Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Samstag 13.07.2013

Island - Akureyri - Godafoss - See Myvatn

Heute kommt die MS Hamburg sehr früh in Akureyri an. Günstige Winde und Strömungen waren auf ihrer Seite. Akureyri liegt am Ende des 40 Kilometer langen Eiyjafjordur, dem Inselfjord. Der Ort hat 15.000 Einwohner und sie ist somit die drittgrößte Stadt Islands. Bei schönem Wetter genießen wir von Deck 6 aus das tolle Panorama der Stadt mit den schneebedeckten Bergen dahinter.
Es gibt bereits um 7 Uhr das Frühstück im Hauptrestaurant auf Deck 3. Vorher habe ich das Anlegen von Deck 6 aus gefilmt und erst danach gemerkt, dass ich gestern wohl ein Bier oder einen Cocktail zu viel hatte. Die Uhr in der Kamera ist noch nicht umgestellt. Ich sage das in mein kleines Diktiergerät und hoffe, es später auch noch zu beachten.
Nach dem Frühstück warten wir mit unseren Kameraausrüstungen in der Kabine auf den Aufruf für die Bustour Nummer 3. Um genau 9 Uhr sitzen wir im Bus und der erste Tagesausflug beginnt. Der Bus steuert am Flughafen vorbei und umrundet die Bucht am Ende des Inselfjordes. Danach erklimmt er eine steile Bergrampe hinauf zu einem Pass. Auf halber Höhe bekommen wir bei einem kurzen Stopp die Gelegenheit, von dieser Höhe aus unser Schiff aufzunehmen. Es liegt fast malerisch an der Pier mit der Stadt und den Bergen im Hintergrund. Nach 15 Minuten geht es weiter. Der Tunnel ist noch im Bau und wird erst 2016 fertig. Aber der Pass ist uns lieber. Wir wollen ja etwas von der schönen Landschaft sehen und nicht durch eine dunkle Röhre fahren.
Gegen 10.30 Uhr sind wir am Hochtemperaturgebiet Namaskard und verlassen den Bus. Es riecht übel um nicht zu sagen: Es stinkt. Aber das kennen wir bereits aus unserem Urlaub im Yellowstone Nationalpark im Jahr 2008. Auch hier brodelt und zischt es an allen Ecken aus der rotbraunen Erde. Blubbernde Schlammtöpfe reihen sich an Minigeysire, die lustig vor sich hinzischen, röhrende Fumarolen und Solfatare. Auf relativ kleinem Areal ist das schon beeindruckend. Dieses Gebiet liegt genau auf der Spreizungszone, die die europäische von der nordamerikanischen Platte trennt. Dieser Bruch verläuft quer über Island und reißt die Insel förmlich auseinander. Die Magmakammern liegen hier nur 3 - 7 Kilometern unter unseren Füßen. Ein seltsames Gefühl. Natürlich schnurren und surren unsere Kameras und Verschlüsse, um so viel wie möglich schöne Aufnahmen zu produzieren.
Um 11.15 Uhr sitzen wir wieder im Bus und fahren zur Lavaformation Dimmoburgir, was so viel wie dunkle Burgen bedeutet. Hier warten wir auf den Lektor, der uns bei dem Rundgang durch das Lavafeld begleitet. Während des 20 Minuten dauernden Rundganges durch die dunklen, fast schwarzen Lavafelsen kommt manchmal eine Stimmung auf, als wäre man in der Kulisse des Herr der Ringe Filmes. Erstaunlich, wie viele Pflanzen sich im Laufe der Zeit hier ansiedeln konnten.
Um 12.30 Uhr sind wir in einem Restaurant am Myvatnsee, dem Mückensee. Hier treffen wir auf die anderen Passagiere der Busse, die eine andere Reihenfolge dieser Tour durchführen. Das ist auch vernünftig, denn sonst gäbe es ja Stau an den jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Das Mittagessen besteht aus einer Tomatensuppe, Lachsforelle mit Kartoffeln und Quarkcreme mit Früchten. Es gibt auch zahlreiche Getränke, die im Preis des Ausfluges inkludiert sind. Ich will ja nicht das Essen auf dem Schiff schlecht machen, aber Suppe und Fisch waren ausgezeichnet. Die Großküche funktioniert hier gut.
Gegen 13.30 Uhr ist die Mittagspause vorbei und wir werden zu einem Spaziergang zu den Pseudokratern von Skutustadir eingeladen. Die sind nur 10 Minuten zu Fuß entfernt und liegen nahe dem Mückensee. Es ist immer noch schönes Wetter und die Milliarden von Mücken haben wir noch nicht gesehen. Glück für uns, denn davor hatten wir im Vorfeld schon großen Respekt. Vor uns kreuzt eine Eiderentenmutter mit 7 kleinen Entchen den Fußweg und lässt sich dabei überhaupt nicht stören. Sie watschelt stolz vor uns her und biegt nach wenigen Metern nach rechts ins hohe Gras ab. Hinter der Ente geht es sanft den Berg hinauf zum Gipfel eines der Pseudokrater. Dies sind keine echten Vulkankrater, sondern durch schlagartige Wasserverdampfung entstandene, riesengroße und erstarrte  "Blubbs". Vom Gipfel des Kraters haben wir einen sehr schönen Überblick über weitere Krater und den rund 38 Quadratkilometer großen Mückensee. Besonders das schöne Wetter macht hier viel Freude.
