Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Freitag 25.07.2008

Missoula - Yellowstone NP

Heute wird wieder ein langer Tag. Bis zum Yellowstone Nationalpark sind es auf der kurzen Strecke 460 Kilometer. Wenn wir uns für den Abstecher nach Virginia City entscheiden, sogar über 500 Kilometer. Deshalb stehen wir bereits um 7.15 Uhr auf und sind um 8.30 Uhr beim Frühstück im Restaurant. Der Preis für das einzelne Frühstück ist mit 6,50 US$ relativ gering, da aber der Kaffee mit 2 US$ noch dazu kommt, ergibt das trotzdem mit Steuer und Bedienung über 20 US$. Manchmal staunt man nicht schlecht, wenn man sich die Rechnung genau ansieht. Aber zum Trost muss gesagt werden, dass Frühstück ist sehr gut.
Um 9.30 Uhr beenden wir unser Frühstück und nehmen gleich eine Kofferkarre mit zum Zimmer. Da wir die nächsten sieben Tage in Nationalparks verbringen werden, schalte ich nur kurz den Computer ein und checke noch die Mailbox. Danach lade ich unser Gepäck auf und um 9.45 Uhr sind wir bereits an der Rezeption zum Auschecken. Ich hole das Auto vor den Eingang, der jetzt wunderbar frei ist, und lade unser Gepäck ein. Zum Schluss kommt noch die dünne Wolldecke als Sichtschutz über die Koffer und die Klappe schnappt zu. Wir verlassen das Holiday Inn und fahren wieder zur East Broadway Street. Wir müssen tanken, aber die Tankstellen sind alle auf der gegenüber liegenden Straßenseite. So fahren wir an der Auffahrt auf die Interstate 90 vorbei weiter geradeaus. Der Ort Missoula ist fast zu Ende und es gibt nur Tankstellen auf der linken Seite. Da der Verkehr jetzt sehr gering ist, ordnet Anja sich nach links ein und wir biegen zu einer Finest Oil Tankstelle ab. Hier tanken wir wieder für 54 US$ und bemerken, wie dreckig unser Fahrzeug ist. Der Regen im Park und die Schotterstraße in der Bison Range haben deutliche Spuren hinterlassen. Neben der Tankstelle sind eine Waschanlage und eine Textilreinigung. Da fahren wir sofort hin. Die Anlage hat einen Automaten, kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Am Tor hängt ein Automat mit einer englischen Bedienungsanleitung und wir können entziffern, dass wir 7 US$ in Münzen für das einfachste Waschprogramm einwerfen müssen. Wir durchstöbern unsere Geldbörsen und finden die enorme Menge an Quartern. Als Tipp können wir jedem Reisenden in den USA mitgeben, sich mit reichlich Quartern einzudecken. Die bekommt man an Wechselautomaten in den Waschsalons. Für alle möglichen Automaten braucht man das Kleingeld immer. Zwar nehmen z.B. Getränkedosenautomaten auch Banknoten, aber die Geldscheinannahme klappt nicht immer. Mehrmals geben wir die Münzen ein und drücken den entsprechenden Knopf, aber die Anlage setzt sich nicht in Bewegung. Zu guter letzt gibt sie auch unser Geld nicht mehr heraus. Wir sind etwas ratlos, aber auf das Geld wollen wir nicht gern verzichten. Anja geht in die Reinigung und wenige Minuten später kommt eine Dame heraus, schaut die Anlage an und wirft dann selbst Geld hinein, drückt einen Knopf und die Anlage legt mit einem Höllenlärm los. Ich bekomme Angst um unser Leihauto und mag fast nicht hinschauen. Nach nur einer Fahrt der Waschbrücke hin und wieder zurück ist das Auto sauber, aber noch nass. Tja, mehr gibt es eben nicht für 7 US$. Wir bedanken uns freundlich bei der Frau aus der Textilreinigung und ich hole das Auto aus der Waschhalle. Anja steigt ein und wir fahren los, zurück zur Interstate 90.
