Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Polarlicht und Sterne 2013

Samstag 09. März 2013

Vardø - Vadsø - Kirkenes - Vadsø - Vardø - Batsfjord


Mitten in der Nacht von 4 Uhr bis 4.15 Uhr besucht die Midnatsol Vardø. Auch den nächsten Hafen Vadsø, der von 7.30 Uhr bis 8 Uhr angelaufen wird, verpassen wir. Ich stehe erst um 8 Uhr auf und wir machen uns für den Tag fertig. Heute wird am späten Vormittag der Scheitelpunkt dieser Reise erreicht – Kirkenes. Aber vorher gibt es noch um 8.50 Uhr das Frühstück im Restaurant. Danach sind wir zurück in der Kabine und ziehen uns ganz warm an. Mit den Spikes an den Schuhen gehen wir gemeinsam hinaus auf Deck 6 und bis zum Bug vor. Am vorderen Ausgang zum Umlauf hängt an der Backbordseite ein Außenthermometer und zeigt stolze Minus 18 Grad Celsius an. Vom Bug aus sehen wir bereits um 9.30 Uhr in der Ferne die Bergbaustadt Kirkenes. Rings um das Schiff herum können wir auch schon erstes Pfannkucheneis, das Pancake Ice, erkennen, das ein kleiner Eisbrecher für unser Schiff beiseite schiebt.
Genau um 9.50 Uhr macht die Midnatsol an der Pier von Kirkenes fest und erneut klemmt die große Ladeluke. Das Schiff hat hier genau 3 Stunden Aufenthalt und es leert sich zunehmend. Einige der Passagiere verlassen hier die Tour und werden mit Bussen zum Flughafen gefahren. Andere Passagiere, die wieder mit zurückfahren, haben Ausflüge bis zur russischen Grenze gebucht oder unternehmen Schlittenhundfahrten in der näheren Umgebung. Es werden ebenfalls Schneescooterfahrten und die Besichtigung eines Schneehotels angeboten. Nur noch ganz wenige Menschen sind jetzt auf dem Schiff. Die Besatzung entlädt dringend gebrauchte Güter für den Ort und versorgt sich für die Rückfahrt mit Treibstoff und neuen Lebensmitteln.
Um 10.15 Uhr verlassen wir bei strahlendem Sonnenschein und Minus 18 Grad das schützende Schiff. Hier am Anleger ist nicht viel los. Es gibt einen kleinen Laden, eine Zollstation und natürlich Lagerhallen. Wir gehen die Straße entlang und an einem Kreisverkehr nach rechts in ein kleines Gewerbegebiet. Vor einer der Lagerhallen hat man einen sehr schönen Blick auf das Schiff und wir sind diesmal auch weit genug entfernt, um ganz tolle Bilder vom ganzen Schiff machen zu können. Die Kameras haben wir ganz dicht am Körper getragen, damit sie auch ja funktionieren und schöne Bilder machen. Und das funktioniert so gut, dass man die Bilder auch auf einem Kalender zeigen kann. Dennoch merken wir nach wenigen Minuten diese abartige Kälte. Trotz Sonnenschein und relativer Windstille frieren wir mittlerweile ganz schön. Der Weg zurück mit der Bewegung hilft ein wenig, trotzdem sind wir mitteleuropäischen Weicheier froh, um 10.40 Uhr das warme Schiff wieder betreten zu dürfen.
Wir ziehen uns direkt um und gehen mit den Thermobechern auf Deck 8. Hier gibt es warmen Tee, Kaffee und W-Lan. Anja liest in ihrem E-Book und ich versende ein paar E-Mails nach Hause. Um 12 Uhr öffnet das Mittagsbuffet und da viele der Reisegruppen noch auf den Ausflügen sind und die neuen Passagiere noch nicht an Bord angekommen sind, ist das Restaurant wohltuend leer. Ganz in Ruhe suchen wir uns einen schönen Fensterplatz und am Buffet die schönsten Speisen aus. Danach sind wir wieder in der Kabine und ich nutze die Gelegenheit, hier ganz in Ruhe meine Aufnahmen von der Suite zu machen. Danach bin ich kurz noch einmal draußen, denn die Midnatsol verlässt genau um 13 Uhr Kirkenes. Danach ziehen wir die Vorhänge vor die Fenster und halten fast 2 Stunden eine erholsame Mittagsruhe. Den Vortrag „Vardø und die Pomodoren“ lassen wir wieder sausen. Wer hat schon Lust, dafür auf den Mittagsschlaf zu verzichten?
