Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Kanada in einem Zug

Von der Ostküste zur Westküste nur mit der Eisenbahn

Mittwoch 18.08.2010

Zug "The Canadian" - Vancouver

Es ist 4.30 Uhr und ich bin schon wach. Sonderlich gut haben wir beide nicht geschlafen, denn wir sind mehrmals in der Nacht in unseren Betten hin und her geworfen worden, was auf eine hohe Geschwindigkeit auf kurvenreicher Strecke hindeutet. Neben dem verdunkelnden Rollo scheint es bereits etwas dämmrig in die Kabine. Ich wuchte mich hoch und schaue an der Seite nach draußen. Es ist bereits etwas hell und Bäume huschen neben dem Zug vorbei. Eigentlich kann das nicht sein, aber ich will nun doch genau nachsehen. Die Hose und ein T-Shirt sind schnell übergestreift, die Kameratasche geschnappt und schon bin ich in der Park-Car. Hier sitzen bereits mehrere Männer, die wohl allesamt ihren Frauen ebenfalls das Schlafgemach überlassen haben. Ich bin etwas enttäuscht, denn tatsächlich fährt der Zug auf seiner Strecke bereits durch Baumbewuchs zu beiden Seiten. Nach fünf Minuten habe ich dann die Erkenntnis: Wir sind bereits am Hell’s Gate vorbei und schon in Hope. Mist!!!
Wir waren bereits drei Mal an diesem Hell’s Gate, einer beeindruckenden Engstelle im Fraser River, die man auch mit einer Seilbahn besichtigen kann. Im Jahr 2006 sind wir auch talaufwärts mit dem Rocky Mountaineer dort langsam vorbeigefahren. Sehr gerne hätte ich aus dem Dome der Park-Car eine Aufnahme gemacht. Es ist schon irgendwie ärgerlich, dass der Canadian den schönsten Teil der gesamten Strecke von Clearwater über Kamloops bis hier nach Hope durch die Rocky Mountains in der Nacht fährt. Man sieht weder etwas vom beeindruckenden Thompson River noch etwas vom wilden Teil des Fraser River. Und richtig gerast muss er auch noch sein, denn die Verspätung hat er aufgeholt, deshalb auch unsere Bettroller.
Ich bleibe noch bis 5.30 Uhr, mache noch ein paar Aufnahmen zum Dome hinaus und gehe dann zurück in die Kabine. Anja hat sich bereits gewaschen und jetzt tue ich das Gleiche. Da es vermeintlich noch früh ist, packen wir schon unser Gepäck. Dann können wir später gemütlich frühstücken, die Brücken in New Westminster filmen und danach in Vancouver aussteigen. Um 6.30 Uhr (unserer Zeit) sind wir in der Dining-Car und setzen uns an einen freien Tisch. Hier werden wir aber von einer resoluten jüngeren Bedienung sofort wieder verscheucht. Die Plätze sind alle schon reserviert und es gibt eine Warteliste. Wie das, frage ich und wir bekommen mit, dass es bereits 7.30 Uhr ist. Schock!!! Gestern musste die Zeit an einem Tag zwei Mal umgestellt werden. Das hatten wir auch getan. Aber das erste Mal war es 2 Uhr nachts und das hatten wir bereits einen Tag davor erledigt. Durch die Ansage der Purserette beim Dinner gestern Abend, sie hat die Passagiere an die Zeitumstellung nur erinnert, hatten wir die Uhren ein Mal zuviel umgestellt. Deshalb auch der Ärger am Hell’s Gate, obwohl es zum Filmen zu dunkel gewesen wäre.
