Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Kanada in einem Zug

Von der Ostküste zur Westküste nur mit der Eisenbahn

Sonntag 22.08. + Montag 23.08.2010

Vancouver - Düsseldorf

Um 7.30 Uhr klingelt vorsichtshalber der Wecker. Es ist der allerletzte Tag dieser Urlaubsreise und das Heulen ist wieder mal sehr groß. Der Abschied von dieser wunderbaren Stadt und diesem fantastischen Land fällt immer schwerer, je öfter man hier verweilt ist. Aber wir haben ja auf Film und Foto unsere schönen Erinnerungen und können uns diese immer wieder anschauen, wenn die Sehnsucht zu groß wird. Zuerst frühstücken wir in der Lounge und eine halbe Stunde später sind wir wieder im Zimmer. Zuerst stelle ich die Koffer auf die Betten. In Anjas neuen Koffer passt der kleine carry-on für den Zug prima hinein. Wir können außen herum sogar noch einige Sachen, wie z.B. die gebrauchte Wäsche, zur Polsterung verwenden. Kurz vor 10 Uhr sind die Koffer gepackt und auch unsere Fotoutensilien liegen bereit. Wir telefonieren noch kurz und auch die Internetseite der Fluggesellschaft meldet keine Ausfälle oder gar Verspätungen der Maschine. So gammeln wir noch bis kurz vor 12 Uhr im Zimmer herum. Die späteste check-out-time ist 12 Uhr und das wollen wir noch ausnutzen.
An der Rezeption sind wir schnell fertig, haben wir doch keine Speisen oder Getränke auf das Zimmer schreiben lassen oder andere Dinge in Anspruch genommen. Die freundliche Frankfurterin ist nicht da, sie hat entweder frei oder erst später Dienst. Wir stellen unsere Koffer an ein großes Sofa in der Lobby und setzen uns noch etwas hin. Hier im Hotel ist das Warten angenehmer als in der Halle des Flughafens, denn der Schalter der Fluggesellschaft öffnet erst um 13 Uhr. Nachdem wir uns in der Halle des Hotels eine halbe Stunde gelangweilt haben, brechen wir nun doch auf. Den Boy bitten wir um ein Taxi, das allerdings bereits in der Nähe des Eingangs wartet. Die Koffer sind schnell verstaut und ich nenne dem Fahrer unser Ziel. International Airport und dort den Bereich der Lufthansa, hier ist auch der Schalter von Air Berlin angesiedelt.
Auf der Fahrt entwickelt sich ein Gespräch mit dem redseligen Fahrer. Ich frage ihn, wie die Winterspiele geschäftlich waren. Da kommt er ganz gewaltig in Fahrt. Das Geschäft war wohl sehr schlecht für die Taxifahrer. Die Stadt hat die neue Sky-Train Strecke vom Flughafen in die Innenstadt gebaut und sogar kostenfreie Shuttlebusse zu den Wettkampfstätten eingerichtet. Da sei nicht mehr sehr viel für die Taxis übrig geblieben. Vielleicht ist der Stadt aber dadurch auf den winterlichen Straßen ein Verkehrsinfarkt erspart geblieben, aber das sage ich natürlich nicht laut. Genau um 13 Uhr setzt uns der Fahrer vor dem Lufthansaschalter ab und wir ziehen unsere Koffer in die große Halle. Hier am Counter der Comfort Class von Air Berlin ist nichts los und kaum 7 Minuten später haben wir unsere Bordkarten und den Gutschein für die Plaza Premium Lounge der Korean Air. Die kennen wir bereits von 2008, freuen uns aber nicht besonders darauf.
Ohne Gepäck bummelt es sich jetzt leichter durch den riesigen Flughafen. Es ist erst 13.10 Uhr und zum Boarding um 15.50 Uhr haben wir noch sehr viel Zeit. Und diese ist uns auch wichtig, denn mit den Koffer noch im letzten Moment im Terminal suchend herumzuirren, an den langen Schlangen des Sicherheitschecks nervös von einem auf den anderen Fuß herumzutänzeln und dann verschwitzt in die Maschine zu stürmen, ist nicht ganz unsere Sache. So bummeln wir noch in der großen Vorhalle herum und ich filme zum wiederholten Mal die große, grüne Statue im Zentralbereich. Dahinter ist dann der Eingang zum Sicherheitscheck. Hier hat sich bereits eine kleine Schlange gebildet. Wir haben die Reisepässe und die Bordkarten in der Hand und warten geduldig. Es gibt zwei Vorkontrollen, bis wir endlich zur Röntgenanlage vordringen. Hier geht es diesmal erstaunlich schnell. Hatte sich 2008 noch ein freundlicher Asiat über meine Kamera und den Laptop hergemacht, bleiben die Geräte diesmal unbeachtet. Vielleicht sind auch die Apparaturen zum Durchleuchten besser und genauer geworden. Es ist 13.35 Uhr und wir betreten noch einen Duty Free Shop. Da wir nicht rauchen und auch nicht viel Freude an den üblichen alkoholischen Getränken haben, nehmen wir hier nur eine Toblerone mit. Viel ist an dieser Schokolade auch nicht gespart, aber wir haben wenigstens noch ein Mitbringsel.
