Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Dienstag 06.09.2011

Ausflug zu den Niagara-Fällen

Wir stehen heute etwas eher auf, da wir einen Ausflug zu den Niagara Fällen gebucht haben und der startet bereits um 8.45 Uhr vor dem Hotel. Deshalb haben wir den Wecker auf urlaubsunwürdige 6.30 Uhr gestellt und gehen bereits um 7.30 Uhr zum Frühstück in die Lounge. In einem Fairmont Hotel ist im Preis eines Gold Rooms ein Frühstück enthalten. Auch sonst kann man sich mit Häppchen und kühlen Getränken kostenlos bedienen. Lediglich alkoholische Getränke müssen bezahlt werden. Kurz nach 8 Uhr sind wir zurück in unserem Zimmer und ziehen für den Ausflug wetterfeste Kleidung an. Im Jahr 1995 sind wir schon einmal mit dem Schiff in die Fälle hinein gefahren und wurden trotz der blauen Umhänge pudelnass. Verhindern kann man das nicht, aber wenigstens einschränken wollen wir es diesmal.
Pünktlich um 8.45 Uhr stoppt der Bus vor dem Osteingang des Hotels. Glücklicherweise sind wir die ersten Gäste und natürlich setzen wir uns in die freie, erste Reihe vorne rechts. Der Fahrer stellt sich vor, er heißt Sabi, und kassiert 181,52 kanadische Dollar, die wir mit der Kreditkarte bezahlen. Sabi fährt noch zwei weitere Hotels an, es steigen aber höchstens noch 10 Personen zu. Er telefoniert kurz und steuert den Bus dann weiter zum Dundas Square. Hier wartet eine größere Gruppe, die jetzt in unseren Bus zusteigt. Um 9.30 Uhr ist der Bus tatsächlich voll und die Fahrt zu den Niagara Fällen beginnt.
Es gibt mehrere Varianten für die Ausflüge zu den berühmten Wasserfällen und wir haben schon fast alle gemacht. Auch gestern hat man uns die Tour über die Ortschaft Niagara on the Falls angeboten. Aber was sollen wir schon wieder in diesem Ort? Dort ist eigentlich nichts los und es ist zu vermuten, dass die Busunternehmer für den Stopp in dem Ort von den Geschäftsleuten bezahlt werden. Ein Busparkplatz, eine Straße voll mit Souvenirläden, eine Kreuzung und ein historisches Gouverneursgebäude, das ist alles. Die Tourvariante zu dem kleinen Flughafen mit Flug über die Fälle fand nicht statt und so haben wir die Tour mit dem Schiff und notgedrungen mit dem Weingut zum Ende genommen.
Mit einem Zwischenstopp an der Autobahn für die menschlichen Bedürfnisse erreicht der Bus um 11.45 Uhr die kanadischen Horseshoe Falls. Sabi entlässt uns aus dem Bus. Er darf hier nur aus- bzw. einsteigen lassen und wird uns nach einer Stunde, genau um 12.45 Uhr an dieser Stelle wieder abholen. Leider ist das Wetter nicht gut. Es regnet zwar nicht, aber der Himmel ist Wolken verhangen. Zusätzlich treibt der Wind die Gischt des Wasserfalls in Richtung Zuschauerterrasse und hier ist der Boden richtig nass. Zuerst gehen wir in das Steingebäude, in dem der Zugang zu den Wegen und Steigen hinter die Fälle liegt. An der Menschenschlange können wir erkennen, dass wir die Tour bis 12.45 Uhr nicht schaffen werden.
Wir suchen uns ein paar trockene Stellen, von denen aus wir die Fälle fotografieren und filmen können. Danach besuchen wir in dem Steinhaus die Restrooms und stellen uns an der Schlange vor einer Fastfood–Kette an. Da wir am Abend noch eine Reservierung in unserem kanadischen Lieblingslokal haben, bestellen wir einen Cheeseburger, den wir uns teilen. Der ist aber so gut, dass wir es fast bedauern, nur einen genommen zu haben. Pünktlich um 12.45 Uhr sind wir an der Bushaltestelle und Sabi ist schon da. Wir steigen ein und unser Fahrer zählt seine Gäste durch. Es fehlen natürlich zwei Personen, die auch erst nach über 10 Minuten angeschlendert kommen. Es sind zwei ältere Damen ohne jegliche Eile und schlechtem Gewissen. Das ist eben Busfahrerschicksal. Sabi wendet sich zu uns und erklärt uns, das er diese Tour bis zu vier Mal in der Woche fährt und fast kein Tag vergeht, an dem nicht einige Gäste zu spät kommen.
