Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Der Westen Kanadas

vom 20. Juli bis 06. August 2006

Tag 15 - Samstag 22. Juli 2006

Vancouver Teil 2

Piep, piep, piep. Es ist 7.30 Uhr und Zeit zum Aufstehen. Wir absolvieren die gleiche Prozedur wie Gestern, nur heute ohne uns die Speisekarte geben zu lassen. Wir machen uns nach der Platzierung direkt über das Buffet her. Anja nimmt viel Obst mit Joghurt und ich das Übliche. Um 9.15 Uhr sind wir fertig und in einer Agentur im Hotel kaufen wir zwei Karten für den Vancouver Trolley. Diese Karten gelten zwei Tage für die Hopp On – Hopp Off Tour mit einer Buslinie. Wir haben zwar nur noch den heutigen Tag, aber laufen wollen wir bei der immer noch herrschenden Hitze nicht. So zahlen wir eben die 64 Dollar und sind mit Kameras bewaffnet um 9.55 Uhr an der Haltestelle, direkt gegenüber von unserem Hotel.
Nach wenigen Minuten kommt ein alter Trolley um die Ecke gefahren. Der ist genau richtig, denn die Doppelstockbusse fahren wegen einer niedrigen Brücke am Eingang des Stanley Parkes nicht hinein. Der Bus ist fast leer und wir nehmen einen Fensterplatz in der Mitte des Fahrzeuges. Es geht los, zuerst kreuz und quer zur Robson Street, an einigen großen Hotels mit eigenen Haltestellen vorbei und dann auf die Robson Street selbst. Das ist die Haupteinkaufsstraße von Vancouver und kann durchaus mit der Kö in Düsseldorf verglichen werden. Edle Geschäfte aller namhaften Designer gibt es viele. Nach zahlreichen Stopps sind wir um 10.35 Uhr im Stanley Park an den Totem Poles angekommen. Hier steigen wir aus und werden den Park zu Fuß erobern. Leider stehen die Totem Poles am Morgen ungünstig zum Licht. Das kommt schräg von vorne und die Aufnahmen werden im Gegenlicht blass.
Nur sieben Minuten Fußweg entfernt ist die 9 O’Clock Gun. Eine alte Schiffskanone hinter Gittern. Seit dem 15 Oktober 1898 feuert diese Kanone jeden Abend um 21 Uhr einen Schuss ab. Früher war das für die Schiffsbesatzungen vor Anker und die Menschen in der Stadt das Zeichen, ihre Uhren zu synchronisieren. So etwas wie Funkuhren oder Quarzuhren gab es noch nicht. Bevor es die Kanone gab, zündete der Leuchtturmwärter vom Brockton Point jeden Abend eine Stange Dynamit. Heute wird die Kanone mit Gas betrieben und aus einem Gebäude am Canada Place fern gezündet.
Hinter der Kanone und der nächsten Ecke steht der Leuchtturm des Brockton Point. Ein tolles Fotomotiv, entweder mit der Lions Gate Brücke oder mit der Skyline der Stadt im Hintergrund. Nach dem Leuchtturm kommt ein kleiner Erfrischungskiosk mit Toilettenanlage. Hier holen wir uns eine Flasche kaltes Wasser und beschließen, zur Lion’s Gate Brücke einen Bus zu nehmen. Es wird wieder unerträglich warm. An der Haltestelle Lumberman’s Arch warten wir unter einem Schatten spendenden Baum auf einen Trolley. Nach endlos langen 15 Minuten kommt einer. Er hält zwar, der Fahrer verkündet aber lautstark, dass sein Bus bereits voll ist und fährt weiter. Na Klasse. Danach kommt eine Pferdekutsche die auch nicht hält. Nach weiteren schmelzenden fast 20 Minuten kommt wieder ein Trolley. Der ist zwar auch voll, der Fahrer erbarmt sich aber und nimmt uns stehend mit. Das wird wegen der erhöhten Unfallgefahr zwar nicht gerne gesehen, aber da Samstag und schönes Wetter ist, ist die Besucherzahl so hoch wie selten.
