Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Sonntag 20.07.2008

Lake Louise - Banff

Es ist bereits 7 Uhr und wir haben etwas verschlafen. Mein prüfender Blick aus dem Fenster elektrisiert mich erneut. Schon wieder schönes Wetter, keine Wolke ist am Himmel zu sehen. Ich werfe mich in meine Sachen und bin keine 10 Minuten später mit Kamera bereits am See. Ich habe meine Videoaufnahmen fast gemacht, da ist Anja auch schon da. Fast eine Stunde fotografieren und filmen wir am Seeufer. Diese einmalige Kulisse fordert es aber auch heraus und man meint, immer noch bessere Aufnahmen machen zu können. Danach folgt das gleiche Ritual wie gestern. Kaffee kochen und mit trockenen Keksen im Zimmer frühstücken. Danach packen wir unsere Koffer und machen uns reisefertig. Um 8.40 Uhr rufe ich beim Bellboy an und bestelle den Kofferservice und unser Auto. Wenn schon, denn schon, denken wir und begeben uns zur Rezeption. Hier checken wir aus und werden beim Blick auf die Rechnung fast blass. Für den Parkservice, das Internet und einen „Lokal Call“ dürfen wir 80,23 Can$ bezahlen. Das ist zusätzlich zum hohen Zimmerpreis Nepp, aber was will man machen. Nicht in so ein Hotel gehen ist die einzige Alternative die man hat. Und wir wollten in dieses Hotel. Basta!
Gegen 9 Uhr steht unser Auto fertig gepackt vor der Tür. Wir geben in diesem Hotel zum letzten Mal Trinkgeld ab, steigen ein und fahren langsam los. Nur zwei Minuten später sind wir an der Abzweigung zum Morain Lake und biegen ab. Die Straße ist jetzt noch wie ausgestorben, wir sind weit und breit das einzige Auto. Nachdem wir den Wald hinter uns haben, gibt es ein Bergpanorama vom Feinsten. Wir können uns nicht satt sehen. An einer besonders schönen Stelle halte ich an und greife nach meiner Kamera. Auch Anja steigt aus und fotografiert. Aber es ist die Seuche. Ein weiteres Auto kommt gerade als ich mit dem Filmen beginne und stellt sich knapp hinter uns an den Straßenrand. Wenn die knipsen, muss es wohl schön sein, denkt sich der Fahrer, steigt aus und fuchtelt mit seiner Knipse herum. Ich bekomme fast einen Blutsturz, denn der Typ lässt seinen Motor laufen und der röhrt mir in meine Aufnahmen hinein. Ich sage nicht schnell etwas, aber diesmal kann ich nicht an mir halten. Ich spreche den Knipser an und sage ihm, dass ich eine Videokamera habe und einen „Movie“ mache und sein laufender Motor stört. Erst kuckt er ein bisschen unverständlich, aber dann erhellt sich sein Gesicht. Er schaltet tatsächlich den Motor aus und entschuldigt sich sogar. Na bitte, geht doch.
Bereits um 9.20 Uhr sind wir am Morain Lake und diesmal haben wir freie Parkplatzwahl. Bis zum See sind es nur hundert Meter und hier erschlägt einen das Panorama förmlich. Ist der Lake Louise schon sehr schön, so ist dieser See die Krönung. Das Wetter ist genial und uns gelingen traumhafte Aufnahmen. Ein paar sehr schöne Exemplare fügen wir in die Bildergalerie ein. Zwischendurch erfreut uns noch ein vorwitziger Squirrel, der immer um unsere Beine herumwuselt. Jedes Mal, wenn wir ihn durch das Objektiv scharf gestellt haben verschwindet er unter dem nächsten Baumstamm. Da wir nicht mit einem Kanu fahren wollen und auch noch fast nüchtern sind, fahren wir um 9.50 Uhr zurück zur Hauptstraße und weiter in den Ort Lake Louise.
Neben der Tankstelle gibt es ein Restaurant, in dem wir 2006 schon gut gefrühstückt hatten. Wir bekommen sogar, es ist bereits 10.15 Uhr, einen Fensterplatz und entscheiden uns beide für das Mountain Breakfast. Anja nimmt normal mit Spiegelei, Hash Browns und Toast. Ich nehme das Big Mountain zusätzlich mit Ham und Bacon. Wir sind heute unverschämt und trinken jeder drei Tassen Kaffee. Zusammen macht das 31,48 Can$, das sind so um die 20 Euro. Für so ein reichhaltiges und gutes Frühstück ist dies für kanadische Verhältnisse angemessen. Wir beratschlagen, was wir heute machen sollen. Eigentlich haben wir bei exakt den gleichen Wetterbedingungen die Attraktionen in der Nähe schon gesehen. Noch weiter den Icefields Parkway bis nach Jasper und dann wieder zurück nach Banff ist mit über 600 Kilometern einfach zu weit. Da hat man außer dem Fahren nichts vom Tag. Und schon nach Banff zu fahren ist mit 50 Kilometern einfach zu nahe. Wir entschließen uns daher, nochmals in den Yoho Nationalpark zu fahren. Wir werden uns nochmals den Takakkaw Fall, den Emerald Lake und die Natural Bridge ansehen. Ich werde nicht noch mal ausführlich diese drei Sehenswürdigkeiten beschreiben. Bitte schaut Euch die entsprechende Seite von 2006 in Kanada an.
