Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Freitag 19.07.2013

Grönland - Nuuk / Godthab

Der Tag beginnt erneut easy. Wir haben viel Zeit zum Frühstücken. Ich bin schon zeitig im Restaurant und bestelle erst einmal Kaffee. Anja schläft an den Seetagen gern etwas länger und kommt etwas später an den Tisch. Es gibt wie immer das übliche Buffet, es gibt kaum eine Abwechslung. Lediglich die frisch in der Küche zubereiteten Spiegeleier bilden da eine Ausnahme. Nach dem Frühstück gehe ich mit dem Computer wieder hoch in die Weinstube. Natürlich ist mein Platz erneut von dem Herrn aus Frankfurt besetzt. Er liebt wohl die Steckdose an der Seite oder sein Akku ist nicht mehr der Beste. Meiner funktioniert prächtig, ist das kleine Ultrabook doch neu und hat einen vollen funktionierenden Akku. Die Daten sind dank USB 3.0 schnell überspielt und auch die zusätzliche Sicherung auf der externen Festplatte geht sehr schnell voran. Anja bringt ihren Chip aus der Fotokamera vorbei und der wird gleich mitgesichert.
Um 9.50 Uhr sind wir in der Lounge. Lektorin Heike Fries gibt einen Vortrag über die Anlandung in Nuuk und die dort zu erwartenden Sehenswürdigkeiten. Nach dem Vortrag gehen wir auf eine kurze Stippvisite in die Weinstube. Die Franken spielen schon wie verrückt und Anja spielt ebenfalls noch eine Runde Rummicub mit.
Gegen 11.30 Uhr gibt es auf Deck 6 am Pool den wegen des schlechten Wetters verschobenen Frühschoppen mit Bandmusik. Es gibt gekühltes Bier und Schweinebraten. Wir holen uns ein Bier und ein Stück Fleisch. Da wunderbares Wetter ist, setzen wir uns mit den Franken an einen Tisch am Pool und machen uns über das deftige Zweitfrühstück her. Leider setzt sich die Küchenmisere auch hier auf Deck 6 fort. Das Schweinefleisch auf unserem Teller ist zäh und schmeckt überhaupt nicht, noch nicht einmal mit viel Senf. Wir lassen unser Teller einfach stehen und rühren das arme tote Tier nicht mehr an. Wir sind 15 Minuten später wieder in der Kabine und wechseln die wärmende Kleidung. Um 12 Uhr gibt es im Restaurant das Mittagessen und wir freuen uns auf das Essen aus der Mannschaftsküche.
Um 12 Uhr sitzen wir an unserem Tisch und auch die Franken finden sich ein. Denen hat auch nur das Bier geschmeckt und sie werden sich jetzt gemeinsam mit uns für den bevorstehenden Landgang stärken. Aus dem Fenster können wir mittelgroße Eisberge sehen, durch die sich unser Schiff seinen Weg nach Nuuk bahnen muss. Heute stehen Frikadellen aus der Mannschaftsküche auf dem Speiseplan und die nehmen wir. Danach noch ein Eis des Tages und wir sind gesättigt. Gegen 13 Uhr sind wir zurück in der Kabine und legen unsere Kleidung für den Landgang zurecht. Da wir aber noch über eine Stunde Zeit haben, nicke ich kurz ein.
Um 14.30 Uhr sitzen wir in einem Tenderboot und sind 10 Minuten später in der Hauptstadt Grönlands, Nuuk. Früher hieß sie Godthab, hat 15.000 Einwohner und wurde bereits 1721 von dem norwegischen Missionar Hans Egede gegründet. Eine genauere Beschreibung kann auf der Seite von 2011 nachgelesen werden. Zuerst sind wir sehr enttäuscht. Das Postamt des Weihnachtsmannes und der riesige rote Briefkasten davor sind nicht mehr da. Angeblich hat man ihn nach Ilulissat in der Diskobucht geschafft. Den Grund kennt niemand von der Schiffsbesatzung und auch nicht die Reiseleiter. Auch wir bekommen es nicht heraus, da es leider keine Anlandung in Ilulissat geben wird. Es ist wunderschönes Wetter in Nuuk mit 10 Grad Lufttemperatur und wolkenlosem Himmel. Vor 2 Jahren hatte es geregnet und wir hatten keine schönen Aufnahmen machen können.
Wir wenden uns daher zuerst hinter dem kleinen Hafen der im Wasser stehenden Statue der Mutter des Meeres zu. Es ist erneut fast Ebbe und wir machen diesmal bessere Bilder dieser Figur. Danach erklimmen wir den Hügel mit dem großen Standbild des Stadtgründers. Auch das hatten wir uns damals wegen strömenden Regens geschenkt. Wir haben unsere Franken getroffen, die im nächsten Tenderboot saßen, und gehen zusammen weiter. Sogar Roland geht trotz seiner Gehbehinderung tapfer und bewundernswert mit zur Statue hoch. Hier oben fotografieren wir uns natürlich gegenseitig und genießen die wunderbare Sicht über die erstaunlich große Stadt mit ihren Hochhäusern und modernen Wohnblocks. Dazwischen finden sich aber auch die typisch grönländischen bunten Wohnhäuser aus Holz.
