Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Montag 15.07.2013

Island - Reykjavik - Geysir - Gulvoss - Thingvellir

Am frühen Morgen erreicht MS Hamburg die Hauptstadt Islands, Reykjavik. Das bedeutet übersetzt "Rauchbucht". Die ersten Siedler dieser Gegend kamen mit dem Schiff und erkannten bereits von Weitem die aufsteigenden Wasserdampfschwaden der Geysire. Sie hielten das aus der Ferne für Rauch und so bekam der Ort dieser Ansiedlung seinen Namen.
Nach dem Frühstück machen wir uns für den Landgang fertig. Eigentlich soll es bereits um 8.00 Uhr losgehen, aber es ist noch keiner der Busse da. Die stecken womöglich noch in der morgendlichen Rushhour der Landes- und Bundeshauptstadt Islands fest. Gegen 8.10 Uhr kommt die Schlange vor der Gangway langsam in Bewegung und wir trippeln hinter den Massen der Landausflügler her bis zum Bus mit der Nummer 1. Ich hatte mich gestern zeitig an der Rezeption angestellt und für uns und die Franken diese Buskarten ergattert. Um 8.30 Uhr sitzen wir hintereinander im Bus und 5 Minuten später startet die Fahrt über den "Goldenen Kreis".
Diese Rundfahrt mit den Sehenswürdigkeiten des Geysirbeckens, des großen Grabenbruches und des Gullfoss Wasserfalles haben wir bereits 2011 gemacht, als wir Island mit der MS Columbus besuchten. Damals war relativ schlechtes Wetter, immer wieder regnete es zwischendurch ein wenig. Deshalb haben wir auf dieser Reise, in der Hoffnung auf besseres Wetter, die Rundfahrt noch einmal gebucht. Aber wie es aussieht, ist das ein Trugschluss. Es schüttet, was der Himmel hergibt. Nach 45 Minuten Busfahrt macht der Fahrer an einem kleinen Einkaufszentrum einen kurzen Halt. Hier können oder sollen wir Souvenirs kaufen, was wir aber nicht tun, und uns einen tiefen Riss mitten durch das Gebäude ansehen. Bei einem Erdbeben vor einigen Jahren entstand dieser Erdspalt und wurde für Touristen mit einen Glasplatte abgedeckt. Uninteressant ist das, was wir hier sehen auf gar keinen Fall. Es demonstriert ganz ansehnlich die gewaltigen Kräfte, die an dieser Insel zerren und sie in einer fernen Zukunft auseinander reißen werden. Dann wird es ein westliches oder amerikanisches und ein östliches oder europäisches Island geben.
Nach einer Stunde Fahrzeit erreichen wir das Hochtemperaturgebiet Haukadalur mit dem berühmten Geysir. Wer hierüber mehr wissen möchte, sieht bitte im Reisebericht 2011 nach. Leider ist das Wetter noch schlechter als vor 2 Jahren. Es regnet in Strömen und so umrunden wir den mittlerweile durch Erdverschiebungen inaktiven Geysir und den Strokkur, das Butterfass, im Sauseschritt. Die Franken sind von dem garstigen Wetter auch nicht angetan und so sitzen wir bereits um 11.10 Uhr im Restaurant und warten auf das Mittagessen. Da wir die erste Busgruppe hier sind, gibt es das Essen für uns so früh. Die anderen Busse kommen nach unserer Gruppe und da benötigen die Gastronomen die Plätze wieder. Das Essen ist sehr gut für eine solche Massenveranstaltung. Es gibt eine Steinpilzsuppe, Lachs mit Kartoffeln und Gemüsestreifen und hinterher Kaffee und Schokokuchen. Wir sitzen mit den Franken und unseren Tischnachbarn aus Frankfurt zusammen und es ist eine muntere und lustige Tischrunde.
Um 12.10 Uhr müssen wir den Tisch für die nachfolgenden Bustouristen räumen und fahren zum Gullfoss Wasserfall. Wir bekommen nur knappe 35 Minuten Zeit und da wir beim letzten Besuch den unteren Weg an den Wasserfall gegangen sind, steigen wir diesmal die über 100 glitschigen Holzstufen zur oberen Aussichtsplattform hinauf. Hier machen wir einige Aufnahmen, die im Regen aber nicht besonders werden. Hier oben gibt es aber ein Restaurant mit einem großen Souvenirshop. Wir wollen nichts kaufen, aber die Restrooms sind sehr willkommen. Bei den Herren ist wie fast immer alles frei, aber Anja muss leider anstehen. Dennoch erreichen wir noch rechtzeitig unseren Bus. Es fehlen einige Mitreisende, die den unteren Weg zum Fall gegangen sind und sich völlig in der Zeit verschätzt haben.
