Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Dienstag 15.07.2008

Vancouver

Alle, die hier Tipps oder etwas Neues über Vancouver erwarten, müssen wir leider enttäuschen. Das hat viele Gründe und wir können selbst nichts dafür. Bitte lest unseren Bericht über unseren Aufenthalt 2006, wenn Ihr etwas über Vancouver erfahren möchtet. Alle anderen dürfen natürlich hier weiter lesen:
Die Planung für diese Reise begann bereits im Januar 2007, als die Fluggesellschaft LTU noch selbständig war und sonntags von Düsseldorf nach Vancouver flog. Die Hotels waren schon vorgebucht, als wir erfuhren, dass nun Air Berlin bei der LTU das Sagen hatte und der aktuelle Flugplan jetzt nur montags und mittwochs Vancouver bediente. Alle Hotels um einen Tag nach hinten zu verschieben kam nicht in Frage, also haben wir einen Tag am Beginn der Reise in Vancouver abgezwackt und in Victoria angehängt, weil es ja auch Montags wieder zurückgeht. Die zweite Schlappe ist der Stromausfall in der Innenstadt. Dadurch müssen wir das Hotel wechseln und am zweiten Tag erneut umziehen. Zudem sind viele Geschäfte in der Innenstadt geschlossen, weil weder die Kassen noch die Beleuchtung funktionieren. Und es gibt jede Menge Baustellen und eingerüstete Gebäude auf der Water Street. Selbst die berühmte Dampfuhr ist außer Betrieb. Also ist ein Gammeltag angesagt. Aber wir machen das Beste daraus.
Es ist 4.30 Uhr und wir sind wach. Wir haben über 8 Stunden geschlafen und fürs erste ist das auch sehr gut. In Deutschland ist es früher Nachmittag und ich klemme mich an das Telefon. Mutter ist erfreut, unsere Stimmen zu hören und das es uns gut geht. Wir legen uns noch mal hin und schlafen tatsächlich noch mal ein.
Um 6.45 Uhr ist es aber dann genug. Wir beglücken nacheinander das Badezimmer und machen danach unsere Koffer wieder reisefähig. Wir haben uns trotz des netten Angebotes der Delta-Leute, hier im Fairmont zwei Tage bleiben zu können entschlossen, doch das Delta Hotel zu sehen. Wir hatten dort eine Signatur Club Suite gebucht und wollen wenigstens eine Nacht darin verbringen. Da es unser schönes Crowne Plaza nicht mehr gibt, wollen wir die nächsten Aufenthalte hier verbringen.
Um 7.45 Uhr strömen wir zur Gold Lounge zum kostenlosen Frühstück. Wir haben Glück, es wird gerade ein sehr schöner Platz am Fenster frei und wir setzen uns, obwohl das Geschirr der vorigen Gäste noch auf dem Tisch steht. Wie es sich für so ein Haus gehört, ist der Tisch aber sofort neu eingedeckt. In der Buffet-Küche gibt es ein reichhaltiges Angebot, u.a. Kaffee, Orangensaft, Bagels, Toast, pochierte Eier und jede Menge Früchte. Wir genießen das Ambiente und lassen uns jede Menge Zeit für das Frühstück. das können wir auch, denn die Lounge hat viel Platz und es ist nicht viel los.
Um 8.45 Uhr sind wir wieder im Zimmer und stellen die Koffer zurecht. Danach schnappen wir unsere Kameras und fahren hinunter zur Hauptlobby. Hier filmen und fotografieren wir um die Wette. Eine Besichtigung dieses Hotels können wir nur jedem empfehlen – es ist sehenswert. Natürlich hat Anja nicht nur Augen für das schöne Hotel, sie sieht auch noch die Auslagen in den Geschäften. Hier hat es ihr eine Handtasche im „Snowflake“ angetan. Sie ist nicht zu halten und schwupp im Geschäft. Es dauert auch nicht lange und die Tasche liegt gut verstaut in einer Tüte und wartet auf unsere Rückkehr später am Vormittag. Wir wollen an diesem verkorksten Tag sowieso schon so viel wie möglich einkaufen. Später sind wir außer in Victoria nur noch in kleineren Orten. Ich soll eine bestimmte Kosmetik für eine Kollegin mitbringen und da beginnt jetzt ein regelrechter Einkaufsmarathon. Letztendlich haben wir sie in einem Shoppers Drugstore dann doch bekommen. Bei Sears auf der Robson Street müssen wir noch eine neue Reisetasche kaufen. Unsere grüne, die wir 1995 in New York gegenüber dem Empire State Building gekauft und unzählige Male mitgeschleppt hatten, hat nun endgültig ausgedient. Natürlich habe ich jetzt die Reisetasche am Arm und damit filmt es sich wunderbar. Aber es ist jetzt bereits 11.45 Uhr und wir sind wieder im Hotel am Desk in der Gold-Etage. Hier bitten wir den Manager im Delta Suites Hotel anzurufen und zu fragen, ob wir in unsere Suite können. Es dauert gut fünf Minuten und dann haben wir unsere Nachricht. Das Hotel hat wieder Strom und wir können gerne kommen.
