Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Freitag 18.07.2008

Revelstoke - Lake Louise

Die Tour heute ist mit 237 Kilometern fast genau so kurz wie die von gestern. Deshalb haben wir nach dem guten Essen und den Bieren den Wecker auch erst auf 7.30 Uhr gestellt. Nach der Nasszelle packe ich meinen Koffer und meine große Kamera und begebe mich damit schon mal zum Auto. Nach dem Motto: Was weg ist, stört nicht mehr. Es ist eine wunderbar klare Luft hier oben aber kalt. Ich filme ein wenig lustlos um das Hotel herum weil die Bedingungen nicht besonders optimal sind. Es ist bewölkt und ein fahles Licht lässt alles irgendwie dumpf und einheitlich grau erscheinen. Auch ist es seltsam still, niemand ist zu sehen. So gehe ich fröstelnd wieder zum Zimmer zurück und Anja ist auch schon fast fertig. Wir beschließen, nicht hier im Hotel zu frühstücken sondern runter nach Revelstoke zu fahren. Ich packe den Wagen und Anja checkt aus. Danach halten wir noch am großen Einfahrtstor, dass irgendwie einem Tor zu einer Westernranch nachempfunden ist, und Anja macht noch ihre Fotos.
Direkt hinter der großen Stahlbrücke biegt vom Highway eine kleine Straße in den Ort ab und wir sehen einen Schnellimbiss. Da es hier Frühstück zu einem akzeptablen Preis gibt und man auch schnell wieder weg ist, entscheiden wir uns für die Kette mit dem großen, gelben M. Kaffee, Ei, Hamburger und ein trockenes Brötchen kosten für uns keine 10 Can$. Und die Restrooms sind auch kostenfrei. Leidlich gestärkt, wir haben nach dem reichhaltigen Buffet vom Vorabend sowieso kaum Hunger, gehen wir zum Auto, das direkt vor dem Fenster unseres Sitzplatzes steht und holen die Kameras. Wir fotografieren die Bärenstatuen vor der Ortseinfahrt und bummeln in Richtung Park. Direkt am Stausee zwischen der Highway- und der Eisenbahnbrücke gibt es einen Park mit Spielgeräten und Bänken. Es ist wärmer geworden. Das Wetter ist zwar bewölkt aber nicht schlecht und wir setzen uns auf eine Bank. Ich rechne ein wenig im Zeitablauf unserer Zugfahrt von 2006 herum und meine, dass jetzt irgendwann der Rocky Mountaineer hier vorbei kommen könnte. Zumindest ein schöner, langer Güterzug müsste doch drin sein. Also legen wir uns wegen des Sonnenstandes seitlich der Eisenbahnbrücke auf einem großen Findling auf die Lauer. Es dauert auch nicht lange, da hören wir ein Hupen. Na toll, es tut sich was. Am Rumpeln kann man hören, das sich etwas auf der Brücke tut. Es ist eine kleine, gelbe Gleisbaumaschine. Kurz danach noch ein Tuten und noch eine Gleisbaumaschine. Wenn die jetzt die überwiegend eingleisige Strecke räumen, kommt bestimmt ein Zug hinterher, denke ich. Und tatsächlich ertönt ein mächtiges Hupen und das Rumpeln auf der Brücke schwillt ohrenbetäubend an. Eine rote Lok mit eingeschalteten Scheinwerfern rollt auf uns zu und hinter ihr ein Lindwurm an Güterwagen. In der Mitte des Zuges dröhnt noch eine Lok und es dauert eine kleine Ewigkeit, bis der Zug vorbei ist. Auf dieses Spektakel haben wir jetzt 1 Stunde und 15 Minuten gewartet. Da wir noch weiter müssen, verzichte ich schweren Herzens auf den Touristenzug und wir gehen zum Auto zurück.
Es ist bereits 11.30 Uhr als wir in der Ortsmitte an den anderen Bärenstatuen noch einen kurzen Fotostopp einlegen. Wir schauen uns noch ein wenig um und um 11.55 Uhr verlassen wir Revelstoke endgültig. Die Fahrt über den Highway Nr. 1 verläuft ereignislos, wenn man davon absieht, dass das Wetter immer schlechter wird. Unterwegs gibt es an den Tunnelportalen noch einige schöne Foto- und Filmstellen, aber das Licht ist miserabel. Wir beschließen daher, bis zum Rogers Pass durchzufahren, wo wir um 13 Uhr ankommen. Trotz des Wetters ist hier die Hölle los und wir bekommen erst nach einer kurzen Wartezeit einen Parkplatz. Gegenüber dem Touristenbüro gibt es noch ein Restaurant mit Parkplätzen, aber da müssten wir weit durch den Regen laufen. In dem Touristenzentrum gibt es gleich links eine Kasse, an der wir uns für die nächsten 5 Tage den Parkpass holen. Wir müssen stolze 78 Can$ bezahlen. Das sind pro Person und Tag je 7.80 Can$. Die Jahreskarte lohnt sich für den 5-tägigen Aufenthalt leider nicht. Das rechnet sich später in den USA ganz anders, aber dazu später in St. Mary – Montana mehr.
