Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Der Westen Kanadas

vom 20. Juli bis 06. August 2006

Tag 25 - Dienstag 01. August 2006

Parksville - Tofino

6.15 Uhr, ich bin wach, habe aber absolut keine Lust, aufzustehen. Ich stelle den Wecker von 7 Uhr weiter auf 7.30 Uhr und schlafe tatsächlich noch mal ein. Dann stehen wir aber auf, packen die Koffer und ich schleppe sie direkt zum Auto. Anjas Fuß hat sich so weit gebessert, dass sie es wagen will, heute eine Etappe mit dem Auto zu fahren. Die 160 Kilometer nach Tofino sind für uns leicht zu bewältigen. Wir verlassen das schöne Zimmer mit dem herrlichen Ausblick um 8.15 Uhr und fahren zum Restaurant. Es ist recht wenig los und wir werden platziert. Anja bekommt das Breaky Bagel Breakfast und ich nehme das Vancouver Traditional Breakfast. Die Eier zu diesem Frühstück waren ganz hervorragend. Danach gehen wir zur Rezeption und checken um 9.45 Uhr aus. Es ist wunderbares Wetter, keine Wolke am Himmel und schon schön warm. Ich hole mir noch Wasser und reinige die Frontscheibe. Leider ist die Scheibe immer nur wenige Kilometer sauber.
Wir fahren los und sind auch schon bald auf dem Highway 19 A und weiter auf dem Highway 19. Nach wenigen Kilometern müssen wir abfahren auf die Straße Nr. 4 nach Port Alberni. Am Cathedral Grove, wo uralte Douglasien zu bestaunen sind, bekommen wir keinen der wenigen Parkplätze und fahren weiter. Um 10.50 Uhr sind wir in der Hafenstadt Port Alberni, die über eine lange, schmale Bucht, dem Alberni Inlet, Zugang zum Pazifik hat. Die Stadt lebt von der Forstwirtschaft und vom Lachsfang. Zuerst tanken wir unser Auto voll und biegen dann in die Stadt ab. Wir haben keinen Stadtplan, fahren also immer der Nase nach und finden auch so etwas wie eine Hafenanlage. Hier parken wir und schauen uns etwas um. Viele kleinere Geschäfte haben schon geöffnet, es gibt aber keine Touristen. Wir sind die Einzigen, die hier rumlaufen. Es gibt einen Steg an das Wasser, der mit geschnitzten Figuren aus Holz verziert ist. Hier hält sich noch ein älterer Herr auf, der diese Figuren aus allen möglichen Winkeln fotografiert. Wir hätten uns gerne noch weiter umgesehen, aber vom Wasser her bläst ein sehr starker Wind, der langsam unangenehm wird.
Da sonst nichts Interessantes zu sehen ist, fahren wir nach einer halben Stunde weiter. Wir müssen wieder durch den ganzen Ort zurück um auf die Straße Nr. 4 zu kommen. Eine ganze Weile fährt vor uns ein Pick-Up, auf dessen Ladefläche ein Deutscher Schäferhund krampfhaft versucht, dass Gleichgewicht in den Kurven zu halten. Das sieht manchmal recht lustig aus. Nachdem wir die Straße Nr. 4 erreicht haben, biegen wir links ab nach Tofino am Pazifik. Diese Straße ist die einzige Landverbindung zu diesem Ort. In den vielen Reiseführern und Reiseberichten, die ich gelesen habe, bezeichnen fast alle Autoren diese als eine der schönsten Straßen der Welt. Da auch tolles Wetter ist, freuen wir uns auch schon auf die Fahrt. Kurz hinter Port Alberni zweigt eine Straße zum Sproat Lake ab. Hier sollen die zwei größten Löschflugzeuge der Welt im See stationiert sein. Nach einigen Haken mit dem Auto, die meist in einer Sackgasse enden, finden wir eine Stelle, an der wir bis an das Wasser des Sees herankommen. Und genau gegenüber in ca. 1000 Metern Entfernung liegen beide Luftriesen im Wasser. Diese Giganten haben riesige Tragflächen, vier turbinengetriebene Propeller und einen dicken Bauch. Eine der Maschinen startet die Motoren. Das können wir wegen der falschen Windrichtung zwar nicht hören, aber die blauen Rauchfahnen lassen es erkennen. Dann setzt sich die Maschine sogar in Bewegung. Leider „schwimmt“ sie in entgegen gesetzte Richtung und verschwindet bald aus unserer Sicht. Einen Start mitzuerleben wäre das Größte für uns gewesen, aber leider ist uns das nicht vergönnt. Vielleicht beweget die Crew das Flugzeug nur ab und zu, damit es nicht einrostet :-) oder macht einen Funktionscheck.
