Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Dienstag 23.07.2013

Grönland - Kangerlussuaq - Rückreise

In dieser Nacht gibt es eine Besonderheit, die erwähnt werden muss. Auf dem Weg zum Flughafen in Kangerlussuaq überqueren wir zweimal den nördlichen Polarkreis. Einmal südwärts auf dem Weg von Ilulissat in die Einfahrt zum Fjord und dann im Sødre Strømfjord nordwärts auf dem Weg zum Flughafen. Das merken wir natürlich nicht, es ist ja eine geografische Linie. Wir müssen um 5.30 Uhr die Betten verlassen. Im Tagesprogramm steht für die Öffnung des Restaurants die Uhrzeit 6 Uhr. Das ist bereits zum wiederholten Mal falsch. Irgendetwas stimmt mit der Organisation an Bord nicht. Erst um 6.15 Uhr, nach zahlreichen Protesten der Passagiere, öffnet das Restaurant. Nicht, dass die Menschen besonders hungrig sind, es ist Abreisetag und ab 7 Uhr müssen die ersten Gruppen zu den Tenderbooten. Vorher sollen wir beim Videomann Petr auch noch die bestellten Filme der Kreuzfahrt abholen. Und diese Verknappung der Zeit ist einfach unnötig.
Ich hole mir schnell ein Brötchen, schlürfe den heißen Kaffee und stelle mich beim Videomann an. Nachdem ich den Film habe, es gab hier eine kurze Schlange, treffe ich Olga und spreche sie auf die Reservierung an. Sie bestätigt mir, dass sie die Reservierung für den Flug für uns hat, diese scheint aber nicht bei Lutz angekommen zu sein. Nun, da steht wohl Aussage gegen Aussage und wir werden es spätestens im Flieger merken, wer Recht hat.
Zurück im Restaurant nehme ich noch schnell eine Tasse Kaffee und wir gehen um 6.45 Uhr noch einmal in die Kabine. Unsere Koffer wurden bereits in der Nacht geholt und jetzt haben wir nur noch das Handgepäck. Wir blicken uns noch einmal um. Ob wir dieses Schiff jemals wiedersehen werden? Das müssen wir uns noch einmal gut überlegen. Beim Vergleich mit Hapag Lloyd und dem Service auf der MS Columbus kommt die jetzige MS Hamburg deutlich schlechter weg. Und das bei fast gleichem Preis? Allein die Küche war auf der Columbus um Vieles besser. Und von der Crew sind nur Lutz Stemme und die beiden Lektoren hervorzuheben. Fazit: Preis und Leistung stimmen nicht überein und die reservierte Fahrt über die großen Seen Nordamerikas werden wir stornieren.
Wir sitzen um 7 Uhr oben in der Weinstube mit den Franken zusammen. Einen Service mit Getränken gibt es am letzten Tag nicht. Dafür ist unser Spieltisch ganz nah an der Toilette, was für die lange Rückreise und die Wartezeit auch wichtig ist. Um 7.40 Uhr wird die Farbe Blau aufgerufen und wir verabschieden uns nur kurz. Wir treffen im Flughafen und auch im Flieger wieder aufeinander. Das Aussteigen in das Tenderboot klappt prima, nur die Überfahrt gestaltet sich schwierig. Es ist Ebbe im Sondre Stromfjord und die Fahrrinne zum Anlegesteg ist verschlammt. Unser Tenderboot hat große Mühe, überhaupt bis an den Anleger durchzukommen. Der Bootsfahrer muss mehrmals zurück und eine tiefere Stelle suchen. Vielleicht hätten ein paar wenigere Passagiere auch die Sache erleichtert. Vielleicht bei der nächsten Fahrt.
Um 7.55 Uhr sind wir an Land und sitzen 5 Minuten später in einem Tundrabus. Das ist so ein hohes Gefährt mir großen Ballonreifen, wie wir es vom Athabaska Gletscher in den Rocky Mountains her kennen. Wir haben Glück und bekommen die erste Bank ganz vorne rechts. Der Mann mit dem Lederhut, der sich schon einmal vor meine Linse gestellt hatte, muss ganz nach hinten. Das nennt man ausgleichende Gerechtigkeit. Die Fahrt zum Flughafen Kangerlussuaq dauert lange 25 Minuten. Filmen ist nicht möglich, weil der hoch liegende Bus so stark schaukelt, dass nur verwackelte Aufnahmen herauskommen. Heike Fries ist mit im Bus und erzählt etwas über die Geografie dieser Landschaft, wird aber immer wieder unterbrochen, weil sie sich und zusätzlich das Mikrofon nicht in jeder Situation festhalten kann.
