Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Montag 05.09.2011

Ankunft in Toronto - Ende der Schiffsreise

In der letzten Nacht habe ich nur wenig geschlafen, denn die Ankunft in Toronto und die damit verbundene Ausschiffung steht bevor. Außerdem möchte ich gerne ganz früh am Morgen, möglichst noch im Dunklen, die erleuchtete Kulisse der Stadt vom Bug des einlaufenden Schiffes aus Filmen. Von der Durchfahrt durch den Ontario See haben wir nichts mitbekommen. Diese Passage war in der vergangenen Nacht erfolgt. Um kurz vor 6 Uhr rappelt der Wecker und ich blicke hinter das Rollo. Wir sind tatsächlich schon ganz nah an Toronto herangekommen. Der CN Tower ist bereits gut erkennbar und das Schiff macht kaum noch Fahrt.
Also husche ich schnell durchs Badezimmer und bin rechtzeitig gegen 6.20 Uhr auf Deck 6. Es ist ein toller und fantastischer Anblick. Dies ist nach 1995, 2000, 2002 und 2010 unser fünfter Besuch in dieser Metropole und wir haben sie auch bereits vom Wasser aus gesehen, aber in der Nacht, das hat etwas ganz besonderes. Ganz langsam gleitet unser Schiff auf dem spiegelglatten Wasser des Ontario Sees auf Toronto zu und es bleibt genug Zeit, die Filmaufnahmen in Ruhe und in unterschiedlichen Einstellungen sogar mit Stativ zu machen.
Um 6.45 Uhr bin ich zurück und gehe mit Anja zur Rezeption. Hier bezahlen wir die Bordrechnung, die wir am Morgen in unserem Fach an der Tür gefunden haben. Danach sind wir im Restaurant, das heute bereits um 7 Uhr geöffnet hat. Wir frühstücken ordentlich, denn es ist die letzte Mahlzeit, die wir an Bord bekommen. Danach gehe ich noch einmal auf Deck 6 und filme, wie unser Schiff an einer Pier weit außerhalb der Stadt anlegt. Beruhigend ist, dass bereits viele Taxis da sind, die die Individualtouristen, wie wir welche sind, in die Stadt bringen wollen. Einige Mitreisende bleiben an Bord und fahren mit der Columbus weiter durch die großen nordamerikanischen Seen bis nach Chicago. Andere haben noch Anschlussprogramme nach West-Kanada und in die Rocky Mountains gebucht und wieder Andere bleiben noch in Toronto und fahren zu den Niagara Fällen. Das haben wir zwar auch vor, möchten das aber individuell von unserem Hotel aus buchen.
Bis 9.30 Uhr haben wir Zeit, die Kabine zu verlassen, aber warum sollen wir noch herumsitzen und die Wände anstarren? Also schnappen wir unsere Sachen und machen uns schweren Herzens auf den Weg zur Ausschiffung. Wir müssen auf dem Weg zur Gangway an der Rezeption vorbei, wo wir freundlich verabschiedet werden. Dahinter müssen wir die steile Gangway von Deck 3 hinunter zum Pier und das ist nun gar nicht meine Sache. Solche Treppen, die frei über dem Abgrund schweben, hasse ich sehr und nur mit Blick nach oben meistere ich diese letzte Hürde. Unten an der Gangway stehen Kapitän Gottschalk und sein erster Offizier Gerke, die sich auch mit Handschlag von uns verabschieden und uns eine gute Heimreise wünschen. Wir bedanken uns brav und wünschen den beiden ebenfalls, wenn auch wehmütig, eine gute Weiterfahrt zu ihren nächsten Zielen.
Auf dieser 19-tägigen Schifffahrt haben wir insgesamt 10 Ziele angelaufen. Davon waren 5 Häfen und an weiteren 5 wurden wir mit Booten an Land gebracht. Insgesamt haben wir 4991 Seemeilen, das sind 9243 Kilometer, zurückgelegt. Und kein einziger davon war langweilig. Für unsere erste, gemeinsame Schiffsreise kein schlechtes Ergebnis.