Gleich hinter dem Shop liegt die Premium Plaza Lounge der Fluggesellschaft Korean Air. Wir geben der Dame am Schalter unseren Eintrittsgutschein und setzen uns an einen Tisch mit Sofa am Fenster. Wie schon gesagt, die Lounge ist nichts Besonderes. Es gibt zwar gute Sitzplätze, aber die Snacks sind nicht herausragend. Das Einzige, was genießbar ist, ist die Nudelsuppe und die ist gerade wieder mal alle. Wir trösten uns mit kalten Getränken und einigen dünnen Scheiben einer scharfen Wurst. Später gibt es noch einmal Suppe, die ist aber fast kalt und ungewürzt. Da war 2006 die Maple Leaf Lounge der Fluggesellschaft Air Canada wesentlich besser, aber da flogen wir auch noch mit Condor. So sitzen wir hier unsere Zeit ab und auch die ankommende Maschine sehen wir nicht. Die hat wohl ein weiter entferntes Terminal zugewiesen bekommen.
Um 15.40 Uhr brechen wir auf. Es ist zwar noch Zeit, aber ein paar Aufnahmen des neu gestalteten Flughafens wollen wir doch noch machen. Auf dem Weg zum Gate D 70 gibt es tatsächlich auch noch einige schöne Motive. Eine große, neue Plastik in der Mitte einer Halle hat es uns angetan. Ich bringe meine Kamera in Position, als sich ein älterer Mann mit einer noch älteren Spiegelreflexkamera ohne Rücksichtnahme genau vor mich hinstellt und wild an seinem Objektiv herumdreht. Immer wieder nimmt er die Kamera vom Auge und stellt etwas daran herum. Entweder macht er hunderte von Bildern oder kann sich nicht für eine Einstellung entscheiden. Ich schaue mir das ein paar Minuten an und gehe dann einige Meter nach links. Der alte Herr hat aber hinten Augen, denn kaum bin ich mit meiner Kamera in der neuen Position, steht der Alte wieder im Bild und dreht an seinem Objektiv herum. Jetzt reicht es aber und er bekommt unmissverständlich Bescheid. Verdutzt dreht er sich um und geht wieder einen Schritt zur Seite. Es gibt eben Menschen, die absolut nicht auf ihre Umgebung achten oder denen alles egal ist.
Pünktlich zur Boardingtime um 15.50 Uhr sind wir am Gate D 70. Die Maschine ist auch schon da, aber es tut sich absolut nichts. Vor dem Schalter mit der Bordkartenkontrolle hat sich bereits eine große Schlange gebildet. Erst um 16.10 Uhr kommt die Crew angehechelt. Normalerweise ist die schon lange vorher an Bord und erwartet die Fluggäste. Weitere fünf Minuten später erscheint der Kapitän und rennt an Bord. Normalerweise hat der Flugzeugführer bereits seinen Maschinencheck im Außenbereich gemacht und das Flugzeug ist für die Passagiere bereit. Um 16.23 Uhr dürfen dann die Passagiere an Bord. Normalerweise werden die Reihen aufgerufen, um ein größeres Chaos beim Betreten der Maschine zu vermeiden. Aber hier regiert wohl die Unordnung. Da wir günstig stehen und unsere Reihe nicht aufgerufen wird, gehen wir eben an Bord. Um 16.35 Uhr sitzen wir dann endlich in Reihe 1, Platz A und C. Gleich vorneweg folgende Anmerkung: Nie wieder diese Plätze in dieser Maschine. Man hat zwar niemand vor sich, was in der Comfort Class auch nicht tragisch ist, aber das Flugzeug verjüngt sich hier bereits zum Cockpit hin. Dadurch ist der Sitz A sehr schmal und die Kopffreiheit beim Aufstehen ist nicht gegeben. Dieser Platz dürfte auf gar keinen Fall so teuer sein, weil er die Vorteile dieser Klasse nicht bietet. Zudem ist der Sicherheitsgurt in Sitz A viel zu kurz. In den anderen Reihen hat der Gurt immer gepasst, aber hier muss ich nach einer Verlängerung fragen. Also nie wieder die Reihe 1 für etwas kräftigere Zeitgenossen, die gerade deshalb in dieser Klasse fliegen möchten.
