Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Der Westen Kanadas

vom 20. Juli bis 06. August 2006

Tage 29 - 30

Samstag 05. August 2006

Sonntag 06. August 2006

Victoria - Vancouver - Frankfurt - Düsseldorf

Als der Wecker piept, würde ich ihn am Liebsten in hohem Bogen aus dem Fenster schmeißen. Das geht aber leider nicht, denn der Vorhang ist zugezogen und außerdem brauche ich ihn noch. Es geht auch nicht darum, dass ich etwa noch müde bin. Im Gegenteil, ich bin hellwach. Aber leider ist dies ultimativ unser letzter Tag in unserem diesjährigen Urlaub und die nächste Nacht verbringen wir in einem Flugzeug. Dieses startet aber erst gegen 18 Uhr und so müssen wir diesen Tag noch irgendwie totschlagen. Zu sehr bummeln dürfen wir aber auch nicht, da der Leihwagen möglichst früh am Flughafen abgegeben werden muss. Irgendwie werden wir das schon hinbekommen. Wir stehen um 7 Uhr auf und gehen dann um 8.20 Uhr bereits mit zwei unserer Koffer zum Auto und verstauen sie darin. Danach gehen wir gezwungenermaßen im Hotel in das "The Pacific" Restaurant zum Frühstück. Wir hatten ja gestern in nächster Nähe am Hotel keinen Coffeeshop gefunden. Anja nimmt sich leichtes Obst und ein Ei, ich nehme das Buffet mit den üblichen, amerikanischen Zutaten. Besonders geschmeckt hat es nicht oder es war der Abschiedsschmerz, der mir den Geschmack vermiest hat. Jedenfalls sind wir um 9.20 Uhr fertig und wieder in unserem Zimmer. Das Auschecken zögern wir noch hinaus, es ist viel zu früh, jetzt schon zur reservierten Fähre um 12 Uhr zu fahren. Aber um 10 Uhr treibt es uns doch hinaus.
Wir nehmen das Handgepäck und den letzten Koffer und machen uns auf den Weg zur Rezeption. Hier müssen wir noch 74 Dollar für die Reservierung der Fähre, den Besuch der Bar, das Frühstück und die Parkhausbenutzung bezahlen. Anja fotografiert noch in der Lobby und in den Seitengängen des Hotels, ich bringe in der Zwischenzeit den letzten Koffer zum Auto und verstaue auch unser Handgepäck. Kaum fassbar, was wir später alles aus dem Auto auf eine Gepäckkarre laden und zum Schalter der Condor schieben müssen. Das klappt garantiert nie. Anja kommt und es geht los.
Zuerst fährt Anja aus dem Parkhaus des Hotels heraus und zurück auf die Belleville Street. Damit der Abschied aus Kanada auch ja recht schwer fällt, ist noch einmal das schönste Wetter. Wir fahren die Belleville Street bis zum Ende und biegen dann links auf den Highway Nr. 17 nach Norden ab. Zunächst ist die Stadt noch sehr präsent, aber allmählich weicht die dichte Bebauung zurück und macht mehr Grünflächen platz. Nach fast 15 Minuten hat die Straße Highway-Charakter angenommen und wir fahren sehr langsam dahin. Ein prüfender Blick auf die Tankanzeige sagt uns, dass wir vorsichtshalber noch ein Paar Liter Benzin einfüllen sollten. Wir haben zwar laut Mietvertrag mit Hertz eine Tankfüllung frei, liegen bleiben wollen wir aber auch nicht. Kurz vor dem Fährterminal tanken wir in Sidney noch für 14 Dollar, dass müsste auf jeden Fall bis zum Flughafen in Vancouver reichen. Um 11.11 Uhr sind wir am Kassenhäuschen des Terminals und müssen weitere 63,85 Dollar für die Fähre bezahlen. 17 Dollar hatten wir ja schon für die Reservierung im Hotel bezahlt. Die Dame an der Kasse schickt uns auf Lane 2 und wir stellen hier unser Auto ab.