Wir schauen uns noch die Ausstellung an und im Außenbereich das Denkmal für die Pioniere des Straßenbaus. Die Straße durch den Glacier Nationalpark wurde am 3. September 1962 vom John G. Diefenbaker, dem damaligen Premierminister von Kanada, offiziell eröffnet. Leider kommt während der Filmaufnahmen immer mal wieder ein kräftiger Guss von oben und die Angelegenheit fängt an zu nerven. Da fällt mir ein Steller Jay, ein Diadem- oder auch Schwarzkopfhäher, auf, der habgierig eine Scheibe Toastbrot heftig im Schnabel haltend hin- und her schüttelt. Das Stück ist ihm scheinbar zu groß, um damit wegfliegen zu können, er möchte aber auch nicht darauf verzichten. Ich gehe mit meiner Kamera immer näher an den Vogel heran, was immer heftigeres Schütteln der Toastscheibe hervorruft. Bis auf zwei Meter lässt mich der Vogel herankommen, dann bricht ein Stück ab und er ist weg. Die Fotos, die ich während des Filmens machen konnte, sind alle verwackelt. Er hat eben sehr geschüttelt und es gibt kaum Sonnenlicht für eine schnelle Verschlusszeit.
Mittlerweile ist auch schon 13.30 Uhr und wir sitzen wieder im Auto. Wie zum Hohn gibt es eine große blaue Lücke in der Wolkendecke und der Regen ist vorbei. So geht es immer den Highway entlang bis nach Golden, wo wir um 14.30 Uhr ankommen. Golden liegt am jungen Columbia River, der hier mit dem aus dem Yoho Nationalpark kommenden Kicking Horse River zusammenfließt. Wir werden den Columbia River in seinem riesigen Delta bei Astoria kurz vor der Mündung in den Pazifik wieder sehen. Da wir einen leichten Hunger verspüren, müssen wir eine Kleinigkeit essen und schon wieder leuchtet uns das große, gelbe M entgegen. Ein kleiner Hamburger kann nicht schaden und wir betreten den Imbiss. Mit so viel Betrieb hatten wir nicht gerechnet. Der Parkplatz ist nicht voll, aber der Laden hier schon. Nach einer ganzen Weile dürfen wir dann ordern, bezahlen und uns einen Sitzplatz suchen. Das klappt aber nur deshalb, weil ich schon eine Familie ausgemacht habe, die sich gerade zum Gehen fertig macht und ich mich frech an deren Tisch stelle. Auch jetzt müssen wir noch über 10 Minuten auf das Essen warten. Es gibt ein Angus Burger Meal mit Cola und Pommes und einen Cheese Burger. Anja hat Appetit auf einen der leckeren Frozzen Joghurt, aber der müsste frisch gemacht werden, was die Lady aber wegen des Betriebes hier in dem Laden nicht versprechen konnte. Und jetzt kommt wieder die berühmte Servicelandschaft von Amerika und Kanada voll zur Geltung. Die Lady kommt, als wir schon fast mit unserem Essen fertig sind, tatsächlich mit einem frisch gemachten Frozzen Joghurt an unseren Tisch und gibt ihn ab. Anja muss nur schnell zur Kasse und bezahlen. So etwas erleben wir wirklich nur hier und deshalb fühlen wir uns in diesem Land auch so wohl.
