Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Polarlicht und Sterne 2013

Sonntag 03. März 2013

Düsseldorf - Frankfurt - Bergen - Trondheim - Schiff


Bereits am Samstag, den 02. März haben wir, weil wir mit Lufthansa fliegen, den Online-Check-In am Computer gemacht. Und zwar schon um 9.25 Uhr am frühen Morgen. Einen Einfluss auf die Sitzplätze haben wir dadurch nicht, weil Hurtigruten schon vorgebucht hat. Aber Reihe 15 Sitz A + B sind für uns in Ordnung. Damit sind wir voll zufrieden. Sogar die Bordkarten für die 2 Flüge können wir schon ausdrucken. Leider übernimmt niemand das Packen der Koffer für uns. Diese Arbeit müssen wir schon selbst machen. Auf jeden Fall werden wir die warmen und damit schweren Sachen bereits auf der Anreise anziehen, damit sie in den Koffern nicht so schwer wiegen werden. Da wir schon vorgearbeitet haben, sind die beiden Gepäckstücke schon nach einer Stunde voll und mit den Kofferbändern verschnürt.
Am frühen Nachmittag, wir bereiten uns auf das samstägliche, gemütliche  Kaffeetrinken vor, läutet das Telefon. Es ist eine freundliche Dame von den Hurtigruten. Sie teilt uns mit, das die Midnatsol wegen eines Sturmes auf der Nordsee im Hafen von Trondheim liegen bleibt und wir in Bergen dann von der örtlichen Reiseleitung weitere Informationen bekommen. Na, das fängt ja gut an, aber wir sind dennoch guten Mutes.
Gegen 17.50 Uhr fahren wir los und sind um 18.20 Uhr am Lufthansaschalter unsere Koffer los. Wir sollen allerdings noch 30 Minuten im Terminal verweilen, sollte etwas Verbotenes von den Sicherheitsleuten in den Gepäckstücken entdeckt werden. Wir bummeln noch ein wenig herum, gehen aber noch so rechtzeitig zum Parkhaus, das wir die erste Stunde noch schaffen. Danach wird es richtig teuer hier in Düsseldorf. Ich hatte schon einmal 10 €uro bezahlt, als Anja etwas verspätet von einer Kurzreise zurück kam.
Es ist Sonntag und es ist 5 Uhr am Morgen. Der erste Wecker klingelt und ich stelle auch den zweiten Sicherheitswecker ab. Waschen, Anziehen und Frühstück sind schnell erledigt und dann geht es bereits um 6.30 Uhr zum Flughafen. Sonntags früh um diese Zeit ist man in nur wenigen Minuten am Flughafen, da kaum Verkehr auf den Straßen ist. Nach der Sicherheitskontrolle haben wir noch über 1 Stunde Zeit, kaufen ein Sudokuheft und machen es uns in einem Coffeeshop in der Nähe des Gates gemütlich. Ich gönne mir noch einen Milchkaffee und Anja bekommt einen schwarzen Tee. Kurz vor 8 Uhr nehmen wir unser Handgepäck auf und schlendern zum Gate A 80. Kaum 5 Minuten später beginnt das Boarding von LH 075 und wir legen zum ersten Mal unsere selbst ausgedruckten Bordkarten auf den Scanner. Weitere 5 Minuten später sitzen wir auf unseren Plätzen und weitere 11 Minuten später ist das Boarding bereits completed. Um 8.25 Uhr beginnt der Pushback und kurz darauf rollt der Airbus A 319-100 auch schon zur Startbahn. Der Start erfolgt fast pünktlich um 8.32 Uhr und nur nach kurzen 40 Minuten landen wir bereits in Frankfurt. Nun ja, es ist eben noch sehr früh und auch Sonntag. Es sind kaum Geschäftsreisende unterwegs und dadurch ist es sehr angenehm zu reisen. Allerdings wartet hier in Frankfurt eine eher unangenehme Überraschung auf uns. Bisher sind wir immer im Terminal A an einer Passagierbrücke angekommen, diesmal bleibt uns nur der Beton auf dem Vorfeld und eine elend lange Busfahrt zum Terminal. Das war schon mal besser Lufthansa, zumal man uns quasi in der Wallachei des Terminals A abgesetzt hat. Zu unserem Gate A 52 haben wir noch über 20 Minuten unser Handgepäck zu schleppen. Das einzig erkennbar Gute an dem langen Spaziergang ist, dass wir an zwei Airbus A 380 vorbeikommen. Es sind die Maschinen „New York“ und „Peking“ und die werden natürlich auch fotografiert und gefilmt.
