Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Montag 21.07.2008

Banff

Um 6.45 Uhr stehe ich auf. Ich habe gut und genug geschlafen. Der einzige Nachteil hier in den oberen Zimmern ist die Wärme. Die Schlafräume liegen unter dem Dach und es gibt keine Klimaanlage. Dadurch heizen sich die Zimmer bei diesem Wetter tagsüber ganz schön auf. Ich springe unter die Dusche, ziehe mich an und wecke Anja. Danach bereite ich das Frühstück zu. Ich koche Kaffee und decke den Tisch. Oben ist es verdächtig still und ich schleiche die Treppe hoch. Meine Holde ist tatsächlich wieder eingeschlafen. Ich wecke sie liebevoll unsanft und scheuche sie ins Bad. Mit dem Toast warte ich, bis Madame herunterkommt, damit er zum Frühstück warm und knusprig ist. Gegen 8 Uhr gibt es endlich das Frühstück und danach ist die Pastrami Vergangenheit. Da wir noch kein neues Mineralwasser haben, gestern war der Weg zum Auto zu weit um viel Wasser zu schleppen, werden wir jetzt direkt nach Banff zum Supermarkt fahren. Wir hoffen, dass noch nicht viel Betrieb dort ist.
Es ist 9.15 Uhr als ich den Edge strategisch gut in der Nähe des Ausgangs parke. Wir besorgen einen Einkaufswagen und durchkämmen den Safeway. Natürlich nehmen wir zuerst wieder eine Packung Pastrami mit, frisches Toastbrot und Mineralwasser. Da es hier auch sehr günstig ist, kaufen wir direkt eine 24er Palette. Die wird wohl die nächsten Tage vorhalten. Nach dem Einkauf fahren wir zum Hotel zurück und fragen an der Rezeption nach Internetzugang. Den gibt es leider nur kabellos in der Bar eine Etage tiefer und kostet stolze 5 Can$ für 30 Minuten. Da bleibt einem glatt die Spucke weg bei so einer Abzocke. Wir fahren weiter zum Appartement und verstauen unseren Einkauf im Kühlschrank. Anschließend schnappe ich mir das mitgebrachte Fensterreinigungsset und säubere die Scheiben des Leihwagens. Da der jeweilige Beifahrer mit der kleinen Kamera Aufnahmen während der Fahrt macht, sehen platte Fliegen und andere Brummer im Film nicht gut aus.
Wir verlassen um 9.55 Uhr das Hotel und fahren auf den Trans Kanada Highway in Richtung Lake Louise. Keine halbe Stunde später sind wir an der Castle Junction, der Abzweigung in den Kootenay Nationalpark. Hier wechseln wir auf den Highway Nr. 93 nach Radium Hot Springs. Nur wenige Kilometer steil bergan sind wir am Vermilion Pass, der gleichzeitig an der Continental Divide liegt. An dieser Wasserscheide fließen die Flüsse in zwei verschiedene Ozeane. Westlich geht es zum Pazifik und östlich tatsächlich bis zum Atlantik. Nach einer kurzen Fotopause fahren wir weiter. Wieder sind es nur wenige Kilometer bis zum Marble Canyon, eine der Hauptattraktionen in diesem Park. 2002 waren wir bereits hier und es hatte uns sehr gut gefallen. 2006 war der Canyon nach einem heftigen Waldbrand im Jahr 2003 immer noch gesperrt und wir waren sehr enttäuscht. Die Brücken und Absperrungen wurden zerstört und der Canyon war dadurch unzugänglich. Jetzt ist er wieder begehbar und wir werden ihn noch einmal besuchen.
In einem dichten Wald schneidet der tosende Tokumm Creek einen tiefen Canyon in das Dolomitgestein ein. Der schöne, zwei Kilometer lange Weg verläuft zuerst am Ufer des Vermilion River, der hier erst ein Bach ist, und vereinigt sich kurze Zeit später mit dem aus dem Canyon kommenden Tokumm Creek. An dieser Stelle kann man sehr anschaulich die Wasserarten beobachten, die sich hier vermischen. Der Tokumm Creek kommt aus dem Marble Canyon und führt milchiges, mit Sedimenten durchsetztes Gletscherwasser mit sich. Der Vermilion River besteht dagegen aus glasklarem Quellwasser. Weiter führt der Weg hinter einer schmalen Holzbrücke immer am Rand des Canyons entlang steil bergauf. Die Schlucht ist teilweise nur drei Meter breit und an einigen Stellen bis zu vierzig Meter tief. Von