Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Polarlicht und Sterne 2013

Montag 04.März 2013

Trondheim 1


Heute hätten wir nach dem Frühstück eigentlich einen Rundgang durch das Jugendstilviertel von Alesund gehabt. Aber das Schiff  blieb wegen eines heftigen Sturmes in Trondheim liegen und die Hurtigruten haben uns hierher nach Trondheim gebracht. Also haben wir folglich jetzt hier einen ganzen Tag zur freien Verfügung und werden diesen auch nutzen.
Gegen 7.30 Uhr stehe ich auf und Anja folgt um 8 Uhr. Danach sind wir um 8.30 Uhr im Restaurant zum Frühstücksbuffet. Es ist schon gut gefüllt und wir müssen nach einem freien Tisch suchen. Es ist alles Selbstbedienung hier im Restaurant auf Deck 5. Auch den Kaffee gibt es aus Automaten und heißes Wasser für den Tee ebenfalls. Darüber hinaus ist das Frühstück selbst aber sehr üppig und es ist auch für jeden etwas dabei. Nach einer sehr gemütlichen Stunde am Frühstückstisch ziehen wir uns erst einmal in die Kabine zurück und sortieren unsere Foto- und Filmausrüstung. Die Akkus sind mittlerweile wieder geladen und so machen wir uns um 10 Uhr auf, das Schiff in aller Ruhe Deck für Deck zu erkunden. Auf den jetzt stattfindenden und von Hurtig kostenlos angebotenem Busausflug nach Roeros haben wir verzichtet. Er dauert über 7 Stunden und davon sind 6 Stunden im Bus für die Fahrt zu verbringen. In Roeros sollen es Minus 30 Grad haben und es gibt dort ein Weltkulturerbe zu sehen, dass aus einer verschneiten Kupfermine besteht (oder auch nicht).
So erkunden wir das Schiff nun Deck für Deck und machen unsere ersten Aufnahmen. Beim Wechsel auf die festen Schuhe mit Profil für den Außenbereich reißt mir ein Schnürsenkel. Die Pechsträhne geht also weiter, weil auch die Bordboutique keine dieser Schuhbänder hat. Deshalb holen wir einen Stadtplan von der Rezeption und auf dem Rückweg zur Kabine noch einen Becher Kaffee. Da wir eine Suite gebucht haben, gehört er zum Reisepreis dazu und muss nicht für 40 €uro gekauft werden. Dieser Becher hat für das gültige Jahr eine bestimmte Farbe und den Namen Midnatsol aufgedruckt und man kann das ganze Jahr damit auf allen Schiffen kostenlos Kaffee trinken. Das wiederum ist ein guter Service – wenn man ständig nur mit Hurtigrutenschiffen fährt. Sicher nur etwas für norwegische Pendler.
Um 12.15 Uhr sind wir im Restaurant und lassen uns das skandinavische Buffet schmecken. Nicht nur die angebotenen Fischgerichte sind ausgezeichnet, auch die Nachspeisen sind außerordentlich köstlich.
Während des Mittagessens wird die Midnatsol vom Kreuzfahrtterminal, an dem sie ausweichend fest gemacht hat, zu ihrem normalen Liegeplatz an den Hurtigrutenanlegern verlegt. Mit dem ersten Mittagessen sind wir mehr als zufrieden und gehen nach einem Kaffee zurück in die Kabine. Hier legen wir zum ersten Mal unsere Winterausrüstung an und ich die Schuhe mit der Profilsole und dem kaputten Schnürsenkel. Dick vermummt machen wir uns bei Minus 6 Grad auf, die Stadt Trondheim zu erobern, ein Einkaufszentrum zu kapern und einen Schnürsenkel zu ergattern.
Die Stadt Trondheim hat einen recht übersichtlichen, sprich kleinen Stadtkern, und der Weg dahin ist recht einfach zu finden. Nach 30 Minuten Fußweg haben wir die Fußgängerbrücke Verftsbrua überquert und das kleine Einkaufszentrum Solsiden erreicht. Die ehemalige Nidaroswerft wurde vor einigen Jahren in dieses kleine, aber durchaus schmucke Einkaufszentrum umgebaut. Die einzelnen Werkhallen sind mit Glasdächern verbunden und ergeben so einen schönen, lichtdurchfluteten Innenraum. In zwei Etagen gibt es hier Cafes, jede Menge Läden und tatsächlich auch einen für Schuhe. Der wird noch vor jeder Videoaufnahme geentert und mit halb deutsch und halb englisch und natürlich durch Vorzeigen des Restes des abgerissenen Übeltäters erstehe ich ein funkelnagelneues Paar Schnürriemen. Hurra, die Reise kann unbeschwert fortgesetzt werden.