Um 12 Uhr haben wir ausgecheckt und stehen am Seitenausgang, wo die Taxis anfahren. Kaum fünf Minuten warten wir auf unsere Koffer und erleben nun etwas, was wir in Kanada und in den USA nicht für möglich gehalten hätten. Dem Fahrer ist wohl die Fahrt zum Delta Hotel zu kurz und so zieht er ein böses Gesicht und rührt keinen Finger beim Beladen des Autos. Der Boy und ich drücken die großen Koffer in das Auto hinein und los geht es. Ich habe 5 Dollar in der Hand, ein großzügiger Tip für die kurze Strecke, aber wenn der Typ auch beim Ausladen nicht hilft, bekommt er nichts. Genau so kommt es. Wir fahren beim Delta Hotel vor und der Kerl rührt wieder keinen Finger. Ich lege den Voucher in den Kofferraum und behalte mein Geld. Grußlos gehen wir hinter dem Boy, der unsere Koffer auf einer Karre hat, in die Lobby. Wir bekommen die Suite 2211 und Daniel, ein sehr freundlicher Bediensteter mit asiatischen Wurzeln, begleitet uns nach oben. Die Etagen mit den Suiten können nur mit der Zimmerkarte angefahren werden. Daniel öffnet die Tür und wir betreten den Vorraum. Dahinter kommt ein Wohnzimmer mit einer fantastischen Aussicht. Fast genau gegenüber, etwas nach links versetzt, befindet sich der Harbour Tower und wir sehen die Aufzüge, die zum Aussichtsturm fahren. Rechts ist der Blick frei für den Hafen und die Bucht mit Nord-Vancouver im Hintergrund. Links im Wohnzimmer gibt es eine große Schiebetür, hinter der sich das Schlafgemach befindet. Das muss man so sagen, weil es zwei Queenbetten, einen großen Schrank und einen noch größeren Flachbildfernseher gibt. Im Wohnzimmer haben wir einen Schreibtisch mit Internetzugang und eine Sitzgruppe. In einem Schrank befindet sich ebenfalls noch ein Fernseher. Daniel zeigt uns auch noch das Badezimmer und jetzt sind wir restlos begeistert. Der Umzug hat sich doch gelohnt. Weil Daniel so freundlich ist und wir so begeistert sind, bekommt er ein sehr gutes Trinkgeld. Ich gebe ihm zusätzlich das beim Taxifahrer gesparte obendrauf. Er fragt danach mindestens noch dreimal, ob er uns noch weiter behilflich sein kann und zieht sich dann zurück.
Mittlerweile ist es bereits 13.20 Uhr geworden und wir beschließen, noch zur Water Street zu laufen und in der Old Spaghetti Factory etwas zu essen oder zumindest für den Abend eine Reservierung vorzunehmen. Wir verlassen das Hotel zur Hafenseite und sind nach 50 Metern bereits am Beginn der Water Street. Bis zur berühmten Touristenattraktion, der Steam Clock, ist es nicht weit. Die Enttäuschung ist groß. Sie ist außer Betrieb. Nun, wir haben sie bereits zweimal gesehen, aber man freut sich irgendwie darauf und sie ist auch ein kleines Muss hier in Vancouver. Jetzt fällt uns zusätzlich auf, dass auch in den Geschäften nichts los ist. Die Ladenbetreiber stehen meist vor der Tür und weisen die Kunden ab. Jetzt dämmert es uns. Hier gibt es nach wie vor keinen Strom und die Geschäftsleute haben Angst vor Ladendieben und Kunden, die nur mit Karte bezahlen können und das geht ja nicht ohne die elektronischen Kassen. Weiter hinten stehen wir auch vor der geschlossenen Old Spaghetti Factory. Der Mann, den wir sprechen, kann uns keinen Reservierungstermin für den Abend geben, da er nicht weiß, wann es wieder Strom hier gibt. Wir bummeln noch zur Statue von Gassy Jack, aber auch hier flüchten wir umgehend wieder. Die Häuser hinter der Bronzefigur werden für die olympischen Spiele hergerichtet und die Sägen und Bohrhämmer machen einen Höllenlärm. Komisch, dafür haben sie Strom! Wir haben die Nase von Gastown gestrichen voll und machen uns auf den Rückweg. Ich suche noch nach dem Laden, in dem ich 2006 mehrere gebrauchte licence plates (Nummernschilder) gekauft hatte. Ich habe den Ehrgeiz, von allen Bundesstaaten Kanadas und der USA, in denen wir selbst mit dem Auto fahren werden und bisher gefahren sind, echte Nummernschilder zu besitzen. Den Laden von 2006 gibt es natürlich nicht mehr. Das Haus wird ebenfalls umgebaut, aber auf der anderen Seite ist ein Geschäft, das plates anbietet. Es dauert fast eine halbe Stunde, bis ich die Bundesstaaten aus dem Wust von Schildern herausgesucht habe. Sie sollen ja echt sein, also mit Versicherungsplakette und Jahreszahl. Mir blieb nichts anderes übrig, als einen Travellerscheck und ein paar Banknoten zusammenzukramen und im halbdunkel zu bezahlen.