Es sind noch gut 50 Minuten bis zur offiziellen Abfahrt. Wir steigen aus und gehen über einen der zahlreichen Zebrastreifen zu einem kleinen Markt, der vor dem Terminal aufgebaut ist. Hier gibt es Souvenirs jeglicher Art zu kaufen. Wer noch keine Mitbringsel hat, kann sich hier noch hemmungslos eindecken. Wir sind eigentlich nicht für solch einen Kitsch, können uns aber der Faszination eines besonderen Standes nicht entziehen. Hier bietet ein Mann selbst gedrechselte Kugelschreiber aus exotischen Hölzern an. Die sehen wirklich toll aus und die Ehefrau redet so lange auf uns ein, dass wir dann doch weich werden. Wir kaufen drei Kugelschreiber mit fantastischer Maserung für insgesamt fast 70 Dollar. Da wir mit Kreditkarte bezahlen, trifft uns der Hammerschlag erst später zu Hause. Jedenfalls haben wir für Sohn Martin noch ein schönes Geschenk als Mitbringsel.
Um 11.39 Uhr kommt die Fähre und legt an. Da es Wochenende ist und die Fähre sehr voll ist, dauert es bis 12.05 Uhr bis das Schiff leer ist und wir endlich dran sind. Wie immer werden wir sehr genau eingewiesen, nehmen unser Handgepäck und verschließen das Auto. Über Treppen erreichen wir das obere Deck und suchen uns einen schönen Platz. Da wir ganz vorne standen, haben wir auch noch die freie Auswahl. Wir nehmen einen strategisch günstigen Platz, von dem aus wir schnell links und rechts durch Türen auf die Freiflächen des Schiffsdecks gehen können. Gegen 12.20 Uhr legt die Fähre „Queen of Saanich“ der BC Ferry Gesellschaft in Swartz Bay ab. Wieder ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Heimat. Die Fahrt mit der Fähre ist bei wunderschönem, wolkenfreiem Himmel ereignislos. In der Meerenge zwischen den Inseln Galiano Island und Mayne Island begegnen wir der Gegenfähre „Queen of Vancouver“. Wir erleben das übliche Hupkonzert der beiden Schiffe. Es wirkt irgendwie romantisch. Unsere Fähre steuert auf den langen Kai von Tsawwassen zu und macht hier um 13.40 Uhr fest. Wir gehen die Treppen zum Unterdeck hinunter und suchen unser Auto. Das ist manchmal nicht so ganz einfach, es wieder zu finden. Als wir den Wagen abgestellt haben, war das Deck noch fast frei, jetzt steht es voller Autos und Wohnmobilen und die Übersicht ist dahin. Aber Dank des Fernbedienungstricks haben wir das Auto bald gefunden und steigen ein. Wenige Minuten später setzt sich die Karawane der Autoschlange in Bewegung. Einer nach dem Anderen verlässt das Schiff und fährt die steile Rampe hinunter auf den Highway.
Alles ist sehr gut ausgeschildert und die Zusammenführung der vielen Spuren klappt reibungslos. Wir fahren nach Plan, aber den benötigen wir eigentlich nicht. Der Weg nach Vancouver und dann zum Flughafen ist eindeutig. Kurz vor dem Flughafen gibt es sogar eine eigene, gut beschilderte Spur nur für Leihwagen, die direkt in das Parkhaus mit den Rückgabestationen führt. Uns wird ein wenig wehmütig um das Herz. Es sind die letzten Meter mit unserem tollen Ford Explorer. Im Parkhaus ganz hinten der letzte Schalter ist der von Hertz. Wir biegen unter dem Schild rechts ab und suchen uns eine freie Parkbucht. Es ist 14.16 Uhr und die Fahrt ist zu Ende. Ich kümmere mich zuerst um das Auto. Noch mal alles durchsuchen und den Kilometerstand notieren. Der steht jetzt bei 8349 Km. Wir sind insgesamt 2628 Kilometer in Kanada gefahren. Ein Angestellter von Hertz kommt und ich übergebe ihm die Mietwagenpapiere. Er notiert ebenfalls den Kilometerstand und gibt mir danach die Abrechnung. Wir müssen noch 212 Dollar Einweggebühr für das Auto bezahlen. Die werden direkt von der Kreditkarte, ohne die man kein Auto bekommt, abgebucht.
