Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Der Westen Kanadas

vom 20. Juli bis 06. August 2006

Tag 21 - Freitag 28. Juli 2006

Jasper Nationalpark

Der Wecker nervt bereits um 7.15 Uhr. Anja möchte gerne aufstehen und noch einen Waschversuch starten. Bei mir wirkt aber noch die Schlaftablette und ich bleibe deshalb noch liegen. Um 8.30 gehe ich mit einer Katzenwäsche und meiner lieben Frau zum Frühstück in das Restaurant. Wir bekommen einen sehr schönen Tisch in der Nähe des Buffets und frühstücken ausgiebig. Um 10 Uhr sind wir erneut an der Rezeption und klagen diesmal einem jungen Mann wegen des Zimmers unser Leid. Als er die Zimmernummer hört, wundert er sich und brummelt etwas von einem nicht zu vergebendem Zimmer. Auch er bemüht sich sehr lange, hat aber dann Erfolg. Wir bekommen ein anderes Zimmer ein ganzes Gebäude weiter weg vom Küchenausgang und wir machen uns sofort daran, unsere Koffer von 302 nach 322 zu transportieren. Den guten Geistern, die noch voll mit dem Reinigen des neuen Zimmers beschäftigt sind, versüßen wir die Umstände, die wir verursachen, mit einem guten Trinkgeld. Wenigstens die nächste Nacht ist gerettet. Um 10.27 Uhr ist die Aktion „Zimmer“ beendet und wir machen uns auf den Weg.
Zuerst fahren wir langsam durch den Ort Jasper und dahinter auf den Icefields Parkway. Direkt hinter dem Park Gate zweigt die Nebenstrecke 93 A ab, die wir benutzen müssen. Nur wenige Kilometer weiter biegen wir erneut ab, auf die Mt. Edith Cavell Road. Es ist eine asphaltierte, aber sehr schmale Straße, die immer stramm bergan führt. Wir sind alleine unterwegs und können deshalb langsam fahren. In einem Reiseführer war beschrieben, dass man hier durchaus den einen oder anderen Bären sehen kann, wenn man Glück hat. Natürlich haben wir kein Glück, das war bereits in Alaska für diese Reise verbraucht worden. Das, was wir da gesehen haben, würde anderen Reisenden für mehrere Urlaube reichen. Als die Straße nicht mehr ansteigt, erreichen wir einen kleinen Parkplatz, auf dem wir kurz anhalten. Hier gibt es eine phantastische Aussicht in das steil abfallende Tal des Astoria River und die Bergriesen der Aquila Mountains. Über den Baumwipfeln der dunklen Tannen können wir den Gipfel des Mt. Edith Cavell hervorlugen sehen. Da noch wunderbares Wetter ist, fahren wir die restlichen Kilometer bis zu diesem Berg weiter. Leider wird die Straße schlechter. Immer mehr Schotterabschnitte unterbrechen die Asphaltstrecke. Am Ende der Straße gibt es einen Wendehammer mit Parkplatz und wir haben großes Glück. Vor uns verlässt ein Auto eine Parkbucht und wir stellen uns hinein. Ansonsten ist der Parkplatz voll und andere Autofahrer müssen zurück und am Straßensaum parken. Wir schnappen unsere Kameraausrüstungen und wandern ein paar Meter auf eine Anhöhe.
Hier steht das Denkmal für die belgische Krankenschwester Edith Cavell, die im Ersten Weltkrieg verwundeten kanadischen Soldaten geholfen hatte und dafür von den Deutschen exekutiert wurde. Aus Dankbarkeit für diese edle Tat hat man diesen 3367 Meter hohen Berg nach ihr benannt. Da wir unsere Bergsteigerausrüstung :-) nicht mithaben, begeben wir uns wieder zum Auto. In der Mitte des Parkplatzes steht ein Auto mit zwei Fahrrädern auf dem Dachständer. Hier haben es sich zwei elsterartige Vögel bequem gemacht, die alle vorbeigehenden Touristen lautstark beschimpfen. Diesem munteren Treiben schauen wir ein paar Minuten zu. Es ist jetzt 12.15 Uhr und wir denken an die Rückfahrt nach Jasper und weiter zum Maligne Lake. Das setzen wir in die Tat um und sind schon um 12.55 Uhr am Maligne Canyon.