Endlich, um 13 Uhr fährt unser Fahrer los und wir sind nur 5 Minuten später am Zugang zu den Schiffen. Sabi geht vor der Gruppe her und lotst uns zum Gruppeneingang. Hier ist für uns reserviert und wir dürfen auch direkt durch zu den Aufzügen. Ab hier sind wir auf uns gestellt und haben jetzt bis 15 Uhr Zeit für die Bootstour und eine Mittagspause. Es gibt drei sehr große Aufzüge, die ständig mit einer Begleitperson hinauf- und hinunter pendeln. Die Wartezeit ist kurz und hinter dem Aufzug gibt es dann doch den ersten Stau. Hier ist ein Fotostand und wer möchte, kann sich für 30 Dollar ein Erinnerungsfoto machen lassen. Da wir mit Sicherheit nicht noch einmal hierher kommen werden, stellen wir uns brav vor die grüne Wand und lassen uns ablichten. Die Fälle werden hinterher in die Fotos eingestanzt, das kann man auf ausgehängten Beispielfotos sehen. Hinter dem Fotostand bekommen wir die blauen Regencapes und reihen uns wie im Phantasialand an der Wildwasserbahn in die Schlange wartender Menschen ein.
Das Boot an der kleinen Pier ist voll und fährt los, da kommt schon das nächste Schiff. Das setzt seine menschliche Fracht ab und jetzt dürfen wir an Bord. Leider haben wir so viele Leute vor uns, das die Plätze vorne an der Reling alle besetzt sind. Es bleibt uns also nur die zweite Reihe. Die Schiffe tragen alle den Namen „Maid of the Mist“, haben aber unterschiedliche Nummern. Ich habe nicht darauf geachtet, welche Nummer unser Schiff hat, aber kaum sind wir an Bord, legt es auch schon ab. Zuerst fährt es gemütlich an den 362 Meter langen amerikanischen Fällen vorbei. Diese sind zwar insgesamt 58 Meter hoch, fallen aber bereits nach 21 Metern auf eine Sturzhalde, die 1954 bei einem Geröllabbruch entstand. Danach passiert das Boot die Ziegeninsel, Goat Island, durch die die Grenze zwischen den USA und Kanada verläuft und erreicht dann die Mitte der Hufeisenfälle. Diese sind insgesamt 792 Meter lang und, wie der Name schon sagt, wie ein Hufeisen geformt. Hier fällt das Wasser 52 Meter frei in die Tiefe und erzeugt eine gewaltige, aufsteigende Gischt. Das Boot fährt weit in die Mitte des Falles hinein und wir sind natürlich unten herum sofort nass. Die Thermik der Fälle saugt die dünnen Umhänge erst an den Körper und dann nach oben, wie in einer Dusche mit Vorhang. Auch die Kapuzen nützen nichts, sie flattern unkontrolliert im Wind der Gischt. Das Boot kämpft fast 5 Minuten lang gegen die Strömung an und das Panorama der herabstürzenden Wassermassen um uns herum ist gewaltig.
Um 14 Uhr ist die Bootstour zu Ende und wir sind zurück an der Anlegestelle. Die fast zerrissenen Umhänge entsorgen wir in den bereit stehenden Tonnen und fahren mit einem der Aufzüge nach oben. Hier suchen wir kurz nach dem Laden, der die Fotos verkauft und fotografieren uns danach selbst noch einmal mit den echten Fällen im Hintergrund. Dann laufen wir die Hauptstraße hinauf und finden hier einen Wendy’s. Das ist ein Burgerladen und wir gönnen uns nach der Anstrengung jetzt doch ein Cheeseburger Meal mit Cola und Pommes.
Pünktlich um 15 Uhr sind wir am Bus, die alten Damen diesmal auch und Sabi fährt los. Nach 15 Minuten erreichen wir den Whirlpool, einen weiteren Aussichtspunkt am Niagara Fluss. Hier bekommen wir ein paar Minuten Zeit für unsere Aufnahmen. Der Whirlpool ist eine Schlucht des Niagara Flusses mit zahlreichen Stromschnellen. Hier kann man mit Speedbooten schnelle Fahrten unternehmen, die wohl auch großen Spaß machen, wie man an dem lauten Kreischen der Bootsinsassen vernehmen kann.