Aber auch der schönste Ausflug hat einmal ein Ende und der letzte Programmpunkt steht an. Um 14.40 Uhr erreichen wir den Goðafoss, den Wasserfall der Götter. Der liegt nahe der Ortschaft Laugar. Das Wasser des Skjálfandaflj Flusses stürzt hier auf 30 Meter Breite rund 12 Meter in die Tiefe. Der Sage nach soll der Wikingerpriester Thorgeir um das Jahr 1000 n. Chr. nach der beschlossenen Übernahme des Christentums als Staatsreligion die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Daher auch der Name Götterwasserfall. Am Parkplatz, auf dem der Bus steht, gibt es eine Toilette und ein Cafe. Wir gönnen uns beides. Der Kaffee schmeckt in dieser völlig überlaufenen Touristenbude ganz leidlich, besser ist das dazu geschleckte Eis, das uns jetzt gut tut.
Der Bus fährt um 15.45 Uhr vom Wasserfall ab und bevor wir das Schiff erreichen, bekommen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt durch den Ort Akureyri mit seinen Sehenswürdigkeiten geboten. Es ist uns nichts Spektakuläres aufgefallen, aber die Bewohner der Stadt haben eine seltsame Ampelschaltung. Um 16.50 Uhr sind wir zurück am Schiff und ich eile noch nach vorne zum Bug. Von hier aus möchte ich gerne noch einige Aufnahmen machen. Das Schiff mit den von Gletschern der letzten Eiszeit abgeschliffenen Bergrücken im Hintergrund ist ein tolles Motiv. Ich bin so in meine Aufnahmen vertieft, dass ich die Ankunft mehrerer Ausflugsbusse nicht mitbekomme. Jetzt heißt es warten, denn es ist Flut und das Schiff liegt hoch am Pier. Dadurch ist die Gangway hinauf auf Deck 3 sehr steil und viele ältere Passagiere brauchen eben etwas länger, diese zu erklimmen.
Gegen 17 Uhr ist es geschafft und ich stelle mich gleich an der Rezeption für die Karten für den Ausflug zur Insel Vigur am nächsten Tag an. Nach 10 Minuten habe ich die Karten für den Ausflug Nummer 4 und das Boot, das uns zur Insel bringen wird. Die dicken Jacken bringen wir schnell in die Kabine und gehen dann hinauf auf Deck 6 in den Palmgarten. Leider gibt es keine Bockwürstchen mehr, da sind andere Passagiere schneller gewesen. Aber dafür kann ich das Lotsenboot filmen, das die MS Hamburg hinaus in den Fjord begleitet. In der Ferne springen einige Wale auf der Suche nach Nahrung.
Um 19 Uhr gibt es heute das Abendessen im Restaurant. Das Highlight ist unser Tischnachbar aus Herford. Er hatte vorgestern Geburtstag und gibt am Tisch noch eine Torte aus. Deshalb bleiben wir auch noch einige Zeit sitzen, aber dann schaut die Crew so komisch, die wollen wohl das Restaurant für den nächsten Tag herrichten. Wir bedanken uns artig und gehen hinauf in die Weinstube. Ich bearbeite am Computer meine Filmaufnahmen und Anja spielt mit den Franken mehrere Partien Rummicup. Um 22.15 Uhr haben die 4 ausgespielt und wir sitzen noch eine Weile beim Cocktail des Tages und einem Bier in lustiger Runde zusammen. Die drei Franken gehen gegen 23.30 Uhr in ihre Kabinen und wir auf einen weiteren Cocktail in den Palmgarten. Hier ist nur noch wenig los. Ich habe immer noch die Kamera dabei und kann am Horizont mit dem Digitalzoom ein riesiges Kreuzfahrtschiff erkennen. Es ist die Arcadia der britischen Reederei P&O. Das Schiff befördert 2000 Passagiere und 1068 Besatzungsmitglieder. Ursprünglich wurde es von der Holland-America Line in Auftrag gegeben und dann an Cunard weiterverkauft. Die wollten es als Queen Victoria weiterbauen. Dann gelangte das Schiff in die Hände der P&O Reederei und wurde 2005 in Southhampton getauft. Als dieses riesige Schiff unsere kleine Hamburg an Steuerbord passiert, kommen wir uns arg klein vor. Gegen 0.45 Uhr ist für uns Bettruhe und es wird auch keine Uhr umgestellt.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Akureyri am Inselfjord

Akureyri mit MS Hamburg

Heike Fries mit Busfahrer

Hochtemperaturgebiet

 

 

Schlammtöpfe

 

 

Dimmoburgir

 

 

Myvatn - Mückensee

 

 

Pseudokrater am Myvatn

 

 

Godafoss Wasserfall

 

 

Infotafel zur Geschichte

 

 

Einen Kaffee und ein Eis