Zerknirscht gehen wir in die Dome-Car hinter der Dining-Car und setzen uns an einen freien Tisch. Während ich erneut die Uhren in den Kameras umstelle, hadere ich mit mir selbst und besorge erst einmal einen Kaffee von der Erfrischungstheke. Nach einer Weile kommt Don, der Baseballschiedsrichter, und setzt sich zu uns. Wir unterhalten uns ein wenig, doch dann springe ich auf und stürme mit Kamera in den Dome. Wir sind bereits im Großraum Vancouver und in New Westminster. Hier fährt der Zug ganz langsam über eine uralte Stahlgitterbrücke über den Fraser River. Direkt daneben steht die sehr hohe Patullo-Highway-Brücke und nur wenige Meter weiter die grazile Brücke des Sky-Train. Diese Stahlbrücke haben wir auch schon einmal mit dem Zug befahren und aus dem Flugzeug heraus habe ich sie auch schon im Landeanflug gefilmt. Jetzt, bei schönem Wetter möchte ich erneut schöne Aufnahmen von den drei Brücken machen und das gelingt mir auch sehr gut.
Endlich, es ist jetzt bereits 8.30 Uhr wird unser Name aufgerufen. Wir gehen in die Dining-Car und setzen uns. Der erste Kaffee kommt dann um 8.40 Uhr und es vergehen weitere 10 Minuten bis zur Order. Draußen zieht bereits das umgebaute Bahnhofsgebäude des Rocky Mountaineer vorbei. Weit kann es zum Bahnhof der CN nicht mehr sein. Mitten im Frühstück stößt der Zug jetzt rückwärts in den Bahnhof hinein und ist bereits um 9.10 Uhr in Vancouver angekommen. Mehr als 30 Minuten früher als nach Fahrplan und das bei 3 ½ Stunden Verspätung in Jasper. Sensationell. Wir trinken schnell unseren Kaffee aus und machen uns auf den Weg in unsere Kabine. Jetzt zahlt es sich aus, dass wir unser Gepäck bereits fertig haben. Leider kommen wir nicht zu unserer Kabine durch, da der Gang noch von den aussteigenden Passagieren blockiert wird. Aber auch diese letzte Hürde im Zug wird gemeistert und wir nehmen im Abteil unser Gepäck auf. Anja gibt unserem netten Wagenbetreuer sein Trinkgeld und sogar der Drillsergeant klopft mir zum Abschied auf die Schulter.
Genau um 9.30 Uhr stehen wir im Bahnhofsgebäude von Vancouver und müssen erst einmal den Baggage Claim suchen. Der ist nicht schwer zu finden, denn eine Horde junger Schüler, die aus Winnipeg, umlagert laut lärmend bereits das sehr kurze Gepäckband. Es gibt viele tränenreiche Wiedersehen zwischen Eltern und Kindern oder Freundinnen und Freunden. Das Gepäckband ist allerdings ein Witz. Es ist kaum 10 Meter lang und der Zugang wird in der Mitte noch von einer Säule versperrt. Anja bleibt abseits mit unserem Gepäck aus der Kabine stehen und ich werfe mich in das Getümmel. Vor dem Band stehen die Jugendlichen in 3 bis 4 Reihen und ein Blick auf das Band ist schier unmöglich. Nach 20 Minuten grausam langer Wartezeit sehe ich zum ersten Mal unseren grauen Koffer mit dem leuchtend gelben Band vor mir vorbeiziehen. Aber ich habe keine Chance ihn zu ergreifen. Nach weiteren 10 Minuten haben sich die Reihen so weit gelichtet, dass ich den Koffer schnappen kann. Jetzt fehlt nur noch unser Karton mit dem in Toronto entfernten Übergewicht. Den braunen Abschnitt mit der Identifikationsnummer halte ich in der Hand und jetzt geschieht so etwas wie ein Wunder. Das Band stoppt und direkt vor mir steht ein brauner Karton. Ich vergleiche die Nummer auf dem Aufkleber und es ist tatsächlich der unsere. Kaum habe ich den Karton vom Band genommen, setzt es sich erneut in Bewegung. Mit Koffer und Karton gehe ich zu Anja und wir setzen uns von der immer noch lärmenden Menschenmenge ab. Etwas weiter im Bahnhofsgebäude stehen ein paar Bänke und hier packen wir erst einmal in aller Ruhe um. Der Inhalt des Kartons kommt zurück in den Koffer. Während Anja die Restrooms aufsucht, zerreise ich den Karton und entsorge ihn in dem dafür vorgesehenen Papierbehälter. Danach gehe ich auch noch einmal zu dem besagten Örtchen und wir verlassen durch den Hauptausgang den Bahnhof von Vancouver.
Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es bereits 10.15 Uhr ist. Gegenüber vom Haupteingang stehen Taxis und ein Wink bewirkt, dass einer der Fahrer zu uns herüberfährt. Das Gepäck ist schnell eingeladen und wir nennen dem Fahrer unser Hotel. Wir haben uns erneut das Delta Vancouver Suites Hotel ausgesucht. Es hat Signatur Club Suites und auch die Lounge, in der es uns vor 2 Jahren so gut gefallen hat. Die Fahrt dauert knapp 15 Minuten und kostet regulär nur 8,70 Dollar. Ich gebe dem Fahrer, der uns auf der Fahrt viel über die Stadt erzählt hat, 12 Dollar und er hilft uns beim Entladen unseres Gepäcks. An der Rezeption erleben wir dann die große Enttäuschung. Wir hatten eine Suite mit zwei Betten und mit Hafenblick bestellt. Das ist im Voucher natürlich nicht erkennbar, aber wir haben dennoch darauf gehofft. Die Dame an der Rezeption schaut minutenlang auf ihren Monitor und schüttelt immer wieder den Kopf und beim nächsten Mausklick zuckt sie mit den Schultern. Inzwischen kommt bei mir eine böse Ahnung auf. Dann meint die Dame, sie hätte nur noch Zimmer mit einem großen Bett und Stadtblick. Auch nach weiteren 10 Minuten findet sie kein Zimmer mit zwei Betten, der Blick ist uns mittlerweile egal. Ich breche ihre Suche ab und bitte sie, wenigstens unser Gepäck bis zum Nachmittag aufzubewahren. Zu so früher Zeit sind die Zimmer eh’ nicht zugänglich. Zu Anja sage ich nebenbei, dass wir in der Stadt mal im Fairmont Hotel vorbeigehen und dort nach Zimmern fragen werden.
Jetzt ist es 11 Uhr und wir gehen zuerst nach Gastown. Hier in der historischen Altstadt an der Water Street gibt es viele Souvenirgeschäfte. Wir sind auch vom Anblick der Straße freudig überrascht, denn 2008 war hier alles noch Baustelle wegen der olympischen Winterspiele. Sogar die berühmte Dampfuhr war außer Betrieb. Jetzt sind alle Gebäude frisch renoviert und sogar die Dampfuhr funktioniert wieder. Ich kaufe in einem Geschäft direkt für 83 Dollar gebrauchte Nummernschilder. Diese Trophäen müssen im Keller an die Wand genagelt werden, und zwar von jedem durchfahrenen Bundesstaat eines. Irgendwie war das nicht richtig durchdacht. Der Kauf schon, aber nicht der Zeitpunkt. Jetzt muss ich die Metallschilder den ganzen Tag mit herumschleppen. Der nächste Stopp ist an der Old Spaghetti Factory. Hier in Vancouvers Gastown steht das Stammhaus der Restaurantkette. Wir buchen direkt einen Tisch für 19.30 Uhr am Abend, um uns eine lange Wartezeit zu ersparen. Danach gehen wir weiter und statten Gassy Jack einen Besuch ab.
