Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Donnerstag 08.09.2011

Freitag 09.09.2011

Toronto - Frankfurt - Düsseldorf

Heute ist der letzte volle Tag unserer Urlaubsreise 2011. Wir haben noch diesen ganzen Tag, einen Nachtflug und die Autofahrt von Frankfurt nach Hause vor uns. Deshalb schlafen wir auch bis 8 Uhr und gehen erst gegen 9 Uhr in die Lounge zum Frühstück. Zwischendurch ergattere ich einen Platz am Computer und schaue auf der Internetseite unserer Fluggesellschaft nach, ob unser Flug stattfindet und auch pünktlich abfliegt. Wie in den letzten Tagen auch gibt es noch keinen Grund, nervös zu werden, es ist alles im Lot. Wir müssen zum Terminal 3 und der Flugstatus steht auf o.k., informiert uns neu die Webseite.
Um 9.50 Uhr sind wir wieder im Zimmer und legen sehr schweren Herzens die Koffer auf die Betten. Während Anja unsere Kleidung fein säuberlich in die Koffer legt, falte ich noch meine Hemden und verstaue danach unser Computerequipement. Einiges davon passt noch in die Koffer und das, was kaputt gehen könnte, nehmen wir als Handgepäck mit in die Kabine. Um 11 Uhr sind die Koffer fertig und wir gammeln noch bis kurz vor 12 Uhr im Zimmer herum. Wir hatten mit der Rezeption vereinbart, einen sogenannten „late check out“ nutzen zu können. Hier bezahlen wir die 2 Bier, die auf unserer Rechnung stehen und bestellen ein Flatrate-Taxi für 18.30 Uhr. Das fährt uns zu einem Festpreis in der Hauptverkehrszeit quer durch die Stadt zum Flughafen.
Jetzt sind wir über 6 Stunden bis zur Taxifahrt ohne eine Bleibe. Zuerst gehen wir hinunter zum Roundhouse, dem Ringlokschuppen. Hier gibt es Führungen durch die „Steam Whistle“ Brauerei. Für 20 Dollar melden wir uns an und nehmen an der fast einstündigen, hochinteressanten Führung teil. Die junge Dame leitet uns mit ihrem Sprachset über unsere Kopfhörer durch den alten Lokschuppen. Dass hier eine kleine, aber feine Brauerei hinein passt, erstaunt uns schon. Jeder Winkel ist ausgenutzt und sogar die Packerei in die bunt bedruckten Kartons klappt hervorragend. In Nordamerika kennt man scheinbar keine Bierkästen, die Flaschen werden hier zu 6 Stück, den sogenannten sixpacks, in Kartons verpackt. Am Ende der Führung gibt es das frisch gebraute Bier zu kosten und für jeden einen grünen Flaschenöffner als Andenken und Werbegeschenk.
Gegen 14.15 Uhr sind wir am Queens Quai Market. Hier hatten wir 2002 in einem Restaurant im Erdgeschoss ganz gut gegessen. Aber das Restaurant gibt es nicht mehr, nur noch einen armseligen Food Court im Obergeschoss. Da wir von hier noch sehr weit zum nächsten Restaurant laufen müssten, bleiben wir hier und setzten uns im Pumpernickels an einen Tisch. Da Selbstbedienung ist, gehen wir abwechselnd zur Theke. Anja nimmt ein Chicken Club Sandwich und ich entscheide mich für das Schnitzelmenü. Mit 2 Cranberrysäften werden wir 23 Dollar los und das ist eindeutig für die Qualität viel zu viel. Ich will hier nicht auf hohem Niveau meckern, aber das Essen war einfach schlecht.
Nach dem Besuch der Restrooms in der kleinen Mall setzen wir uns auf eine Bank an der Queens Quai West Street und beobachten die vorbeifahrenden Straßenbahnen. Die Zeit wird uns allmählich lang und wir brechen zum Canada Center auf. Das liegt unterhalb des Bahnhofes und bietet auch nur ein riesiges Sportklamottengeschäft. Natürlich sind Eishockey- und Baseball–Trikots aller kanadischen Vereine verfügbar. Eine halbwegs transportable Kleinigkeit als Mitbringsel finden wir jedoch nicht und so gehen wir einfach zurück ins Hotel. Hier setzen wir uns in die riesige Lobby und beobachten die ankommenden, durchgehenden und abreisenden Menschen.
Nach weiteren 45 Minuten wir uns erneut langweilig und wir gehen hoch in die Goldlounge. Diese ist klimatisiert und der Kaffee frisch aufgebrüht. Anja nimmt Tee und wir gönnen uns ein paar Häppchen und Nüsse. Es ist niemand hier und somit ist auch der Computer frei. Ich erkundige mich ein letztes Mal nach unserer Maschine und dem Flugstatus. Da dieser immer noch unverändert pünktlich angezeigt wird, verbringen wir die letzten Minuten ganz entspannt in unserem schönen Hotel.
