Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Im Westen Kanadas und der USA

vom 14. Juli bis 12. August 2008

Montag 14.07.2008

Düsseldorf - Vancouver

Da wir heute von unserem Wohnort Düsseldorf fliegen, beginnt der Tag sehr relaxt. Um 8.00 Uhr wird gefrühstückt und danach zum x-ten mal das Gepäck und die Ausrüstungen kontrolliert. So ist das eben, wenn man zu viel Zeit hat. Aber um 10.20 Uhr ist es endlich so weit. Anja ruft ein Großraumtaxi. Unsere großen, schweren Koffer und das viele Handgepäck passen nicht in ein normales Taxi. Kaum 10 Minuten später ist der Fahrer schon da und wir verladen gemeinsam das Gepäck. Die Fahrt dauert 25 Minuten und kostet stolze 35 Euro. Der Fahrer hält genau vor dem Terminal C und ebenfalls gemeinsam laden wir das Gepäck aus. Von hier sind es nur wenige Meter bis zum Schalter der Relax Class von Air Berlin und es ist genau 11 Uhr.
Vor uns ist eine vierköpfige Familie, die aber schon fast fertig ist. Nach nur fünf Minuten Wartezeit zeige ich unsere Reservierungsbestätigung vor und stelle den ersten Koffer auf die Waage. Wir hatten vorher die Koffer schon gewogen und mehrmals umgepackt, damit wir hier nicht nochmals so eine Situation wie 2006 in Anchorage erleben müssen. Da hatte ein Koffer Übergewicht und wir mussten umpacken. Das kommt am Schalter einer Fluggesellschaft nicht so gut. Aber hier war alles bestens. Knapp 32 Kilogramm wiegt jeder Koffer und daher gibt es keine Probleme. Nur mit unserer Sitzplatzreservierung schaute die Dame hinter dem Schalter etwas irritiert. Wir hatten Reihe 1 Sitze H und K vorgebucht. Das ist in Flugrichtung die rechte Seite. Da sieht man bei „normalen“ Windverhältnissen zwar beim Start nicht das Düsseldorfer Terminal, aber beim Landeanflug in Vancouver die Vororte und die schöne Innenstadt. Leider ist die erste Reihe bereits an eine andere Person vergeben, trotz unserer Reservierung. Dann nehmen wir eben die zweite Reihe. Da hoffe ich, etwas geschützter vor den Blicken der Flugbegleiterinnen mit meiner Kamera zu sein. Wir bekommen unsere Bordkarten und die Auskunft, wir sollen schon jetzt an einem anderen Schalter die Plätze für den Rückflug bestätigen lassen.
Es ist jetzt 11.10 Uhr und die Angelegenheit mit der Reservierung ist bereits nach 5 Minuten erledigt. Die nächste Station erwartet uns: Die Sicherheitskontrolle. Taschen leeren, alle Gegenstände des Handgepäcks auf das Band und Winfried muss sogar den Gürtel seiner Hose entfernen. Dieser wird auch geröntgt – wenn es denen Spaß macht, soll es so sein. Eigentlich geht alles glatt, nur hinter der Röntgenstation ist ein sehr gewissenhafter Mann mit meiner großen Kamera beschäftigt. Die will er sich genauer ansehen und bittet uns zu einem Tisch. Hier warten wir einige Minuten und er kommt mit weißen Stoffhandschuhen und einem weißen Tuch ausgerüstet zurück. Gewissenhaft streicht er mit dem Tuch über die Kamera und verschwindet damit wieder nach hinten. Später haben wir erfahren, dass mit dem Tuch nach Sprengstoff gesucht wird. Wenn es der Sicherheit dient, machen wir fast alles mit. Wir wollen ja unseren bereits bezahlten Urlaub auch noch antreten.
