Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Mittwoch 07.09.2011

Toronto - Stadtrundgang

Heute haben wir ganz viel Zeit und genau genommen auch gar nichts vor. Deshalb stehen wir auch erst um 8 Uhr auf und gehen auch erst um 9 Uhr zum Frühstück. Danach überspielen wir unsere Kameradaten und erledigen unsere Anrufe nach Hause. Zu früh auf Erkundungstour zu gehen lohnt nicht, denn in Kanada machen die Geschäfte auch frühestens um 10 Uhr auf. So gehen wir um 10.15 Uhr erst einmal in die Hotellobby und filmen hier ein wenig. Danach gehen wir in die unterirdische Ladenstraße PATH unter der Royal Bank Plaza. An der Hockey Hall of Fame erblicken wir wieder das Tageslicht und gehen über die Front Street weiter durch den Berczy Park zum Gooderham Building. Ein kurzes Stück dahinter erreichen wir den St. Lawrence Market, der sich jetzt um 11.30 Uhr anschickt, langsam wach zu werden. Letztes Jahr war es ein Samstag, als wir schon einmal hier waren und zur Mittagszeit war es brechend voll. Heute am Mittwoch herrscht gähnende Leere. Die Runde durch den Markt ist schnell gemacht und es gibt nichts Neues, das man eventuell aufnehmen könnte.
Wir verlassen das Marktgebäude und suchen das Wandgemälde, das die gesamte Geschichte Kanadas darstellt. Wir hatten das Kunstwerk 2002 bereits gesehen und waren es auf einer Stadtrundfahrt mit dem Bus abgefahren. Da kann man natürlich keine schönen Aufnahmen machen, zumal es sich auch noch auf der von uns abgewandten Seite des Busses befand. Aber ich habe eine ungefähre Ahnung, wo das Gemälde sich befand. Leider verlassen wir die Front Street zu früh und gehen die Frederick Street hinauf zur King Street. Nur einen Block weiter auf der Front Street und wir hätten das Gebäude der Toronto Sun Zeitung gefunden, an dessen Fassade das Gemälde prangt.
Jetzt sind wir auf dem Rückweg über die Adelaide Street und stoßen auf den Saint James Park. Hier gibt es zahlreiche, zahme Squirrels, eine Art Eichhörnchen, die ganz nah an uns herankommen und betteln. Leider wussten wir das nicht, sonst wäre bestimmt von unserem Frühstück etwas übrig geblieben. An der Kreuzung der Fußwege im Park steht ein Brunnen aus Bronze, den zahlreiche Vögel als Tränke und Badewanne nutzen. Die Blumenbeete rund um den Brunnen sind mit wunderschönen Blumen bepflanzt, die in voller Blüte stehen. Diese Szenerie mitten in einer Millionenstadt ist einmalig.
Gleich neben dem Park steht die Cathedral Church of St. James. Diese Kirche gehört zur ältesten anglikanischen Kirchengemeinde der Stadt und bereits 1797 wurde mit dem Bau begonnen. Als die Kirche 1844 fertig gestellt wurde, war ihr Turm lange Zeit das höchste Gebäude der Stadt. Mit knapp 93 Metern ist er dem St.-Josephs-Oratorium in Montreal nur knapp unterlegen. Wir betreten die Kirche durch das Hauptportal. Da jetzt, zur Mittagszeit um 12.30 Uhr, ein kleiner Gottesdienst stattfindet, wollen wir nicht durch umherlaufen stören und verlassen die Kirche wieder durch das Seitenportal und schlendern zurück zum Hotel.
Vorher gehen wir noch in den Bahnhof und kaufen bei Tim Hortons 3 kleine Teilchen, die wir anschließend in unserem Zimmer vertilgen. Danach machen wir einen kleinen Mittagsschlaf und sind gegen 16 Uhr zu Kaffee und Tee in der Lounge.
Nachdem wir uns geduscht und fein herausgeputzt haben, machen wir uns um 18.15 Uhr auf den Weg zum CN-Tower. Unterwegs beobachten wir auf der Front Street das Kamerateam eines örtlichen Fernsehsenders, wie es ein Interview mit einer uns unbekannten Person aufnimmt. In Toronto findet am Wochenende ein internationales Filmfestival statt und das scheint seine Schatten vorauszuwerfen.