Wir filmen und fotografieren noch ein wenig und betreten dann den großen Lebensmittelladen im Erdgeschoss, gleich neben dem Eingang zum Hafen. Hier entdecken wir günstiges Mineralwasser. Wir kennen die diversen norwegischen Sorten nicht und entscheiden uns deshalb für die eineinhalb Liter Bonaqua Mineralwasserflaschen. Wir kaufen gleich 2 Flaschen für 33 norwegische Kronen, das sind umgerechnet etwa 4,50 €uro mit Pfand. Immer noch nicht gerade billig, aber immerhin viel preiswerter als der halbe Liter für 6 €uro auf dem Schiff. Leider können wir nicht mehr mitnehmen, denn der Rückweg ist lang und voll Schnee. Dazu kommen noch die Kameraausrüstungen und die dicken Klamotten. Aber mit 3 Liter Wasser kommen wir eine Weile aus.
Der Rückweg ist wie beschrieben nicht ganz einfach. Immer wieder gibt es Eisplatten auf den Gehwegen, die Straßen für die Autos sind wesentlich besser geräumt. Also tänzeln wir zurück zum Schiff. Vorher gibt es noch ein großes, stählernes Eisentor, das gerade offen steht. Wir zücken schnell die Kameras, denn von hier hat man mit dem nötigen Abstand einen sehr schönen Blick auf die Midnatsol. Das war gerade rechtzeitig, denn nach der Durchfahrt eines LKW wird das Tor gnadenlos geschlossen.
Gegen 15.30 Uhr sind wir wieder in unserer Kabine und wir beschließen, etwas zu relaxen – soll heißen, wir gönnen uns einen kurzen Mittagsschlaf. Dieser dauert aber nur wenige Minuten, denn es klopft und eines der Zimmermädchen bringt zwei Pudelmützen mit dem Polarlichtlogo und ein Buch über die Hurtigruten. Ich grummele noch einige Minuten so vor mich hin, aber mit Schlaf wird es wohl nichts mehr. Gegen 16.30 Uhr schnappe ich mit die beiden Midnatsol- Thermobecher und gehe ein Deck tiefer zur Cafeteria an den Kaffeeautomaten. Anja hat uns schon den Wohnzimmertisch gedeckt und es gibt gleich frischen Kaffee und etwas Obst aus dem Obstkorb der Suite. Das sind Erdbeeren, Melone und Ananas. Danach hole ich mein Ultrabook hervor und überspiele erst einmal die Videoaufnahmen auf die interne Festplatte und dann noch sicherheitshalber auf eine externe Platte. Mit USB 3.0 geht das viel schneller als mit dem schweren Laptop vergangener Tage. Danach sind noch Anjas Fotos dran. Nachdem die Akkus wieder geladen sind, gehen wir noch einmal über das Schiff und verschiedene Decks.
Um 18.30 Uhr stehen wir dann vor Alexandras und Holgers Kabine und gehen zusammen zum Restaurant. Wir haben uns ja einen Tisch für 4 Personen reservieren lassen und brauchen daher nicht jeden Tag einen neuen Platz zu suchen. Aber auch die anderen Mitreisenden der deutschen Gruppe sitzen wie gestern Abend auf den gleichen Plätzen. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Gegen 19 Uhr beginnt dann das Abendessen. Als Vorspeise gibt es Klippfischfrikadellen. Der Hauptgang besteht aus Huhn mit Gerstenrisotto und zum Nachtisch erhalten wir ein Schokofondant mit Birnensorbet und mit Himbeeren. Der Kellner will uns natürlich wieder das sehr teuere Bier und andere Mineralwässer verkaufen. Aber wir sind standhaft und nehmen nur das kostenlose Schiffswasser. Das wird auch immer wieder nachgefüllt.
Mit unseren beiden Tischnachbarn gehen wir nach dem Abendessen um 20.20 Uhr in unsere Suite. Da wartet ja noch der Begrüßungschampagner auf uns. Zwei weitere Gläser sind noch schnell aus der anderen Kabine geholt und wir machen es uns zu viert noch richtig gemütlich. Natürlich gibt es noch viel zu erzählen, wir hatten uns ja auch eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Um 21.30 Uhr sind wir aber alle müde. Da das Getränk auch schon verdunstet ist, beenden wir den schönen Abend. Wir räumen noch kurz auf und um 22.30 Uhr ist dann Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 




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Trondheim Nidarosdom

Fußgängerbrücke

Solsiden

Einkaufszentrum

 

 

Geschäfte auf 2 Etagen

 

 

Bäckerei und Cafe

 

 

Midnatsol 1

 

 

Midnatsol 2

 

 

Gangway für Passagiere