Hier nehmen wir um 10.10 Uhr Fahrt auf und rollen gemütlich genau auf die Geschwindigkeit achtend durch das schöne und sonnige Montana. Es ist Bilderbuchwetter und so genießen wir die Fahrt und die Landschaft. Nach einer Stunde machen wir einen kurzen Stopp am Bear Mouth Rastplatz und vertreten uns die Beine. Weiter auf der Interstate filme ich später noch einen langen Güterzug mit einer blauen und einer gelben Diesellok. Um 12.30 Uhr durchfahren wir die größere Stadt Butte. Das merkt man daran, dass die Fahrspuren ganz nahe zusammenrücken und auch Leitplanken in der Mitte aufweisen. Es ist sehr bergig hier in Butte und wir werden bergab andauernd von rasenden LKW’s überholt. Wir haben es nicht eilig und wollen auch keinen übereifrigen Sheriff auf uns aufmerksam machen. Wir sind schon viele zehntausend Kilometer durch die USA und Kanada gefahren, haben aber bisher noch keine Verkehrskontrolle erlebt. Und das soll auch so bleiben.
Schnell sind wir durch Butte durch und nähern uns um 13 Uhr der Ortschaft Whitehall. Hier müssen wir uns entscheiden, ob wir auf der Interstate 90 über Bozeman nach Livingston durchfahren und so den kürzeren Weg nach Mammoth Hot Springs haben, oder ob wir abbiegen und noch zwei unter Denkmalschutz stehende Wild-West-Orte besichtigen. Da es Mittagszeit ist, fahren wir in Whitehall ab und steuern eine bekannte Hähnchengrillkette, die mit dem alten Mann in der Werbung, an. Bei einem Chilli-Hot-Dog für Anja und frittierten Hähnchen Strips für mich beratschlagen wir die weitere Route. Es ist schon ein gewaltiger Umweg, aber die Wild-West-Orte reizen ungemein. Also fällt der Entschluss, einen Blick in die Historie des Wilden Westens der USA zu riskieren. Wir steigen gestärkt und ausgeruht ins Auto und fahren weiter.
Zunächst fahren wir auf der Landstraße 55 zur Landstraße 41 nach Twin Bridges. Hier biegen wir auf die Landstraße 287 nach Sheridan ab und sind bereits um 14.25 Uhr in Nevada City. Dieser und der nächste Ort Virginia City stehen unter strengem Denkmalschutz und dürfen nicht verändert werden. Ich parke an der Hauptstraße unter einem mächtigen Baum. Schatten ist wichtig, denn es ist gnadenlos warm. Der Ort besteht wie üblich eigentlich nur aus der Hauptstraße und ist vielleicht höchstens 200 Meter lang. Rechts an der Straße gibt es einige alte Eisenbahnexponate wie Waggons und Draisinen zu bestaunen, alles aber schon arg zerfallen. Auf der linken Straßenseite sind die alten Holzhäuser durch einen langen Zaun abgegrenzt. In der Mitte des Zaunes, gleichzeitig in der Mitte des Ortes, ist eine Lücke und dahinter sitzt an einem Tisch eine sehr junge Lady. Ich zeige ihr unseren Parkpass, aber den akzeptiert sie nicht. Sie will von jedem von uns 8 US$ Eintritt haben. Da wir schon am Zaun entlang gegangen sind und in die wenigen Häuser hineingeschaut haben, erschließt sich uns der relativ hohe Preis nicht. Wir verzichten und setzen unsere Hoffnungen auf Virginia City. Dieser Ort ist nur fünf Kilometer weiter und liegt ebenfalls an der Landstraße, die hier sanft bergan steigt.
Orte mit dem Namen Virginia City gibt es im „Wilden Westen“ viele, das wohl bekannteste liegt in Nevada in der Nähe des Lake Tahoe. Hier gab es die berühmte Filmranch „Ponderosa“, auf der die Männer der Cartwrights ihr filmisches Farmerleben in vielen Episoden verbrachten und immer wieder mal nach Virginia City ritten. Dieses echte Virginia City in Nevada hatten wir 1993 besucht. Es ist auch sehr altertümlich erhalten und typisch für den Staat Nevada eine Aneinanderreihung von Spielcasinos.
In unserem heutigen Virginia City gibt es keine Absperrzäune und es ist fast gleich groß. Ich erspähe eine Parklücke kurz hinter einem großen Saloon und wir bewaffnen uns mit Schirmmütze und Kamera. Ich nehme nur die große Videokamera am Tragegurt und eine Ersatzkassette in der Hemdtasche mit. Alles andere bleibt im Auto und stört somit nicht bei der Hitze.