Um 15.10 Uhr sitzen wir wieder im Auto und fahren zurück auf den Highway. Der macht nach dem Abzweig des Highway 95 eine großzügige Linkskurve und steigt schnell bergan. An einem Aussichtspunk kurz hinter Golden halten wir kurz an, aber es beginnt leider zu regnen, so dass wir gleich wieder einsteigen und weiterfahren. Ein paar Haltebuchten weiter stehen etliche Fahrzeuge am Straßenrand und da sollte man sich einfach dazustellen, weil es meist etwas zu sehen gibt. So auch hier. Direkt neben der Straße klettert eine kleine Herde Dickhornschafe an der Felswand im Gebüsch herum. Am niedlichsten sind die Jungtiere, die zwar ungelenk, aber dabei nicht ungeschickt im Fels herumhüpfen. Ich versuche, aus dem Autofenster ein paar Aufnahmen zu machen, da sonst der Regen der Kamera zusetzen würde. Wir fahren weiter und überqueren bald die neue, riesige Brücke über den Kicking Horse River, die erst kürzlich eingeweiht wurde. Danach kommt die Abzweigung zum Wapta Fall, den wir uns ansehen möchten. Die mit Schlaglöchern gespickte Straße  führt ein paar Kilometer ins Hinterland und endet auf einem Parkplatz. Hier steht ein Auto, welches bei unserer Ankunft gerade in Richtung Highway davon fährt. Wir stehen allein auf dem Parkplatz in einer einsamen Gegend. Das Auto ist voll gepackt mit unserem gesamten Gepäck und das Wetter ist auch nicht sehr einladend. Wir bleiben eine Weile sitzen und halten Kriegsrat. Zum Fall sind es laut einer Hinweistafel 2,4 Kilometer Fußweg und wir benötigen mit Fotoaufenthalt über eine Stunde Zeit für den Trip. Als wir noch überlegen kommt ein roter PKW angefahren, parkt und ein jüngeres Pärchen steigt aus. Sie laufen auf den Weg zum Fall und sind bald im Dickicht verschwunden. Jetzt fängt es richtig an zu regnen und die beiden kommen kurze Zeit später wieder zurück. Unsere Entscheidung, nicht zum Fall zu gehen, ist bereits gefallen und so startet Anja den Motor.
Das Wetter wird nicht besser. Mal regnet es kurz, mal scheint für wenige Minuten die Sonne. Wir fahren ohne anzuhalten bis zu den Spiraltunnels oberhalb von Field durch, wo wir um 16.15 Uhr ankommen. Wir sind etwas aufgeregt, weil ich in Field hinter einem Güterzug den Rocky Mountaineer erspäht habe. Also Auto geparkt, Stativ und Kameraausrüstung geschnappt und ab zum Aussichtspunkt. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf beide Tunnelportale des unteren Spiraltunnels. Kaum habe ich mein Stativ aufgebaut und die Kamera montiert hören wir auch schon das mächtige Dröhnen und Nageln von Dieselmotoren. Da ist er, was ein Glück. Aber es ist nicht der Rocky Mountaineer, sondern ein Güterzug. Egal, der Touristenzug kommt danach. Langsam röhrend schleichen die beiden Lokomotiven auf das untere Tunnelportal zu und sind bald danach verschwunden. Jetzt ist nur noch das helle Quietschen der Radreifen auf den Schienen zu hören. Es dauert fast 4 Minuten bis die Loks die 992 Meter Gleisstrecke im Tunnel zurücklegen. Dann glitzern die Kopflichter der ersten Lok im oberen Tunnelportal auf und sofort ist das Röhren und Stampfen der Loks wieder zu vernehmen. Nach knapp 200 Metern kreuzen sich jetzt die Schienenstränge. Auf dem unteren Abschnitt rollen immer noch Güterwagen in den Tunnel hinein, während oben die Loks quer dazu fahren. Das ist eine einmalige Sicht die man hier hat. Natürlich gibt es in der Schweiz und anderswo auch Spiraltunnels, aber da verschwindet der Zug und kommt irgendwann wieder aus dem Tunnel heraus. Hier sind die Züge bis zu zwei Kilometer lang und es ist eben nur ein kleiner Teil des Zuges im Tunnel und der andere Teil sichtbar. Das Dröhnen schwillt weiter an und nur wenige Meter unter uns fahren jetzt die beiden Loks auf dem Weg zum oberen Tunnel vorbei. Dabei rollen immer noch Wagen in das untere Tunnelportal hinein. Wir sehen also drei Abschnitte des gleichen Zuges.
Nach insgesamt zehn Minuten ist das ganze Spektakel vorbei. Ich kontrolliere den Rest des Bandes in der Kamera. Für den Rocky Mountaineer reicht es allemal. Der Lärm des Güterzuges ist nun hinter uns, denn da führt die Strecke nach dem oberen Tunnel weiter zum Kicking Horse Pass, und verebbt langsam. Da dröhnen und nageln erneut Dieselmotoren. Ich schalte schnell die Kamera ein und dann ist er auch schon da. Er hat ebenfalls zwei Loks aber nur wenige Personenwagen, ist also viel schneller als der Güterzug. Dennoch habe ich den Touristenzug voll im Monitor. Er braucht auch nur zwei Minuten, um die Steigung im Tunnel zu meistern und ist bald wieder sichtbar. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, an dieser einmaligen Stelle den Rocky Mountaineer beobachten zu können. Wer sich für die zweitägige Fahrt mit diesem Zug interessiert, kann gerne in den Highlights unserer Webseite darüber lesen.
