Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Mittwoch 17.07.2013

Kreuzen im Nordmeer

Der zweite Tag auf See hintereinander beginnt wie immer mit dem Frühstück, aber heute gehen wir nicht zusammen ins Restaurant. Das Schiff bewegt sich ganz ordentlich. Über Nacht ist die See rauer geworden und das haben wir bereits im Bett gespürt. Ab und zu rollt man unfreiwillig von einer Seite auf die andere. Mir macht dieser Seegang nicht viel aus, da müssen die Wellen schon noch eine kleine Schippe drauflegen und ich bin pünktlich im Restaurant. Unser Lieblingstisch ist frei und ich nehme erst einmal einen Kaffee. Gegen 8.20 Uhr kommt Anja auch, hält sich aber deutlich mit der Einnahme von Speisen zurück.
Nach dem Frühstück gehen wir mit unseren Kameras hoch auf Deck 6 und machen ein paar Aufnahmen. Der Bärenwächter und Charmeur Lars Henricksen lehnt gemütlich an der Reling. So einem norwegischen Seebären macht diese kleine Briese nichts aus. Die wetterfeste Kapuze über den Kopf gezogen grinst er zu uns herüber. Wir verschwinden alsbald wieder unter Deck und gehen zum Spielen in die Weinstube. Der Tischnachbar aus Frankfurt hat meine Steckdose mit dem Tisch für den Computer entdeckt und hat sich darauf schon breit gemacht. Pustekuchen. Ich nehme einen anderen Tisch ohne Steckdose und überspiele Anjas Kamerachips. Trotz der "Tischbesetzung" zeige ich ihm meine Aufnahmen aus dem Prins-Christian-Sund, an dem wir ja gestern Abend vorbeifahren mussten.
Um 10.30 Uhr ist die gelbe Gruppe mit der Brückenführung dran. Die macht nicht wie auf der Columbus der Kapitän höchst persönlich, sondern Lutz Stemme, der Reiseleiter, gibt den Brückenführer. Ich habe zwar den blauen Punkt auf meiner Karte, aber da Bruno Skat kloppt, vertrete ich ihn und gehe mit Martha hoch zur Brücke. Dafür kann ich dann am Nachmittag um 14 Uhr meinen Schönheitsschlaf halten. Lutz macht die Brückenführung gut und routiniert, so, als ob er der Kapitän persönlich ist.
Um 11.10 Uhr ist die Führung vorbei und eigentlich wollten wir in die Lounge zum musikalischen Frühschoppen. Aber einige der Künstler sind wohl seekrank. Laut Durchsage über die Lautsprecher entfällt das Ereignis. Auch die Küche hat anscheinend mit dem Wellengang zu kämpfen. Die versprochene Tischzeit von 12 Uhr wird nicht eingehalten. Die ganz tapferen, zu denen ich auch zähle, stehen noch eine halbe Stunde vor der verschlossenen Tür zum Restaurant.
Anja, die eigentlich später kommen wollte, kommt nun genau richtig und wir studieren die heutige Speisekarte. Ob es am Seegang liegt, wissen wir nicht, es gefällt uns heute keine der angebotenen Speisen. Da entdecken wir das Menü aus der Mannschaftsküche. Das wird fast versteckt angeboten. Es besteht heute aus Linsensuppe, Hähnchen und einer Schokocreme. Das bestellen wir und bereuen es nicht. Es schmeckt um vieles besser und würziger als der aufgewärmte Mampf an den vorangegangenen Tagen. Morgen werden wir darauf achten und noch einmal aus der Mannschaftsküche bestellen.
Um 13.30 Uhr lege ich mich hin und Anja geht mit Bruno um 14 Uhr zur Brückenführung. Sie ist ganz schnell wieder da, denn der Seegang hat noch einmal zugelegt. Draußen herrscht Windstärke 8 und ein Seegang von 5. Da wird es so mancher Landratte übel. Gegen 17 Uhr gibt es in der Lounge von Lektor Kiesewetter einen Vortrag über Qaqortoq, unserem ersten Ziel morgen auf Grönland. Danach vertreiben wir uns die Zeit mit Spielen, Erzählen und ein paar nachmittäglichen Köstlichkeiten im Palmgarten.
Kurz vor dem Abendessen packe ich noch einen Beutel mit Wäsche zusammen und lege ihn aufs Bett. Danach sind wir erneut im Restaurant zum Abendessen und danach wieder in der Weinstube zum Spielen.
Ja, Seetage sind zwar gemütlich, aber auch schwierig. Sie bestehen meist aus den Distanzen zwischen den Mahlzeiten, die mit Faulenzen überbrückt werden müssen. Anja geht um 21.15 Uhr in die Lounge zu Libor Capek und seinem romantischen Abend am Klavier. Sie berichtet danach, dass der Raum sehr übersichtlich gefüllt war. Nun, ich war ja auch nicht mit. Das Klavierspiel hat ihr dennoch gut gefallen.
Den restlichen Abend verbringen wir mit den Franken in der Weinstube. Es werden einige Cocktails und Biere vernichtet und wir haben uns eine Menge zu erzählen. Dennoch ist heute wieder um 0.15 Uhr Bettruhe.



nächster Tag

 

 

 

 



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Lars Henricksen

Brücke

Brückenführung

Lutz erklärt die Brücke

 

 

Kartentisch

 

 

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