Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Montag 22.08.2011

Island - Goldener Kreis

Die Busrundfahrten beginnen heute bereits um 8.30 Uhr und so ist früheres Aufstehen angesagt. Ich bin um 6.30 Uhr bereits aus dem Bad heraus und blinzle mal unter dem Rollo hindurch. Unser Schiff ist tatsächlich schon kurz vor der Hafeneinfahrt von Reykjavik, der Hauptstadt Islands. Ich ziehe schnell eine Hose und ein Hemd über, greife meine Kamera und renne schnell die 3 Decks höher auf das Aussichtsdeck hinter dem Palmengarten. Leider regnet es und das Filmen macht bei diesem Wetter keinen Spaß. Wenn es so bleibt, werden wir auch nicht viel Freude an der Rundfahrt haben.
Wir sind um 7 Uhr beim Frühstück, das heute sehr kurz ausfällt. Bereits um 7.45 Uhr erfolgt eine Durchsage über die Bordlautsprecher, dass jetzt die einzelnen Busnummern für die unterschiedlichen Ausflüge aufgerufen werden. Wenn fast 370 Menschen von Bord gehen wollen, muss das schon ein wenig gesteuert werden. Unser Aufruf für Bus Nummer 3 erfolgt um 8.30 Uhr und wir gehen in unsere wetterfesten Regenjacken gehüllt über die Gangway von Deck 3 steil hinunter auf isländischen Boden. Der Bus ist wieder fast voll und wir bekommen nur einen Platz in der drittletzten Reihe. Die da vorne müssen ja bereits beim Aufruf des ersten Busses von Bord gegangen sein. Egal, es regnet und die Fenster sind bereits tüchtig beschlagen. Man sieht fast nichts von der vorbeirauschenden Landschaft.
Um 8.45 Uhr geht es bereits los und der Tourguide stellt sich vor. Er heißt Peter und der Fahrer heißt Jökul. Na hoffentlich geht der nicht als Vulkan in die Luft. Nach fast einer Stunde bringt unser Fahrer den Bus am Thingvellir, dem ersten Stopp; zum stehen. Es schüttet was der Himmel hergibt und Filmen ist nur unter der über den Kopf gezogenen Regenjacke möglich. Leider müssen wir aussteigen, denn der Bus holt uns am anderen Ende des Grabenbruches ab. Also den Schirm aufgespannt und gleich wieder zu gemacht. Zum Regen kommt auch noch ein Wind, der am Parapluie ordentlich zerrt und zaust. Wir quälen uns den Weg durch den großen Grabenbruch hinunter. Der ist aber schon sehr beeindruckend anzusehen. Hier driften die europäische Platte und die amerikanische Platte auseinander. Der Bruch ist erst in den letzten 10.000 Jahren entstanden, für unsere Mutter Erde nur eine sehr kurze Zeit. Fast in der Mitte der Riftzone lässt der Regen etwas nach und wir können das eine oder andere schöne Bild machen. Um 10.20 Uhr sind wir zurück beim Bus, den wir ohne das ADAC-Schild mit der Nummer 3 hinter der Windschutzscheibe zwischen den anderen zahlreichen Bussen fast nicht gefunden hätten. Mit den nassen Klamotten macht die Tour jetzt keine große Freude mehr, wir haben aber erst eine von drei Stationen geschafft.
Jökul fährt knapp10 Minuten und stoppt an einem Kiosk mit Toilettenhaus. Das wird von den Mitreisenden auch gern in Anspruch genommen, nein, nicht der Kiosk. Dumm nur, das die anderen Busse auch hier halten und schon wieder eine Schlange entsteht. Nach der Pause und einer weiteren Fahrt von 35 Minuten sind wir in Haukadalur, dem Hochtemperaturgebiet. Hier gibt es den Vater aller Geysire mit dem Namen „Geysir“. Tatsächlich haben alle anderen Geysire der Welt ihren Namen von diesem Geysir hier. Leider schleudert er heute nur noch selten seine Wassermassen in die Luft. Wie bei unserer Reise in den Yellowstone Nationalpark in Wyoming muss man auch hier feststellen, dass sich die unterirdischen Gegebenheiten eben mit der Zeit ändern und das Wasser an einer anderen Stelle hervorbricht. Für das derzeitige Spektakel ist der Strokkur zuständig, das Butterfass. Er schleudert sein heißes Wasser regelmäßig alle 3 bis 5 Minuten bis zu 30 Meter in die Luft.
