Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Hamburg in

arktische Regionen 2013

Sonntag 07. Juli 2013

Düsseldorf - Longyearbyen/Spitzbergen

Unsere Polarlichtreise zum Nordkap ist gerade einmal dreieinhalb Monate her und wir hatten die meisten Reiseutensilien noch nicht weggepackt. Zumindest Kameraausrüstungen, warme Sachen und die wichtigsten Papiere sind noch griffbereit. Die Koffer sind dank Übung auch schnell gepackt und so können wir uns noch gemütlich das Formel 1 Rennen aus Hockenheim ansehen.
Gegen 17.30 Uhr fährt uns unser Nachbar zum Flughafen. Leider müssen wir einen größeren Umweg fahren, weil in Düsseldorf wieder einmal eine Großdemonstration ist. Die Nachwirkungen und Sperrungen behindern immer noch den Verkehr. Aber wir sind eigentlich viel zu früh unterwegs. Da es bei diesem Charterflug mit Air Berlin keinen Online Checkin gibt, wollen wir vorher am Schalter schon gute Plätze für die Filmerei ergattern. Nach Spitzbergen fliegt man ja nicht mal eben oder häufiger und so werden bereits der Anflug und die Landung ein seltenes Erlebnis für uns. Um 18.05 Uhr sind wir am Flughafen, verabschieden uns und schnappen unsere Koffer. Am Schalter von Air Berlin ist glücklicherweise noch nichts los und die Plätze können wir uns auch noch aussuchen. Da noch eine weitere Maschine von Hamburg aus nach Longyearbyen fliegt, sind beide Flugzeuge nicht ausgebucht und wir bekommen in Reihe 8 den Fenster- und den Gangplatz. Der mittlere Sitz bleibt frei, was uns sehr gut gefällt. Bereits um 18.30 Uhr sind unsere Koffer auf dem Band und wir gehen zur Sicherheitskontrolle.
Am Sonntagabend ist hier im Terminal wenig los und wir sind im Nu durch. Anja kauft ein Sudokuheft und wir bummeln noch durch den Duty Free Shop. Kurz vor 19 Uhr erscheint unser Flug auf der Anzeigetafel. Wir müssen zum Gate B 53. Hier ist aber noch absolut tote Hose und so gehen wir ein Deck tiefer in ein Restaurant mit Blick auf die Startbahn. Es gibt noch viel Platz und ich hole uns 2 große Gläser Apfelschorle. Draußen sind noch fast 30 Grad und wir sind bereits warm angezogen. Langärmelige Hemden, dicke Jacken und festes Schuhwerk belasten uns hier noch. Wir haben keine Ahnung, was uns auf Spitzbergen wettertechnisch erwartet. Etwas später hole ich noch 2 frisch gemachte Roastbeefsandwichs und beim Warten entdecke ich einige Personen aus der  Formel 1 Szene, die von Düsseldorf aus weiterfliegen. An einem Tisch sitzen 3 Mitglieder der Caterham Crew und sogar Ross Brawn sitzt mit Tablet-PC in der Nähe. Ich mache versteckt ein Foto und wir genießen danach unser Abendessen.
Gegen 20.45 Uhr schnappen wir unser Handgepäck und schlendern wieder hoch zum Gate B 53. Hier steht schon eine Menge an Passagiere herum und wartet auf das Boarding. Wir stellen uns dazu und kommen auch mit einem Ehepaar ins Gespräch. So vergeht die Zeit und um 21.10 Uhr erfolgt der Aufruf für die Boardinggruppe A. Da fast alle gleichzeitig losstürmen, kann da mal wieder was nicht so richtig klappen. Aber diese Erfahrung haben wir schon öfter gemacht. Entweder sind die Mitreisenden alle Ryanair gewohnt, wo man wegen der Plätze einen Wettlauf veranstalten muss oder die sind alle undiszipliniert. Wir haben ja unsere reservierten Plätze in Reihe 8 und werden die Chaoten erst einmal einsteigen lassen. Nach 15 Minuten sind wir dran und stehen dennoch fast 10 Minuten in der sehr heißen Passagierbrücke, weil es vorne mal wieder nicht klappt.