Eigentlich wollten wir hier eine Kleinigkeit essen, aber es gibt nur ein sehr teueres Restaurant und einen Souvenirshop, keinen Imbiss oder Kiosk. Da sich das Wetter zusehends verschlechtert, überdenken wir unsere Entscheidung bezüglich der Fahrt zum Maligne Lake. 2002 waren wir schon einmal da und hatten auch eine Bootsfahrt zu Spirit Island unternommen. Bei strahlendem Sonnenschein hätten wir es gerne wiederholt, aber für die weite Fahrt ist das Wetter jetzt einfach zu schlecht. Also kehren wir um und fahren zurück nach Jasper. Um 13.20 Uhr betreten wir den kleinen, asiatischen Supermarkt an der Hauptstraße, den wir auch von früher kennen. Wir kaufen Erdnüsse, Joghurt, Schoko-Milch, Roastbeef- und Pastramibrötchen. Damit fahren wir zu unserem Hotel und mampfen die Speisen genüsslich und bequem auf unserem Zimmer. Um 14 Uhr stellen wir den Wecker auf 15.30 Uhr und holen den entgangenen Schlaf der letzten Nacht nach. Nachdem der Wecker sich wieder einmal unbeliebt gemacht hat, steht Anja auf und macht sich die Haare. Ich habe überhaupt keine Lust zum Aufstehen und bleibe noch liegen. Da es draußen mittlerweile regnet, verpasse ich ja auch nichts Wichtiges.
Um 17 Uhr spricht Anja ein Machtwort. Sie möchte sich wenigstens noch einmal im Ort Jasper umschauen. Der Regen hat etwas nachgelassen und so satteln wir den Leihwagen und fahren los. In der Nähe des Bahnhofes bekommen wir einen Parkplatz und beginnen mit unserem Rundgang. Der Bahnhof hat es mir angetan. Davor steht eine riesige Dampflok, die ich mit Anja als Größenvergleich unbedingt ablichten muss. Auch das Gebäude selbst ist wunderschön restauriert. Innen gibt es einen Souvenirshop, in dem ich eine CD und Postkarten kaufe. Der Kaffee, den die Frau mir auch verkauft, ist einfach schrecklich und wird gleich wieder weggeschüttet. Draußen an der Bahnsteigkante halten sich einige Bedienstete der Rocky Mountaineer Zuglinie auf. Da der Zug in Kamloops getrennt wird und die eine Hälfte hier nach Jasper fährt, vermuten wir, dass der Zug bald hier eintreffen wird. Ich würde auch gerne eine der Dieselloks fotografieren, aber die rangieren nur hinter den abgestellten Güterzügen umher. Nach mehr als 20 Minuten kommt er endlich ganz langsam eingefahren. Es ist sogar die gleiche Lok wie vor wenigen Tagen an unserem Zug, die direkt neben unserem Waggon in Kamloops stand. Ich filme und wir beobachten das Aussteigen der Gold Leaf Passagiere. Die Verabschiedung zwischen Personal und den Zuggästen ist nicht so herzlich wie bei unserer Fahrt, dass fällt uns auf.
Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch Jasper und entdecken in einem Geschäft eine schöne Brosche, die wir als Geschenk für Mutter kaufen. Um 19.20 Uhr sind wir zurück im Hotel und Anja holt die gereinigte Wäsche von der Rezeption ab. Ich habe inzwischen geduscht und um 20.30 Uhr sind wir im Restaurant zum Abendessen. Anja bestellt Lachs mit Nudeln und Salat, ich entscheide mich für einen Meat Loaf (Frikadelle) aus Büffelfleisch mit French Fries. Der Geschmack ist sehr interessant, etwas kräftiger und herber als reine Rindfleischfrikadellen. Die üblichen Biere für die nötige Bettschwere haben wir auch getrunken, schließlich hatten wir einen ausgiebigen Mittagsschlaf gehalten. Dennoch sind wir um 22.10 Uhr in unserem Zimmer und sehen noch bis 23.15 Uhr in den Flimmerkasten.





 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Straße zum Mount Edith Cavell


Denkmal für Edith Cavell


Der Berg aus der Nähe


Freche Vögel

 

 


Eisenbahnromantik in Jasper

 


Größenvergleich

 

 


Rocky Mountaineer in Jasper

 

Fußgängerzone in Jasper

 

Shopping in den Bergen