Neben dem Strokkur gibt es noch einige thermale Quellen und kleinere Geysire. Da die Zeit aber mal wieder knapp bemessen ist und wir keine Individualtouristen sind, müssen wir zum Mittagessen in das naheliegende Restaurant. Hier ist für alle Busse der Columbus gedeckt. Und nicht nur für uns, es ist noch ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit Amerikanern hier und die mischen sich orientierungslos unter die Gäste der Columbus. Was für ein Theater. Wir bekommen einen Tisch mit acht Personen, die wir tatsächlich bereits auf unserem Schiff gesehen haben. Es gibt eine Pilzsuppe und die Frau eines typischen Ostfriesen (hupps, hoffentlich vertue ich mich hier nicht – Entschuldigung) ist so freundlich, für uns alle die Teller zu füllen. Danach gibt es eine Fischplatte mit Lachs und Fischfrikadellen, Kartoffeln und Gemüsestreifen. Zum Nachtisch reicht man noch Schokoladenkuchen und extrem starken Kaffee. Für den Massenbetrieb hier hat es aber wirklich gut geschmeckt.
Um 13 Uhr ist Abfahrt und Jökul steuert den Bus nur 10 Minuten weiter zum nächsten Ausflugsziel. Wir sind jetzt am Gullfoss Wasserfall, dem goldenen Fall. Zuerst steigen wir lustlos die vielen nassen Treppen vom Parkplatz nach oben. Von hier hat man aber dennoch einen wunderbaren Ausblick auf die zwei Kaskaden des Gullfoss. Die erste Stufe ist 11 Meter hoch und danach stürzt der Fluss Hvita im rechten Winkel nochmals 21 Meter in eine tiefe Schlucht des Grabenbruches. Nach ein paar schönen Bildern gehen wir die Treppen wieder hinunter und den langen Weg entlang des Grabens bis zu den Kaskaden. Hier stehen wir direkt am Abbruch des Grabens und der Fluss donnert direkt an uns vorbei in die Schlucht. Das ist schon ein gewaltiges Naturschauspiel. Aber weiter nach oben gehen wir nicht. Von der Gicht und vom Regen ist der Felsen hier sehr rutschig und eine Verletzung durch einen Sturz wollen wir nicht riskieren. Die Bilder, die wir bisher gemacht haben, reichen uns. Da es erneut zu regnen beginnt, laufen wir zum Bus zurück und setzen uns ins warme Fahrzeug – und wir sind nicht die Ersten.
40 Minuten später fährt Jökul ab und macht noch eine Kaffeepause an einem weiteren Kiosk mit Toilette. Diese Pause hat unser Bus diesmal für sich allein und dauert auch fast 30 Minuten. Von hier sind es noch 60 Kilometer nach Reykjavik zurück. Die sind in 65 Minuten geschafft und der Fahrer mit dem vulkanischen Namen setzt uns an der Perlan ab. Das ist ein Restaurant auf einem geothermalen Heißwasserspeicher mit fünf Tanks, die kreisförmig angeordnet sind. Die Aussichtsplattform vor dem Restaurant kann man mit einem Aufzug erreichen und von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Hauptstadt, die 74 Meter hohe Hallgrímskirkja und den Hafen. Für das kleine Sagamuseum haben wir leider keine Zeit mehr, wir müssen zu Bus und Schiff zurück.
Um 17.05 Uhr sind wir mit einer Tasse heißen Tee, den gibt es direkt im Schiff hinter der Gangway, wieder in unserer Kabine und entledigen uns erst einmal der klammen Kleidung. Danach wird relaxt und dann warm geduscht. Das Bild, das die Bordfotografin von uns auf den Färöer gemacht hat, steckt in der Tasche vor der Kabine und kostet 5,50 €uro. Da bis zum Abendessen noch Zeit ist, mache ich im obersten Deck noch ein paar Aufnahmen vom Konzerthaus Harpa im Hafen und von der Kirche. Die anderen Busse trudeln auch langsam ein und einige Spaziergänger strömen auch zum Schiff zurück.
Um 19.30 Uhr ist erneut Zeit zum Dinner und pünktlich um 20 Uhr legt die Columbus ab. Wir lassen die Veranstaltung in der Lounge sausen und gehen direkt in den Palmengarten. Wir haben auf der Rundfahrt den ganzen Tag über sehr viel Material aufgenommen und das will nun begutachtet und überspielt bzw. gesichert werden. Nach einem weiteren Cocktail und einem Bier gehen wir um 23 Uhr in die Kabine. Hier liegt erneut ein Zettel mit dem Hinweis auf eine Zeitumstellung. Danach sind wir in der kommenden Nacht schon drei Stunden hinter unserer Heimatzeit zurück.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Rundfahrtbus Nr. 3

Grabenbruch

Thingvellir

Der Urvater Geysir

 

Strokkur

 

Pilzsuppe für die Gäste

 

 

Goldener Wasserfall

 

 

Der Gullfoss

 

 

Gullfoss Wasserfall

 

 

Heißwassertank Perlan