Wir werden ab hier nur die neuen Erlebnisse in Vancouver beschreiben. Über diese faszinierende Stadt berichten wir bereits in den Beschreibungen von 2006 und 2008. Man muss ja nicht alles doppelt schreiben. Nach dem Besuch beim Denkmal für den Gründer dieser Stadt wenden wir uns nach Chinatown. Ohne Stadtplan, unserer ist noch im Gepäck im Hotel, ist das aber eine gefährliche Sache. Wir biegen wohl ein- oder zwei Straßen zu früh nach rechts ab und befinden uns mitten im Rauschgiftviertel dieser Stadt. Ja, sie hat auch eine sehr dunkele Seite. Wo viel Reichtum ist, gibt es auch viel Armut. Plötzlich laufen wir durch eine völlig heruntergekommene Straße und in den Hauseingängen und an den Häuserwänden stehen viele Typen mit abgerissener Kleidung und ungepflegtem Äußeren. Wir werden schneller, biegen zwei Mal erneut rechts ab und sind so sehr schnell dieser dunklen Gegend an der Columbia- Ecke Cordova Street entkommen. Gegen einen Überfall hätten wir nichts unternehmen können und geholfen hätte uns hier am hellen Tage auch keiner.
Zunächst gehen wir weiter zur Seymour Street und diese dann hinauf in Richtung Robson Street. In der Pacific Mall setzen wir uns um 12 Uhr erst einmal für 10 Minuten in einen klimatisierten Bereich. Draußen ist es bewölkt und schwül. Danach entdeckt Anja eine Parfümerie und kauft sich Schminkutensilien, die hier von namhaften Herstellern wesentlich günstiger angeboten werden als bei uns in Deutschland. Ein weiterer Besuch in einem Shoppers Drugstore auf der Suche nach Exclamation bleibt erfolglos, aber wir haben ja schon zwei Flaschen in Toronto ergattert.
Um 12.30 Uhr sind wir im Food Court der Mall angelangt. Hier ist natürlich um diese Zeit voller Betrieb. Nach zwei erfolglosen Runden um die in der Mitte angelegten Sitzplätze erheben sich zwei Ladies und wir erobern deren Plätze. Zuerst stellt Anja sich an und ich bewache unsere Habseeligkeiten. Sie kommt mit einer Portion Pommes und einer Cola zurück und ich besorge mir danach einen Hot Dog, ebenfalls mit Pommes, und auch eine Cola. Viel wollen wir nicht essen, da wir ja für den Abend bereits eine Reservierung haben. Nach dem spartanischen Mal setzen wir unseren Weg auf der Robson Street fort und schauen uns die Auslagen diverser Geschäfte an. Die Robson Street ist so etwas ähnliches wie die Düsseldorfer Königsallee, nur nicht ganz so exklusiv. Aber viele Modelabel haben hier ihre Geschäfte und die gehen scheinbar sehr gut.
Unser Weg führt uns auch am Fairmont Hotel Vancouver an der Burrard Street vorbei. Da wir 2008 hier untergebracht waren, gehen wir direkt zur Rezeption und erkundigen uns nach Zimmern. Auch diese freundliche Dame schaut sehr lange auf ihren Bildschirm. In dem von uns gewünschten Zeitraum gibt es in diesem Hotel kein freies Zimmer. Das Problem ist, am Samstag gibt es im Canada Place ein Konzert einer bekannten Popgruppe und die Stadt ist voll. Aber sie telefoniert beide Fairmont Hotel der Stadt ab und kann uns eine Reservierung im Fairmont Waterfront anbieten. Diese bleibt für drei Stunden bestehen und wir sollen uns dann da melden, wenn wir die Zimmer benötigen. Wir verabschieden uns sehr freundlich von der Dame, der wir unser Leid mit dem Delta Hotel geklagt hatten und ziehen weiter zum Canada Place. Hier an diesem Ausstellungs- und Hotelkomplex ist auch das Kreuzfahrtterminal untergebracht und es liegt auch ein Schiff der Holland Amerika Linie hier, die Voolendam. Dieses Schiff macht hier im Sommer die Fahrten durch die Inside Passage bis hoch nach Alaska. 2006 haben wir das Schwesterschiff Zaandam im Prince William Sound gesehen. Danach gehen wir noch zur Medal Plaza, auf der im Februar noch die Medallien den Olympiasiegern umgehängt wurden.