In der Nähe des Autos entdecke ich einen Kofferkuli. Jetzt wird es spannend. Drei große Koffer und das Handgepäck. Ich schnappe mir das Teil und beginne mit der Ladeaktion. Nach dreimaligem drehen habe ich die Koffer gut auf der Karre untergebracht, nur ist sie jetzt kaum zu bewegen. Egal, ich beginne mit der Schiebeaktion und es geht so einigermaßen vorwärts. Da hier alles behindertengerecht ausgebaut ist, komme ich über Rampen auch in die Nähe des Terminals. Nur der letzte Anstieg ist etwas beschwerlich, aber auch das wird schließlich gemeistert. Um 14.35 Uhr sind wir in der Abflughalle und begeben uns auf die Suche nach dem Condor - Schalter. Wir erinnern uns an den Rückflug von 2002, da war die Lufthansa auf der linken Seite. Und wir sind richtig.
Wir sind allerdings überrascht, wie viele Menschen vier Stunden vor Abflug schon am Schalter anstehen. Klar, man muss das Zimmer im Hotel vormittags räumen oder den Leihwagen möglichst am Vormittag abgeben. Was macht man dann an einem Flughafen weit außerhalb der Stadt? Man gammelt herum und stellt sich schon mal in die Schlange. Am Schalter der Comfort Class steht noch niemand und wir schieben unseren Kuli in die Pole Position. Hier erfahren wir, dass das Einchecken erst um 15.30 Uhr beginnen soll. Da ich dringend zur Toilette muss, lasse ich Anja kurz zurück und marschiere los. Die Anlage ist relativ weit entfernt und ich muss durch den halben Airport. Nach der Verrichtung telefoniere ich kurz mit Deutschland und gebe Bescheid, dass wir jetzt heil am Flughafen in Vancouver sind. Als ich zu Anja und den Koffern zurückkomme, beginnt das Boarding bereits. Ich stelle unsere Koffer auf die Waage und merke mir die einzelnen Gewichte. Insgesamt haben wir über 75 Kilogramm Gepäck zusammengebracht. Auf der Hinreise waren es knapp 60 Kilogramm und wir haben ja den neuen Koffer dazugekauft. Wie sich die anderen Kilos zusammensetzen bleibt mir aber ein Rätsel.
Um 15.20 Uhr sind die Koffer weg und wir haben nicht nur unsere Bordkarten für Flug DE 6071 um 18.05 Uhr von Gate 67, sondern auch Eintrittskarten für die Maple Leaf Lounge der Air Canada im Abflugbereich. Wir setzten uns in ein Cafe an einer Ecke und essen einen Apfelkuchen. Bisher hatten wir seit dem Frühstück in Victoria nichts mehr zu uns genommen. Anja unterhält sich mit einer Deutschen am Nebentisch, die ebenfalls mit unserer Maschine zurückfliegt. Ich filme in dieser Zeit die Abflugtafel und den Flughafen. Gegen 15.40 Uhr haben wir Lust auf die Annehmlichkeiten der Lounge. Dazu müssen wir vorher den Sicherheitscheck über uns ergehen lassen. Wieder Gürtel aus der Hose nehmen und die Schuhe ausziehen. Nach der Durchleuchtung möchte ein junger Mann mit asiatischen Wurzeln noch unsere Kameraausrüstungen sehen. Wir müssen alle Geräte einschalten und er studiert sie sehr genau. Er interessiert sich sehr für unsere Kameras und was wir alles aufgenommen haben und wo wir überall waren. Er hatte wohl etwas Langeweile oder seine Arbeit war ihm zu eintönig. Die nachfolgenden Reisenden haben mir etwas Leid getan, aber man will den guten Mann ja nicht unnötig reizen. Außerdem zeigt man ja gerne seine wertvollen Geräte, wenn sich schon einmal jemand dafür interessiert.
