Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Mit MS Columbus

auf arktischem Kurs 2011

Donnerstag 18.08.2011

Cuxhaven - Einschiffung

Heute ist es soweit, die Einschiffung steht bevor. Unsere erste gemeinsame Kreuzfahrt auf einem Schiff und mit insgesamt 7 Tagen reinen Seetagen. Eigentlich sind wir ja eher für das gepflegte und sichere Abenteuer, wenn es so etwas überhaupt gibt. Bisher haben wir ja nur Busreisen und Reisen mit einem Geländewagen auf eigene Faust unternommen. Die Bedenken und Zweifel, ob es uns auf einem Schiff überhaupt gefällt, sind schon da. Aber das Ziel dieser Reise hat uns sehr gelockt und einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir uns dann doch zu einer Schiffsreise angemeldet haben.
Wir sind um 7.30 Uhr aufgestanden und um 8.30 Uhr gehen wir nach unten in den Frühstücksraum. Der ist schon voll, aber glücklicherweise wird gerade ein Tisch für zwei frei. Ob die anderen Herrschaften auch Columbus-Passagiere sind? Oder einfach nur Feriengäste? Wir haben uns niemanden gemerkt und auch keinen Gast auf dem Schiff wiedererkannt. Das Frühstück ist sehr gut und reichhaltig, sogar der Kaffeenachschub klappt gut. Da wir alle Zeit der Welt haben, zögern wir das Frühstück noch hinaus. Aber gegen 9.30 Uhr kehren wir auf unser Zimmer zurück und packen die kleine Reisetasche. Danach checken wir aus, bezahlen an der Rezeption unsere Rechnung und lassen uns ein Taxi kommen. Zufällig ist es der gleiche Fahrer wie gestern und er bringt uns zum Bahnhof von Cuxhaven.
Unser karges Gepäck ist uns dennoch lästig und wir sperren es hier in ein Schließfach. Danach wandern wir entspannt in die „Innenstadt“ von Cuxhaven. Das Städtchen gefällt uns sehr gut – sauber und gepflegt und es gibt sogar eine verkehrsfreie Zone. Anja kauft noch Kaugummis gegen Seekrankheit und ich brauche noch Rasierschaum und Schuhputzmittel. Bei einem fliegenden Gürtelhändler, der zufällig in der Fußgängerzone seine Waren anbietet, bekomme ich für meine neuen Hosen sogar preiswert passende, echte Ledergürtel. Gegen 11.15 Uhr setzen wir uns an der Hauptkreuzung in ein Kaffee und bestellen einen Eiskaffee für Anja und ich nehme einen Milchkaffee. Da der Kaffee vom Frühstück noch nicht durch ist, haben wir hier die beste Gelegenheit, ein gewisses Örtchen zu finden.
Um 12 Uhr brechen wir auf und schlendern mit einem kleinen Umweg zum Bahnhof zurück. Hier steht tatsächlich bereits ein Bus mit einem Schild hinter der Windschutzscheibe, das auf die Columbus hinweist. Schnell holen wir unser Gepäck aus dem Schließfach und entern den Bus. Bereits 10 Minuten nach unserer Ankunft, es sind mit uns 6 bis 8 weitere Reisende eingestiegen, fährt der Bus ab und ist knapp 10 Minuten später am Steubenhöft, dem Kreuzschiffterminal von Cuxhaven. Natürlich sind wir gespannt wie die Flitzebögen und riskieren schon mal einen Blick von der Zuschauerterrasse. Da liegt sie – die Columbus. Unser Hotel, fahrbarer Untersatz und Restaurant für die nächsten drei Wochen. Wir machen schnell schon mal ein paar Bilder und betreten das Restaurant Seestern im Steubenhöft. Es ist bereits gut gefüllt, aber wir bekommen noch einen Fensterplatz auf der Schiffsseite. Das war aber auch schon alles, was es über den Laden Positives