Um 11.30 Uhr sind wir in der Air Berlin Lounge und suchen erst einmal einen schönen, ruhigen Platz. Wir verstauen unser Handgepäck und Anja holt sich ein Croissant und einen Tee. Ich besorge mir einen Kaffee und ein Brötchen. Wir haben noch mehr als eineinhalb Stunden Zeit bis zum Boarding. Irgendwann nach 12 Uhr kommt plötzlich eine bekannte Person in die Lounge. Es ist Oliver Pocher mit seiner Begleiterin. Nach dem er etwas gegessen hat, beginnt er zu telefonieren. Dabei schreitet er die Lounge auf und ab und es stört ihn nicht im Geringsten, dass alle anderen Passagiere alles mitbekommen. Um 13 Uhr nehmen wir unser Handgepäck und schlendern langsam zum Abflugschalter C 45. Das Boarding hat noch nicht begonnen obwohl es schon lange Zeit dazu ist. Zu unserer Überraschung werden wir um 13.10 Uhr dann doch schon aufgerufen. Die Passagiere der Relax Class sollen bitte schon einchecken. Da es hier im Terminal sehr eng ist, gestaltet sich das aber etwas schwierig, zumal die anderen Passagiere nicht gerade freiwillig Platz machen. Dann sind wir aber doch am Schalter und zeigen unsere Bordkarten vor und dürfen in den Tunnel zum Flugzeug. Hier ist nach wenigen Metern bereits wieder Schluss. Ein Band versperrt den weiteren Zugang. Auch hier warten wir noch mal 10 Minuten, aber dann löst eine Flugbegleiterin das Band und wir dürfen in die Maschine strömen.
Bei den Boeing-Maschinen, mit denen wir bisher flogen, war der Zugang für alle Passagiere durch die Business-Class in den hinteren Teil möglich. Bei dem Airbus A 330-200 hier dürfen wir nach der Einstiegstüre links in unseren Bereich abbiegen. Wir nehmen unsere Plätze ein und werden mit einem Glas Prosecco von unserer Flugbegleiterin begrüßt. Es ist mittlerweile 13.30 Uhr und eigentlich müsste es jetzt losgehen. Aber das Einsteigen verzögert sich. Das ist dann um 13.56 Uhr endlich so weit, die Tür wird geschlossen und die Maschine auf das Vorfeld zurückgedrückt. Ich fummle nach meiner kleinen HDV-Kamera, die ich schon im Kissen auf dem Boden vor dem Sitz versteckt habe und bereite sie für die Startaufnahme vor. Leider läuft noch eine der Flugbegleiterinnen herum und sieht das Gerät und bittet mich, es auszumachen. Ich folge gehorsam, aber die Dame muss sich beim Start ja auch setzten und anschnallen. So gehen mir leider die Aufnahmen des Rollens am Terminal vorbei verloren. Als die Maschine aber auf die Startbahn einschwenkt und kurz anhält, läuft meine Kamera natürlich wieder.
Ich will hier nicht propagieren, dass man sich Anweisungen widersetzen soll. Grundsätzlich finde ich es sehr richtig, elektronische Geräte, die für das Flugzeug schädliche Frequenzen aussenden, bei Start und Landung auszuschalten. Aber ein Fotoapparat oder eine Videokamera sendet nun mal nichts, was die Elektronik des Flugzeuges beeinflussen könnte. Man kann sich zwar die Erlaubnis zum Filmen auch vom Kapitän geben lassen, aber an den kommt man eben vor dem Start nicht so leicht heran. Hier sollte mal etwas grundsätzlich überdacht werden.
Der Kapitän gibt genau um 14.11 Uhr auf Startbahn 23 links Gas und wir heben ab. Bereits um 14.35 Uhr sind wir über der holländischen Nordseeküste und haben eine Ansage von Kapitän Koberger gehört. Unsere Flugzeit wird 9 Stunden und 30 Minuten dauern und wir fliegen in 11000 Metern Höhe. Zwischen 15 Uhr und 16.15 Uhr gibt es das Mittagessen. Anja schaut einen Film und ich schlafe tatsächlich über 1 Stunde bis 17.30 Uhr. Als ich aufwache sind wir bereits über Grönland und unter uns sehen wir eine fantastische Landschaft aus Eis, Felsen und Wasser. Wir schauen uns im Bordkino den Rest des Filmes „I am Legend“ mit Will Smith an. Danach kommt direkt der nächste Film mit Tommy Lee Jones und Susan Sorendon „Im Tal von Elah“. Der war schon irgendwie spannend, es gibt in so einem Flugzeug immer wieder Ablenkungen aller Art, so dass man so einen Film mit einer Handlung nicht gut ansehen kann. Zwischen den Filmen müssen wir das