Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Der Westen Kanadas

vom 20. Juli bis 06. August 2006

Tag 24 - Montag 31. Juli 2006

Whistler - Parksville

Der Tag beginnt um 7.15 Uhr mit dem üblichen Lärm unseres kleinen Freundes. Etwas Wehmut kommt auf, die letzte Woche unseres Urlaubs ist angebrochen und die vergeht meist wie im Flug. Ich gehe natürlich wieder als Erster ins Bad und überlasse es danach Anja. Der Fuß ist etwas besser, er wird ja auch immer noch gekühlt. Der Mann aus der Pharmacy in Kamloops hatte wohl doch recht mit seinem Ratschlag. Dennoch dauert es bis 8.45 Uhr, dann können wir zum Frühstück gehen. Im Untergeschoss entdecken wir das Portobello, eine Art Selbstbedienungsbuffet, an dem wir uns unser Frühstück selbst zusammenstellen können. Anja nimmt Joghurt, Früchte und ein Bagel mit Cream Cheese, ich nehme ein Burgerbrötchen mit Ei und Speck darin. Der Kaffee ist ausgezeichnet. Anja hat ihre Kamera dabei und nach dem Frühstück fotografiert sie auch noch das Hotel. Auf dem Rückweg zum Zimmer nehmen wir eine der Karren mit und laden unser Gepäck auf. Dann schiebe ich alles über den Aufzug in die Lobby. Ich checke aus und muss mit Parkhaus 100 Dollar bezahlen. Wenigstens das Parken ist hier billiger als in Lake Louise. Wir lassen das Auto aus dem Parkhaus kommen, der Boy packt unser Gepäck in den Wagen und er bekommt sein Trinkgeld.
Es ist jetzt 10.20 Uhr und wir machen uns auf den Weg. Eigentlich hatte ich für die nicht allzu weite Fahrt zur Horseshoe Bay einige interessante Haltepunkte ausgesucht, aber wir müssen ja nach Vancouver hinein. Dort steht ja noch im Crowne Plaza Hotel unser Koffer. Die Straße ist ebenfalls eine einzige Katastrophe. Baustelle an Baustelle, Stoppmänneken nach Stoppmänneken. Wegen der Olympiade wird die Straße mächtig verbreitert und völlig erneuert, damit der gewaltige Strom der Sportler, Journalisten und Besucher von Vancouver herauf bewältigt werden kann. Irgendwann haben wir es geschafft, sind aber an vielen schönen Orten vorbeigefahren. Ebenfalls vorbeigefahren sind wir an der Abfahrt vom Highway zur Lions Gate Brücke. Die war sehr undeutlich ausgeschildert, jedenfalls haben wir sie nicht entdeckt. Dafür rasen wir jetzt den Trans Kanada Highway Nr. 1 entlang nach Osten, an Vancouver vorbei. Hinter der Autobahnbrücke über das Burrard Inlet ziehe ich die Notbremse und nehme die nächste Abfahrt. Irgendwie erreichen wir den Grandview Highway und orientieren uns erst einmal auf einer Karte. Danach fahren wir über die 12th Street bis zur Cambie Street, über die gleichnamige Brücke und sind nach kurzer Zeit in Downtown Vancouver.
Ich halte um genau 13 Uhr vor dem Hotel und informiere den Boy vor dem Eingang. Dann betrete ich das Hotel und bekomme vom Bell Boy mit meinem Abholschein unseren Koffer. Den schmeiße ich in den Kofferraum und wir fahren weiter. Das hat sehr gut geklappt und wir sind sehr zufrieden. Da ich vor dem Eingang an der Howe Street gehalten habe, brauche ich jetzt nur noch rechts in die Georgia Street abzubiegen und bin schon auf dem Weg zur Lions Gate Brücke. Es ist recht ordentlicher Verkehr zur Mittagszeit und es geht mühsam voran. An der Gabelung mit der Pender Street ist sogar Stau. Als wir diese Kreuzung endlich passiert haben, läuft der Verkehr aber zumindest zäh weiter auf die Rampe zur Brücke. Um genau 13.30 Uhr wird mein Traum wahr, einmal über diese wunderschöne, grazile Brücke fahren zu dürfen. Der Blick in die Bucht und in das Burrard Inlet ist überwältigend. Leider muss ich fahren und mich auf die Spur und den Verkehr konzentrieren, aber es ist trotzdem grandios.
Danach müssen wir wieder auf den Highway Nr. 1 und weiter zur Horseshoe Bay, wo wir um 13.42 Uhr ankommen. Man fragt uns nach einer Reservierung, aber die haben wir natürlich nicht. Also schickt man uns auf die Spur 2 für Fahrzeuge ohne Reservierung und hier dürfen wir über eine Stunde warten. Das nächste Schiff kommt und wir dürfen sogar mit. Stolze 63,85 Dollar kostet die eineinhalbstündige Fährfahrt mit der Oak Bay von Horseshoe Bay nach Departure Bay bei Nanaimo auf Vancouver Island. Um 14.50 Uhr fahren wir auf die Fähre und müssen auf das oberste Deck. Wir stellen das Auto ab und nehmen unsere Wertsachen mit. Es ist recht ordentliches Wetter und so suchen wir einen Platz auf dem Freideck ganz oben. Ich filme wie die Fähre ablegt und sich durch die zahlreichen Inseln hindurchschlängelt. Hinter einem malerischen Leuchtturm auf einer dieser Inseln erscheint plötzlich die Skyline von Vancouver und der Stanley Park mit der Lions Gate Brücke. Ein Superpanorama. Nachdem wir die Inseln hinter uns haben, bleibt die weitere Fahrt ereignislos. Wir verspüren leichten Hunger und stellen uns am Restaurant in eine Schlange. Wir kaufen uns eine Clam Chowder, Chicken Strips und eine Cola. Nach dem Essen ergattern wir auf dem Passagierdeck einen Sitzplatz am Fenster, denn draußen weht auf offenem Wasser ein ordentlicher Wind. Es ist nicht kalt, aber auf Dauer unangenehm. Um 16.47 Uhr legt die Fähre Oak Bay in Nanaimo an. Wie immer auf so einem Schiff erfolgt die Ausfahrt Spur für Spur.