zu berichten gibt. Erst kommt fast eine halbe Stunde gar keine Bedienung. Dann, nach mehrfachen Handzeichen, dürfen wir etwas zu trinken bestellen. Da das wieder sehr lange dauert, bestellen wir gleich unser Essen und jetzt wird die Sache grotesk. Lange nach uns hat sich ein Ehepaar an den Nachbartisch gesetzt. Die hatten noch gar nichts zu trinken bestellt, bekommen aber unser Essen serviert und machen sich frech auch gleich darüber her. Natürlich protestieren wir laut, aber das nützt ja nichts mehr. Nach eineinhalb Stunden haben wir dann unser Essen, und da es jetzt bereits kurz vor der „Boardingtime“ ist, müssen wir uns auch noch beeilen. Die Rechnung bezahlen wir natürlich ohne jeden Servicezuschlag, es gab ja auch keinerlei Service, vorn am Tresen. Als Entschuldigung sagt die Oberkellnerin, heute sei das Restaurant durch das Schiff besonders voll. Hallo!!! Wenn wir in den Tiroler Alpen in einer Sennhütte wären, könnte ich die Ausrede verstehen. Aber in Cuxhaven am Kreuzfahrtterminal in einem Restaurant, wo wöchentlich oder gar täglich Schiffe an- und ablegen???
Kurz vor 15 Uhr stehen wir bereits in der Warteschlange zu den Tischen, an denen wir unsere Reisepässe abgeben müssen und die Bordausweise bekommen. Nach dieser ersten Hürde müssen wir mit dem Handgepäck wie auf dem Flughafen durch einen Detektor. Da wir brave Reisende sind und auch noch keine metallenen Hüftgelenke unser eigen nennen, dürfen wir unbehelligt passieren. Jetzt sehen wir unser Schiff das erste Mal direkt vor uns und unsere Kameras rattern los. Kurz vor der Gangway auf das Schiff bildet sich ein kleiner Stau. Aber der Seemanns-Chor Debstedt vertreibt uns die kurze Wartezeit mit Seemannsliedern und die Bordfotografin lichtet uns ab. Dann ist es soweit. Im Eingang zum Schiff hält ein freundlicher Matrose eine kleine Webcam hoch und schon gibt es zu unserem Bordausweis ein Bild von uns im Computer. Jedes Mal, wenn wir das Schiff verlassen oder betreten, wird der Ausweis mit unserem Foto und mit uns verglichen werden. Da wir auf Deck 3 an Bord gehen, erwartet uns bereits unsere Kabinenstewardess und geleitet uns durch die Rezeption hindurch zu unserer Kabine Nummer 319.
Da wir mit als erste diese Reise gebucht hatten, konnten wir uns vor über einem Jahr die Kabine aussuchen. Deshalb liegt sie auf dem gleichen Deck wie die Rezeption, das Restaurant und dem Zugang zur vorderen Back. Außerdem liegt sie in der Mitte des Schiffes, was bei Seegang im Nordatlantik vorteilhaft sein könnte. Kurz nach 15 Uhr sind wir dann endlich in der Kabine angekommen und schauen uns um. Unsere Koffer sind auch schon da und stehen vor der Tür. Ich hole sie herein und lege sie auf das erste Bett. Anja beginnt gleich mit dem Auspacken und Einräumen. Da die Rettungsübung vor dem Auslaufen angekündigt ist, beschäftige ich mich derweil mit den Rettungswesten, die oben auf dem Kleiderschrank liegen. Ich positioniere sie auf meinem Bett, nachdem wir sie schon einmal probehalber übergeworfen haben. Praktischerweise ist unser Sammelpunkt das Restaurant, das wir dann ja auch gleich kennenlernen werden.