Die nächsten 40 Minuten verbringen wir erneut in einem kleinen Bistro, gönnen uns 2 Milchkaffee und ein Paninibrot. Wer weiß schon, wann wir das nächste Mal etwas zwischen die Zähne bekommen. Pünktlich um 10.30 Uhr beginnt das Boarding von LH 868 am Gate A 52, wieder mit dem Automat und jetzt beginnt erneut ein kleiner Albtraum. Es geht wieder die Treppen hinunter, zwischen den Airbussen hindurch zu einem Bus. Nach einer Busfahrt von 20 Minuten sind wir an der vorletzten Parkposition des nördlichen Vorfeldes. Hier kann man die hereinkommenden Maschinen der neuen Landebahn hautnah sehen, die über die Autobahn A 3 gerollt kommen. Wir erklimmen die Gangway zu einer Embraer ERJ 190 hinauf und setzen uns um 10.50 Uhr in Reihe 6 auf die Plätze D +F. Um 11 Uhr meldet sich der Kapitän und teilt mit, dass über Bergen nur lockere Bewölkung herrscht und rollt los. Da wir so weit oben auf der Vorfeldposition standen, braucht die Maschine ganze 25 Minuten langsamen Rollens, bis sie die Startbahn 25 R erreicht hat. Genau um 11.25 Uhr gibt der Pilot Gas und die Embraer hebt nach relativ kurzer Rollstrecke ab.
Um 11.45 Uhr servieren die Flugbegleiter, kaum das wir die Reiseflughöhe erreicht haben, bereits ein Sandwich mit Gurkencreme, dazu Cheddarkäse, Tee, Wasser und Cola. Tatsächlich ist über der Nordsee sehr schönes Wetter und wir können die Insel Helgoland unter uns erkennen. Das klare Wetter hält auch noch bis zur norwegischen Küste und hier liegt jetzt im März die Landschaft noch unter einer Schneedecke. Bereit nach eineinhalb Stunden Flugzeit beginnt die Embraer den Sinkflug und es wird wolkiger. Teilweise kann man aus dem Fenster nur Schleier vorbeiziehen sehen. Kurz vor der Landung haben wir aber die Wolkendecke durchstoßen und sehen jetzt eine einmalige Landschaft unter uns. Kleine Inseln, kahle Felsen und immer wieder kleine Buchten mit Ferienhäusern und Schiffen auf dem Wasser. Im Sommer muss es hier traumhaft schön sein.
Um 13.20 Uhr setzt der Flieger auf, laut Flugplan zwar 20 Minuten zu spät, er ist aber auch 25 Minuten später abgeflogen. Das Aussteigen dauert nur 10 Minuten. Der Flughafen hier in Bergen ist sehr klein und übersichtlich. Auch das Warten auf die Koffer ist mit 10 Minuten recht kurz. Umso größer sind die Überraschung und der Ärger, dass ausgerechnet von meinem Koffer eine Rolle fehlt. Das ist insofern blöd, weil ich das Gepäckstück jetzt halb ziehen und halb rollen muss. Und wir wissen ja nicht wie es weitergeht. In der Halle hinter der Einreise- und Zollstation, es gab übrigens keinerlei Kontrollen, warten bereits zwei Damen der Reiseleitung von Hurtigruten auf uns. Es sind Kari Tenambergen und Ursula Hilgert, die uns die nächsten 11 Tage führen und begleiten werden. Es dauert noch bis 14 Uhr bis alle Teilnehmer der Sonderreise zusammen sind und Ursula erklärt uns den weiteren Ablauf der Anreise, da unser Schiff ja noch in Trondheim liegt.
Zuerst müssen wir mit unseren Koffern zu einem Bus vor dem Terminal und diese dort einladen. Dann geht es los zu einer Stadtrundfahrt, die ungefähr 2 Stunden dauern soll. Der erste Stopp ist am Hafen im historischen Viertel Bryggen. Kaum steht der Bus, reißt der Himmel auf und die Sonne strahlt herunter. Da wir ziemlich vorne im Bus sitzen, sind wir auch schnell raus und lassen die Verschlüsse der Kameras schnurren. Die Häuserfront dieses berühmten Stadtviertels gehört ja mit zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten Norwegens. Die Zeit ist knapp, wir haben nur 20 Minuten. Das muss reichen, denn ich laufe noch schnell in einen der Hinterhöfe hinein und filme noch einige Details der Gebäude. Diesmal habe ich es geschafft. Ich bin zwar nicht der letzte, auf den alle warten, aber immerhin der Vorletzte. Der Bus fährt noch weiter in einige Vororte, an bekannten Kirchen vorbei und hält noch einmal im Hafen auf der Bryggen gegenüberliegenden Seite. Mittlerweile ist das Wetter wieder schlechter geworden und die Aufnahmen nicht mehr so schön. Wenigstens regnet oder schneit es noch nicht.