Jetzt sind wir also in Toronto und brauchen nur noch unsere Koffer. Dazu müssen wir erst einmal das Zollgebäude betreten und die aufgereihten Koffer begutachten. Diese sind nämlich, je nach gewähltem Anschlussprogramm der Reisenden, mit farbigen Kofferanhängern versehen. Wir müssen nach unseren gelben ADAC-Anhängern suchen, da wir individuell abreisen. Da nicht viele Personen wie wir in Toronto bleiben, sind die Koffer schnell gefunden. Wir ziehen sie aus der aufgestellten Reihe heraus und gehen zum Ausgang. An der Einreisekontrolle ist nichts los und wir sind sofort dran. Es gibt hier in der Halle keinen Unterschied zu einer Einreise mit dem Flugzeug. Die Beamtin nimmt unsere Reisepässe mit den Einreisekarten und unseren persönlichen Daten entgegen, stempelt die Reisepässe und wünscht uns einen schönen Aufenthalt in Kanada. Die Zöllner hinter der Einreisekontrolle interessieren sich gar nicht für unsere Koffer und schon haben wir nach weniger als 10 Minuten die Halle wieder verlassen.
Hier stehen mehrere Taxis und warten auf uns. Ein Fahrer kommt herangesprintet, schnappt sich unsere Koffer und schon sitzen wir im Fahrzeug und sind unterwegs. Zum Abschied noch eine Aufnahme vom Schiff zu machen war gar nicht möglich. Die Fahrt geht durch das Hafengebiet und am Grand Chapiteau des Cirque Du Soleil vorbei, der mit seinem Programm Totem hier gastiert. Hinter dem Hafengebiet erreichen wir den Lake Shore Boulevard und danach den Gardiner Expressway. Es wundert uns, dass kaum Verkehr ist, jetzt zur Zeit der morgendlichen Rushour. Später im Hotel erfahren wir, es ist Labor Day, der kanadische Tag der Arbeit und der ist hier ebenfalls ein Feiertag. Dadurch dauert die Taxifahrt nur 15 Minuten und wir sind bereits um 9.40 Uhr am Fairmont Royal York Hotel angekommen.
Wir geben die Koffer im Erdgeschoss ab und fahren in den 12 Stock des Hotels. Hier ist die Rezeption der Gold Rooms und wir melden uns an. Wir sind Mitglieder im „Fairmont President Club“ und haben dadurch bei der Buchung einige Vorteile. So bekommen wir exakt das gleiche Zimmer mit Blick auf den See wie im letzten Jahr, als wir hier einige Tage während der Zugreise Station machten. Natürlich sind die Zimmer noch nicht fertig, aber wir dürfen selbstverständlich in der Lounge Platz nehmen und uns mit einem Kaffee stärken. Auch der Computer ist für uns zugänglich und ich setze gleich eine E-Mail nach Hause ab. Bei 6 Stunden Zeitunterschied dürfte die gleich jetzt am Nachmittag in Europa gelesen werden.
Um 10.30 Uhr fahren wir mit dem Aufzug hinunter ins Basement in die Ladenzeile. Hier gibt es Shops, die Telefonkarten verkaufen und wir erwerben eine für 10 Dollar. Damit können wir gleich am nächsten öffentlichen Fernsprecher in der Hotelhalle nach Deutschland telefonieren. Wir erreichen meine Mutter, die bisher nur auf das Weitergeben von E-Mail angewiesen war und sie freut sich riesig über einen persönlichen Kontakt nach fast drei Wochen.
Jetzt ist es 11 Uhr und wir machen uns auf, einen Rundgang durch die Stadt zu unternehmen. Auf der Younge Street fällt uns erneut auf, dass Feiertag ist. Es sind kaum Menschen unterwegs und die Geschäfte haben geschlossen. Am Rathaus und auf dem Nathan Philips Square davor begegnen wir durch Zufall einigen Busgruppen von der Columbus. Sie machen eine Stadtrundfahrt und morgen noch die Fahrt zu den Niagara Fällen. Auch im Eaton Center sind nicht alle Geschäfte geöffnet. Da wir bereits vor einem Jahr die Stadt gründlich erkundet