Endlich werden die Türen geschlossen und der Flieger wird zurückgedrückt. Dann rollt er langsam zur Startbahn. Wie schon fast befürchtet sitzen wir auf der falschen Seite der Maschine. Beim Start in Richtung Westen haben wir Sicht auf die Bucht und nicht auf die Stadt. Das ist schade, aber nun nicht mehr zu ändern. Um 16.58 Uhr stellt der Kapitän seine Hebel auf Vollgas und die Maschine rollt los. Der Start klappt einwandfrei und wir sind bald auf Reiseflughöhe. Gegen 17.55 Uhr beginnt die Crew mit dem Service und wir erhalten die Speisekarte. Anja bekommt einen Campari Orange und ich nehme wie immer den Bailey’s mit Eis. Als Vorspeise wird Carpaccio vom Thunfisch mit Wasabi-Dipp serviert. Gegen 19.15 Uhr gibt es die Hauptspeise. Anja hat die Rindfleischwürfel mit Chilli-Currysoße und Basmati Reis und ich bekomme die Hähnchenbrust mit Tomatenrisotto und Grillgemüse. Auch hier will ich nicht meckern, aber das Essen unterscheidet sich geschmacklich kaum von den Essen, die auch in der Economy serviert werden. Entweder spart Air Berlin kräftig an den Passagieren der Comfort Class oder es ist etwas mit dem Catering schief gelaufen. Entschuldigen kommt ja nicht in Frage, da müsste man ja Geld raus rücken. Der Hunger treibt es hinein, hatten wir bisher nach dem Frühstück nur die Suppe und die kleinen Wurstscheiben.
Gegen 19.30 Uhr sind wir bereits über der Hudson Bay und ich filme mit Gegenlicht den Sonnenuntergang. Danach müssen wir verdunkeln, ja müssen. Die zuständige Flugbegleiterin fordert dies jedenfalls in einem sehr energischen Tonfall. 20 Minuten später bekommen wir noch einen Nachtisch. Der schmeckt wenigstens, trägt aber kaum zur Versöhnung bei. Danach gelingt es mir, mich für zwei ganze Stunden zurückzuziehen, ja, ich kann tatsächlich schlafen. Anja hat da so ihre Probleme in der Luft, leider ist ihr das nicht möglich. Um 23 Uhr unserer Zeit geht draußen wieder die Sonne auf und wir sind bereits über Grönland. Ab hier ist nach unten keine weitere Sicht mehr möglich, da wir bis Düsseldorf über einer geschlossenen Wolkendecke fliegen. Jetzt stelle ich meine Uhr um und es ist 8 Uhr Düsseldorfer Zeit. Ich nicke noch einmal für eine Stunde ein, bin aber rechtzeitig zum Frühstücksservice wieder ansprechbar.
Der Service beginnt um 10.15 Uhr. Seltsam, die Landung ist doch bereits für 11 Uhr geplant. Und so findet das Frühstück im Schweinsgalopp statt. Nach 20 Minuten wird das Geschirr schnell wieder eingesammelt, ob man fertig ist oder nicht, da der Sinkflug bereits begonnen hat. Die Maschine durchfliegt die dichte Wolkendecke und wird ordentlich durchgeschüttelt. Kurz vor Ratingen sehen wir dann etwas, aber der heftige Regen peitscht an den Fenstern vorbei. Genau um 11.07 Uhr setzt der Pilot die Maschine auf der Landebahn auf und rollt zum Terminal. Wenigstens hier hat diese Fluggesellschaft einen Anleger, so dass wir trockenen Fußes das Ankunftsterminal erreichen. Auf eine Busfahrt hätten wir jetzt absolut keinen Bock.
Um 11.15 Uhr verlassen wir die Maschine und stehen bereits um 11.30 Uhr am Band 18 und warten auf die Koffer. Dank Priority Label kommen unsere Koffer tatsächlich als Erste, was wir als positiv anerkennen. Zollkontrolle findet keine statt und so sitzen wir bereits um 11.40 Uhr in einem Taxi nach Hause. Die Fahrt dauert gerade einmal 20 Minuten und so ist genau um 12 Uhr unsere schöne Reise mit dem Zug quer durch Kanada zu Ende.

Hauptseite

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Gepackte Koffer

Hotel Lobby

Airport Vancouver

Sky Train Terminal

 

 

Schalter Air Berlin

 

 

Statue in der Halle

 

 

Bär als Kundenstopper

 

 

Neues Abflugterminal

 

 

Neue Statuen

 

 

Boarding-Schalter

 

 

Airbus Air Berlin

 

 

Sonnenuntergang

 

 

Landung in Düsseldorf