Einreise- und das Zollformular ausfüllen. Um 22.15 Uhr unserer Zeit gibt es ein Abendessen, mit dem wir bereits um 22.40 Uhr fertig sind. Gegen 23.25 Uhr sind wir laut Ansprache des Kapitäns über den Rocky Mountains. Die sehen wir aber leider wegen der dichten Wolkendecke nicht. Bereits 5 Minuten später  verändern sich die Triebwerksgeräusche und schon beginnt der Landeanflug. Es sind nur noch 15 Minuten bis zur Landung und in Vancouver sind es 21° Celsius. Ich stelle schnell meine Uhr auf die lokale Zeit von Vancouver um. Danach ist jetzt erst 14.50 Uhr. Die Flugbegleiterinnen sitzen bereits angeschnallt auf ihren Plätzen und meine kleine Kamera surrt wieder fleißig aus dem Fenster. Was ein Glück, wir fliegen erneut über den Vorort Westminster und sehen wieder die 3 Brücken im Fraser River wie vor 2 Jahren. Hier stehen eine Eisenbahn-, eine Highway- und eine Skytrainbrücke direkt nebeneinander in diesem mächtigen Fluss. Toll.
Um 14.57 Uhr landet unser Airbus auf dem internationalen Flughafen von Vancouver und unser Ziel ist erreicht. Wir verlassen mit als erste die Maschine und streben der Passkontrolle entgegen. Die Wege sind weit hier in Vancouver und unser Blick fällt immer wieder von oben durch die Glasbarrieren nach unten in den Abflugbereich. Hier wurde im Hinblick auf die olympischen Winterspiele 2010 sehr viel am Terminal getan. Es ist ein wunderbarer und moderner Flughafen geworden, mit sehr vielen grünen Sitzinseln von den üblichen Geschäften umgeben. Nach fast 10 Minuten Fußmarsch sind wir an der Rolltreppe nach unten wo uns die Kabinen der Einwanderungsbehörde erwarten. Wir nehmen die Box mit einer jungen Lady hinter dem Schalter und zeigen ihr brav unsere Papiere. Sie ist sehr freundlich und nach wenigen Stempeln in unsere Zettel sind wir fertig. Direkt hinter den Boxen befindet sich die riesige Halle mit den Gepäckausgabebändern. Wir laufen rechts herum und finden nach wenigen Metern unser Band. Es hat diesmal die Nummer 21 und vom verlassen der Maschine bis hierher haben wir gerade einmal 23 Minuten gebraucht. Das ist sehr gut, aber jetzt dauert es dafür eben länger. Die braven Männer müssen das Gepäck ja auch erst ausladen und dann hier zu dem Band karren. Über 15 Minuten dauert es bis sich das Band in Bewegung setzt und die ersten Koffer das Kunstlicht der Halle erblicken. Um 15.35 Uhr haben wir unsere Koffer auf einem Kuli und streben dem Ausgang entgegen.
Auch hier wurde wieder umgebaut und der Weg zu den Taxis ist fast dreimal so weit wie vor 2 Jahren. Wir kommen an den Taxistand und erleben ein Drama. Einer der Gepäckeinlader liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, krümmt sich jammernd und hält seinen Unterschenkel fest. Seine Kollegen kümmern sich rührend um ihn und rufen nach medizinischer Hilfe. Dadurch müssen wir uns selbst um ein Taxi kümmern, was uns nach einer kleinen Weile auch gelingt. Helfen können wir nicht, es sind bereits genug Kräfte um den verletzten Mann bemüht. Wir laden um 15.50 Uhr unsere Koffer in ein bereit stehendes Großraumtaxi ein und nennen dem Fahrer unser Ziel. Das Delta Suites Hotel Downtown.
Wie immer um diese Uhrzeit gibt es keinen Stau und die Fahrt verläuft zunächst normal. Der Fahrer verlässt kurz vor Downtown die Granville Bridge auf die Seymour Street, an deren Ende unser Hotel liegt. Der Verkehr nimmt plötzlich stark zu und hinter der Smithe Street geht fast nichts mehr. Die Ampeln sind aus und die wenigen Verkehrs-Cops erscheinen machtlos. So geht es im Schritttempo zum Hotel. Wir laden unser Gepäck aus, geben dem Fahrer seinen Lohn und rollen damit zur Lobby.