Um 16.15 Uhr sind wir wieder am Flughafen und müssen unser Gepäck aus dem Bus zerren. Am Check-In Schalter haben wir dann schon das erste unerfreuliche Erlebnis. Eine sächsisch blabbernde Dame stellt sich von der Seite der Schlange an, obwohl ihr Gatte weit hinter uns mit den Koffern steht. Sie will sich ganz offen vordrängeln und winkt ihrem Mann andauernd zu, er soll auch nach vorne kommen. Das hat aber ein resoluter Mitreisender ebenfalls bemerkt und weist die Dame in die Schranken. Sie geht trotzdem nicht nach hinten, sondern wartet vorne weiter auf ihren Mann. Die Schlange ist dichter zusammengerückt und gibt ihr keine Chance. Wir haben relativ schnell unsere Koffer quitt und auch die Sicherheitskontrolle ist zwar gründlich, aber nicht besonders lang. Die schwarzhaarige Sächsin muss es dennoch geschafft haben, einen Blöden zu finden, der ihr Spielchen mit dem Quereinstieg mitgemacht hat, denn sie ist fast direkt hinter uns.
Wir gehen in Richtung Gate 25 und treffen hier auf Holger und Alexandra, die wir bereits von unserer Reise mit der MS Columbus 2011 kennen. Wir hatten uns verabredet, diese Polarlichtreise gemeinsam zu unternehmen. Die beiden sind mit einem späteren Flug aus Hamburg gekommen. Das Hallo ist von beiden Seiten herzlich und von nun an bleiben wir zusammen und ertragen die verunglückte Anreise gemeinsam. Da wir ein paar norwegische Kronen getauscht haben, können wir uns einen Hot Dog und eine Flasche Wasser holen. Bereits hier und besonders am Flughafen merken wir, wie teuer Norwegen ist.
Draußen wird es bereits dunkel und um 17.05 Uhr beginnt am Gate A 25 das Boarding für Flug JTG 842 nach Trondheim. Bereits um 17.15 Uhr sitzen wir in Reihe 7 auf E + F und merken schnell, das diese Maschine der Norwegian Airline sehr eng bestuhlt ist. Die Maschinen haben eine rote Spitze und das Portrait einer berühmten norwegischen Persönlichkeit auf dem Leitwerk. Der Pushback erfolgt dann um 17.40 Uhr und der Start nur wenige Minuten später um 17.45 Uhr. Gegen 18 Uhr gibt es sogar ein Körnerbrötchen mit Käse und Schinken und einen Orangensaft. Das ist erstaunlich, denn bereits um 18.15 Uhr beginnt der Landeanflug. Die Boeing 737-800 durchstößt die Wolkendecke und draußen herrscht dichtes Schneetreiben. Mit wird etwas grummelig in der Magengegend, denn bei Schneetreiben sind wir noch nicht gelandet. Neben der Landebahn befindet sich eine Straße und die Autos erkennt man nur verschwommen an den sich bewegenden Scheinwerfern. Aber die Landebahn scheint geräumt zu sein und der Flieger setzt problemlos genau um 18.30 Uhr auf der Landebahn des Flughafens Vaernes in Trondheim auf.
Kaum 10 Minuten später sind wir am Gate 37 und warten jetzt noch 25 lange Minuten am Gepäckband. Endlich um 19.05 Uhr setzt es sich in Bewegung und ich falle fast in Ohnmacht. Mein Koffer hat jetzt gar keine Rollen mehr. Wie die zweite Rolle abhanden gekommen ist, kann ich mir nicht erklären. Ob die jemand vor Wut abgehauen hat? Jedenfalls sind wir schon viel verreist und hatten schon mal einen gerissenen Tragegriff zu beklagen, aber auf zwei Flügen zwei Kofferrollen? Da fragt man sich wirklich, wie gehen die Fluggesellschaften und das Personal mit dem Eigentum der Passagiere und damit der Kunden um? Ich lasse das jetzt mal so stehen. Ich habe nur jetzt das Vergnügen, den Koffer zum Bus und vom Bus dann in das Schiff und zur Kabine tragen zu müssen. Und wir müssen in 11 Tagen ja auch wieder zurück nach Hause. Also schnappe ich mir den Koffer und strebe stinksauer  zum Ausgang.