Um 14.45 Uhr laufen wir los und gehen zuerst die Main Street auf der rechten Seite bergan. Hier sieht es wirklich noch aus wie vor gut hundert Jahren. Hölzerne Bordwalks (Gehwege) und große Hausfassaden vor kleinen Hütten. Die sind allerdings tatsächlich bewohnt bzw. gibt es Läden und Geschäfte aller Art darin. Es gibt Cafe’s, Krämerläden, einen Schuster, eine Apotheke, Souvenirshops und vieles mehr. Auf halber Höhe stehen eine Pferdekutsche für Rundfahrten und ein Stück weiter sogar ein alter Feuerwehrleiterwagen am Straßenrand, der als Bus umgebaut wurde und demselben Zweck dient. Überall auf der Hauptstraße mengen sich Personen in altertümlichen Kleidern unter die Touristen. Virginia City ist eine „Living Ghosttown“, eine lebende Geisterstadt. So etwas hatten wir 2002 in Barkerville in West Kanada bereits erlebt, nur das wir dort jeder 12 Can$ Eintritt bezahlen durften. Barkerville liegt in der Nähe von Quesnell am Cariboo Highway, südlich von Prince George, und ist ebenfalls eine lebende Geisterstadt. Dort hat man sogar ganze Häuser und Kirchen aus anderen verlassenen Orten wieder aufgebaut und zum Leben erweckt. Hier in Virginia City ist aber alles original und sehr gut erhalten. Wenn man sich die asphaltierte Straße und die modernen Autos wegdenkt, fühlt man sich in das vorletzte Jahrhundert zurückversetzt. Uns gefällt es sehr gut hier und wir haben unsere Entscheidung, den Umweg zu fahren, nicht bereut. Wir schauen in fast jedes Haus und sogar in das echte Post Office. Tatsächlich kann man hier einer Lady hinter einem vergitterten Schalter Briefmarken abkaufen und sonstige Geschäfte tätigen. Sogar der Henker hatte in diesem Ort ein eigenes Büro. Da wir fast vor dem großen Saloon geparkt haben, gehen wir zum Auto zurück, verstauen die überflüssigen Sachen und betreten den großen Raum mit einer Theke. Unter den runden Tischen liegen überall Erdnussschalen in großen Mengen herum. Wir beobachten Touristen, die an den Tischen sitzend die Erdnüsse aus den Schüsseln knacken und die Schalen einfach auf den Boden fallen lassen. Teilweise liegt ein richtiger Teppich aus Erdnussschalen um die Tische herum. Es muss sich also um einen besonderen Gag in diesem Saloon handeln. Wir kaufen eine kalte Cola, denn wir haben unbeschreiblichen Durst bekommen. Das warme Wasser aus dem Auto ist jetzt nicht nach unserem Geschmack. Leider müssen wir weiter, denn bis zu unserem Hotel sind es noch 212 Kilometer und die fast nur auf Landstraßen.
So verabschieden wir uns von Virginia City und sind um 16 Uhr wieder auf dem Asphaltband. Zunächst fährt Anja auf der Landstraße 287 bis Ennis, die hier witzigerweise auf den Highway 287 trifft. Wir biegen rechts ab und fahren weiter am Hebgen Lake entlang. Leider gibt es auf dieser Strecke viele Baustellen, zwei davon sogar mit Pilot Car, die uns sehr viel Zeit kosten. Immer wieder werden wir gestoppt und müssen den Gegenverkehr abwarten. Und das dauert manchmal fast eine viertel Stunde. Hinter dem See vereinigt sich der Highway 287 mit dem Highway 191. Von hier sind es jetzt nur noch 14 Kilometer bis West Yellowstone, wo wir um 17.35 Uhr eintreffen.
Schlagartig verändert sich das Verkehrsgeschehen. War es vorher eher besinnlich, ist jetzt die Hölle los. Autoschlange auf der Hauptstraße in den Ort! Unfassbar! Fast wie Disneyland oder Las Vegas. Wir müssen tanken und halten an einer Zapfsäule. Aber die will unsere Kreditkarte nicht, jedenfalls reagiert sie nicht. Damit nichts Unangenehmes passiert, hängen wir den Schlauch wieder ein und fahren weiter. Auf dieser Straßenseite gibt es keine weitere Tankstelle und wir müssen wenden. Das ist bei dem Stau und dem Verkehr nicht einfach. Aber dann klappt es an der Linksabbiegespur zum Park und Anja fährt zurück. Grand Pa’s Exxon hat geöffnet und der Leihwagen schlürft wieder satte 13 Gallonen und 57,84 US$ aus unserer Kreditkarte in seinen Tank. Im Park ist das Tanken schwierig und wir wollen lieber mit einem vollen Tank hineinfahren. Nachdem der Edge seinen Durst gestillt hat, fahren wir weiter. Linksabbiegen aus der Tankstelle geht wegen des Verkehrs nicht, keine Chance. Also wieder rechts abgebogen, irgendwo gedreht und wieder zurück. Im Ort erneut links und jetzt geradeaus. Vor uns liegt der Yellowstone Nationalpark. Es ist ein sehr lang gehegter Wunschtraum von uns, diesen ältesten Nationalpark der Welt einmal sehen zu können. Wir sind mit dem Parkpass so sehr beschäftigt, dass wir glatt am hölzernen Schild vorbeifahren. Jeder Tourist lichtet sich doch vor diesem Schild ab. Wir haben es glatt vergessen, so aufgeregt sind wir. Wir zeigen am Kontrollhäuschen unseren Pass und dürfen passieren.