Um 8.25 Uhr haben wir die 20 grausamen Kilometer geschafft und stehen im Terminal des Flughafens in Kangerlussuaq. Wir haben noch viel Zeit bis zum Abflug und finden tatsächlich ein freies Ledersofa. Das wird von uns besetzt und bald sitzen unser Tisch und die Franken zusammen. Draußen ist sehr schönes Wetter, strahlend blauer Himmel. Ideale Voraussetzungen für einen tollen Start und einen guten Flug zurück nach Hause.
Gegen 9.30 Uhr sehe ich über dem Berg neben der Landebahn eine Maschine anfliegen. Ich nehme mir meine Kamera und gehe nach draußen. Der Flieger macht eine 180 Grad Kurve und setzt zur Landung an. Das ist hier in dieser wilden Natur natürlich ein spektakuläres Motiv. Der riesige Flieger setzt auf und kommt in Richtung Terminal. Es ist ein riesiger Airbus von Air Greenland, der nicht auf der Ankunftstafel stand. Kurz danach kommen die zwei Air Berlin Flieger und bringen die neuen Passagiere für die nächste Kreuzfahrt der MS Hamburg. Die Maschinen kommen aber nicht direkt zum Terminal sondern bleiben hinter der Landebahn auf der anderen Seite des Geländes stehen. Weitere zahlreiche kleine Propellermaschinen landen ebenfalls in kurzem Abstand hier in Kangerlussuaq. Die hohe Zahl an Landungen auf diesem Flughafen wundert uns schon ein wenig.
Es ist jetzt 9.50 Uhr und es bilden sich bereits die ersten Schlangen vor den Sicherheitskontrollen. Und es dauert noch quälend lang bis wir endlich um 10.20 Uhr durch sind. Aber hinter der Sicherheitskontrolle geht das Martyrium weiter. Ohne Sitzplätze stehen wir jetzt in einer Halle dicht gedrängt eine Stunde bis 11.15 Uhr herum. Dann ein kleiner Hoffnungsschimmer, der aber wie eine Seifenblase zerplatzt. Jetzt kommt zuerst die Maschine mit Ziel Berlin dran. Erst um 11.45 Uhr, nach eineinhalb Stunden herumstehen, wird die Maschine nach Düsseldorf aufgerufen. Das ist eine Zumutung, weil man nirgendwohin ausweichen kann. Es gibt weder kleine Restaurants noch irgendwelche Sitzgelegenheiten in dieser Wartehalle. Nach endlosem Warten und zwei Stunden Stehens sind wir um 11.45 Uhr dran, und das auch noch eine ganze Stunde nach dem geplanten Abflug.
Es dauert nach dem Aufruf zum Boarding nochmals 20 Minuten, bis wir die Maschine auf der anderen Seite des Flugfeldes erreicht haben und die Gangway hinauf im Flieger sind. Genau um 12 Uhr sitzen wir auf unseren Plätzen in Reihe 13 einer Boeing 737-800. Der mittlere Platz bleibt glücklicherweise frei.
Genau um 12.25 Uhr meldet der Purser "boarding completed". Jetzt kann es ja endlich losgehen. Wir haben bereits über 90 Minuten Verspätung. Aber die Maschine
steht weiter auf der Betonpiste. Ich habe auf der rechten Seite den Fensterplatz und sehe mit entsetzen, dass jetzt noch 13 weitere Koffertransportwagen an die Maschine herangefahren werden. Das Gepäck ist scheinbar noch nicht verladen. Wie kann da das Boarding schon komplett sein??? Ich entdecke einen unserer Koffer und der landet auf dem Transportband in die Maschine. Daneben befinden sich aber jede Menge Koffer mit lilafarbigen Aufklebern auf den Transportkarren. Auch diese landen auf dem Band und im Bauch unseres Fliegers. Da kann doch was nicht stimmen.