Der nächste Halt ist an der Lion’s Gate Brücke. Hier müssen wir unbedingt raus. Der Bus leert sich schnell und wir gehen wenige Meter bis zu einer Steinbrücke, die über die Zufahrtsrampe der Brücke führt. Hier hat man eine tolle Sicht und wir machen sehr schöne Aufnahmen von der Brücke mit dem Portal und den zwei steinernen Löwen davor. Wir bleiben nicht sehr lange und der Trolley steht noch da wo er gehalten hat. Viele der Fahrgäste bleiben noch hier und so haben wir einen schönen Fensterplatz für die Rückfahrt. Am Rosengarten verlassen wir den Free Stanley Park Shuttle. Wir wollen in den Vancouver Trolley umsteigen, aber die Haltestelle haben wir nicht gefunden oder wir haben etwas falsch verstanden. Da wir trotz einer Karte fast orientierungslos sind, laufen wir erst zum Aquarium, finden es aber nicht sofort. Irgendwie in der Hitze sehen wir ein Schild zu den Totem Poles und diesem gehen wir nach. Nach einer endlos wirkenden halben Stunde sind wir fix und fertig an den „Marterpfählen“ angekommen. Wir stellen uns in sengender Sonne genau an die Haltestelle. Wenn ein Bus kommt und hier die meisten Menschen aussteigen, wollen wir unbedingt einen Sitzplatz haben. Unsere Geduld und Kondition wird auf eine harte Probe gestellt. Es kommt kein Trolley, dafür aber jede Menge Menschen, die scheinbar auch auf „unseren“ Bus warten.
Nach 20 Minuten kommt dann endlich einer und wir ergattern tatsächlich einen Sitzplatz am Fenster. Hier stehe ich nicht mehr auf, schwöre ich mir und Anja ergeht es ebenso. Erstaunt stellen wir fest, dass wir den gleichen Fahrer haben wie zum Beginn unserer Tour. Der Bus dreht nochmals mit uns seine Runde durch den Stanley Park und fährt danach ein Stück durchs West End Viertel von Vancouver. Weiter über die Beach Avenue an der English Bay entlang. Wir schauen uns plötzlich unabhängig von einander an. Ja, hier möchten wir gerne leben, wenn wir eine Arbeitsstelle hätten oder noch besser 30 Jahre jünger wären. Aber wir schwören uns, hier kommen wir wieder her. Der Bus fährt weiter über die Burrard Street Bridge zum Space Centre und zurück über die Granville Street Bridge wieder zur Downtown. Den Spaziergang nach Granville Island heben wir uns wegen der nun fast unerträglichen Hitze für den nächsten Urlaub auf. Neben dem Pacific Blvd.  hat der Cirque du Soleil seine gelb-blauen Zelte aufgeschlagen, auf die der Fahrer dreimal hinweist. Die Tour führt weiter durch Chinatown und dann zur Water Street. Hinter  der Statue von „Gassy Jack“ hält der Trolley und es erfolgt ein Fahrerwechsel. Wir bleiben noch sitzen, wollen erst am Canada Place aussteigen, was wir auch tun.
Die Überraschung ist riesig. Jetzt liegen hier gleich zwei gigantische Kreuzfahrtschiffe. Auf der linken Seite liegt die Zuiderdam der Holland Amerika Linie und rechts die Diamond Princess. Die lag noch vor über einer Woche in Whittier in Alaska direkt neben unserem Hotel. Wir drehen in der Hitze noch eine Runde um den Canada Place, um die Schiffe aus unmittelbarer Nähe zu sehen. Es ist jetzt 13.25 Uhr und wir haben ein klein wenig Hunger. Da entdecken wir einen der vielen Hot Dog Stände und das Problem mit dem Hunger wird erfolgreich behoben. An der Haltestelle warten wir auf den nächsten Trolley und als der kommt, sind wir sehr erstaunt. Wir sehen wir zum dritten mal "unseren" Fahrer. Er hatte vorhin mit allen seinen Sachen den Bus verlassen. Ob er denn nicht Feierabend hätte, fragen wir ihn. "Ich muss einen kranken Kollegen vertreten", gibt er zur Antwort. Zum Hotel sind es nur noch zwei Haltestellen und wir erfahren, dass in unserem Hotel schon Elvis, Nat „King“ Cole, Louis Armstrong und irgendwelche englischen Royals genächtigt haben.