Am Rogers Center befindet sich der Eingang in den CN-Tower. Hier müssen wir uns kurz orientieren und den kostenlosen Aufzug finden, der uns in das Restaurant bringt. Am Counter zum Restaurant zeige ich unsere Reservierung mit der Nummer vor und wir dürfen uns an den Eingang zum Aufzug stellen. Dieser ist wohl gerade oben und es dauert ca. 5 Minuten, bis sich die Tür öffnet. Dann aber geht es mit 6 Metern pro Sekunde in knapp einer Minute bis auf 351 Meter Höhe. Wir verlassen den Aufzug und betreten das fast leere Restaurant. Der Manager, der uns um die Verschiebung unseres Termins gebeten hatte, begrüßt und sehr freundlich und entschuldigt sich noch einmal persönlich bei uns. Dann geleitet uns ein ebenso freundlicher Ober an unseren Tisch direkt am Fenster. Das Restaurant bietet bis zu 400 Gästen Platz und dreht sich in 72 Minuten einmal um die eigene Achse.
Der Ober bringt uns die Speisekarte, aber dafür haben wir erst einmal keinen Blick. Viel interessanter ist die fantastische Aussicht über Toronto in der Dämmerung. Zuerst blicken wir auf die Harbourfront, den Toronto City Airport auf der Insel und unter uns in das geöffnete Rogers Center. Dann widmen wir uns der Karte und bestellen als amuse bouche den Lachskaviar mit Creme Fraiche, rote Bete und der Polenta Tarte. Als Vorspeise nimmt Anja die Escargot Bourguignon mit Bacon, Zwiebelringen und Knoblauchbrot. Ich bekomme ahorngeräucherten Lachs mit kleinem Kartoffelsalat und Honigsenfdressing. Nach einer kleinen Pause wählen wir das Hauptgericht. Wir nehmen beide das Prime Rib Steak von 10 bzw. 16 Unzen mit einem Sommergemüse und einer naturbelassenen Soße. Zum Nachtisch bekommt Anja den Eisbecher und ich wähle die Maple Walnut Roulade. Es bedarf sicher keiner weiteren Erklärung, das Essen war köstlich und sehr gut.
Inzwischen ist es bereits 20.30 Uhr und schon fast dunkel draußen. Der Blick auf das hell erleuchtete Baseballfeld des geöffneten Rogers Center ist einfach faszinierend. Zum Abschluss nimmt Anja einen Averna und ich trinke einen Kaffee. Nachdem wir unsere Rechnung beglichen haben, wird es um 20.45 Uhr hinter uns bereits unruhig. Die ersten Gäste der Charityveranstaltung werden bereits hochgebracht und betreten das Restaurant. Somit wird es auch für uns langsam Zeit, das Feld zu räumen. Sicher wären wir ohne diese Veranstaltung noch eine kurze Zeit hier oben geblieben, aber dem Lärm und der damit verbundenen Unruhe wollen wir uns nicht aussetzen und fahren nach unten.
Bei noch sehr angenehmer Temperatur schlendern wir zum Lokschuppen hinüber. Das ganze Gelände gehört der CN, der kanadischen Eisenbahngesellschaft Canadian National. Da es keine Dampfloks mehr gibt, war auch der Ringlokschuppen überflüssig geworden und wurde liebevoll restauriert. Wir entdecken im Vorbeigehen eine kleine Brauerei, die im Lokschuppen untergebracht ist und ein Schild, das auf Besichtigungen hinweist. Das merken wir uns für morgen und gehen weiter zum Bahnhof. Der ist auch um diese Uhrzeit fast menschenleer und ich mache noch ein paar Aufnahmen im Kunstlicht.
Um 21.30 Uhr sind wir im Hotelzimmer und ich sichte unsere Reisedokumente. Vorher hatten wir am Rechner in der Lounge noch die Abflugdaten unseres Rückfluges kontrolliert. Hier gab es keine Auffälligkeit und wir gehen mal davon aus, dass der Flug nach Hause planmäßig stattfindet. Um 23 Uhr ist Bettruhe und unsere letzte Nacht in Kanada beginnt.

nächster Tag


 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Royal Bank Plaza

Hockey Hall of Fame

Bronzeplastik

Straßenbahn

 

 

Squirrel

 

 

Blumenanpflanzung

 

 

Brunnen

 

 

Dinner im CN-Tower

 

 

Blick ins Rogers Center