Um 17 Uhr packen wir unsere Sachen ein und fahren los. Nach Lake Louise ist es nicht sehr weit, aber wir müssen noch eine Stunde Zeitverschiebung zwischen British Columbia und Alberta addieren. Die Zeitgrenze verläuft über den Kicking Horse Pass genau an der Grenze von Yoho- und Banff Nationalpark. Wir sind erstaunlicherweise schneller als der Touristenzug, denn unterwegs können wir ihn bis kurz vor Lake Louise noch mehrmals filmen. Er scheint hinter dem Güterzug herzubummeln, was uns recht ist.
Wir fahren vom Highway ab und in den Ort Lake Louise. Auf dem Parkplatz des kleinen Einkaufszentrums stellen wir das Auto ab und unsere Uhren um eine Stunde von 17.25 Uhr auf 18.25 Uhr vor. Eigentlich wollen wir in dem kleinen Supermarkt noch eine große Palette Mineralwasser auf Vorrat kaufen, aber die nehmen hier dreimal so viel wie in Salmon Arm an der Tankstelle. Wir kaufen ein paar Kekse für unterwegs und gehen wieder zum Auto zurück. Wir packen unser Gepäck und unsere Kamerataschen ordentlich und griffbereit zusammen. Vor zwei Jahren wurden wir an der Vorfahrt zuerst kontrolliert und dann hat man uns unser Auto entrissen. Wir hatten kaum Zeit, die nötigen Papiere zum Einchecken zusammenzuklauben und das Fahrzeug war schon weg. Darauf wollen wir heute vorbereitet sein.
Wir fahren den Berg hoch und biegen vor dem Hotel rechts zur Einfahrt ab. Hier mussten wir 2006 unsere Namen angeben, die wurden per Funk durchgegeben und erst dann durften wir passieren. Was für eine Enttäuschung. Kein Wachmann mit Seppelhosen und Gamsbarthut in Lodenkleidung steht an dem Wachhäuschen. Wir können einfach so durchfahren. Auch vor dem großen Hoteleingang kaum Personal. Ich stelle das Auto links ab und wir marschieren zum Eingang und zur Rezeption. Vor zwei Jahren hatten wir jetzt schon kein Auto und kein Gepäck mehr. Wir sind gleich dran und die Dame an der Rezeption spricht sogar ein wenig deutsch. Sie gibt uns Zimmer 579 mit Seeblick. Diesen hatten wir auch bestellt und uns darauf gefreut. Vor zwei Jahren hatten wir ein Zimmer mit Mountain View, soll heißen, hinten heraus. Es lag im 2. Stock genau über dem Haupteingang und der Lärm störte trotz gutem Schallschutz der Fenster gewaltig. Deshalb haben wir für unseren diesjährigen Aufenthalt zwei Nächte in einem Lake View Room gebucht. In so einem Zimmer ist es ruhiger und der Blick auf den See und den Gletscher ist bei schönem Wetter einfach gigantisch. Das wissen die hier im Fairmont Hotel natürlich und deshalb sind die Zimmer mit Seeblick fast unbezahlbar. Wir werden noch nach dem Gepäckservice und nach dem Parkservice gefragt. Wir entscheiden uns für Valet Parking. Da bekommen wir auf Anruf vom Zimmer den Wagen vor das Hotel gestellt und ein Boy bringt das Auto auch wieder in das Parkhaus zurück. Das ist nur minimal teuerer als wenn man das Auto selbst parkt und jedes Mal einen freien Platz suchen muss. Das Auto nicht im Parkhaus zu parken ist übrigens keine gute Idee. Man muss dann den riesigen Besucherparkplatz für die Tagestouristen nehmen, der auch Gebühren kostet, die jedes mal entrichtet werden müssen und dazu ist er bis spät abends sehr voll und über Nacht ist er unbewacht und sehr abseits gelegen. Ich glaube, kaum ein Gast des Fairmont stellt sein Auto auf den Parkplatz im Wald ab und schleppt die Koffer zum Hotel. Also zahlt man den Wucherpreis von 32 Can$ pro Tag nur für das Parken. Wir wussten das vorher und haben es zähneknirschend akzeptiert.