Es ist mittlerweile 16.30 Uhr, seltsam dunkel in diesem Hotel und wir erfahren auch gleich was los ist. Es gab einen Kabelbrand durch die Bauarbeiten wegen der olympischen Spiele und die halbe Innenstadt ist ohne Strom. Das Notstromaggregat kann nur wenige Funktionen des Hotelbetriebes erhalten. Die junge Dame bietet uns zwei Hotels als Ausweichquartiere an. Das Four Seasons oder das Fairmont Downtown. Wir entscheiden uns spontan für das Fairmont, weil wir diese Hotelkette sehr schätzen und weisen auf unsere Zimmerkategorie hin. Hier haben wir ja eine Signatur Club Suite mit entsprechendem Aufpreis gebucht, um die ersten Tage entspannt den Urlaub zu starten. Sie ruft im Fairmont an, bestätigt unsere Buchung dort und gibt uns sogar noch zwei Voucher für die Taxis.
Um 16.40 Uhr sind wir dann endlich im Fairmont an der Rezeption. Aber auch hier bekommen wir noch kein Zimmer. Die junge Lady schickt uns mit dem Aufzug in den 9. Stock. Hier gibt es eine weitere Rezeption, die nur für die Gold-Zimmer zuständig ist. Hier ist wirklich gleich alles anders. Der junge Asiat ist noch mal um einiges freundlicher und höflicher als das andere Personal. Nach dem Check In begleitet er uns zu Zimmer 960 und öffnet es für uns. Natürlich erhält er seinen Tipp und wir lassen uns erst einmal in die Sessel fallen.
Gegen 17.05 Uhr bekommen wir unsere Koffer und werden erneut ein Trinkgeld los. Ich schnappe mir unser Notebook und teste die Internetverbindung. Ich bin baff wie Boris – ich bin drin und das ohne Probleme. Wir fotografieren uns gegenseitig, ich rechne die Bilder klein und schon sind die ersten E-Mails über unsere gute Anreise nach Deutschland unterwegs.
Da die Anspannung der Reise abgefallen ist, stellt sich langsam die Müdigkeit ein. Wir duschen noch und ziehen frische Sachen an. Für das Bett ist es noch zu früh hier obwohl es in Deutschland bereits 5 Uhr am nächsten Tag ist und wir ja noch in dieser Zeit sind. Wir sollten wenigstens noch 2 Stunden bis 20 Uhr Ortszeit aushalten.
Gesagt, getan. Wir verlassen unser schönes Zimmer und gehen zurück zur Rezeption. Dahinter haben wir die Gold-Lounge entdeckt und hier gibt es Snacks und Getränke. Der junge Asiat zeigt uns die Lounge und wo wir Speisen und Getränke finden. Es ist alles bis auf die alkoholischen Getränke frei. Anja besorgt uns zwei Dosen Bier zu je 9 kanadischen Dollar, mit Steuern dann gleich 20,70 $. So darf das aber nicht weiter gehen, sonst sind wir in zwei Wochen schon Pleite.  Das Bier schmeckt und tut gut und wir essen noch etwas Käse, Lachs, Cracker und Nüsse. Die Shrimps sind leider schon alle, was wir sehr bedauern. Es ist eine sehr gepflegte und angenehme Atmosphäre hier in der Lounge, dennoch wird jetzt um 19.45 Uhr Anja sehr müde und möchte gern aufs Zimmer gehen. Wir trinken das Bier aus und verabschieden uns brav von den Anwesenden. Ich schaue noch kurz mal in die Mailbox, aber wer schaut um 6 Uhr früh in Deutschland schon in seinen Computer? Es ist jetzt 20.15 Uhr in Vancouver und der erste Tag ist für uns zu Ende.

nächster Tag

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Abflugtafel


Check In bei Air Berlin


Airbus A 330-200


Prosecco zur Begrüßung

 

 


Rheinbrücke

 

 


Grönland

 

 


Fjord in Labrador

 

 

Flughafen Vancouver

 

 

Vorort Westminster

 

 

Gepäckband

 

 

Granville und Downtown

 

 

Fairmont Downtown

 

 

Lounge im Hotel 1

 

 

Lounge im Hotel 2

 

 

Buffet in der Lounge

 

 

Geschafft und fertig