Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Montag 22.07.2013

Grönland - Sisimiut / Holsteinsborg

Heute wird es schon wieder schwer ums Herz. Es ist der letzte volle Tag dieser Reise. Morgen früh geht es von Bord und nach Hause. Ich bin um 7 Uhr beim Frühstück im Restaurant und unterhalte mich mit Jaqueline aus dem Erzgebirge. Gegen 8 Uhr treffe ich Anja an der Rezeption. Wir holen unsere Reisepässe ab und lassen unsere Rechnung ausdrucken. Danach gehe ich mit Anja ins Restaurant zu ihrem Frühstück und ich setze mich aber zu den Franken, die ebenfalls noch hier sind. Wir warten auf das Pre-Boarding in die Flugzeuge für den Rückflug morgen. Das soll für die blaue Gruppe um 9.10 Uhr beginnen. Ich bin mit unseren Papieren pünktlich oben vor der Lounge und von der langen Schlange bis zum Tisch mit Lutz fast erschlagen. Na, das kann ja noch dauern.
Richtig, die Wartenden vor mir haben alle noch rote und grüne Punkte und stehen auch schon über eine halbe Stunde hier an. Die Organisation hat völlig versagt. Es dauert noch über eine Stunde, bis ich zu Lutz Stemme vorgedrungen bin. Um 10.20 Uhr halte ich endlich mit jeder Menge Kreuzschmerzen unsere Bordkarten in der Hand. Die Reservierung, die ich bei Frau Bozhko vor einigen Tagen gemacht hatte, war natürlich nicht berücksichtigt worden. Lutz ist aber so nett und hält uns in einer Dreierreihe den mittleren Platz frei. Da die Maschine nach Düsseldorf nicht voll ist, wird das hoffentlich auch kein Problem sein.
Ich bin wieder oben in der Weinstube und treffe meine liebe Frau und die Franken. Wir wollen gleich gemeinsam in die Lounge zum Vortrag über Sisimiut. Ob der aber stattfindet? Die Schlange für die Flugreservierungen ist noch gewaltig. Der Vortrag findet statt, wenn auch verspätet und sehr stark gekürzt. Danach gibt es wieder sehr früh das Mittagessen. Bereits um 11.30 Uhr sitzen wir an unserem Tisch und essen Rindergulasch. Warum erwähne ich das? Dieses Gulasch muss wirklich die letzte Reserve der Küche sein. Es ist zäh und ungenießbar. Kostet denn unten in der Küche niemand von den Essen, die den Passagieren zugemutet werden? Oder hat der Koch ausgerechnet das einzige weiche Stück Fleisch der ganzen Mahlzeit zum verkosten erwischt? Anjas Seezungenröllchen sind in Ordnung, aber kann man bei Fisch viel falsch machen? Danach sollten wir noch einen Fragebogen ausfüllen. Falsche Zeit, falscher Ort für die Schiffsleitung.
Um 12.30 Uhr hat MS Hamburg am Pier in Sisimiut festgemacht und wir dürfen das Schiff diesmal über die Gangway verlassen. Dieser Ort ist die zweitgrößte Stadt in Grönland und hat 5500 Einwohner. Die Stadt ist sehr wohlhabend und wirtschaftlich am weitesten in Grönland entwickelt. Das liegt wohl auch und mit an der weltbekannten Krabbenfabrik, die hier ihre Verarbeitungshallen hat. Da wir keinen Ortsplan haben, laufen wir einfach den anderen Passagieren nach und erreichen hinter einer Bushaltestelle einen großen Handwerkermarkt. Hier sehen wir beeindruckende Exponate und sehr schöne Souvenirs. Aber wir haben ja bereits unsere kleine Figur aus Stein und sehr viel mehr wollen wir uns auch nicht mehr ins Wohnzimmer stellen.
Danach schlendern wir weiter über die Hauptstraße und einen Hügel hinauf zum Museum des Ortes. Am Eingang sind zwei Kieferknochen eines Wales aufgestellt, die den Eingang markieren. Dahinter befindet sich die älteste Kirche Grönlands, die bereits 1775 erbaut wurde und von den hier ansässigen Einwohnern selbst bezahlt wurde. Hinter der Kirche sehen wir noch das "alte Haus", ebenfalls von 1775. Das stand ursprünglich in Bergen und wurde von dort hierher transportiert. Das geschah bereits 1764, also nur 9 Jahre nachdem es in Bergen errichtet wurde. Die Auswandererfamilie hat eben ihr Haus damals einfach mitgenommen. In den zurückliegenden Jahren diente es als Wohnhaus, Bäckerei, Poststation und Polizeiwache. Heute wird es als Museum für Funde aus der Saqqaq Kultur genutzt.