Das Wetter ist während der Ruhepause heftig umgeschlagen und es gibt ordentlich Seegang. Da der Hafen von Vadsø wegen zu starker Windböen nicht angelaufen werde kann, steuert das Schiff nun direkt auf Vardø zu und erreicht es bereits um 16.30 Uhr. Hier gibt es bei 45 Minuten Aufenthalt die Möglichkeiten, eine alte Festung zu besuchen oder gar neben dem Schiff im Eismeer zu baden. Dafür wird eine gute körperliche Verfassung vorausgesetzt und es darf auch vorher kein Alkohol getrunken werden. Wir haben das nicht für möglich gehalten, sehen aber dennoch 2 Frauen, die im Badeanzug in das eiskalte Wasser steigen und vor Lust (oder Kälte?) laut juchzen. Brrrr. Das Schiff verlässt gegen 17.15 Uhr den Ort Vardø und steuert bei mittlerweile noch höherem Seegang auf die Barentssee zu.
Um 18.30 Uhr gibt es wieder das Abendessen. Heute ist der Vorspeisenteller mit einem Barents-Salat gefüllt. Dieser besteht aus einer Ansammlung köstlicher Meeresfrüchte mit einer würzigen Mayonnaise. Als Hauptgang werden Wild-Medaillons mit gedünstetem Gemüse, Wildsoße, Heidelbeeren und Kartoffelpüree gereicht. Zum Nachtisch gibt es Himbeeren unter norwegischem Sauerrahm und –natürlich – wieder das köstliche und kostenlose Midnatsol-Schiffswasser. Heute wird mir kurz schlecht, obwohl ich so gut wie gar nicht seekrank werde. Aber bestimmte Schiffsbewegungen nimmt auch mein Gleichgewichtsorgan übel. Deshalb verzichte ich nach der Vorspeise auf weitere Gänge und überlasse diese unserem Tisch zur freien Verfügung.
Bereits um 19.45 Uhr kommt Anja vom Abendessen und eigentlich wollten wir es uns gemütlich machen. Aber durch den starken Passagierwechsel in Kirkenes ist unsere Kabine erst jetzt mit der Reinigung dran. Also müssen wir raus aus dem Zimmer und parken uns irgendwo im Schiff zwischen. Um 20 Uhr legt das Schiff in Batsfjord an und Anja geht zum Gruppenvortrag unseres Lektors ins AMFI-Theater. Ich bleibe in der Nähe der Kabine. Gegen 20.30 Uhr verlässt die Midnatsol Batsfjord und plötzlich gibt es um 21.30 Uhr erneut Polarlichtalarm. Anja kommt angerannt und wir erleben die gleiche Prozedur wie gestern. Bis wir angezogen, mit Kamera und Stativ bewaffnet oben auf Deck 9 ankommen, ist wieder Schneesturm und kein Polarlicht zu sehen. Langsam wird es knapp damit. Es bleibt ja nur noch morgen, wenn wir auf Tromsø zulaufen, übrig.
Gegen 22.30 Uhr erreichen wir Berlevag und hier hat das Schiff nur 15 Minuten Aufenthalt. Da wir nun das südwärts gehende Schiff sind und auf die MS Vesteralen treffen, grüßt unser Schiff mit seinen Scheinwerfern zuerst und danach das nordwärts gehende Schiff. Danach überspielen wir erneut unsere Kameradaten und gehen dann zu Bett. In der kommenden Nacht haben wir beide kaum geschlafen. Auf dieser offenen Seestrecke ist es ganz schön ruppig und wir rollen in den Betten ordentlich hin und her.

nächster Tag

 

 

 

 


Klick für große Bilder:

Umlauf auf Deck 6

Pfannkucheneis

MS Midnatsol vor Kirkenes

Eisbrecher

 

 

Hafen in Kirkenes

 

 

Zollbaracke

 

 

MS Midnatsol

 

 

Der Hafen in Vardø