den neu gebauten Brücken hat man atemberaubende Blicke in die Schluchten des Canyon. Trotzdem sind wir sehr enttäuscht. Von dem dichten, Schatten spendenden Wald, der diese Kulisse erst so wunderschön macht,  sind nur noch einzelne weiße Stümpfe übrig. Zwar wurden Nadelbäume nachgesetzt, aber die sind noch nicht einmal mannshoch. Dadurch steht die bereits gnadenlos brennende Sonne auf der Szenerie und es ist sehr warm. Die Fotos, die wir gleich im Display kontrollieren, machen auch nichts her und wir beschließen deshalb, nicht den kompletten Canyon zu erwandern. Wir machen kehrt und laufen zum Auto zurück. Wenn man den Marble Canyon vor dem Waldbrand kennt, könnte man wirklich heulen. Aber die Natur ist eben gnadenlos und aus jedem Feuer entsteht neues Leben. Im Mariposa Wald in Kalifornien hatten wir 1993 zwischen den riesigen Sequoias auch brennende Bäume gesehen. Der Ranger sagte uns, dass sich die Zapfen dieser Bäume nur bei sehr hohen Temperaturen öffnen und den Samen freigeben. Das heißt, das erst neues Leben entsteht, wenn das Alte verbrannt und der Platz dafür frei ist.
Zu der nächsten Attraktion sind es nur vier Kilometer und um 11.30 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz der Paint Pots. Auch hier waren wir bereits zweimal und Anja meldet Unlust an. Noch einmal zu den Farbtöpfen und dann bei dieser Hitze, nein danke. Sie packt ein Buch aus und verweigert kategorisch das Mitkommen. Ich überlege kurz. Ich habe die Farbtöpfe 2002 mit einer normalen DV-Kamera und 2006 mit einer 3-Chip DV-Kamera aufgenommen. Das erste Mal war sehr schönes Wetter und das zweite Mal war es bewölkt und es hat leicht geregnet. Jetzt habe ich eine HDV-Kamera ebenfalls mit 3 Chips und die Wetterbedingungen sind traumhaft. Ich creme mich mit Sonnenschutz ein, ziehe die Baseballkappe über den Kopf und stecke mir eine Ersatzkassette ein. Mehr will ich auf den halbstündigen Weg zu den Paint Pots nicht mitnehmen. Ich hänge mir noch die Trillerpfeife für die Bärenabwehr um den Hals und marschiere los.
Die ersten 10 Minuten verläuft der Weg leicht bergab durch dichten Wald. Es gibt auf halber Strecke eine Gabelung. Der Weg links entlang ist für Behinderte mit Rollstuhl geeignet, aber dreimal so weit. Natürlich gehe ich geradeaus und stehe nach ein paar Serpentinen vor der Hängebrücke über den Vermilion River. Wenige Kilometer hinter dem Marble Canyon ist der ehemalige Bach schon ein ansehnlich breites, wenn auch sehr flaches, Flüsschen. Ich schalte die Kamera ein und halte sie vor der Brust während ich die Hängebrücke überquere. Sie gerät wie immer ins schwanken und die Aufnahme gibt dies auch sehr schön wieder. Auf der anderen Flussseite gibt es am Ufer eine schöne Stelle mit Blick auf den River, die Brücke und die grandiose Bergkulisse. Hier experimentiere ich ein wenig mit der Kamera herum und filme Brücke und Landschaft. Weiter geht es wieder durch ein kurzes Waldstück bis zu einer flachen, offenen Senke. Hier gibt es die ersten Ockerschürfstellen. Mittlerweile hat die Natur sich viel zurückerobert und im sumpfigen Gelände gibt es Inseln mit schön blühendem Wollgras. An einer Stelle liegen noch jede Menge verrostete Schürfwerkzeuge und eine alte Lore herum. Dann steigt der Weg neben einem Bach steil an. Der Bach verläuft in einem reinen, rostroten Bett aus purer Ockererde. Die alten Zweige und verrottenden Baumstämme im rostroten Bachbett ergeben sehr schöne Bilder. Ich laufe weiter und bin nach insgesamt einer dreiviertel Stunde Fußweg an den Paint Pots.
