher, auf denen die Zubereitung mit Nahaufnahmen zu sehen ist. Toll. Julio, der Chefkoch, bereitet Heilbutt im Prosciutto-Mantel zu. Danach gehe ich noch in den Computerraum zu einem Windows 8 Workshop. Leider sind alle Computerplätze besetzt und da die Herrschaften alle mit Touchscreens arbeiten, macht das reine Zusehen keinen Sinn.
Nach dem Mittagessen gibt es um 14.30 Uhr eine Veranstaltung für die deutsche Reisegruppe im Wajang Theater. Ein Herr mit Namen Andreij stellt sich vor. Er ist der Reiseleiter und er wird uns die nächsten Wochen begleiten und beraten. Es folgt noch eine Vorstellung der Landausflüge, die muss aber frühzeitig beendet werden, es folgt eine Filmvorführung in diesem Kino. Wir gehen noch hinauf ins Lido und treffen hier auf Helga und Lilo, unsere Tischnachbarinnen. Wir trinken einen Kaffee zusammen und haben eine erste, wunderbare Unterhaltung. Wir erfahren dabei sehr viel über die netten Damen und deren sehr interessante Lebensläufe.
Gegen 20 Uhr sind wir wieder zusammen beim Abendessen an unserem Tisch und danach gehen wir sogar gemeinsam in den Showroom. Es gibt Bob Mackie’s Broadway Show, ein typisch amerikanischer Singsang mit Musik der 60er Jahre. So geht auch der zweite Seetag zu Ende.
Heute darf ich im Bett liegen bleiben. Eigentlich wären wir nach San Francisco eingelaufen, unter der Golden Gate Bridge hindurch. Aber auf dieses Ereignis muss ich leider verzichten. Auch die gebuchte Stadtrundfahrt fällt natürlich aus. Wir frühstücken wieder im Lido und treiben uns danach im Showroom herum. Hier werden einige künftige Reisen mit der Statendam vorgestellt. Danach sind wir wieder im Lido zum Mittagessen. Das hat sich für uns jetzt als vorteilhafter herausgestellt. Kaum Wartezeiten, es gibt viele Speisen, die frisch für den Passagier zubereitet werden und keine Platzierung. Wir treffen auf das Ehepaar vom Rhein, das auch an unserem Abendtisch sitzt und kommen mit ihnen jetzt ins Gespräch. Natürlich ist auch hier unsere Anreise das Gesprächsthema und ich mache mir wieder wertvolle Notizen.
Nach der Mittagsruhe gehen wir ins Atrium hinunter auf Deck 6. Andreij, der deutsche Reiseleiter, hält eine Sprechstunde ab. Als wir endlich dran sind, erbitten wir eine schriftliche Bestätigung über unseren Anreisemangel von der Reiseleitung und eine Abschrift seiner Meldung an den Reiseveranstalter. Wir müssen ihn noch mehrmals, sogar bis kurz vor Ende dieser Reise, bitten, uns diese Bescheinigung auszuhändigen. Typisch Reiseleitung. Ich filme von Deck 12 aus noch mit Stativ einen Sonnenuntergang und dann ist wieder Zeit zum Abendessen.
Im Showroom tritt heute ein Bauchredner mit seiner Puppe "Chucky" auf. Leider ist sein englisch, eigentlich ist es ein genuscheltes amerikanisch, für uns völlig unverständlich. Als der Komödiant dann auch noch das Publikum auffordert, mit ihm und seiner Puppe gemeinsam das Lied "Old McDonald had a Farm..." zu singen, verlassen wir den Saal und gehen auf einen sehr leckeren Cocktail in die Piano Bar und lassen hier den Abend ausklingen.
Heute, am letzten Seetag vor San Diego, möchte Anja gern ausschlafen. Ich husche durchs Bad und gehe allein mit Kamera und Stativ bepackt hinauf ins Lido zum Frühstück. Nach Kaffee, Toast und einem Fruchtsalat spaziere ich über die oberen Außendecks und filme ganz in Ruhe einige Teile des Schiffes. Es ist mittlerweile ganz ruhige See und herrlichstes Wetter. Ich treffe Anja, die auch gefrühstückt hat und wir hören uns im Showroom zwei Vorträge über San Diego an, die für uns sehr interessant sind. Nach dem Mittagessen ist ein Techniker in unserer Kabine. Wir hatten vor zwei Tagen die Klimaanlage reklamiert. Diese hat entweder voll geheizt oder Eiswürfel gespuckt. Wir haben die Wahl zwischen Röstung oder Erfrieren. Der gute Mann schraubt an dem Teil herum und meint nach 5 Minuten, die Anlage sei jetzt in Ordnung.
Gegen 15 Uhr verteilt Reiseleiter Andreij die Buskarten für den morgigen Ausflug, die Stadtrundfahrt durch San Diego. Ich stelle mich im Atrium an und bekomme die Karten für Bus Nummer 1. Anja ist ganz oben auf Deck 12 im Crowsnest zum Bingospiel. Ich haue mich aber in der Kabine auf mein Bett und mache ein kurzes Nickerchen. Schließlich haben wir ja Urlaub und wir sind in Rente. Anschließend sind wir noch einmal im Crowsnest zur Cocktailstunde. Andreij ist auch hier und informiert uns, dass der Bus Nummer 1 morgen bereits um 8.20 Uhr abfährt.
Nach dem Abendessen verabreden wir uns mit dem Ehepaar von unserem Tisch im Showroom. Es tritt ein Mensch namens Lee Bayless auf. Dieser "Künstler" ist so ein typischer Stand Up Comedian, wie man sie aus zahlreichen amerikanischen Filmen kennt. Er steht da vorne auf der Bühne und erzählt Witze in ein Mikrofon, über die tatsächlich nur einige wenige Amerikaner lachen können. Es tut uns sehr leid für den Mann, aber nach 10 Minuten verlassen wir genervt zu viert den Saal. Wir gehen auf unsere Kabine und lesen das Tagesprogramm von morgen und die Informationen über San Diego. Gegen 23.15 Uhr ist dann Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



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Skyline Vancouver

Stanley Park

Durchfahrt durch die...

...Lionsgate Brücke

 

 

Pazifik

 

 

Offenes Lido Deck 11

 

 

Deck 12

 

 

Schornstein mit Logo

 

 

Fabrikschild

 

 

Öltanker nach Alaska

 

 

Regenbogen

 

 

Neues Königspaar 2013

 

 

Sonnenuntergang