Von der alles überragenden Statue des Stadtgründers gehen wir den Weg hinunter zur Erlöserkirche, die gleichfalls die Domkirche Grönlands ist. Sie hat etwas Ähnlichkeit mit der Kirche in Qaqortoq, ist aber leider geschlossen. Wir wenden uns einer der Hauptstraßen zu und erklimmen die nächste kleine Anhöhe. Hier oben stehen wir vor einem neuen, supermodernen Einkaufszentrum. Wir betreten es durch einen der vier Eingänge und sehen uns erst einmal um. Die Franken haben eigene Absichten und wir verabschieden uns voneinander. Wir suchen nach einem kleinen Souvenir, das wir von jeder Reise mitnehmen möchten. Das soll nicht groß oder gar riesig sein. Kann es ja auch nicht, sind Gewicht und Platz in den Koffern ja begrenzt. Im oberen Geschoß entdecken wir ein kleines Geschäft mit allerlei sogenannten Nippes. Aber in zwei Vitrinen entdecken wir kleine Statuen und Schnitzwerk. Die Figuren aus Walknochen und ähnlichen tierischen Erzeugnissen nehmen wir auf gar keinen Fall mit. Das Risiko ist einfach zu hoch, vom Zoll wegen Verstoß gegen das Artenschutzabkommen bestraft zu werden. Wir entscheiden uns für eine kleine Granitfigur. Die stellt eine Inuitfrau mit einer Handtrommel dar und ist gerade einmal 12 Zentimeter hoch. Die passt noch in den Koffer, der Preis ist aber heftig.
Wir gehen anschließend die obere Hauptstraße weiter zwischen den Geschäften entlang und treffen hier auf die Familie aus Leverkusen. Er ist mit Fotografieren beschäftigt und Anja macht einen Schnappschuss von ihm beim Objektivwechsel. Danach streben wir seitlich über kleinere Wege und Straßen wieder in Richtung Bootshafen, in dem die Tenderboote anlanden. Wir warten nicht lange und sitzen bald im nächsten Boot zum Schiff.
Um 17 Uhr sind wir erneut auf Deck 6 im Palmgarten und trinken erst einmal einen Kaffee. Von hier oben können wir einige Ausflugsboote mit Passagieren unserer  MS Hamburg beobachten, die ganz nah um das Schiff herumfahren. Sie jagen Buckelwale. Natürlich nur mit den Fotoapparaten. Wir können auch von hier oben einige Rückenfinnen und abtauchende Fluken dieser mächtigen Tiere beobachten. Wir haben diese Tour nicht gebucht, weil wir 2006 in Alaska vom Ort Seward aus eine Walbeobachtungstour unternommen hatten. Mit einem kleine Schiff und nur 15 anderen Passagieren sind wir den Buckelwalen bis auf 10 Meter nahe gekommen und der gewaltige Eindruck, den diese Tiere auf uns gemacht haben, hält bis heute vor.
Um 18 Uhr legt MS Hamburg in Nuuk ab und verlässt in langsamer Fahrt den langen Nuuk-Fjord. Sie muss sich wieder ihren Weg durch die Eisberge in die offene See suchen. Wir brechen in unsere Kabine auf, denn wir müssen uns noch umziehen. Heute findet im Restaurant das Piratendinner statt. Die Passagiere sollen sich als Piraten verkleiden oder maskieren. Natürlich haben wir keine Kostüme mit und müssen improvisieren. Ich ziehe eine schwarze Hose und ein schwarzes Hemd an. Dazu setze ich mit meine dunkelblaue Schlafmaske der Lufthansa auf, aber nur über ein Auge. Somit gehe ich als einäugiger Käptn Blackbeard. Anja findet leider nur ein Kopftuch, aber besser als nichts.
Bereits auf dem Weg ins Restaurant begegnen wir jeder Menge Möchtegernpiraten. Viele haben irgendetwas in ihren Koffern gefunden und sich umgehängt. Auch im Restaurant ist das Hallo groß und ich muss mich mit Konstantin und Caesar Junior, unseren Tischkellnern, fotografieren lassen. Anja knipst auch unsere Franken an ihrem Tisch im Heck. Sie haben ebenfalls etwas gefunden und Schals zu Schärpen umfunktioniert.
Nach dem Piratenessen bin ich mit Bruno bereits um 20.35 Uhr in der Lounge. Wir wollen heute Abend gemeinsam die Crewshow ansehen und brauchen dafür zwei Tische und 5 Plätze. Das geht nur, wenn man früh kommt und sich die Sitzmöbel zusammenrückt. Gegen 21.20 Uhr beginnt die Crewshow. Natürlich sind die Darsteller alle Amateure, die aber geben ihr Bestes. Besonders Lutz Stemme sticht wieder einmal besonders positiv hervor, das kann aber auch nur ein subjektiver Eindruck von uns sein. Nach der Show holen wir noch den Computer aus der Kabine und treffen uns in der Weinstube. Aus dem Überspielen der Daten wird nichts. Wir hocken zusammen und erzählen mehr oder weniger interessante Geschichten aus unserer Vergangenheit. Dazu wird ordentlich mit der Flatrate "gehopft" und "rotgeweint". Dazwischen fotografieren wir erneut einen tollen Sonnenuntergang. Langsam nähert sich die MS Hamburg erneut dem nördlichen Polarkreis und damit der Mitternachtssonne.
Erst um 0.40 Uhr ist heute Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Mutter des Meeres

Roland knipst

Statue von Hans Egede

Domkirche in Nuuk

 

 

Granitplastik

 

 

Einkaufszentrum

 

 

Moderne Architektur

 

 

Blick zum Meer

 

 

Ehemaliges Postamt

 

 

Piratendinner

 

 

Crewshow

 

 

Weinstube um Mitternacht