Mit unseren Zimmerkarten bewaffnet gehen wir zurück zum Auto. Hier empfängt uns ein junger Boy mit Gamsbarthut und Lodenoutfit dem wir unseren Namen, die Zimmernummer, den Autoschlüssel und sein Trinkgeld geben. Danach machen wir uns auf den Weg zum Fahrstuhl. Wir schreiten durch die riesige Lobby, unterqueren den mächtigen Kronleuchter und biegen an der Seegalerie rechts ab. Da hinten gibt es die vier Aufzüge, die wir vor zwei Jahren schon benutzten, und lassen uns in den fünften Stock fahren. Von hier ist es noch ein ganzes Stück den Flur entlang bis zu unserem Zimmer. Ich stecke die Karte in den Messingschlitz und die Tür öffnet sich mit einem sanften Klick. Wir betreten das Zimmer und schauen uns um. Es ist auch nicht größer oder gar anders eingerichtet als das Zimmer mit Bergblick. Nur eben viel teuerer. Ich öffne den Vorhang und wir sind schier überwältigt. Wir haben einen fantastischen Blick auf den Lake Louise, links den Fairview Mountain, rechts den Beehive Mountain und geradeaus natürlich den 3459 Meter hohen Mount Victoria mit seinem Victoria Gletscher. Der Gipfel ist in den Wolken und das macht uns ein wenig Sorgen. Wir wollen doch wenigstens einen der drei Tage schönes Wetter haben.
Es klopft und der Boy mit unseren Koffern ist da. Er bringt sie herein, stellt sie ab, nimmt sein Trinkgeld entgegen und macht sich leise davon. Ich habe inzwischen das Kabel vom kleinen Tisch in der Ecke in den Computer gesteckt und stelle fest, dass sogar das Internet hier 15 Can$ pro Tag kostet. Aber einen Tag müssen wir opfern weil wir etwas vorhaben. Wir nehmen unsere Kameras, das Stativ und fahren mit dem Lift nach unten. Zu Hause hatte ich ein großes Plakat, vier zusammengeklebte DIN A 4 Seiten, vorbereitet, auf dem „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ steht. Ich falte das Poster auseinander und Anja montiert ihre Kamera auf das Stativ. Wir machen mit dem Selbstauslöser einige Bilder mit uns und diesem Plakat und mit dem See und dem Gletscher im Hintergrund. Danach sind wir wieder im Zimmer, ich rechne die Bilder auf ein vernünftiges Format herunter und eine gute Freundin und Kollegin bekommt eine schöne, persönliche E-Mail zu ihrem Geburtstag geschickt.
Mittlerweile ist es auch schon 20.25 Uhr geworden und wir verspüren ein wenig Hunger. Die Glacier Bar kennen wir ja noch und wenige Minuten später sitzen wir auch schon an einem Tisch. Anja gönnt sich eine Seafood Chowder und ich nehme einen Glacier Burger. Dazu trinken wir insgesamt vier Pint lokal Beer. Die Bar ist sehr dunkel gehalten, erstreckt sich über zwei Ebenen und verfügt über zahlreiche Flachbildschirme, auf denen verschiedene Sportkanäle flimmern. Das sind auch die einzigen Programme, die man ohne Ton in so einer Bar verfolgen kann.
Um 22 Uhr sind wir ein wenig müde. Wir ziehen uns aufs Zimmer zurück und ich schaue noch in den Computer. Die letzten Stunden waren in Deutschland tiefste Nacht und da haben die Leute andere Sorgen, als unsere E-Mails zu lesen. Das kann ich mir also zukünftig sparen, aber wer denkt schon immer an die Zeitverschiebung. Man hat jetzt eben seine eigene, andere Zeit. Um 22.30 Uhr ist für uns Bettruhe.
Der nächste Tag wird auf jeden Fall sehr ereignisreich werden.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Glacier House Resort 1


Glacier House Resort 2


Revelstoke


Brücke über Stausee

 

 


Eisenbahnbrücke

 

 


Bärenstatuen im Ort

 

 


Rogers Pass 1

 

 


Gedenktafeln

 

 


Stellers Jay mit Toast

 

 


Rogers Pass 2

 

 


Golden

 

 


Dickhornschafnachwuchs

 

 


Spiraltunnels 1

 

 


Spiraltunnels 2

 

 


Spiraltunnels 3

 

 


Spiraltunnels 4

 

 


Rocky Mountaineer 1

 

 


Rocky Mountaineer 2

 

 


Grenze B.C. - Alberta

 

 


Lake Louise

 

 


Fairmont Hotel am L.L.