Hinter der Sicherheitskontrolle marschieren wir los, um die Lounge zu suchen. Wir sind schon bis Flugsteig 40 vorgedrungen und immer noch ist keinerlei Hinweis zu sehen. Fast genervt erkundigen wir uns an einem Schalter und stellen erstaunt fest, dass wir wieder ganz zurück bis zur Sicherheitskontrolle gehen müssen. Hier direkt dahinter, nur wenige Meter rechts befindet sich die Lounge. Wir zücken unsere Karten und treten ein. Die Lounge ist ähnlich eingerichtet wie die in Frankfurt, nur länger gestreckt. Sie hat aber ebenfalls Ledersessel und zwei Bars. An den Bars gibt es Kaffeeautomaten, Kühlschränke mit Säften und Softdrinks und diverse Knabbereien. Da noch alles frei ist, wählen wir einen Platz in der Nähe einer Bar und direkt am Fenster. Hier lässt es sich die nächsten zwei Stunden gemütlich und bequem auf den Abflug warten. Draußen ist es schon wieder sehr heiß und im Terminal herrscht eine entsprechende Temperatur. Hier in der Lounge arbeitet dagegen eine gute Klimaanlage, die die Temperatur im erträglichen Bereich hält. Anja stürzt sich auf den gekühlten Cranberry-Saft von Minni Maid, der wirklich köstlich schmeckt. Ich genehmige mir erst einmal eine große Tasse Kaffee. Wir sitzen und beobachten das hektische Treiben auf dem Vorfeld des Flughafens. So geht die Zeit recht schnell vorbei. Nach weiteren Dosen köstlichen, gekühlten Cranberry-Saftes, ich bin ebenfalls darauf umgestiegen, machen wir uns um 17.30 Uhr langsam auf zum Abflug-Gate.
Das Boarding ist bereits in vollem Gange, aber es werden immer noch die hinteren Reihen aufgerufen. Um 17.50 Uhr sitzen wir dann auf unseren Plätzen in Reihe 2 Sitz H + K und machen es uns gemütlich. Eigentlich haben wir uns schon wieder an die wärmere Temperatur nach der Lounge gewöhnt, aber nach wenigen Minuten kommt es uns hier in der Maschine extrem warm vor. Da wir ganz vorne sitzen, bemerken wir natürlich, dass keine Passagiere mehr einsteigen, die Tür aber dennoch offen bleibt und die Crew keine Anstalten macht, das Boarding zu beenden. Erst um 18.15 Uhr meldet sich der Kapitän der Maschine, berichtet von einem kaputten Anlasser und der defekten Klimaanlage. Er hat Reparaturpersonal bestellt und es soll in 30 Minuten losgehen. Nach dieser Ansage kommt aus dem hinteren Teil der Maschine eine Frau nach vorne gerannt und verlässt wild gestikulierend das Flugzeug. Kurz danach meldet sich der Kapitän erneut. Er fragt an, ob ein Arzt an Bord sei. Die Frau ist hinter der Tür des Fliegers zusammengebrochen und sei nicht ansprechbar. Die Dame in der Reihe vor uns steht auf und weitere sieben Personen laufen zum Ausgang. Beruhigend zu wissen, dass so viele Ärzte an Bord sind. Wir sitzen zwar in Reihe zwei, aber die vordere Bordküche ist noch zwischen uns und dem Schauplatz. Daher können wir nicht sehen, was eigentlich los ist. Es wird in der Maschine immer wärmer und der versprochene Fremdanlasser lässt