Hier ist eine ehemalige Kultstätte der Kootenay Indianer, die hier den Farbstoff für ihre Kriegsbemalung gewonnen haben. Es gibt drei Kuhlen von unterschiedlicher Größe. Der kleine mit kaum vier Metern Durchmesser liegt direkt als Erster am Weg. Danach noch ein mittlerer und der von einem Pflanzenring umrandete cirka dreißig- oder gar vierzig Meter durchmessende große Paintpot. Die Farbtöpfe sind mit Wasser gefüllt, das vom Berg in einem Rinnsal durch alle drei hindurch läuft und den Bach neben dem Weg speist. Nur bei dem kleinen Tümpel kann man im klaren Wasser den Grund erkennen. In den anderen ist das Wasser grünlich trüb und die Tiefe ist nicht erkennbar. Ich habe Glück, denn hier ist momentan nichts los und ich kann endlich ungestört meine Aufnahmen machen. Es ist sogar so ruhig, das man das knacken von Zweigen oder Ästen im nahen Wald hören kann. Unwillkürlich fasse ich an meine Bärenpfeife, ob sie noch um den Hals hängt. Hier im Hinterland gibt es jede Menge Schwarzbären und sogar Grizzlys. Gelbe Schilder mit dem Aufdruck „Caution - Baer in Area“ säumen den Weg hier zu den Paint Pots. Man sollte hier auf jeden Fall für eine plötzliche Begegnung mit einem Bären gerüstet sein. 2002 hatten wir auf der Sunshine Valley Road, nur wenige Kilometer von hier, einen Grizzly in unmittelbarer Nähe gesehen. Der trollte sich aber glücklicherweise. Und 2006 waren wir am Brooks Fall in Alaska mitten unter den Grizzlys. Daher auch die metallene Schiedsrichterpfeife um meinen Hals.
Das einzig Unangenehme sind die kurzen Verbindungsrinnsale zwischen den Tümpeln. Da muss ich wegen des Sonnenstandes drüber und ich habe bei diesem schönen Wetter nur Sandalen an. Auf der harten Erde ist das kein Problem, aber an den feuchten, matschigen Rändern habe ich Angst um meine Schuhe. Der Urlaub ist noch lang und ich brauche sie noch dringend. Bei unbeständigem Wetter empfehle ich jedem, der hier her möchte, in jedem Fall festes, gut zu reinigendes Schuhwerk anzuziehen. So hüpfe ich vom Rand der Rinnsale zu trocken aussehenden Lehminselchen und weiter zum anderen Ufer. Das hat bis auf einmal geklappt. Danach habe ich unten im Tal viel Gras zur Reinigung benötigt. So umrunde ich jetzt eben mit einem trockenen und einem nassen, schmutzigen Schuh diese indianische Kultstätte. Der Lohn sind wirklich sehr schöne Aufnahmen. Bald finden sich auch die nächsten Touristen hier an den Paint Pots ein und erzählen munter weiter. Der Weg war für deren laute Gespräche wohl zu kurz oder sie wollen auf diese Weise die Bären fernhalten. Da ich fertig bin, balanciere ich über die Verbindungsrinnsale zurück und trete den Rückweg an. Unterwegs bemerke ich mein Glück. Die anderen Touristen haben sich wahrscheinlich länger am Marble Canyon aufgehalten als wir, denn jetzt kommt mir eine wahre Völkerwanderung entgegen. An der Hängebrücke gibt es sogar einen kleinen Stau. Ich muss erst eine Schlange von Menschen passieren lassen, ehe ich drüber kann.  Noch ein kurzer Anstieg und ich bin nach eineinhalb Stunden schweißgebadet wieder am Auto. Hier erst merke ich, dass ich mir dummerweise kein Wasser mitgenommen habe.
Jetzt ist es bereits 13 Uhr und ich schwitze mich erst einmal ab. Danach fahren wir weiter zur Kootenay Park Lodge. Hier ist ein kleines Hotel, ein Campingplatz und ein Souvenirladen. Wir kaufen zwei Flaschen Cranberry Saft und eine Zimtrolle, die wir uns teilen. Um 13.30 Uhr fahren wir weiter in den Park hinein. An den Minerallecken sind bei dieser Hitze keine Tiere zu sehn. Im Park gibt es einige Stellen, an denen mineralhaltige Lehmablagerungen zutage treten, die die verschiedensten Tiergattungen anziehen. Man kann hier Elche, Wapitis, Dickhornschafe und mit großem Glück sogar Schneeziegen beobachten. 2002 hatten wir das große Glück, an einer Stelle eine kleine Herde Mountain Goats, Schneeziegen, beobachten zu können. Im Hochsommer sieht man diese Tiere  im Tal eher nicht.