Es ist bereits 14.30 Uhr und wir haben Hunger. Im Harbour Center gibt es eine Fressmeile und hier finden wir „Amazing Wok“. Es ist genau so aufgemacht wie in Anchorage der „Famous Wok“ und da fühlen wir uns hingezogen. Das Essen war zwar nicht schlecht, aber das Gemüse und das Fleisch kommen an die alaskanische Variante nicht heran. Nach der Sättigung bummeln wir weiter zum Canada Place und setzten uns auf eine freie Bank. Der schöne Blick auf das Wasserflugzeug-Terminal ist verbaut. Hier entsteht ein in die Bucht ragendes Glasmonster, das mal so etwas wie ein Pressezentrum werden soll. Hier wird alles den olympischen Winterspielen 2010 geopfert. Da das Hämmern und Klopfen auf der Baustelle auf die Dauer stört, laufen wir nun langsam die Burrard Street hoch zur Robson Street. Es ist mittlerweile sehr warm und es beginnt der Feierabendbetrieb. Sehr viele Menschen wuseln über die Straßen und um uns herum. Vancouver ist eben eine tolle und pulsierende Metropole. Um 16 Uhr beschließen wir einstimmig, doch lieber zum Hotel zurückzulaufen und diesen ungeplanten Tag mit relaxen zu beenden. Wir drehen auf der Robson um und quälen uns durch die vielen Menschen bis zur Seymour Street und die dann wieder den Berg hinunter bis zur West Hastings in unser Hotel.
Hier kommen wir um 16.30 Uhr an und hauen uns erst einmal auf die Betten und genießen die tolle Aussicht. Dann machen wir uns etwas frisch, klemmen uns das Notebook unter den Arm, bewaffnen uns mit der Zimmerkarte und fahren eine Etage höher zur Signatur Club Lounge. Auch diese Lounge kann nur mit der Karte betreten werden. Es ist außer einer Bedienung niemand da. Wir wählen einen schönen Platz und schauen uns erst einmal um. Es gibt kalte Getränke, Snacks, Obst und Hähnchenteile mit Honig überbacken. Aber zuerst betreten wir die schöne Terrasse. Hier im 23. Stock hat man einen fantastischen Blick auf Vancouvers Innenstadt. Auf dem Geländer sitzt eine riesige Möwe und schaut uns bettelnd an. Wir gehen auf der Terrasse auf und ab, um die verschiedenen Blickwinkel zu genießen. Das Tier hüpft zwar hin und wieder auf ein anderes Geländerteil, lässt sich aber ansonsten nicht stören. Wir ziehen uns dann doch lieber in die klimatisierte Lounge zurück, da mittlerweile weitere Gäste eintreffen und unser Computer auf dem Tisch liegt. Wir nehmen uns Apfel- und Cranberrysaft und starten den Computer. Ich möchte gern E-Mails aus der Heimat empfangen und beantworten. Das Wireless LAN funktioniert zwar, ist aber ätzend langsam. So fahre ich das Teil herunter und klappe es zu.
Um 19 Uhr sind wir wieder im Zimmer und hier schließe ich das Gerät an das Kabel der Netzwerkverbindung an. Was für ein Unterschied, hier geht die Post wirklich ab. Nach den Mails kopiert Anja noch ihre ersten Bilder vom Chip auf die vorbereitete Festplatte. Alle Bilder sollen schon jetzt im richtigen Ordner landen. In vier Wochen weis man kaum noch, was wann wo war. Um 19.50 Uhr sind wir fertig und haben noch gewaltigen Durst. Wir fahren hinunter in die Lobby und entdecken die Hotelbar. Die ist auf einer Empore und man kann den Eingangsbereich schön überblicken ohne selbst gesehen zu werden. In den nächsten zwei Stunden lassen wir uns jeder zwei Island Lager Bier zu je 6 Can$ schmecken. Mit Tax und Tip müssen wir dann doch 31,60 Can$ blechen. Um 21.50 Uhr sind wir wieder im Zimmer und filmen und fotografieren noch das nächtliche Vancouver von oben. Nur aus Neugier starte ich noch einmal den Computer und es ist tatsächlich von Freunden, die zur gleichen Zeit in Alaska Urlaub machen und fast unsere 2004er Tour fahren, eine Mail da. Natürlich große Freude. So klein und globalisiert ist unsere elektronische Welt geworden. Um 22.30 Uhr reicht es uns und wir halten Bettruhe. Morgen müssen wir 428 Kilometer Landstraße fahren.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Spiegelung des Fairmont


Lobby des Fairmont Hotels


Fairmont Hotel Vancouver


Platz vor der Art Gallery

 

 


Straßenschach

 

 


Signatur Club Lounge

 

 


Hopp-On Tour Bus

 

 

Bettlerin am Canada Place

 

 

Neues Olympiagebäude

 

 

Stromausfall

 

 

Blick auf die Downtown

 

 

Harbour Center

 

 

Blick zum Hafen am Tag...

 

 

...und in der Nacht.

 

 

Aussichtsturm