Wir verlassen den See und finden irgendwie auch wieder auf die Straße nach Tofino zurück. Jetzt beginnt auch der sehr schöne Teil dieser Straße und wir können den Autoren nur zustimmen. Es ist eine wirklich wunderbare Landschaft, durch die wir fahren. Besonders schön ist die Passage entlang des Kennedy Lake. Die Straße schlängelt sich meist am See entlang und kommt ihm mal sehr nahe, steigt dann aber wieder steil bergan, um eine Felsenklippe zu überwinden. Es gibt einige schöne Parkplätze die zum Verweilen und Genießen des alpenähnlichen Panoramas einladen. Um 13.40 Uhr sind wir an der Gabelung der Straße nahe dem Pazifik. Links führt eine Sackstraße nach Ucluelet, rechts ebenfalls eine Sackstraße nach Tofino. Direkt an dieser Gabelung gibt es eine Touristeninformation, die sogar sehr gut besucht ist. Wir halten an und besorgen uns kostenlos eine Karte vom Pacific Rim Nationalpark.
Danach biegen wir zuerst nach Ucluelet ab. Das schöne Wetter ist hier hinter dem Küstengebirge fast schlagartig vorbei und im Ort fängt es leicht an zu regnen. Wir suchen zuerst einen Zugang zur Pazifikküste, aber es ist alles Privatbesitz ohne jede Chance, ans Wasser zu gelangen. Wir fahren zurück in den Ort und parken vor einer Bank. Da wir nur noch wenig Notengeld haben, tauschen wir in dieser Bank meine verbliebenen Travelerschecks gegen Bargeld ein. Jetzt haben wir wieder 230 Dollar in Noten, denn überall kann man mit Kreditkarte oder den Reiseschecks nicht bezahlen. Für Trinkgelder in Restaurants und Hotels benötigt man eben Bargeld. Ich filme noch eine Trading Post mit dem Namen „Crows Nest“. Das Lustige daran ist, das in dem Baum hinter dem Gebäude dutzende von Krähen ziemlichen Lärm veranstalten. Der Laden hat seinen Namen somit zu recht. Es ist jetzt 14.30 Uhr und wir stellen fest, dass wir ganz vergessen haben, dass die Mittagszeit schon lange vorbei ist und wir ein leichtes Hungergefühl haben. An der Hauptstraße entdecken wir ein Geschäft, das belegte Sandwichs anbietet. Es liegt etwas oberhalb der Straße und hat sogar eine Terrasse, auf der wir den Touristenverkehr beobachten können. Wir teilen uns ein riesiges Roastbeefsandwich, das wirklich dick belegt ist und in das man kaum reinbeißen kann. Dazu trinken wir jeder eine Flasche Apfelsaft. Ab und zu bekommen wir mal einen Spritzer Regen ab, aber das ist so wenig, das es sich nicht lohnt, den Schirm aufzuspannen. Anschließend fahren wir weiter nach Tofino.
Direkt nach der Straßengabelung mit der Touristeninformation beginnt der Pacific Rim National Park. Die uralten, dicht mit Schlingpflanzen bewachsenen Bäume stehen bis an die Straße heran. Kurz hinter dem Nationalpark, aber noch etliche Kilometer vom eigentlichen Ort Tofino, müssen wir vom Highway links zu unserem Hotel abbiegen. Auf dem ersten Stück verläuft die Straße durch dichten Wald, danach folgt ein großes Eingangstor und dahinter wieder kleine, schmucke Häuschen. Am Ende der Straße befindet sich das Hauptgebäude mit den Zimmern und dem Restaurant. Es ist jetzt 15.30 Uhr, wir parken unser Auto und gehen zur Rezeption des Long Beach Lodge Resort. Ein tolles Haus. Alles sehr sauber, nicht überladen und das Personal ist sehr freundlich. Wir bekommen unsere Schlüssel für Raum Nummer 110. Das schauen wir uns erst einmal ohne unser Gepäck an. Wir müssen durch eine der üblichen Feuertüren und einen kurzen Gang entlang. Am Kopfende des Flurs befindet sich Zimmer 110. Wir öffnen die Tür und staunen nicht schlecht. Es gibt ein großes, geräumiges Bad, zwei große Queen Betten, einen Gaskamin und eine Terrassentür. Hinter dieser Tür dann die große Überraschung. Ebenerdig, nur durch einen kurzen, niedrigen Grüngürtel getrennt, sehen wir den Pazifik. Das riesige Meer ist keine 100 Meter entfernt. Von hier immer geradeaus liegt Hawaii und dahinter irgendwo Japan, sage ich zu Anja. Großartig, toll, gigantisch. Da kommt Freude auf. Noch ganz überwältigt von diesem Zimmer und seiner Lage schnappen wir uns eine Messingbügelkarre und holen erst einmal unser Gepäck aus dem Auto.