Kurz vor 14 Uhr halten wir an und halten Kriegsrat. Es ist einfach viel zu warm. Sicher haben wir uns schönes Wetter gewünscht, aber nicht gleich diese Hitze. Außerdem waren wir bis hier her jeden Tag ganz schön lange und gut beschäftigt unterwegs. Dazu kommt noch, dass wir schon das dritte Mal hier sind und sich ein gewisser Sättigungseffekt einstellt. Aber der Hauptwunsch ist: wir sind im Urlaub und deshalb beschließen wir, zurückzufahren, uns zu erholen und lieber am Abend noch einmal nach Banff zu fahren. Wieder an der Castle Junction fahren wir gerade aus auf die Bow Valley Road, der alten, heute immer noch beliebten, Seitenstraße nach Banff. Vor der Stahlbrücke über den Bow River halten wir an. 2006 gab es auf der Brücke ganz oben ein Fischadlernest und es war besetzt. Auch diesmal sehen wir mehrere Köpfe des Greifvogelnachwuchses über den Nestrand schauen. Es sind drei Jungvögel zu sehen, die ungeduldig auf ihre Ernährer warten. Leider sieht man eben nur die Köpfe der Tiere, in das Nest kann man von unten nicht hineinsehen. Wir fahren weiter die Nebenstraße Nr. 1A nach Banff. Die können wir jedem empfehlen, aber bitte nur am frühen Abend kurz vor Einbruch der Dunkelheit oder ganz früh am Morgen. Hier haben wir früher Schwarzbären, männliche Wapitihirsche mit großen Geweihen und Dickhornschafherden gesehen. Diesmal verstecken sie sich alle im schattigen Unterholz.
Um 15.30 Uhr sind wir wieder in unserem schattigen Appartement und relaxen bis fast 17 Uhr. Anja  überspielt ihre Bilder vom Kamerachip auf die Festplatte des Computers. Danach suche ich schöne Bilder heraus und schreibe eine E-Mail an unsere Freunde in der Heimat, die wir eventuell heute Abend von der Bar aus versenden wollen. Jetzt ist es 18.10 Uhr und wir brechen auf. Wir fahren auf dem Weg nach Banff bei einer Tankstelle vorbei und tanken voll, da es morgen in die USA geht. Für 57 Liter Normalbenzin werden wir 80 Can$ los. Einer Eingebung folgend, oder habe ich mich verfahren, stehen wir plötzlich vor dem Bahnhof von Banff. Hier stehen mehrere Busse mit der Aufschrift Rocky Mountaineer herum und auf der Terrasse des Gebäudes warten einige Bedienstete in Uniform auf diesen Zug. Plötzlich sind wir ganz gespannt und beschließen, die paar Minuten auf die Ankunft des Touristenzuges zu warten. Aber hier vor dem Bahnhof kommt der Zug direkt aus der langsam untergehenden Sonne. Wir müssen also auf die andere Seite des Bahnkörpers. Dazu gehen wir den langen Bahnsteig entlang, wenige Meter über ein Schotterbett und dann über den Bahnübergang vor dem Bahnhof. Von hier wieder fünfzig Meter zurück bis zu einem Signal mit Betonsockel. Da stellen wir die Kamerataschen ab und machen es uns bequem. Es dauert aber noch über achtzig Minuten bis der Zug kommt. Zwischendurch gibt es noch eine kleine Sensation. Plötzlich steht auf dem Gleis eine riesige Elchkuh mit ihrem Kalb und schaut sich seelenruhig um. Sie kennt natürlich nicht die Gefahr, in der sie und ihr Kalb schwebt. Nicht auszudenken was passiert, wenn jetzt ein Zug kommt. Der kommt nämlich keine 300 oder 400 Meter vor dem Bahnübergang aus einer Kurve und an bremsen ist da nicht zu denken. Und wir sitzen genau hinter dem Bahnübergang in Schuss- oder Schleuderlinie zum Zug. Irgendwie schon ein mulmiges Gefühl, was einen in dieser Situation beschleicht. Nach endlosen fünf Minuten trollt sich die Elchkuh dann endlich weiter, schleicht den Hang zu einem Teich hinab und ward samt Kalb nicht mehr gesehen.