auch noch auf sich warten. Immer wieder erfolgen neue Ansagen von unserem Kapitän, ob die Frau hier in Kanada bleibt oder ob sie transportfähig ist und mit nach Deutschland kann. Um 18.40 Uhr dann die Entscheidung. Die in der Zwischenzeit eingetroffenen kanadischen Mediziner entscheiden, dass die Frau in Kanada bleibt. Dumm ist nur, dass wir nur ohne das Gepäck der Frau starten dürfen. Der Gepäckraum muss nun nach den Koffern der Frau durchsucht werden. Es ist immer noch heiß in der Maschine, die Ersatzklimaanlage schafft die Temperaturen nicht. Dann endlich sehr gute Nachrichten. Der Fremdanlasser für die Turbine ist da und die Koffer der Frau wurden schnell gefunden.
Es kann losgehen. Endlich, um 19.20 Uhr ist die Maschine an ihrer Startposition und die Triebwerke heulen auf. Ich freue mich sehr, denn wir starten bei sehr schönem Wetter in westliche Richtung. Da ich auf der rechten Seite sitze, kann ich wunderbar in Richtung Vancouver und die Bucht mit dem Stanley Park filmen. Der Flieger macht sogar eine Richtungsänderung nach Norden und so liegt die Stadt in voller Pracht auf meiner Seite unter mir. Weiter sehe ich den Mount Whistler und sein Skigebiet. Um 19.35 Uhr gehen die Anschnallzeichen aus und um 20 Uhr werkelt die Crew bereits in der Bordküche am Abendessen. Um 20.30 Uhr bekommen wir eine weiße Tischdecke und die Vorspeise. Es gibt Ahi-Thunfisch in der Sesamkruste mit Wasabi-Creme, Scampis mit Cocktailsoße, Artischockenböden und Shiitakepilze. Gegen 21.15 Uhr folgt dann das Hauptgericht. Anja nimmt den Lammrücken in Senfkruste mit Püree von Süßkartoffeln. Ich nehme das argentinische Rinderfilet mit gerösteten Zwiebelringen, Southwesternsoße und ebenfalls Süßkartoffeln. Gegen 21.50 Uhr folgt noch ein Käsebrett mit 3 Sorten Käse und 20 Minuten später noch eine Apfelschnitte mit Erdbeer- und Vanillesoße. Um besser schlafen zu können, nimmt Anja noch einen Cognac und ich gönne mir einen Bailey’s mit Eis. Der wirkt bei mir tatsächlich. Ich schlafe von 22.30 Uhr bis 0.35 Uhr. Anja kann wie üblich nicht im Flieger schlafen und schaut sich „Ice Age 2“ auf den Monitoren an. Danach sehe ich auch noch den Rest von „Im Dutzend billiger Teil 2 “ mit Steve Martin. Ich schaffe es tatsächlich noch einmal, von 2 Uhr bis 3 Uhr zu schlafen. Das ist auch für mich eher selten. Zwischendurch schiebe ich immer wieder mal die Fensterblende hoch und schaue nach unten. Wir überfliegen die Hudson Bay und später auch das nördliche Grönland. An der Ostküste sehe ich riesige Gletscher, die in das Polarmeer kalben. Ein toller Blick von hier oben. Nach kanadischer Zeit gibt es um 3.30 Uhr Frühstück. Die nette Crew serviert uns Rührei mit Schnittlauch, grüne Spargelspitzen und geröstete Kartoffeln. Danach stelle ich meine Uhr auf europäische Zeit um. Von 3.45 Uhr auf 12.45 Uhr. Für uns ist jetzt Mittag und die harte Zeit beginnt. Obwohl es heller Tag ist, werden wir immer müder, müssen aber noch ein gewaltiges Stück des Tages bewältigen. Hinter Düsseldorf um 13.05 Uhr ist das Frühstück beendet und die Crew beeilt sich mit dem Einsammeln des Geschirrs. Wehmütig schaue ich nach unten. Könnte ich mich doch jetzt direkt in mein Wohnzimmer hinunter beamen. Keine halbe Stunde später beginnt der Sinkflug und um 13.44 Uhr landen wir in Frankfurt.
