Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Polarlicht und Sterne 2013

Dienstag 05. März 2013

Stadtrundfahrt - Trondheim - Rørvik


Heute sind wir noch einen halben Tag in Trondheim – also sind wir jetzt im normalen Fahrplan der Reise. Der mechanische Wecker funktioniert und klingelt mich bereits um 5.45 Uhr wach. Nach mir geht Anja ins Bad und um 7 Uhr sind wir dann beide fertig zum Frühstück im Restaurant. Wir haben zwar etwas Zeit, aber um 8 Uhr beginnt schon die Stadtrundfahrt durch Trondheim. Da wir uns auch noch wetterfest anziehen müssen, ist das Frühstück entsprechend kurz.
Pünktlich um 8 Uhr verlassen wir die Midnatsol und gehen zu einem der bereitstehenden Busse. Der Bus wird schnell voll und unsere Reiseleiterin dirigiert ihn zuerst durch die Innenstadt und weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt, den wir gegen 8.32 Uhr erreichen. Die Fahrt dort hinauf ist abenteuerlich. Die Straße ist schmal und verschneit. Entgegen kommende PKW`s haben keine Chance und müssen zurückfahren. Bei diesen Straßenverhältnissen auch ein Akt für sich. Aber der Ausblick von hier oben entschädigt uns – wir müssen den Bus ja nicht fahren. Wir sehen die Innenstadt, den Nidarosdom und den Hafen mit unserer Midnatsol. Gnadenlos kurz geht es nach 10 Minuten bereits weiter und die enge Bergstraße wieder hinunter.
Um 9 Uhr sind wir dann am Nidarosdom und bekommen zuerst eine Außenbesichtigung geboten. Die westliche Schmuckfassade ist aus Speckstein im Stil der Hochgotik nach englischen Vorbildern gefertigt. Nach den starken Zerstörungen im 18. Jahrhundert blieben nur 5 der ehemals 40 schmückenden Statuen erhalten. Diese kann man auch gut an der etwas dunkleren Farbe des Steines erkennen. Der 102 Meter lange und 50 Meter breite Innenraum wird noch durch das Querschiff, die Sakristei und das ursprüngliche Oktogon aus der ersten Bauphase ergänzt. Der Dom hatte seine erste Erwähnung im Jahr 1031 als eine hölzerne Kapelle über dem Grab von König Olav Haraldson errichtet wurde. Überall sehen wir Schilder, die auf das Verbot des Fotografierens und Filmens hinweisen. Wir sehen aber keinen Touristen, der sich wirklich daran hält. Auch der nette Mönch, der die deutschsprachige Führung macht, will sich sein Trinkgeld wohl nicht verscherzen.
Um 9.45 Uhr beginnt die Rückfahrt durch die Stadt und vorbei an der Kussbrücke im ehemaligen Hafen. Die Midnatsol erreichen wir wieder gegen 10 Uhr und jetzt liegt das südwärts gehende Schiff, die Nordnorge, vor unserer Midnatsol. Das ist natürlich die Gelegenheit für die Kameras, wieder einmal schöne Bilder zu machen, zumal jetzt auch ab und zu die Sonne durch die grauen Wolken blinzelt. Und wir haben noch mehr Glück. Die Nordnorge macht gerade Anstalten, den Pier zu verlassen. Natürlich bleiben wir noch stehen und warten das Ablegen des Schiffes ab. Gegen 10.15 Uhr ist das Hurtigschiff weg und wir sind wieder in der Kabine. Wir befreien uns von den dicken Winterklamotten und stecken die Akkus in die Ladeschalen. Ich haue mich auf das noch nicht gemachte Bett und studiere die Pläne über die nächsten Ziele unseres Schiffes. Da es zum Mittagessen immer Buffet gibt, wollen wir heute etwas zeitiger ins Restaurant gehen. Die Midnatsol legt bereits um 12 Uhr ab und das muss ja auch entsprechend gefilmt und fotografiert werden.