Wir sind bald dran und ordnen uns auf die Ausfahrt zum Highway 19 A nach Parksville ein. Hier treffen wir um 17.30 Uhr an unserem Hotel ein. Es ist das Tigh-Na-Mara Resort am Ortsrand von Parksville. Das Resort liegt traumhaft und sehr idyllisch in einem Kiefernwald und direkt an einem herrlichen Sandstrand. Wir fahren zur Rezeption, geben unser Voucher ab und bekommen Zimmer Nr. 112 B im Haus Gabriola. Um zu unserem Haus zu gelangen, müssen wir ein Stück durch den Wald fahren. Wir sehen viele kleine Häuschen mit eigenem Grillplatz rechts und links an der Zufahrtsstraße. Dann stehen wir vor dem Haus Gabriola. Es liegt direkt am Strand und ist komplett aus runden Baumstämmen gebaut. Es sieht aus wie ein altes Blockhaus, nur viel größer. Alle Räume haben Fenster und Balkone ausschließlich zur Seeseite. Wir tragen unsere Koffer in unser Zimmer und genießen erst einmal die schöne Aussicht vom Balkon. Es ist gerade Ebbe und das Wasser hat sich weit zurückgezogen. Kinder plantschen in einigen Tümpeln, die sich im Sand gebildet haben. Andere Familien spazieren barfuss durch den feuchten Sand am Strand entlang. Es ist jetzt erst 17 Uhr und wir beschließen, uns das Restaurant anzusehen. In den Ort ist es uns zu Fuß zu weit und mit dem Auto haben wir keine Lust mehr. Die Tagesetappen reichen uns, da möchten wir abends nicht mehr fahren, zumal einer auf sein Bier verzichten müsste.
Nun ist es nicht so, dass wir auch zu Hause jeden Abend Bier trinken. Ganz und gar nicht. Unser Vorrat an Bier gerät regelmäßig über das Verfallsdatum hinaus. Aber im Urlaub gönnen wir uns das. Soll man sich denn Abends bei einem guten Essen vor eine Apfelschorle, ein Wasser oder gar Cola setzen? Wir schlendern über die Zufahrtsstraße und sehen viele freundliche und fröhliche Menschen vor ihren Holzhütten sitzen oder mit ihren Kindern spielen. Auch der eine oder andere Grill raucht schon für das abendliche Bar-B-Q. Hinter der Rezeption ist das Gebäude mit dem Restaurant und wir betreten es. Die Empfangsdame will uns schon einen Tisch zuweisen, aber wir wollen ja nur für 20 Uhr einen schönen Tisch am Fenster reservieren. Den bekommen wir auch, aber erst um 20.30 Uhr, und wir fragen noch nach der Speisekarte. Deren Inhalt lässt uns jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Anschließen gehen wir zurück zu unserem Zimmer und machen es uns bequem. Ein wenig Ruhe können wir jetzt gut gebrauchen.
Um 19.30 Uhr springe ich aus dem Bett und hüpfe unter die Dusche. Anja hatte sich schon vorher fertig gemacht. Ich muss wohl durch das herrliche beruhigende Rauschen des Wassers vor dem Zimmer eingeschlafen sein. Um 20.20 Uhr gehen wir los zu unserer Verabredung mit dem Restaurant. Wir bekommen unseren schönen Fensterplatz und sind sehr begeistert. Es gibt nur sehr gedämpftes elektrisches Licht und viele Kerzen und Teelichter. Das ergibt eine sehr romantische Stimmung. Zuerst bestellen wir zwei Vancouver Lager Biere. Dazu bekommen wir einen mit sehr leckeren Brotsorten gefüllten Korb und eine köstliche Quarkcreme. Anja bestellt sich einen grünen Salat und ein Special Hallibut Filet, ich bekomme ein Sirloinsteak mit Tiger Prawns, dazu Gemüse und Kartoffeln. Das Essen ist ausgezeichnet, hier ist bestimmt ein Sternekoch am Werke. Ich nehme noch ein Bier und Anja verwöhnt sich mit einem Hennesy. Was das alles gekostet hat, werde ich hier lieber nicht schreiben. Wir genießen diese herrliche Atmosphäre noch eine ganze Weile, aber um 22.30 Uhr zieht es uns zurück zum Zimmer. Es ist bereits dunkel und der Rückweg ist noch romantischer. Da es hier auf Meereshöhe auch abends noch sehr warm ist, sitzen fast alle Gäste bei Fackel- oder Kerzenschein vor den Hütten. Nachdem wir noch fast eine Stunde in das Pantoffelkino geschaut haben, ist um 23.30 Uhr dann Bettruhe.





 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Olympias großer Schatten


Downtown Vancouver


Lions Gate Brücke


Horse Shoe Bay

 

 


Blick vom Schiff auf Vancouver

 

 


Jetzt fährt mal ein Anderer

 


Highway nach Parksville

 

 

Das TIGH-NA-MARA

 

 

Haus Gabriola

 

 

Blick vom Balkon

 

 

Gemütlichkeit ist Trumpf