Eigentlich wird uns jetzt die Zeit hier zu lang, aber die Busse stehen noch da und auch das Personal lungert noch herum. Also muss der Zug noch kommen. Plötzlich reißt uns ein lautes Hupen aus der Ruhe. Wir hatten gerade nicht in Richtung Bahnübergang geschaut und es ist auch noch kein Läuten von den Schranken hörbar. Aber eine rote Lok ist zu sehen und die kommt rasend schnell auf uns zu. Die Kamera braucht ein paar Sekunden bis zur Aufnahmebereitschaft und die Schranken bewegen sich auch erst kurz vor dem herannahenden Zug nach unten. Das gäbe es im Sicherheitsbewussten Deutschland nicht, hier müsste man minutenlang auf den Zug warten. Hier in Banff sind es nur Sekunden. Es ist ein Güterzug mit zwei Loks vorne, einer Lok am Schluss und dazwischen bestimmt zwei Kilometer Waggons. Da wir direkt 1 Meter neben dem Gleis sitzen ist der Lärm ohrenbetäubend, aber ein gewaltiges Ereignis. Der Güterzug ist vorbei und wir schauen uns an. Was jetzt? Aber wir haben noch nicht zu Ende diskutiert, da ertönt erneut ein Hupen und der Touristenzug nähert sich dem Bahnhof. Da er hier hält ist er auch viel langsamer als der Güterzug und wir können schöne Aufnahmen machen. Als der Zug steht, nehmen wir unsere Sachen und laufen über den Bahnübergang wieder zum Bahnhof zurück. Hier beobachten wir noch kurz, wie die Crew des Zuges das Aussteigen der Passagiere vorbereitet. Vor der Aussichtsplattform der ersten Klasse Wagen werden links und rechts je eine Fahne von British Columbia und die Rocky Mountaineer Fahne in einen schweren Metallfuß gestellt. Vor der Treppe liegt ein roter Teppich, an dessen Ende ein Tritthocker steht, über den die Passagiere den Zug verlassen können. Hohe Bahnsteige, die ein bequemes Aussteigen auf gleicher Ebene ermöglichen, kennt man hier in Kanada und Nordamerika kaum.
Im nach hinein ärgern wir uns ein wenig. Die eineinhalb Stunde hier am Bahnhof hätten wir besser im Ort Banff mit Besichtigungen oder Shopping verbracht, aber das es so lange dauert, bis der Zug endlich kommt, konnten wir nicht wissen. So sind wir erst um 20 Uhr zurück im Appartement und jetzt merken wir, dass es tagsüber nur eine Zimtrolle gab. Wir bereiten das Abendessen zu wie gestern und marschieren um 21 Uhr in die Pepper Bar im Kellergeschoss des Haupthauses. Anja holt uns an der Rezeption für 5 Can$ das Passwort und den Zugang für das drahtlose Internet, welches wir dann für nur 30 Minuten nutzen dürfen. In der Bar bestelle ich zwei Kookenay Gold Bier und baue das kleine Notebook auf. Glücklicherweise klappt der Zugang sofort und ich muss in die vorbereitete Mail nur noch die Adressen und die Bilder einfügen. Das dauert nur wenige Minuten und ich habe noch Zeit, unser eigens für den Urlaub eingerichtetes Postfach abzufragen. Dann ist die halbe Stunde um und wir trinken langsam unser Bier aus. Ich möchte bei der sehr jungen Dame bezahlen, aber sie darf keinen Reisescheck annehmen. Viel Bargeld haben wir nicht mehr und den Rest brauchen wir noch für Victoria am Ende unseres Urlaubes. Da ich den Scheck schon unterschrieben habe, bin ich sehr gereizt und gehe damit hoch zur Rezeption. Zu allem Überfluss steht ein Gast mit Sonderwünschen vor mir und die Einlösung zieht sich gute 15 Minuten hin. Dadurch bin ich noch ärgerlicher und vergesse beim Bezahlen den Tip.
Zurück im Zimmer lassen wir den Akku des Notebooks noch laden und schauen uns eine Serie im Werbefernsehen an. Hier wird meistens schon nach spätestens 10 Minuten der Film unterbrochen und so eine Serienfolge dauert ewig. Zwischendurch packen wir noch die Koffer und ich lege die für den morgigen Grenzübertritt in die USA notwendigen Papiere zurecht. Gegen 23.15 Uhr ist dann Bettruhe.

nächster Tag


 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Panorama am Hotel


Highway Kootenay NP


Info-Tafel am Marble Canyon


Zusammenfluss

 

 


Nach dem Waldbrand

 

 


Pause im Nationalpark

 

 


Eingang zu den Paint Pots

 

 


Warnschilder

 

 


Hängebrücke

 

 


Ockermine

 

 


Bach im Ockerlehm

 

 


Info-Tafel Paint Pots

 

 


Kleiner Paint Pot

 

 


Mittlerer Paint Pot

 

 


Großer Paint Pot

 

 


Fischadler

 

 


Castle Mountains

 

 


Bahnhof Banff

 

 


Güterzug

 

 


Rocky Mountaineer 1

 

 


Rocky Mountaineer 2

 

 


Rocky Mountaineer 3