Es ist jetzt 15 Uhr und wir gehen langsam zurück zu unserem Hotel. Die Dame an der Rezeption ist immer noch da und begrüßt uns überfreundlich in perfektem Deutsch. Wir sind nicht nur erstaunt, sondern auch perplex. Sie hat tatsächlich das Zimmer für uns, welches wir 2008 hatten und das uns wegen der tollen Aussicht und der zwei Betten so sehr gefallen hat – 2211 und sogar noch 8 Gutscheine für das Frühstück im Hotelrestaurant. Wir haben keine Ahnung, ob sie unsere frühere Reservierung gefunden hat oder ob die Dame vom Fairmont angerufen hat, wir freuen uns jedenfalls auf unser Zimmer und bedanken uns erst einmal sehr freundlich und auch recht herzlich bei ihr. Sie gibt uns die Codekarten für das Zimmer und bestellt den Hotelboy, der unser Gepäck nachbringen wird. Jetzt fahren wir in den 22sten Stock und betreten unser Zimmer. Außer einem neuen Schreibtisch hat sich nichts verändert und das ist auch gut so. Nachdem das Gepäck da ist, gehe ich mit einem großzugig bemessenen Trinkgeld noch einmal hinunter zur Rezeption. Die Lady ist jetzt wirklich sehr nett zu uns und spricht ein akzentfreies Deutsch. Erst will sie unser Geld nicht annehmen, aber nach dem Hinweis, sie möge es in ein gutes Essen investieren, nimmt sie es doch. Ich erfahre, dass sie in Frankfurt am Main geboren wurde und auch dort aufgewachsen ist. Nach ihrer Ausbildung hat es sie dann nach Vancouver verschlagen und hier gefällt es ihr sehr gut. Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Sie hat noch einen guten Tipp bezüglich eines sehr guten italienischen Restaurants in Gastown für uns. Ich notiere mir den Namen und da es in Gastown liegt, können wir direkt auf dem Weg zur Old Spaghetti Factory versuchen einen Platz für morgen zu bekommen.
Ich habe mit der Dame an der Rezeption eine halbe Stunde verquatscht und Anja hat bereits die Koffer ausgepackt. Der Hinweis auf das Restaurant versöhnt sie ein wenig und um genau 16 Uhr sind wir fertig. Jetzt können wir die nächsten fast 4 Tage hier in Vancouver schön und komfortabel verbringen. Da unser Blick im separaten, abtrennbaren Schlafzimmer auf die breiten, bequemen Betten fällt und wir lange genug durch die Schwüle in der Stadt marschiert sind, legen wir uns hin und schlafen tatsächlich über eine Stunde fest ein. Nach vier Nächten in den Kojen des Canadian ist das eine Wohltat. Nach dem kurzen, aber erholsamen Schlaf dusche ich mich und wir gehen eine Etage nach unten in die Signatur Club Lounge. Die Damen, die hier den Service machen, kennen unsere Namen und begrüßen uns überschwänglich, so, als ob wir mehrmals im Jahr hier wohnen würden.
Um 17.25 sitzen wir mit einem kühlen Saft und kleinen Häppchen hoch über der Stadt auf dem Balkon der Lounge. Der Blick ist fantastisch. Genau gegenüber ist der Aussichtsturm des Harbour Centers mit dem Drehrestaurant, dazwischen haben wir den Blick auf den Canada Place und weiter links liegt die Innenstadt in unserem Blickfeld. Sogar die Möwe von 2008, ein riesiger Vogel, ist wieder da. Gina, die jüngere der beiden Bedienungen in der Lounge, nennt den Vogel Herrmann, ohne aber das Geschlecht des Tieres zu kennen. Herrmann hält sich immer hinter der Glasabtrennung der Lounge auf und beobachtet