Um 18.30 Uhr haben wir unsere Koffer und stehen vor dem Haupteingang des Fairmont Royal York Hotels. Es kommen sehr viele Taxen an, laden Gäste ein und fahren wieder ab. Nach 10 Minuten, ich werde langsam nervös, hält eine schwarze Lincoln Limousine vor uns. Tatsächlich ist es unser Taxi und der Fahrer wuchtet unsere Koffer in den Laderaum. Wir steigen ein, blicken noch kurz wehmütig an der Fassade hoch und los geht’s. Bis zur Auffahrt des Gardiner Expressway kommen wir gut voran, aber ab hier wird es langsam voll. Zuerst schleichen wir dahin, dann folgt der berüchtigte stopp-and-go Verkehr. Erst am Kreuz auf die Autobahn 427 wird der Verkehr etwas zügiger. Nach fast einer Stunde haben wir Terminal 3 des Toronto Pearson International Airport erreicht. Der Fahrer bekommt die ausgehandelten 50 Dollar plus einen Tip. Bereits 2002 hatten wir in einem normalen Taxi 40 Dollar für diese Strecke bezahlt und damals keinen dichten Verkehr gehabt.
Nach einem sehr kurzen Weg in das Terminal hinein stehen wir direkt vor dem Schalter von Air Transat. Den Lufthansaflug hatten wir bei der Buchung der Reise herausgenommen. Wir fliegen gerne vorn in der Maschine und das ist uns bei dieser Luftfahrtgesellschaft zu teuer. Air Transat bietet in der Club Class zwar nicht ganz den Service, aber das Platzangebot ist dennoch ausreichend gut. Und günstiger als mit Lufthansa ist es allemal. Ich krame noch nach unseren Tickets, da spricht uns bereits eine Lady in Air Transat Uniform an. Sie möchte uns beim Check-In helfen. Da ich mich noch umziehen möchte, ich habe seit heute morgen das Unter- und das Oberhemd fast durchgeschwitzt, bitten wir sie noch um ein paar Minuten Geduld. Ich nehme mir die bereitgelegten Utensilien aus dem Koffer und suche den nächsten Waschraum. Das Waschen und Umziehen geht schnell und ich stopfe die gebrauchten Sachen in den Koffer mit der schmutzigen Wäsche. Danach nehmen wir die Hilfe der Lady in Blau gerne in Anspruch. Wir bekommen unsere reservierten Plätze in Reihe 2 auf der rechten Seite und hoffen, dass wir in Toronto und in Frankfurt in die richtige Richtung starten und landen werden.
Bereits um 19.50 Uhr sind wir die beiden schweren Koffer los. Meiner hat beim Wiegen 33,6 Kilo und Anjas 31,6 Kilo auf die Waage gebracht. Nur noch mit unserem Handgepäck bewaffnet schlendern wir durch das riesige Terminal und ich mache noch ein paar Videoaufnahmen. Anja entdeckt einen Duty Free Shop und deckt sich mit ihrem Lieblingsduft ein. An der Kasse ist eine lange Schlange und es geht, trotz mehrerer Kassiererinnen, nur schleppend voran. Die Ware darf man hier zwar bezahlen, bekommt sie aber nicht ausgehändigt. Sie kommt in eine verschließbare Tüte und wird mit einer Nummer versehen. Erst hinter dem Sicherheitscheck darf man sich die Tüte gegen Vorlage des Abholscheines in Empfang nehmen. Das macht auch Sinn, denn sonst müssten die Kontrolleure die eingekauften Flüssigkeiten erneut kontrollieren. Da wir noch dreieinhalb Stunden Zeit haben, ist uns diese Prozedur egal und wir lassen den Einkauf im Laden und in der Tüte zurück.
Auf dem Weg zum Gate entdecken wir um 20.30 Uhr eine typische Sportsbar, in der viel los ist. Zufällig werden zwei Plätze frei und die schnappen wir uns. Da wir keine Ahnung von der Verpflegung auf einem Air Transat Flug haben, bestellen wir vorsichtshalber einen gegrillten Sirloin Burger und zwei Cola, für die wir weitere 23 Dollar los werden. Nach einer Stunde brechen wir von hier auf und schlendern zur Sicherheitskontrolle. Die fleißigen Beamten finden nichts Gefährdendes bei uns und wir holen danach unseren zollfreien Einkauf ab. Am Gate C 32 ist bereits einiges los und wir setzen uns mit dem Handgepäck in die breiten Sitze. Es ist jetzt 21.35 Uhr und es sind noch 2 Stunden bis zum Abflug. Erst schlendert Anja mit ihrer Kamera herum und danach mache ich noch ein paar Aufnahmen von der Abflugtafel und dem Gate. Schließlich brauche ich das später für meinen Urlaubsfilm.