Es ist bereits 18 Uhr und von hier aus sind es noch 77 Kilometer bis nach Mammoth Hot Springs. Fast unbemerkt überqueren wir kurz hinter dem Parkeingang die Grenze zum nächsten Bundesstaat und sind jetzt in Wyoming. Bereits ab dem Gate hat sich die Landschaft grandios verändert. Links und rechts der Straße dichter Wald und steile Berghänge. Wir sind auf unserer Fahrspur in den Park hinein allein unterwegs. Auf der Gegenfahrbahn quält sich eine Autoschlange aus dem Park heraus. Alle wollen oder müssen nach West Yellowstone zu ihren Campingplätzen oder Unterkünften. Die sind nämlich im Park sehr knapp und Monate oder gar Jahre vorher ausgebucht. Und wildes Campen ist streng verboten und die Ranger sind da gnadenlos. Wir fahren an der Abzweigung zum Old Faithful vorbei und erreichen die Abzweigung bei Norris. Hier biegen wir links ab nach Mammoth Hot Springs. Wir müssen uns sehr stark beherrschen, denn es gibt an dieser Straße viel, sehr viel zu sehen. Da wir aber die nächsten sechs Tage im Park sein werden und dann keine Zeitnot haben, heben wir uns die Besichtigungen auf. An einem Bach stehen wieder viele Autos am Straßenrand und Menschen rennen mit ihren Kameras hin und her. Ohne etwas zu erkennen halten wir auch in der nächsten Lücke und steigen aus. Auf der anderen Seite eines kleinen Baches, der hier an der Straße entlang läuft, steht ein gewaltiger Wapiti Hirschbulle. Sein Geweih ist riesig und er läuft mit gesenktem Kopf sehr langsam und dabei äsend am gegenüberliegenden Bachufer entlang. Die nach guten Schusspositionen für ihre Kameras suchenden und dabei lärmenden Touristen stören ihn in keiner Weise. Wir machen auch einige schöne Aufnahmen von diesem mächtigen Tier. Leider ist die Sonne in diesem Bereich des Tales bereits weg und für sehr gute, kontrastreiche Bilder ist das Licht zu schwach. Später halten wir noch einmal an einem Wasserfall und danach fahren wir zum Hotel durch.
Es ist trotzdem 19.30 Uhr geworden und wir sind wieder ganz schön fertig. Es war wieder ein langer Tag. Anja hält vor dem Haupthaus und wir checken am  Registration Desk des Mammoth Hot Springs Hotels ein. Die ältere Lady, bei uns wäre sie sicherlich bereits im Ruhestand, sucht nach unserem Namen in ihrer altertümlichen Liste. Die ist auf DIN A 3 Papier mit dünnen Querstreifen gedruckt und das verursacht ein flaues Gefühl in meinem Magen. Dann aber, nach fast endlosen 3 Minuten, die mir wie 30 Minuten erscheinen, erhellt sich ihr Gesicht und sie legt uns den Zimmerschlüssel für Raum 119 und einen Plan des Hotels auf den Tresen. In den Plan kritzelt sie noch ein paar Öffnungszeiten der verschiedenen Restaurants ein und danach sind wir in Gnade entlassen. Da unser Auto noch vor der Tür steht, muss es weggefahren werden. Der Bellboy bietet seine Dienste an und da es schon spät ist, lassen wir unser Gepäck von ihm auf eine der Gepäckkarren laden. Wir nehmen diesmal alle Gepäckstücke mit, da wir drei Nächte in diesem Hotel sind und es eine gute Gelegenheit ist, die Koffer neu zu sortieren. Anja bleibt beim Gepäck und ich suche mit dem Auto einen Parkplatz auf der Rückseite des Hotels. Es ist tatsächlich noch ein einziger Platz frei und der reicht mir. Ich schließe das Auto ab und umrunde das Hotel. Anja und der Bellboy warten mit der großen Karre noch in der Lobby. Um 19.45 Uhr sind wir dann endlich im Zimmer. Wir räumen ein paar Sachen aus und ziehen uns um.