Es ist jetzt Mittagszeit und die Sonne steht hoch am Himmel. Das ermuntert die zahlreichen, ortsansässigen Mücken, jetzt über uns herzufallen. Wir machen uns also auf den Rückweg unter ständiger, aber ungewollter Begleitung der Mückenschwärme. Am Hafen und an der kuriosen beheizbaren Tankstelle machen wir, wild mit den Taschentüchern wedelnd, einen kurzen Fotostopp. Dann geht es mit Vollgas zurück zum Schiff. Am letzten Urlaubstag noch zerstechen lassen? Kommt nicht in Frage.
Um 13.45 Uhr sind wir wieder in der mückenfreien Zone an Bord der MS Hamburg. Unsere Koffer stehen bereits in der Kabine und das deutet stark auf den Abschied hin. Aber zuerst gibt es noch einmal einen Mittagsschlaf. Um 16 Uhr ist der gehalten und wir beginnen mit dem Kofferpacken. Das ist zu zweit nicht ganz einfach, man kommt schlecht in der engen Kabine aneinander vorbei. Ich lege die Sachen zusammen und bereit und Anja verteilt sie sach- und fachgerecht in die offenen Koffer, die auf den Betten liegen. Um 17.20 Uhr ist auch das geschafft und die zusätzlichen Aufkleber sind angebracht. Wir müssen weiße Aufkleber an unseren Koffern anbringen, was bedeutet, dass dieser Koffer in das Flugzeug nach Düsseldorf geladen werden müssen. Die Passagiere, die nach Berlin fliegen, bekommen alle lila Aufkleber für ihre Koffer. Nachdem ich die Koffer gewogen habe, ja ich habe immer eine kleine elektronische Kofferwaage mit, räumen wir noch zwei Teile um und das Gewicht stimmt.
Ich springe schnell unter die Dusche und Anja geht zur Rezeption. Hier kann man jetzt für 10 €uro in bar das Logbuch über die Schiffsreise von Heike Fries abholen. Um 18.35 Uhr stehen wir vor der noch verschlossenen Lounge. Es ist der letzte Abend dieser Reise an Bord und die Crew will sich von uns verabschieden. Da wir auch gern zusammensitzen möchten, wollen wir gern entsprechende Plätze reservieren. Zugesagt haben die 3 Franken, Jaqueline aus dem Erzgebirge, die Frankfurter und die Leverkusener von unserem Abendtisch. Das macht 10 Plätze und das wird schwierig. 15 Minuten später als geplant gehen die Türen auf und wir stürmen in die Lounge. Es wird zuerst noch ein Foto gemacht und dann gelingt es uns tatsächlich, die 10 Plätze direkt an der Tanzfläche zu reservieren und so sitzen wir alle gemeinsam am letzten Abend zusammen.
Bis alle Passagiere einen Sitzplatz gefunden haben, dauert es fast eine halbe Stunde bis 19.15 Uhr und dadurch fallen die Abschiedsworte von Kapitän Dieckmann und Kreuzfahrtdirektor Herzfeld auch knapp aus. Bereits um 19.45 Uhr sind wir festlich gewandet im Restaurant und warten auf das Kapitäns Abschiedsdinner. Es gibt einen Krabbensalat, eine Steinpilzconsome´, Poulardenstreifen auf einem Salatbett, Rinderfilet und zum Schluss - - - natürlich die obligatorische, durch das Traumschiff MS Deutschland bekannt gewordene, Eisbombe.  Zur Melodie des Liedes Macarena kommt die gesamte Servicemannschaft mit Feuerwerk und dem Nachtisch durch das Restaurant gezogen. Das Eis schmeckt sehr gut, leider ist ein Nachschlag wohl nur für die Crew vorgesehen. Die Eistorten werden ganz schnell weggeräumt.
Um 22 Uhr findet in der Lounge noch eine Verlosung statt. Anja und Martha gehen hin, gewinnen aber nichts. Ich gehe mit Roland und Bruno in die Weinstube und hier warten wir mit einem kühlen Glas Bier auf unsere Frauen. Das geht mit ratschen noch über 2 Stunden so, aber dann müssen wir in die Kabine. Die Koffer müssen noch geschlossen und vor die Kabinentür gestellt werden. Die Crew holt sie noch in der Nacht ab und wir sehen sie erst am nächsten Abend in Düsseldorf wieder.
Um 0.30 Uhr ist dann mit einigen Bieren im Körper Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

MS Hamburg in Sisimiut

Ort Sisimiut

Krabbenfabrik

Bushaltestelle

 

 

Handwerkermarkt

 

 

Museum in Sisimiut

 

 

Beheizte Tankstelle

 

 

Abschiedsabend

 

 

Kapitän der MS Hamburg

 

 

Eistortenparade