Es ist jetzt 16.30 Uhr und aus dem Bordlautsprecher in der Kabinendecke ertönt die Stimme des ersten Offiziers, der alle Besucher auffordert, jetzt bitte das Schiff zu verlassen. Um 16.40 Uhr ertönen dann die sieben Pieptöne, die uns laut und eindringlich zur Rettungsübung rufen. Die Westen sind schnell übergeworfen, den Kabinenschlüssel in Form des Bordausweises geschnappt und ab zum Restaurant. Auch hier sind andere Gäste schneller und es gibt bereits erneut einen kleinen Stau. Aber jeder Reisende bekommt einen Sitzplatz und wir lassen die Sicherheitsanweisungen über uns ergehen. Sehr viel anders als im Flugzeug sind sie auch nicht. Nur die Höhe, aus der man im „Fall des Falles“ ins Wasser plumpst, ist von einem Schiff aus nicht so hoch.
Nach der Übung eilen wir schnell zurück in die Kabine, um die Westen los zu werden. Da es bereits kurz vor 17 Uhr ist, wollen wir auf Deck 6 die Zeremonie des Ablegens auf gar keinen Fall verpassen und es gilt auch, noch einen schönen Platz an der Backbordseite zu ergattern. Um genau 17.06 Uhr ertönt das Horn der Columbus drei Mal und die Leinen sind los. Zur Vangelis-Hymne „Conquest of Paradise“ entfernt sich unser Schiff von der Kaimauer. Auf der Terrasse des Steubenhöft stehen die Angehörigen vieler Mitreisender und winken mit Fähnchen und Taschentüchern was das Zeug hält. Es ist wirklich ein ergreifender Augenblick, so ein Schiffsabschied. Ich filme noch einige vorbeiziehende Frachtschiffe und dann gehen wir zur Kabine zurück. Die Koffer sind schnell weiter leer geräumt und ich stelle sie vor die Kabine. Sie werden später in der Nacht abgeholt und im Schiff verstaut.
Bis zum Abendessen haben wir noch Zeit und so duschen wir uns und relaxen noch ein wenig. Auf dem Tisch in der Kabine steht eine Karte, auf der unser Tisch im Restaurant eingezeichnet ist. Es ist Tisch Nummer 11 für 8 Personen. Das Restaurant öffnet um 19 Uhr und kurz danach sind wir auch schon da. Ein Ehepaar sitzt bereits an dem Tisch und wir begrüßen sie mit einem braven „Guten Abend“. Da wir noch die Auswahl von 6 Plätzen haben, nehmen wir die Stühle mit Blick auf die Fenster und die See. Danach kommt ein Paar, Mutter mit Sohn und noch später ein weiteres Paar. Während Mutter und Sohn und das erste Paar, die wir alle später dann noch näher kennen lernen werden, schon gesprächig sind, ist das letzte Paar buchstäblich das Letzte. An den Gesichtern kann man schon ablesen, dass ihnen unsere Gesellschaft überhaupt nicht passt. Wir haben auch nur den heutigen Abend das zweifelhafte Vergnügen mit dieser Tischnachbarschaft, alle weiteren Abende verzichten sie kommentarlos auf unsere Gesellschaft – glücklicherweise für uns.
Das Abendessen ist sehr gut und wir können Helgoland mit der langen Anna an Steuerbord vorbeiziehen sehen. Danach gehen wir auch direkt hinauf auf Deck 6 in den Palmengarten. Hier sitzt man schön am Fenster, schaut in die Dunkelheit hinaus und lässt sch von Rick Ventura, dem Alleinunterhalter, mit Barmusik berieseln. Es gibt noch 2 sehr leckere Biere und da Seeluft bekanntlich müde macht, sind wir gegen 23 Uhr in unseren Kojen (Betten).

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Steubenhoeft

Check In

Columbus 1

Columbus 2

 

 

Columbus 3

 

 

Foto vor dem Boarding

 

 

Seemannschor Debstedt

 

 

Kabine 319

 

 

Rettungsübung

 

 

Abschied

 

 

Display

 

 

Palmengarten