Es ist wieder unerträglich warm und um 14.40 Uhr haben wir einen Tiefpunkt. Wir fahren von der Natural Bridge nach Field und halten nach einem Zug Ausschau, den es aber nicht gibt. Also brauchen wir auch nicht noch einmal zu den Spiraltunnels zu fahren. Kurzfristig entscheiden wir uns für Banff. Wir wollen einkaufen, einchecken und dann einfach nur die Beine hoch legen und Urlaub machen. Gesagt getan und um 15.45 Uhr sind wir in Banff. Hinter dem Safeway Supermarkt auf der Marten Street bekomme ich tatsächlich einen Parkplatz und wir stürmen zuerst den Liquor Store. Im hinteren Bereich stehen wir vor mindestens 6 oder 7 Paletten, auf denen Kartons mit den unterschiedlichsten Biersorten gestapelt sind. Zusätzlich gibt es noch Kühlregale, hinter deren Glastüren uns noch mehr Bierdosen anlächeln. Was nun? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ein freundlicher, kanadischer Kunde sieht unsere unentschlossenen Blicke und empfiehlt uns das Canadien von Molson. Die Brauerei haben wir im Jahr 2000 von der Ile de Notre Dame im Sankt-Lorenz-Strom aus gesehen und dort auch schon Molson Bier getrunken. Der Karton mit 15 Cans (Dosen) ist im Angebot und kostet 22,50 Can$. Das sind rund 15 Euro, also 1 Euro pro Dose und das sogar noch ohne Pfand.
Um 16 Uhr sind wir mit einem Einkaufswagen bestückt im Safeway Supermarkt an der Elk Street. Wir brauchen Toastbrot, Butter, Obst, Käse, Saft und Pastrami. Alles zusammen macht fast 40 Can$. Das Geld geht weg wie warme Semmeln, aber da wir ein Appartement mit einer komplett eingerichteten Küche haben, brauchen wir kein Restaurant in den nächsten Tagen. Direkt nach den Einkäufen fahren wir zu unserem Hotel, dem Rocky Mountain Resort am Ortsrand von Banff. Es ist unser dritter Aufenthalt nach 2002 und 2006 hier. Es hat uns immer sehr gut hier gefallen weil es sehr ruhig liegt und so kommen wir gerne noch ein weiteres Mal. Wir steuern direkt die separat gelegene Rezeption an und müssen feststellen, dass hier ganz schön Betrieb ist. Nach einigen Minuten des Wartens hören wir dann, das unser Appartement noch nicht fertig ist. Wir müssen uns noch eine halbe Stunde gedulden. Wir ergattern einen Platz auf der tiefen Couch im Foyer und warten. Was bleibt uns anderes übrig, es ist sowieso irgendwie ein ganz entspannter Tag. Nach endlosen 45 Minuten ist dann um 17.20 Uhr endlich das Zimmer fertig. Wir bekommen die Zimmerkarten für Appartement 1506, steigen in unser Auto und fahren durch die weitläufige Anlage zu unserem Gebäude. Ich bekomme den letzten freien Parkplatz vor dem Haus und wir werden uns erst einmal das Appartement ansehen.
Es liegt wie von uns gewünscht oben im ersten Stock. Da kann uns keiner auf dem Kopf herum trampeln, denn das hatten wir schon zur Genüge und kann ganz schön nerven. Wir betreten den Raum und schauen uns um. Unten befinden sich das Wohnzimmer mit Gas-Kamin, die Küche und eine Dusche mit Gäste-WC. Im oberen Bereich haben wir zwei Schlafzimmer, in einem kann ich dann endlich wieder ungestört schnarchen, und ein großes Bad mit Wanne und WC. Es ist alles in Ordnung und wir holen unsere Koffer. Diesmal müssen wir das Auto komplett ausräumen, da wir nach Banff in die USA fahren und die Koffer umräumen wollen. Als alle Koffer im Zimmer sind, entmülle ich noch das Auto. Es stand die letzten zwei Tage im Hotel in der Garage und wir hatten keinen Zugriff darauf. Leere Keksverpackungen und jede Menge leere Wasserflaschen ohne Pfand wandern ganz klein zerdrückt in die nahe Müllbox. Hier gibt es verschiedene Öffnungen für die unterschiedlichen Müllarten. Danach machen wir noch Aufnahmen rund um unser Hotel.
Endlich, um 18.10 Uhr, sind wir mit allen Arbeiten fertig und ein wenig müde. Ich lege mich oben ein paar Minuten auf das breite Bett und muss ohne es zu wollen fast eine halbe Stunde eingeschlafen sein. Danach quäle ich mich in die Küche und bereite unser Abendessen zu. Es gibt Bier aus dem Gefrierfach (es ist schön kalt geworden) und knuspriges Toastbrot. Das saftige Pastrami, eine gepökelte Ochsenbrust und US-Spezialität, schmeckt wahnsinnig gut. Leider ist die Packung schon fast alle und es muss morgen neues Pastrami besorgt werden. Die Pepperoni-Salami hat es ganz schön in sich, aber wir haben ja leckeres, kaltes Bier zum löschen. Im Fernsehen gibt es CSI: Miami und anschließend den neuen Godzilla. Um 20.10 Uhr sind wir mit dem gemütlichen Abendessen fertig und wir versorgen noch unser Kamera-Equipment. Nach Godzilla, in dem Film gibt es aus irgendeinem Grund keine Werbung (Sonntag?), zappen wir in einem anderen Sender auf den Film Schakal mit Bruce Willis. Eine dritte Dose lässt ihr kurzes Leben, aber um 22.45 Uhr ist dann doch endlich Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Banff Nationalpark


Moraine Lake


Parkschild


Trans Canada Highway

 

 


Yoho Nationalpark

 

 


Takakkaw Fall

 

 


Emerald Lake

 

 


Natural Bridge

 

 


Hotel in Banff

 

 


Unser Haus

 

 


Wohnzimmer