Danach geht es sofort weiter zum angekündigten Weingut, dass wir gegen 16 Uhr erreichen. Wir verlassen den Bus und werden sofort im Außenbereich zu einem großen Tisch geführt. Eine Dame des Hauses hat bereits viele Flaschen geöffnet und verteilt großzügig die Probiergläser. Der Wein schmeckt ganz gut, aber unser Problem heißt Transport. Unsere Koffer sind gewichtsmäßig bereits an ihrer Grenze und wie sollen wir da noch mehrere Kilo schwere Flaschen mit Wein abtransportieren? Der Eiswein kommt natürlich zum Schluss und ist die wahre Sünde. Da die klimatischen Bedingungen zwischen den Seen hier besonders günstig für den Eiswein sind, ist dieser einer der Besten der Welt. Drei kleine Flaschen davon kosten über 100 Dollar, aber das Risiko eines Flaschenbruches im Koffer ist dennoch viel zu groß.
Um 16.45 Uhr fährt Sabi vom Weingut ab. Bis kurz vor Toronto ist auch relativ ruhiger Verkehr, der aber stark zunimmt, je näher wir der Innenstadt kommen. Fast pünktlich setzt Sabi uns als Erste am Hotel ab und er bekommt auch einen guten Tip (Trinkgeld) von uns. Kurz darauf betreten wir die Lounge und stärken uns erst einmal mit Kaffee und Häppchen. Die freundliche Dame mit den Deutschkenntnissen ruft für uns in unserem Lieblingslokal an und bucht einen Platz für uns. Kurz danach sind wir im Zimmer und haben Besuch von der Hausdame. Die ist auf ihrem Kontrollgang durch die Zimmer und wir kommen mit ihr ins Gespräch. Fast 20 Minuten unterhalten wir uns über ganz private Dinge, dann müssen wir uns aber für unseren Restaurantbesuch fein machen und umziehen.
Kurz nach 19.30 Uhr verlassen wir unser Hotel und bummeln am Eishockeymuseum mit der Hall of Fame vorbei zur Esplanade. Von hier sind es nur weitere 10 Minuten und wir sind um 20 Uhr an der Old Spaghetti Factory. Wer hierüber mehr wissen möchte, in fast allen vorherigen Reiseberichten haben wir etwas zu dieser Restaurantkette geschrieben. Da es uns in diesen Lokalen sehr gut gefällt, es sehr gut schmeckt und auch noch preiswert ist, sind wir bei jeder Gelegenheit zu einem Besuch bereit. Anja nimmt die Spaghetti mit der Spicy Souce, und die ist wirklich sehr scharf. Ich nehme erneut die Spaghetti mit den Meatballs, die mir hier besonders gut schmecken. Mit der Minestrone vornweg und den drei Eiskugeln hinterher sind wir auch gut satt.
Gegen 22 Uhr sind wir zurück im Hotel und finden eine Nachricht vom CN-Tower Restaurant in unserem Computer-Postfach vor. Der Manager fragt an, ob wir zu unserem Abschiedsdinner morgen Abend statt um 19.30 Uhr bereits um 19 Uhr kommen können. Das Restaurant ist ab 21 Uhr komplett für eine Veranstaltung gebucht. Damit wir in Ruhe essen können, schlägt er den früheren Termin vor. Ich gehe kurz hinunter in die Rezeption und erwische die nette Lady mit den guten Deutschkenntnissen. Sie ist so freundlich und ruft für uns an, damit es keine Missverständnisse gibt. Heute ist mit gut gefülltem Bauch und nach einem schönen Ausflug bereits um 23 Uhr Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Bus mit Fahrer Sabi

Steinhaus

Kanadischer Fall 1

Besucherterrasse

 

 

Kanadischer Fall 2

 

 

Maid of the Mist

 

 

Aufzug nach unten

 

 

Bild vor grüner Wand

 

 

Beginn der Bootstour

 

 

Kanadischer Fall 3

 

 

Kanadischer Fall 4

 

 

Panorama Niagara Fälle

 

 

Anja vor dem amerik. Fall