Um 19.15 Uhr sitzen wir im Bus und da der auch schon fast voll ist, fährt er gleich los. Es ist eine halsbrecherische Fahrt von einer halben Stunde die fast immer nur bergab bis nach Trondheim geht. Die Straße ist kaum geräumt und wir schauen gar nicht nach vorne raus. Wie wir erst später erfahren und beruhigter gewesen wären, gibt es in Norwegen eine Spikespflicht. In den Wintermonaten sind diese Reifen, die in Deutschland schon seit Jahrzehnten verboten sind,  hier vorgeschrieben. Dadurch kann der Busfahrer natürlich in dem Tempo die Straßen hinunterrasen. Wir erreichen um 19.46 Uhr dann endlich im Hafen von Trondheim das Schiff MS Midnatsol, schnappen uns unsere Koffer bzw. das, was davon noch da ist, und stellen uns in der Schlange an der Rezeption auf Deck 4 an. Erstaunlich schnell sind wir dran und erhalten die Keycards für unsere Minisuite auf Deck 6. Den Koffer ohne Rollen habe ich halb getragen und halb gezerrt und mir viele mitleidige Blicke anderer Passagiere eingefangen. Aber endlich, es ist zwei Minuten nach 20 Uhr, sind wir in der Minisuite 664 angekommen und angenehm überrascht. Diese Kabine ist richtig groß. Es gibt einen Vorraum mit Garderobe und Schränken, ein Wohnzimmer mit Couch und zwei Drehsesseln, ein separates, mit einem Vorhang abtrennbares Schlafzimmer und ein großzügiges Bad mit Dusche. Hier können wir es die nächsten Tage gut aushalten und es uns auch gut gehen lassen. Zur Begrüßung gibt es von der Reederei einen frischen Obstkorb und eine Flasche Champagner.
Um 20.45 Uhr treffen wir uns mit Alexandra und Holger, die auf dem gleichen Gang nur wenige Kabinen neben uns wohnen und gehen in den großen Speisesaal auf Deck 5 im Heckbereich. Hier ist der hintere Teil für unsere Reisegruppe reserviert und wir bekommen zusammen einen sehr schönen Vierertisch. Es gibt heute kein Menü, sondern ein Abendbuffet. Wir nehmen etwas Fleisch, Fisch und Salate. Dazu bestellen wir unvorsichtigerweise 2 Bier. Die kosten uns dann auch gleich fast 20 €uro – jedes Bier zu 0,4 Liter 9,70 €uro. Das sind mal wirklich skandinavische Preise.
Der Tag war lang und langsam werden wir müde. Wir verabschieden uns von unseren Freunden und gehen zur Cafeteria, Anja braucht noch für die Nacht eine Flasche Mineralwasser. Auch hier bluten wir wieder kräftig. Für einen halben Liter müssen wir stolze 6 €uro abdrücken. In der Kabine beschäftige ich mich erst einmal mit dem Funkwecker. Der verweigert hier oben in Norwegen aber die korrekte Anzeige. Sogar im Außenbereich will er nicht anzeigen, er bekommt kein Funksignal. Glücklicherweise habe ich immer noch einen kleinen mechanischen Wecker einstecken und der funktioniert. Gegen 22.45 Uhr ist dann Bettruhe nach einem langen und anstrengenden Anreisetag. Nur der Anruf mit einer Schiffsdurchsage über das Telefon hat uns um genau 24 noch einmal geweckt. Aber auch diesen verzichtbaren Service kann man abstellen und so ist für den Rest der Nacht Ruhe im Schiff.

nächster Tag

 

 

 

 


Klick für große Bilder:

Düsseldorf Airport

Frankfurt Airport

Anzeigetafel

 

 

Boarding in Frankfurt

 

 

Start in Frankfurt

 

 

Helgoland

 

 

Kurz vor Bergen

 

 

Rollenloser Koffer

 

 

Stadtrundfahrt in Bergen

 

 

Altstadt Bryggen 1

 

 

Altstadt Bryggen 2

 

 

Altstadt Bryggen 3

 

 

Hinterhof Bryggen 1

 

 

Hinterhof Bryggen 2

 

 

Stadtrundfahrt zum Hafen

 

 

Hafen in Bergen

 

 

Landung in Trondheim

 

 

Trondheim Flughafen