Durch die Verspätung ist das Gate weg und die Maschine parkt im Außenbereich auf dem Vorfeld. Wir müssen uns in einen Bus quälen und werden zum Terminal gefahren. Hier marschieren wir endlos lange Wege zum „Baggage Claim“. Um 14.10 Uhr sind wir dann endlich in der Halle mit den Gepäckbändern und die Maschine aus Vancouver hat das Band Nummer 12 bekommen. Auf der Hinreise war man frisch und ausgeruht, da hat mir das Umsteigen nicht so viel ausgemacht. Auf der Rückreise ist man doch sehr müde nach der kurzen Nacht und da nimmt man die Umstände mit der Busfahrt und dem langen Weg doch nicht so ganz ohne Murren hin. Langsam setzt sich das Band in Bewegung. Ein Koffer und eine Tasche nach der Anderen rollen an uns vorbei, aber wir können keines der Gepäckstücke als das Unsere identifizieren. Alle Mitreisenden um uns herum schnappen nach ihren Gepäckstücken und verschwinden hinter der Automatiktür mit dem Zollschild. Plötzlich stoppt das Band sogar. Uns wird etwas mulmig zumute, aber es warten noch wenige andere Passagiere auf Koffer. Das gibt wieder Hoffnung und auch das Band hat Mitleid mit uns. Es setzt sich nach wenigen Minuten wieder in Bewegung und spuckt endlich um 14.40 Uhr unsere Koffer aus. Zuerst eingeladen, zuletzt ausgeladen, so einfach ist das. Ich packe sie wieder kunstvoll auf einen Kofferkuli und wir streben dem Ausgang zu. Von Zöllnern ist weit und breit nichts zu sehen und hinter der Tür wartet Sohn Martin auf uns.
Großes Hallo und eine herzliche Begrüßung folgen. Martin nimmt mir den Kuli ab und wir kämpfen uns durch die ewige Baustelle Fraport zum Parkhaus. Seit 2002 kennen wir hier nur Bretterzäune und Umleitungen. Um 15 Uhr sind wir endlich aus dem Parkhaus raus und streben auf der A 3 in Richtung Düsseldorf. Es ist Sonntagnachmittag und viel los. Wir haben zwar keinen Stau, aber richtig vorwärts kommen wir auch nicht. Dadurch benötigen wir fast zweieinhalb Stunden bis nach Hause. Schon jetzt blicke ich wehmütig auf die herrlichen und leeren Straßen von Alaska und Kanada zurück. Der Alltag hat uns wieder. Die Koffer sind schnell ins Haus geschafft. Mutter ist bereits da und hat ihre wunderbare Leberknödelsuppe auf dem Herd. Wir essen etwas und danach krame ich die Geschenke für Mutter und Martin aus den Koffern hervor. Nach der Bescherung unterhalten wir uns noch ein wenig über unsere wunderbare Reise und die vielen schönen Erlebnisse, sind dann aber froh, dass die Beiden uns alleine lassen. Wir packen nur noch die wenigen, unbenutzten Sachen aus den Koffern und damit ist unsere Reise 2006 zu Ende.





 

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Henkersmahlzeit


Kurz hinter dem Hotel


Auf dem Highway


Kurz vor dem Fährterminal

 

 


Kleiner Markt

 

 


Einfahrt in die Fähre

 

 


Hupkonzert

 

 

Ausfahrt aus der Fähre

 

 

Parkhaus für die Leihautos

 

 

Flughafen Vancouver

 

 

Anzeigebildschirm

 

 

Maple Leaf Lounge 1

 

 

Maple Leaf Lounge 2

 

 

Boarding Gate 67

 

 

Vancouver von oben

 

 

Skiigebiet für 2010

 

 

Rinderfilet mit Zwiebel-ringen

 

 

Island aus 10000 Metern Höhe

 

 

Früher war das mal das Waldstadion

 

 

Spiegelung

 

 

Unsere Boing 767 auf dem Flugfeld

 

 

Gepäckband am Ende der Reise