Wir sind erstaunt, bereits um 22.05 Uhr legt eine Maschine an unserem Gate an. Nach 10 Minuten ergießt sich ein Strom Menschen aus dem Flieger, der aber hinter der Glaswand gleich nach rechts weggelenkt wird. Die Maschine kommt aus den USA und die Passagiere müssen zur Einreisekontrolle geleitet werden. Danach betritt die Putzkolonne die Maschine und es dauert noch eine Stunde, bis unser Boarding um 22.40 Uhr beginnen kann. Dank der Club Class dürfen wir zuerst in die Maschine und nehmen in unserer Reihe 2 Platz. Anja überlässt mir den Fensterplatz, da ich den Start gerne filmen möchte. Ob das bei Dunkelheit überhaupt klappt ist noch fraglich. Startaufnahmen in der Finsternis hatte ich bisher noch keine gemacht. Es dauert noch bis genau 23.30 Uhr, bis alle Passagiere eingestiegen sind und der Kapitän den Airbus ablegen lässt. Danach rollen wir noch endlos erscheinende 17 Minuten kreuz und quer über die Bahnen des Flughafens, bis die Maschine die Startposition erreicht hat.
Genau um 23.47 Uhr gibt der Pilot vollen Schub und die Triebwerke heulen auf. Der Airbus ist bestimmt schon älter und nicht so gut lärmgedämmt wie neuere Maschinen dieses Typs. Jedenfalls kommen uns die Geräusche der Maschine schon lauter vor, als auf den letzten Flügen. Wir haben Glück, die Maschine startet in Richtung Innenstadt und fliegt genau parallel zur Skyline Torontos. Schön sind die erleuchteten Wolkenkratzer und der CN-Tower zu sehen. Auch die Küstenlinie entlang des Ontario Sees ist durch die erleuchteten Orte gut zu erkennen. Wehmütig geht der Blick über den See. Wo mag jetzt unsere Columbus sein?
Um 1 Uhr Bordzeit bekommen wir den ersten Service. Es gibt Cracker, Wasser, für Anja einen Teller mit Hühnerfleisch und für mich das Rindfleisch. Dazu gibt es für jeden einen Tomaten–Mozarella Spieß. Zum Nachtisch wird eine Praline gereicht und ich bekomme sogar nach dem Kaffee noch meinen Bailey’s mit Eis. Gegen 2 Uhr ist der erste Service zu Ende und die Filme fangen an. Da diese mich überhaupt nicht interessieren, nehme ich die blaue Decke und rolle mich ein. Nach einer kurzen Unterbrechung mit Gang zur Toilette schlafe ich tatsächlich bis 6 Uhr weiter. Vielleicht hätte ich auch noch länger geschlafen, aber genau jetzt gibt es den zweiten Service mit dem Frühstück. Die Flugbegleiterin serviert Früchte, Bagels mit Käse, Kaffee und eine Zimtrolle. Um 6.45 Uhr bricht plötzlich Hektik beim Kabinenpersonal aus. Eilig wird das Frühstücksgeschirr abgeräumt und ich verstelle meine Uhr um 6 Stunden Zeitunterschied nach vorn. Jetzt ist es 12.45 Uhr deutsche Zeit und die Landung steht bevor.
Der Landeanflug beginnt um 13 Uhr und ich kann unter der bis hierher dichten Wolkendecke die Stadt Frankfurt filmen. Die Maschine fliegt südlich der A 3 über die Autobahn A 5 und setzt um 13.20 Uhr auf der Landebahn in Frankfurt auf. Bereits um 13.45 Uhr stehen wir am Gepäckband 53 und dank des Priority Labels kommen unsere Koffer auch als Erste zum Vorschein. Martin ist auch schon da und so sind wir noch vor dem Hauptverkehr zurück in Düsseldorf.
Unsere wunderschöne Urlaubsreise mit der tollen Kreuzfahrt über Färöer, Island, Grönland, Neufundland und den St.-Lorenz-Strom in Kanada ist leider vorbei.

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Ringlokschuppen

Oldtimer-Dampflok

Brauerei im Lokschuppen

Event im Aussenbereich

 

 

Start der Führung

 

 

Moderne Gärtanks

 

 

Abfüllanlage

 

 

Airport Terminal 3

 

 

Check-In Schalter

 

 

Sportsbar im Terminal

 

 

Info-Tafel am Gate

 

 

Blick auf Toronto

 

 

Anflug auf Frankfurt

 

 

Gepäckband 53