Mit über 10 Minuten Verspätung geht es dann weiter zum Thingvellir. Das erreichen wir um 14 Uhr nach einer 45-minütigen Fahrt und hier hat der Regen wenigstens etwas nachgelassen. Diesmal hält der Bus am unteren Parkplatz und unsere Besichtigungstour geht diesmal andersherum, was der Sache einen halbwegs neuen Charakter verleiht. Wir sehen noch einmal den historischen Versammlungsplatz, auf dem das jährliche Volkething abgehalten wurde und gehen danach den breiten Riss des Grabenbruches nach oben, wo unser Bus auf uns wartet. Vorher dürfen wir noch das neue Toilettengebäude aufsuchen. Also so etwas habe ich noch nicht gesehen. Der Bereich der Herrentoilette mit den Stehbecken ist bis auf den Boden hinunter rundherum voll verglast und der Weg geht auch genau daran vorbei. Auch die Damen dürfen den Herren bei ihrem "Geschäft" zusehen, da es noch nicht einmal Trennwände zwischen den Becken gibt. So etwas ist wohl einmalig. Nun ja.
Um 15.30 Uhr erreichen wir in Reykjavik die Perla, den Heißwasserspeicher mit Restaurant, Dachterrasse und einem kleinen Museum. Auch dieses Gebäude kennen wir bereits und haben es im Bericht von 2011 ausführlich beschrieben. Nach der Perla fährt der Bus noch durch einige historische Winkel der Hauptstadt. Historisch ist hier ein großer Begriff, denn Reykjavik ist erst seit 1789 der Regierungssitz. Vorher hatte man diesen in einem Bischofssitz, dieser ist aber dem Supervulkan Hekla zum Opfer gefallen. Dennoch sind die kleinen, bunten Häuschen in der Altstadt ganz schön anzuschauen und wir erreichen um 16.30 Uhr wieder das Schiff.
Es ist immer noch garstig und wir haben keinen Bock mehr auf die Stadt. Einige Passagiere haben den Bus in der Innenstadt verlassen, um sich noch die Hallgrimskirche anzuschauen. Ich gehe sofort erst einmal hinauf in den Palmgarten und "zapfe" einen leckeren, warmen Kaffee. Nach dem Kaffee, dem Duschen und dem Umziehen fühlen wir uns erst einmal wie neugeboren. Ich mache noch einen Beutel mit Wäsche für die Schiffsreinigung fertig und halte eine knappe halbe Stunde Siesta. Gegen 18.30 Uhr findet in der Lounge ein so genannter Repeater-Cocktail statt, also eine Begrüßung für Gäste, die bereits mit diesem Schiff oder der Reederei gefahren sind. Es gibt vom Kreuzfahrtdirektor ein paar warme Worte und von Frau Schubert zwei Lieder. Direkt danach gehen wir hinunter ins Restaurant zum Abendessen. Der Lachstartar schmeckte frisch und der Eisbecher mit Karamell war sehr gut.
Von 21 Uhr an sind wir wieder in der Weinstube, spielen Rummicup und überspielen Daten in den Computer. Ich bringe um 22 Uhr den Rechner in die Kabine und reserviere im Palmgarten 5 Plätze für uns und die Franken. Um 22.30 Uhr gibt Sänger Thomas Rothfuß seine "Late Night Show". Eine ganze Stunde erzählt er Witze, gibt den Heinz Erhardt und singt ein paar Lieder. Die Stunde ist sehr kurzweilig und wir haben alle viel Spaß. Unsere Runde bleibt noch hier oben im Palmgarten und mittlerweile ist es dunkel draußen. Hier unterhalb des Polarkreises gibt es keine Mitternachtssonne mehr. MS Hamburg ist seit dem Abendessen wieder auf See und nach Grönland unterwegs. Nach 3 Cocktail und 3 Bieren werden wir jetzt langsam müde und gehen auf unsere Kabinen. Der Zettel auf dem Bett rät uns, die Uhren erneut 1 Stunde zurück zu stellen. So gehen wir nicht um 1.30 Uhr zu Bett, sondern bereits um 0.30 Uhr. Wir dürfen 1 Stunde länger ausschlafen. Jetzt liegen 2 volle Seetage vor uns.

nächster Tag

 

 

 

 



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Der Geysir

Warten auf Strokkur

Strokkur Geiser

Gulfoss-Wasserfall

 

 

Die zweite Kaskade

 

 

Thingvellir

 

 

Blühendes Island

 

 

Versammlungsstelle

 

 

Grabenbruch

 

 

Hallgrimskirche