Um 21.35 Uhr sitzen wir dann endlich auf unseren Plätzen im Airbus A 321 und kaum 5 Minuten später sind die Türen bereits zu. Der Pushback erfolgt direkt danach und da wir in Richtung Essen starten, hat die Maschine einen sehr kurzen Rollweg zur Startbahn. Bereits um 21.50 Uhr sind wir in der Luft und sehen unter uns die Ruhrtalbrücke, den Baldeneysee, die Essener Innenstadt und in der Ferne die Arena auf Schalke.
Der Flug verläuft dank sehr ruhigem Sommerwetter problemlos und der Lektor der Reise, Klaus Kiesewetter, schnappt sich um 22.10 Uhr das Bordmikrofon. Sein Vortrag über die Reise und speziell Spitzbergen dauert an die 20 Minuten. Anschließend, gegen 22.50 Uhr, meldet sich der Kapitän der Maschine und berichtet einiges über den Flug und den aktuellen Flugstatus. Da es ein Charterflug von Plantours ist, ist diese Ansage ungewöhnlich ausführlich und genau. Wir sind jetzt bereits über Sylt und unsere Flugzeit wird genau 4 Stunden dauern. Um 23.05 Uhr gibt es ein Essen. Anja nimmt die Pasta Duo und ich entscheide mich für eine Frikadelle aus Hühnerfleisch. Dazu gibt es für beide Kartoffelpüree und Bohnen.
Der Blick aus dem Fenster bringt noch nichts. Seit ca. 22 Uhr ist es dunkel und man sieht lediglich die Blinklichter an den Tragflächen. Aber gegen 23.30 Uhr kommt das Ereignis, auf das ich bereits gewartet habe. Über dem Polarkreis wird es heller und bald sehen wir auf der anderen Seite der Maschine die Sonne durch die Fenster strahlen. Die Mitternachtssonne. Leider wird es schnell wolkig und das Vergnügen ist zu Ende. Jetzt ist es nur noch hell draußen.
Um 01.25 Uhr verändern sich die Triebwerksgeräusche und der Copilot meldet den Anflug auf Longyearbyen auf Spitzbergen. Unter uns tauchen die ersten verschneiten Berggipfel unter den tief hängenden Wolken auf. Eigentlich hatte ich mehr Schnee hier ganz oben auf der Weltkugel erwartet. Es gibt erstaunlich viel braune und schwarze Flecken in der Landschaft. Genau um 01.46 Uhr setzt der Airbus A 321 auf der Landebahn auf und bremst heftig. Ganz am Ende der Bahn rollt er aus und dreht. Aus dem Fenster heraus kann ich erkennen, dass die Maschine aus Hamburg bereits da ist. Unsere E-Mail Bekanntschaft aus Franken, die wir noch nie gesehen haben, waren mit dieser Maschine gekommen.
Unser Flieger hat genau um 01.52 Uhr die Parkposition erreicht und es bricht die übliche Hektik aus. Jeder will an sein Handgepäck und raus. Wir mögen das eigentlich nicht, müssen aber mitmachen, wenn wir nicht verlieren wollen. Von Reihe 8 aus ist der Weg nicht weit und so sind wir schnell auf der Gangway und aus dem Flieger raus. Unten mache ich noch schnell ein paar Videoaufnahmen von der Maschine und dem Flughafengebäude. Das sind für uns ja einmalige Aufnahmen. Ohne jegliche Kontrolle, weder der Pässe noch der Ausweise, geht es durch ein Gebäude und zu einem Bus. Es gibt noch Platz für uns und genau 10 Minuten später sind wir am Schiff, der MS Hamburg. Anja stellt sich in die Schlange zum Boarding und ich filme erst einmal ein paar Szenen.
Vor zwei Jahren hatten wir dieses Schiff in Toronto nach der Passage durch den Sankt-Lorenz-Stom verlassen. Damals hatte es noch die orange-blauen Streifen, fuhr für Hapag-Lloyd und hieß MS C.Columbus. Diese Fahrt auf diesem Schiff hatte uns damals sehr gut gefallen und wir sind gespannt auf die neue Leitung. Um 02.20 Uhr stehen wir in der Schlange an und es geht relativ zügig voran. Wir erhalten unsere Bordausweise, werden bereits das erste Mal vom Bordfotografen fotografiert und klettern die steile Gangway hoch. Glücklich, gut angekommen zu sein, betreten wir um 02.35 Uhr unsere Kabine 319, die wir ja 2011 bereits bewohnt hatten.

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