Nachdem wir einige unserer Sachen ausgeräumt haben, fahren wir um 16.30 Uhr nach Tofino hinein. Zuerst benutzen wir wieder den Pacific Rim Highway bis kurz vor den Ort. Hier geht der Highway in die Campbell Street über. Die fahren wir bis zum Ende, dann rechts in die First Street und wieder rechts in die Main Street. Hier sehen wir einige Geschäfte und Bootstourenfirmen. Ich hatte im Internet schon eine Vorauswahl an Walbeobachtungsfirmen herausgesucht die wir jetzt aufsuchen wollen. Zuerst stoßen wir auf die Firma Ocean Outfitters. Da der Laden einen sauberen Eindruck macht, wollen wir es hier direkt einmal versuchen. Für Morgen um 14 Uhr ist noch Platz auf einem festen Boot für uns frei und wir buchen direkt. Die Firma hat auch Zodiacs, aber da muss man sich in einen Überlebensanzug quälen und das war 2002 in Victoria schon schwierig gewesen. Außerdem sind die Schlauchboote nicht gerade bequem. Sie sind zwar sehr schnell, schlagen aber bei hoher Geschwindigkeit und Wellengang hart auf das Wasser auf und das ist auf Dauer sehr unangenehm. Wir sehen direkt am Hafen im Wipfel eines Baumes einen großen Weißkopf Seeadler sitzen und laufen noch die Main Street entlang.
An einem langen schmalen Bootsstieg entdecken wir ein Schild, dass auf Rundflüge hinweist. Die Firma nennt sich Tofino Seafari und in einem klitzekleinen Office am Steg treffen wir tatsächlich jemanden an. Wir erkundigen uns nach den Preisen und ob es auch reine Walbeobachtungsflüge gibt. Für unser Geld können wir alles sehen, was wir wünschen, sagt uns eine nette junge Lady. Wir buchen 45 Minuten Flugzeit zu den Grauwalen im Pazifik um 11.30 Uhr am nächsten Tag. Auf dem Rückweg zum Auto entdecken wir noch einen Liquor Store. Hier gibt es Bier und Schnaps zu kaufen, und nur in einem solchen Laden. Wir nehmen ein Sixpack Cookanee Bier mit und sind um 17.20 Uhr wieder im Hotel.
Ich schnappe mir sofort meine Kamera und betrete durch die Terrassentür den Strand. Hier filme ich das Hotel von der Seeseite, unsere Terrasse, die Surfer und die prachtvolle Küste. Danach gehen wir wieder in unser schönes Zimmer und ruhen uns etwas aus. Für das Abendessen ist es noch zu früh und so mache ich noch etwas die Glotze an. Wie ich so durch die Werbekanäle zappe, fällt mir eine Serie mit vielen Schauspielern aus Sience Fiction - Serien auf. William Shatner, James Spader und Rene Auberjonois sind zu sehen. Es handelt sich um eine Anwaltskanzlei. Später zu Hause habe ich dann im Internet herausbekommen, es ist die Serie Boston Legal, die auch bei uns mittlerweile erfolgreich läuft. Die Folge ist um 20 Uhr zu Ende und 15 Minuten später sind wir eine Etage höher im Great Room, dem Hotelrestaurant.
Wir bekommen einen schönen Platz in der Nähe eines Fensters und bestellen erst einmal ein Bier. Danach bestellt Anja eine Pilzsuppe und einen Caesars Salad. Ich nehme eine Pizza mit Pilzen und Salami, als Nachtisch noch ein Stück Kuchen mit Kokosmousse. Nach dem Essen gibt es noch eine kostenlose Zugabe, einen tollen Sonnenuntergang am Pazifik. In Key West hatten wir 1996 schon mal einen fast karibischen Sonnenuntergang erlebt, aber der hier ist genau so gut. Um 21.35 Uhr gehen wir wieder auf unser Zimmer, machen den Kamin an (nur zur Show), sehen fern und trinken noch eine Dose unseres Bieres. Nach einer Stunde „Die Mumie“ mit viel Werbung machen wir die Flimmerkiste aus. In all den Jahren USA und Kanada meine ich, kommen die „Commercial Breaks“ immer häufiger. Es macht keinen Spaß mehr, einen Film zu sehen. Um 22.30 Uhr ist Bettruhe.





 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Highway 19


Straße nach Port Alberni


Hafen von Port Alberni


Schäferhund mit Problem

 

 


Wasserlöschflugzeug

 

 


Ucluelet

 

 


Zodiac für das Wale-watching

 

 

Hafen Tofino

 

 

Seeadler in Tofino

 

 

Long Beach Lodge Resort

 

 

Zimmer im Hotel

 

Blick vom Zimmer

 

Sonnenuntergang vom Zimmer aus gesehen

 

Abends im Great Room