die Gäste auf dem Balkon. Sobald einer unachtsam ist, fliegt das Tier hoch, stürzt sich auf etwas Fressbares und haut im Sturzflug ab. Natürlich reizt das Anja und sie lässt absichtlich etwas auf einem Teller liegen, den sie dann in die Mitte des Tisches schiebt. Die Kamera im Anschlag lauert sie dann auf den Vogel. Aber der ist unbeeindruckt von der Leckerei oder es sitzen zu viele Personen am Tisch. Ich gehe in die Lounge, um mir noch einen Kaffee zu holen und da geschieht es. Kaum sitzt Anja allein am Tisch erhebt sich Herrmann hüpft über das Geländer und schnappt sich einen der Happen. Das ging selbst für Anja zu schnell und die Aufnahme zeigt nur den halben Vogel, dafür aber mit Käsehappen im Schnabel und die Klaue im Kaffee.
Gegen 18.45 Uhr sind wir wieder im Zimmer und jetzt macht sich Anja fertig. Ich schließe den Computer an und checke nach vier langen Tagen wieder die E-Mails. Dann machen wir uns auf den Weg nach Gastown. In der ersten Seitenstraße liegt das Al Porto, die Empfehlung der netten Dame unserer Rezeption. Das macht einen sehr guten Eindruck und wir bekommen tatsächlich für den nächsten Abend um 20 Uhr einen Tisch. Pünktlich um 19.30 Uhr sind wir in der Old Spaghetti Factory und erhalten unseren reservierten Tisch. Im Vorraum ist wieder die Hölle los. Hier warten bestimmt an die 30 bis 40 Personen, die gerne hier essen würden, auf einen freien Platz. Das haben wir gelernt. In Kanada und in den USA ist Dinner das Hauptessen und gute Restaurants sind am Abend meist ausgebucht. Es ist immer eine gute Idee, möglichst vorher zu reservieren als auf gut Glück anzufragen. Nach der Vorsuppe nimmt Anja die Tortellini Pommodore und ich erneut die Lasagne nach Omas Geheimrezept. Die hatte ich 2008 in Victoria und die ist wirklich sehr gut. Zum Nachtisch gibt es noch Eis und da es jetzt auf 21 Uhr zugeht, wollen wir noch bei der Dampfuhr vorbeischauen.
Kurz vor 21 Uhr sind wir an diesem touristischen Highlight. Ich habe diese Uhr bereits mehrmals aufgenommen, aber noch nie in der Nacht. Jetzt, mit den tollen Laternen und den vielen kleinen Lämpchen in den Bäumen um die Uhr herum, bietet sie ein tolles Motiv. Kaum habe ich die Einstellungen an der Kamera vorgenommen tutet sie schon los. Erst wird der Big Ben Schlag mit vier Dampfpfeifen nachgeahmt, dann folgt noch die mittlere, dicke Stundenpfeife und zwar neun Mal für 21 Uhr. Es wird eine sehr schöne, stimmungsvolle Aufnahme. Keine 15 Minuten später sind wir wieder im Hotelzimmer. Ich muss noch die ganzen Video- und Fotodateien überspielen und auch das Diktiergerät muss noch seine Dateien hergeben. Auch die Uhr am Computer muss noch umgestellt werden. Um 22.45 Uhr ist auch der letzte Zugtag zu Ende und wir dürfen in unsere breiten und bequemen Betten.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:

Kurz hinter Hope

Morgendämmerung

New Westminster

Auf der Stahlbrücke

 

 

Zwei Brücken

 

 

Blick zurück

 

 

Rocky Mountaineer

 

 

Bye, bye Zug

 

 

Riesiges Gedränge

 

 

Bahnhof Vancouver

 

 

Volendam 1

 

 

Volendam 2

 

 

Canada Place

 

 

Convention Center

 

 

Harbour Center Turm

 

 

Hafen und Gastown

 

 

Innenstadt

 

 

Herrmann 1

 

 

Herrmann 2

 

 

Abendessen

 

 

Dampfuhr

 

 

Nächtliches Gastown