Wir sind also bereits um 11.30 Uhr im Restaurant und nehmen uns eine kleine Portion Fisch, etwas vom Schweinebraten und Kartoffelgratin. Pünktlich um 12 Uhr sind wir dann auf Deck 6 auf dem Rundgang und filmen das Einziehen der Passagierbrücke und das Einklappen der Laderampe für die Autos und die Güter. Das Schiff lässt genau um 12.05 Uhr das Signalhorn ertönen, die Leinen werden gelöst und mit den Bugstrahlrudern schiebt sich das Schiff seitlich vom Pier. Wir warten noch bis das Schiff die Insel Munkholmen – die Mönchsinsel – passiert und gehen dann zurück ins Restaurant. Wir ergattern um 12.30 Uhr wieder einen Tisch und lassen uns den Nachtisch und eine Tasse Kaffee schmecken. Draußen zieht die Küstenlandschaft des winterlichen Trondheimsfjorden am Schiff vorbei. Auf dem Rückweg in die Kabine kaufen wir im Souvenirshop noch eine Postkarte, die wir auch gleich schreiben und einwerfen. Ein Freund in Deutschland hat Geburtstag und wir hoffen, dass unsere Grüße ihn noch rechtzeitig erreichen.
Wir warten noch eine kurze Zeit auf dem Umlauf auf Deck 6 bis um 14.40 Uhr der Leuchtturm Kjeungskjaer Fyr erreicht wird. Dieser Leuchtturm wurde 1880 auf einer Schäre errichtet und bot zuletzt 3 Familien eine Unterkunft. Aber im Jahr 1987 wurde er automatisiert und ist seither unbewohnt. Er leuchtet auch nur vom 21. Juli bis 21. Mai. Während der Mitternachtssonne ist er komplett abgeschaltet. Der Leuchtturm gleitet an der Backbordseite vorbei und wird selbstverständlich aufgenommen. Danach kehren wir in die Kabine zurück und versuchen erneut einen kurzen Mittagsschlaf. Der beginnt um 15 Uhr, aber bereits um 15.30 Uhr erfolgt eine laute Schiffsdurchsage: Die für zirka 16.15 Uhr geplante Durchfahrt durch den Stokksund wird wegen dichtem Nebel und dadurch schlechter Sicht gestrichen und er wird umfahren. Ob wir diese Passage überhaupt mitbekommen hätten ist fraglich, denn bereits um 16 Uhr haben wir auf Deck 5 im großen Vortragssaal den ersten Lektorenvortrag.
Der Lektor Michael Risch stellt sich vor und hält dann einen allgemeinen Vortrag über das Weltall. Dummerweise haben wir das vor der Reise zugesendete Himmelsrad mit der verstellbaren Sternenkarte zu Hause liegen gelassen. Wir hatten keinen Hinweis darauf erhalten, dass wir es an Bord brauchen könnten. Es war so schön und auch so groß, wir wollten es einfach nicht kaputt machen. Was sagt man da: Dumm gelaufen. Aber wir können auch so dem hervorragenden Vortrag folgen, nur kamen noch keine Polarlichter vor, wie wir eigentlich gedacht hatten. Aber die Vorträge darüber kommen dann eben erst später, wenn wir in Tromsoe sind.
Gegen 17.50 Uhr sind wir wieder in der Kabine und draußen ist es bereits dunkel. Ich ziehe meine wetterfeste Kleidung an und gehe auf den Umlauf hinaus. Das ist für uns ganz einfach, weil unsere Kabine ganz hinten auf Deck 6 liegt und wir nur durch zwei Türen müssen, um dorthin zu gelangen. Um 18.15 Uhr fährt die Midnatsol zwischen zwei Leuchtzeichen hindurch auf die Folda, eine offene Seestrecke, die wir auch gleich merken. Das Schiff liegt wesentlich unruhiger im Wasser wie bisher.