Um 14.25 Uhr sind wir dann endlich im Zimmer und geschafft. Diese Hitze kann man an einem Strand am Meer oder auch in den Bergen noch ertragen, weil da meist noch ein wenig Wind weht. Aber in einer Häuserschlucht, in der die Wände und auch der Asphalt die Hitze speichern und gnadenlos zurückwerfen, sind die fast 40° Grad unerträglich. Duschen und ein wenig Augenpflege sind jetzt genau die richtige Maßnahme. Die Reinigung hat unsere Sachen auch sauber und mit einer Plastikfolie überzogen an den Schrank gehängt und das werden wir dann beim check out mit bezahlen. Um 16.30 Uhr betätige ich den Coffeemaker und es gibt erst einmal eine leckere Tasse Kaffee im Zimmer. Danach kommt die schwierige Aufgabe des Kofferumpackens. Die Entscheidung, was bleibt hier und was geht mit, fällt unsäglich schwer. Die gebrauchte Wäsche ist nicht das Problem, die bleibt natürlich hier. Aber Stative und einige wärmere Kleidungsstücke stehen zur Diskussion. Schließlich müssen wir auf diese Sachen eineinhalb Wochen verzichten. Nach einer dreiviertel Stunde sind die Würfel gefallen und der „alte“ Koffer ist gepackt. Ich ziehe ihn zum Aufzug und weiter zur Rezeption und der Bellboy schließt ihn in einer Kammer ein. Ich bekomme sogar einen Zettel mit einer Nummer, die auch an dem Koffer angebracht wird. Wir sortieren unser Equipment für den nächsten Tag. Da es sehr früh losgeht und wir im Zug unser Gepäck nicht zur Verfügung haben, müssen wir genau überlegen, was wir von unseren Sachen dringend für den Aufenthalt im Waggon  benötigen. Geladene Ersatzakkus, Batterien, Kassetten, Speicherchips können nicht mal eben aus dem Koffer geholt werden. Als alles fertig ist, sind wir dann auch etwas beruhigter. Also gammeln wir noch etwas relaxt vor dem Flimmerkasten herum und gehen um 19.30 Uhr zur Rezeption.
Wir müssen wissen, ab wann genau es morgen früh, es ist dann Sonntag, Frühstück im Restaurant gibt. Sonst müssten wir noch raus und nach einem Coffee Shop in der Nähe des Hotels suchen. Frühstück gibt es erst ab 6.30 Uhr am Sonntag, bekommen wir als Auskunft von einem knapp angebundenen Bediensteten an der Rezeption. Es klingt fast etwas arrogant, unhöflich und endgültig. Danach gehen wir wieder in die Bar und „unser“ Fensterplatz ist auch frei. Wir bestellen zwei Bier und Roastbeef für Anja. Ich nehme einen gegrillten Burger mit Pommes und Salat. Da es der letzte Abend in diesem schönen Hotel ist und wir auch überhaupt nicht müde sind, ziehen wir den Besuch in der Bar noch bis 21.40 Uhr hinaus. Danach gehen wir in unser Zimmer und sehen noch einen Teil des Filmes Gladiator mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Aber um 23.15 Uhr gebe ich genervt auf, es gibt einfach zu viele Werbeunterbrechungen an den unmöglichsten Stellen im Film mit immer den gleichen Spots. Bettruhe.


 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Trolley und unser Hotel


Im Trolley mit unserem Fahrer


Totem Poles im Stanley Park


Die Nine O' Clock Gun

 

 


Leuchtturm am Brockton Point

 

 


Voller Free Stanley Park Shuttlel

 

 


Die Lions Gate Brücke

 

 

Cirque du Soleil

 

 

Haltestelle in Gastown

 

 

Diamon Princes am Canada Place

 

 

Die Lobby des Crowne Plaza Hotels

 

 

Die Bar des Hotels