Gegen 13.35 Uhr, wir sitzen jetzt bereits erneut eineinhalb Stunden auf unseren Plätzen in der Maschine, erfolgt von Lutz, der mit uns nach Düsseldorf fliegt, eine Durchsage. Ein sehr stabiles Hochdruckgebiet liegt über Zentralgrönland. Aber durch kalte Westwinde liegt die gesamte Westküste der riesigen Insel unter einer dichten Nebeldecke. Alle Flüge nach und innerhalb von Grönland werden deshalb nach Kangerlussuaq umgeleitet und das verursacht dieses Chaos auf dem Flughafen. Die Maschine nach Berlin ist mit nur einem Drittel der Koffer abgeflogen, weil das Zeitfenster für die Arbeitszeit der Besatzung und die späte Landung in Berlin gefährdet ist. Jetzt packt man so viele Koffer wie zulässig sind in unsere Maschine. Auch unsere Flugzeugbesatzung hat ihre Arbeitszeit überschritten, aber sollen wir jetzt noch in Kangerlussuaq übernachten?
Lutz und sogar der Kapitän der Boeing helfen jetzt beim Verladen der Koffer, das kann ich aus meinem Fenster beobachten und ich filme es auch. Sollte einer unserer Mitreisenden dieses Material als Beweis benötigen. Endlich, um kurz vor 14 Uhr wird das Transportband zurückgeschoben. Es liegen aber noch jede Menge Koffer auf den gelben Karren, die eigentlich mit nach Deutschland sollen. Der Kapitän startet seine Motoren und rollt zur Startbahn.
Genau um 14.02 Uhr heulen die Triebwerke auf und Flug AB 1225 hebt von der Startbahn in Kangerlussuaq ab. Wir starten genau in Richtung Westen und dem Stromfjord. Bevor die Boeing eine Linkskurve fliegen kann, ist unter uns das Ende des Fjordes zu erkennen. Jetzt ist Flut und MS Hamburg ist nicht mehr zu sehen. Sie ist mit neuen Passagieren bereits unterwegs und auf der nächsten Kreuzfahrt.
Wir müssen jetzt scharf rechnen. Wir sind um 14 Uhr gestartet. Dazu kommen 4 Stunden Zeitverschiebung nach vorn, also ist es jetzt 18 Uhr in Düsseldorf. Dazu müssen wir noch die Flugzeit von 4 Stunden und 40 Minuten rechnen und das ergibt 22.40 Uhr in Düsseldorf. Das wird arg knapp, gilt doch in Düsseldorf das Nachtflugverbot nach 23 Uhr. Hoffentlich werden wir nicht nach Köln umgeleitet und kommen von dort nicht mehr weg.
Der Flug verläuft bei herrlichem Wetter reibungslos. Kurz nach dem Start überfliegen wir die kilometerdicke Eisplatte Grönlands und können auch schön die Gletscherseen erkennen. Später sind wir über Island und hier ist jetzt das Wetter ebenfalls sehr schön, so wie wir es uns gewünscht hätten. Den riesigen Vulkan Snaefellsjökull mit seiner Eiskappe ganz im Westen passieren wir in 10.000 Metern Höhe und wir haben einen tollen Blick darauf. Danach wird es schnell dunkel. Wir fliegen nach Südosten und damit entfernen wir uns immer weiter vom Polarkreis, den wir kurz nach dem Start ein siebentes Mal passiert haben.
Nach dem Bordservice und einem Getränkeservice um 17 Uhr fängt Lutz an, über die Bordlautsprecher die Passagiere herauszufinden, die in Düsseldorf stranden werden. Er will sie in Hotels bis zum nächsten Tag unterbringen. Einige melden sich, die keinen Weiterflug bekommen oder deren Züge weg sind.
Gegen 22.17 Uhr beginnt die Maschine mit dem Sinkflug. Sie dreht noch einige Warteschleifen und fliegt dann von Westen aus den Flughafen in Düsseldorf an. Um 22.43 Uhr setzt der Flieger auf und wir sind wieder zu Hause. Geschafft. Die Koffer nehmen wir um 23.10 Uhr vom Band und verabschieden uns herzlich von den neuen Freunden aus Franken. Ein schöner Urlaub in beeindruckender Natur ist vorbei.

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Klick für große Bilder:

Sondre Stromfjord

Tolles Wetter

Cafeteria

Wartehalle

 

 

Abflug?

 

 

Airbus von Air Greenland

 

 

Start in Kangerlussuaq

 

 

Vulkan auf Island

 

 

Display im Flieger

 

 

Landung in Düsseldorf

 

 

Gepäckband