haben, lassen wir es gemütlich angehen. Unser geliebter Sbarro, eine Pizza- und Pastakette aus New York, ist mit seinem Laden nicht mehr an der Stelle, an der wir bereits mehrmals gegessen hatten. Wir sind leicht enttäuscht, folgen aber den Hinweisschildern zum neuen Food Court. Hier entdecken wir den neuen Platz von Sbarro und stellen fest, dass er noch genau so beliebt ist wie früher. Wir bekommen jetzt, um 12.15 Uhr, gerade noch einen Tisch. Wir teilen uns ein Nudelgericht, trinken jeder eine Cola und gehen anschließend hinaus zum Dundas Square.
Dieser beliebte Platz wird von der jungen Bevölkerung Torontos gerne aufgesucht, weil es hier Lifemusik gibt und tolle Events stattfinden. Heute, am Labor Day, sind bereits einige Sambaschulen aufmarschiert. Es findet ein brasilianisches Fest statt und sie trommeln, was das Zeug hält. Besonders eine große, stattliche Frau in ihrem typischen, aber viel zu knapp bemessenen Sambakostüm fällt dabei auf.
Um 14.30 Uhr sind wir zurück im Hotel und wir können unser Zimmer beziehen. Wie im letzten Jahr ist es Zimmer 141 im 16. Stockwerk mit Blick auf den See. Leider wird die schöne Sicht vom Zimmer aus auf den Ontario See immer mehr zugebaut. Neben dem neuen Telefonkonzerngebäude entsteht ein weiterer Wolkenkratzer, der diese schöne Sicht bald massiv behindern wird. Anja telefoniert vom Zimmer mit Martin und ich lasse von der Rezeption unsere Koffer bringen. Nachdem wir einen Koffer ausgepackt haben, fahre ich schnell in die Ladenstraße hinunter. Die ½ Liter Wasserflasche kostet im Zimmer stolze 5 Dollar, im Laden dagegen nur 2,99 Dollar. Da kann man immerhin etwas sparen.
Nach einem kurzen Nickerchen gehen wir um 17.15 Uhr wieder in die Gold Lounge zum Kaffeetrinken und ein paar Häppchen gibt es auch dazu. Am Desk der Lounge hat eine junge Dame Dienst, die deutsch spricht. Bei ihr buchen wir eine Fahrt zu den Niagara Fällen. Der Ausflug findet morgen statt und wir werden direkt am Hotel abgeholt. Wir hätten diese Fahrt auch im Anschluss an die Seereise mit dem ADAC machen können, aber wir hatten ja unser Hotel schon gebucht. Außerdem verlangte der ADAC über 130 €uro pro Person und wir haben nur 181 kanadische Dollar für uns Beide bezahlt. Wenn man das genau umrechnet, ist es nur die Hälfte und in unserem Preis ist die Fahrt mit dem „Maid of the Mist“ Schiff bereits enthalten.
Gegen 18 Uhr sind wir wieder im Zimmer. Wir haben beschlossen, heute keine Lust mehr auf Toronto zu haben und wollen nur noch in Ruhe unseren schönen Erinnerungen an die Kreuzfahrt nachhängen. Deshalb verbringen wir den späten Nachmittag im Hotelzimmer und sortieren unsere Kameradaten. Die waren in den letzten hektischen Tagen an Bord etwas vernachlässigt worden und müssen dringend sortiert und auf Stand gebracht werden. Die Computerarbeit macht einen trockenen Hals und so gehen wir um 20 Uhr noch einmal in die Lounge und gönnen uns eine Flasche Bier und leckere Häppchen. Wir müssen uns deshalb nicht wieder anziehen, rausgehen und uns ein Restaurant suchen, das heute am Feiertag bestimmt voll ist und in dem es Wartezeiten gibt. Das Bier wirkt und weil wir früh raus müssen, ist auch zeitig Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Toronto

Toronto

Toronto

Toronto

 

 

Rathaus von Toronto

 

 

Gruppe vom Schiff

 

 

Sir Winston Churchill

 

 

Demo am Labor Day

 

 

Dundas Square

 

 

Brasilianisches Fest

 

 

Sambatänzerin

 

 

Das Eaton Center