Nach dem Schnellimbiss heute Mittag haben wir nichts mehr gegessen und richtigen Hunger. Deshalb sind wir bereits um 20 Uhr am Front Desk des Restaurants. Hier sind drei Damen bemüht, den Überblick über das scheinbare Chaos in dem riesigen Saal des altertümlichen Restaurants zu behalten. Es ist kein Tisch frei, auch nicht für zwei Personen und wir werden auf die Warteliste gesetzt. Anja bekommt ein Gerät in die Hand gedrückt, mit dem wir uns nicht weiter als höchstens fünfzig bis sechzig Meter vom Gebäude entfernen dürfen. Dann soll es uns mit lautem Piepen melden, dass unser Tisch frei ist. Es soll aber mindestens 20 Minuten dauern. An der rechten Wand, hinter der sich die Lounge befindet, piept es gerade und mehrere Personen erheben sich von der Wartebank. Das ist eine günstige Gelegenheit und wir setzen uns hin. Kurz danach kommen wir mit zwei Ehepaaren ins Gespräch, die zusammengehören. Das eine Ehepaar ist aus Salzwedel und sie machen zusammen mit ihren Verwandten, die mittlerweile in Edmonton, Kanada, leben, hier im Yellowstone Nationalpark Urlaub. Es entwickelt sich ein munteres Gespräch, dass jäh durch das piepen unseres Signalgebers unterbrochen wird. Wir verabschieden uns und folgen der jungen Dame, die uns zu einem schönen Fensterplatz begleitet.
Um 20.20 Uhr sitzen wir am Tisch. Ein kräftiger Kellner kommt zu uns heran, stellt sich vor, sein Name ist Joe, und gibt uns die Speisekarte. Als Vorspeise nehmen wir die Erbsensuppe mit Brot. Anja entscheidet sich für Calamaris mit Salat und ich entdecke ein Bison Steak mit Mashed Potatoes und Möhrengemüse. Da Bisons in USA zum Zweck der Fleischgewinnung gezüchtet werden, habe ich kein schlechtes Gewissen wegen dieser Entscheidung. Das Restaurant ist immer noch sehr voll, es ist kein Tisch frei. Unsere Bekanntschaft von vorhin bekommt erst zwischen unserer Suppe und dem Hauptgang einen Platz in unserer Nähe. Das Bisonsteak ist übrigens sehr gut und die Stampfkartoffeln, ein etwas grobes Püree, mit der Soße sind köstlich. Dazu ein kühles Bier und der Abend ist gerettet.
Da die Geräuschkulisse in diesem alten Gemäuer mit Wartesaalcharakter sehr hoch ist, bezahlen wir bereits um 21.20 Uhr bei Joe unsere Rechnung und gehen noch zum Auto. Von hier nehmen wir  Wasserflaschen mit und bummeln noch durch den Souvenirshop, ehe wir zum Zimmer streben. Hier packe ich noch den Computer aus und schalte ihn ein. Es gibt keine Internetverbindung, kein Fernsehen und auch kein Radio. Und das wird auch die nächsten sechs Tage so bleiben. Hier im Nationalpark gibt es nur fließendes Wasser warm und kalt und Strom, mehr nicht. Anja und ich überspielen die Bilder des Tages auf den Computer und lassen ihn zum Laden der Akkus am Netz. Um 22.30 Uhr machen wir das Licht aus. Ich bin müde und möchte gerne schlafen, aber das Hotel hat etwas dagegen und erinnert mich an meine Militärzeit. Der Flur ist hell erleuchtet und das Licht schimmert durch den Türschlitz hindurch ins Zimmer. Die Tür selbst ist aus dünnem Holz und der Fußboden des Flures ist ebenfalls aus Holzbohlen. Zudem befinden sich nicht weit von unserem Zimmer eine Eismaschine und die Toilettenanlage für die Zimmer ohne Bad. Darauf hatte ich bei der Buchung dieses Hotels geachtet, dass wir ein Zimmer mit eigener Toilette, einer Dusche und einem Waschbecken haben. Deshalb brauchen wir nicht auf den Flur. Die anderen aber…! Und da soll man schlafen können??? Na ja, irgendwann vor Erschöpfung schon. Gute Nacht.

nächster Tag

 

 

 

 



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