Nach den Leuchtzeichen begebe ich mich wieder zu Anja, die in der warmen und kuscheligen Kabine geblieben ist und lade die Akkus. Die Vorhänge ziehen wir jetzt zu, da man vom Umlauf aus bei Licht in die Kabine sehen kann. Wir füllen jetzt noch einen Zettel aus, auf dem wir angeben sollen, um welche Uhrzeit wir morgen den Polarkreis passieren und geben den noch auf Deck 8 bei der Reiseleitung ab. Danach ziehen wir uns noch einmal um, denn um 18.30 Uhr beginnt das Abendessen im Restaurant. Es gibt eine Blumenkohlsuppe als Vorspeise und danach eine gebackene Forelle mit Wurzelgemüse. Dieser Fisch ist nicht so ganz mein Fall, aber da es nur dieses eine Gericht gibt, bleibt mir nichts anderes übrig, wenn ich nicht verhungern will. Die Gerichte werden übrigens in der Speisekarte genauestens beschrieben und sind  täglich an die gerade vorbeiziehende Landschaft angepasst. Natürlich gibt es noch einen Nachtisch und der besteht aus einer Panna Cotta Creme. Natürlich trinken wir zum Abendessen wieder das köstliche und kostenlose Schiffswasser.
Nach dem Abendessen bummeln wir noch ein wenig über das Schiff und schauen uns genau auf Deck 8 um. Hier gibt es die Schiffsreiseleitung, von der aus die aktuellen Durchsagen erfolgen und einen Bereich, in dem für jeden Reisetag die genauen Informationen ausliegen. Diese gibt es auf einem A 4 Blatt und in den Sprachen Norwegisch, Englisch, Deutsch und Französisch. Auf dem Blatt für heute steht die Information, dass wir gleich in Roervik anlegen werden. Also gehen wir wieder zurück in die Kabine, nehmen die Akkus aus den Ladegeräten und ziehen uns erneut warm an.
Schnell sind wir durch die zwei Türen und auf dem Außendeck. Leider regnet es in Strömen, aber auf dem Umlauf sind wir relativ vor den Wassermassen geschützt. Es ist trotzdem eine herrliche Szenerie, wie das Schiff in den Regenschleiern auf die hell erleuchteten Lagergebäude zusteuert und festmacht. Auf dem Weg zum Bug kann erkennen, wie sich ein weiteres Hurtigschiff vor der Midnatsol an den Pier bewegt. Es ist die Polarlys und sie ist hell erleuchtet. Ich filme das Anlegen kurz, denn um bessere Aufnahmen machen zu können, müsste ich vor in den Bugbereich und würde unweigerlich tropfnass. Also gehen wir mit unseren gespülten Thermobechern zur Cafeteria und holen uns einen Earl Gray Tee. Danach werden die Daten des heutigen Tages überspielt, die Akkus nachgeladen und der heiße Tee genossen.
Die Midnatsol bleibt eine ganze Stunde hier in Rørvik am Pier liegen und macht sich erst um 21.30 Uhr wieder nordwärts auf die Reise. Wir haben tatsächlich um 22 Uhr noch einen Vortrag im Theater über die Polarlichter. Also geht es erneut auf Deck 5 nach vorne und es wird wieder ein Platz erkämpft. Da die Gruppe sehr groß ist, sind die Plätze jedes Mal heiß begehrt. Natürlich gibt es auch hier in der Gemeinschaft die berüchtigten Handtuchleger vom Mittelmeer. Nur sind es hier Bücher, Jacken oder ähnliche Utensilien. Ganz, ganz schlimm diese Unart. Wenn man schon Plätze frei hält, sollte mindestens eine Person noch anwesend sein.
Der Vortrag ist erstaunlich kurz und um 22.30 Uhr sind wir zurück in der Kabine. Da der Mittagsschlaf erneut rüde unterbrochen wurde, nehmen wir noch etwas zu lesen und gehen damit ins Bett.

nächster Tag

 

 

 




Klick für große Bilder:

Aussichtspunkt

Nidarosdom

Westfassade Nidarosdom

Figuren aus Speckstein

 

 

Innenansicht Nidarosdom

 

 

Brücke im alten Hafen

 

 

MS Nordnorge

 

 

Insel Munkholmen

 

 

Kjeungskjær Fyr

 

 

Abendstimmung

 

 

MS Polarlys

 

 

Haltehafen Rørvik