Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Abenteuer in Alaska

vom 08. Juli bis 20. Juli 2006

Tag 13 - Donnerstag 20. Juli 2006

Anchorage - Vancouver Teil 1

Heute beginnt also unser letzter halber Tag in Alaska 2006. Schade, die Zeit ging so schnell vorbei. Fast zwei Jahre haben wir uns auf dieses Wiedersehen gefreut und so schnell sind eineinhalb Wochen vorbei. Aber alles zetern nützt nichts, unsere Reise geht ja weiter und sehr schöne Abschnitte sollen ja auch noch folgen. Zwischen 7 Uhr und 8.15 Uhr geschieht das, womit eben jeder Tag beginnt. Danach sind wir wieder in der Lobby beim Aspen Frühstück. Genau genommen muss ich ja jetzt Extended Stay De Luxe Frühstück sagen, aber das ist mit zu lang. Da der Rechner gerade frei ist, setze ich noch eine E-Mail nach Hause ab. Um 9 Uhr sind wir bereits wieder auf dem Zimmer. Ich schnappe mir erst den einen, danach den anderen Koffer und rolle ihn gemütlich über den Aufzug zum Auto. Die Tüten und Taschen, die uns bisher begleitet haben sind in den Koffern verstaut. Schließlich fliegen wir ja nach Vancouver und da muss alles in den Koffern sein. Da wir sehr viel Zeit haben, zögern wir den Abschied, der uns wieder einmal sehr schwer fällt, noch etwas hinaus. Dann aber schnappen wir unser Handgepäck und marschieren zur Rezeption. Hier checken wir um 10 Uhr aus und gehen zur Tür des Hinterausganges und weiter zum Parkplatz.
Ich starte das Auto und im Wegfahren werfen wir noch einen wehmütigen Blick zurück. Ich fahre wieder über die 8th Avenue zur C Street, dann links und genau so wie gestern, als wir das Ganze bereits geübt hatten. Nach 20 Minuten Fahrzeit stehen wir bereits auf dem Parkplatz der Leihwagenfirma Alamo. Tanken brauchen wir nicht, wir haben eine Füllung gratis und der Tank ist noch halb gefüllt. Es gibt absolut keine Probleme und wir notieren uns nur noch den Kilometerstand von 5004 Meilen. Wir sind genau 1004 Meilen mit dem Auto in 10 Tagen gefahren. Das sind rund 1615 Kilometer mit dem Auto plus die Fährfahrt, die wir zurückgelegt haben. Wenn man das auf die 6 Fahrtage verteilt, sind das an die 270 Kilometer pro Tag und das ist für einen Urlaub mit Leihwagen und zwei Fahrern sehr gut machbar. Wir laden unser Gepäck aus und in der Zwischenzeit kontrolliert ein junger Mann den Chevrolet von außen und von innen. Es ist alles in Ordnung, keine Kratzer oder Beulen. Nachdem wir den Übergabeschein in einem provisorischen Container bekommen haben, nehmen wir unser Gepäck und müssen uns erst einmal orientieren.
Wie schon geschrieben befindet sich die Rückgabestation im Freigelände, weil das Parkhaus um- und angebaut wird und es ist doch ein ganzes Stück Fußweg vom Terminal entfernt. Den ganzen Weg mit den Koffern zu rollen ist doch sehr weit und er führt durch die Baustelle. Ich frage den jungen Mann, wie wir am Besten zum Terminal kommen. Er deutet in die entgegen gesetzte Richtung und keine 50 Meter entfernt sehen wir unter einer Straßenüberführung eine Sitzbank und eine Haltestelle für den Shuttlebus. Wir bedanken uns und ziehen die Koffer in diese Richtung. Keine 2 Minuten nach unserer Ankunft, wir haben uns gerade gesetzt, kommt auch schon der Bus. Er hält und wir laden die Koffer ein. Beide Koffer sind sehr schwer, Anjas knapp unter 30 Kilogramm und meiner knapp über 30 Kilogramm. Ich hieve zuerst Anjas Koffer in den Bus und danach meinen. An dem war bei der Hinreise der Stoffgriff schon durch das Gepäckpersonal leicht eingerissen worden, jetzt aber gab es beim Einladen erneut so ein Geräusch, wie man es gelegentlich beim Anziehen von der Naht einer zu knappen Hose kennt. Ratsch, und der Einriss im Griff wurde noch tiefer. Nach drei Minuten Fahrzeit sind wir am Terminal des Ted Stevens Anchorage International Airport. Der Name erinnert an einen ehemaligen US-Senator und es ist der drittgrößte Frachtflughafen der Welt.
Bereits um 10.40 Uhr stehen wir vor dem Schalter von Air Canada und müssen noch circa 10 Minuten warten, bis wir dran sind. Dann ist es soweit. Die Flüge hatten wir gestern bereits bestätigt und doch gab es eine Verzögerung. Nach einigem hin- und her erklärt die Dame am Schalter, dass unsere Koffer viel zu schwer für einen Flug in der Economy Class sind. Nun geht das Kauderwelschen aber los. Wir erklären den Hinflug und den Rückflug in der Business Class und zeigen auch unsere Flugtickets und das wir nur den kurzen Flug nach Vancouver in der Economy durchstehen wollen. Sie wiegt ihren Kopf hin und her und brummelt etwas von ihrem Chef und wir möchten doch bitte etwas aus meinem schwereren Koffer in den etwas leichteren Koffer von Anja umpacken, dann würde sie eine Ausnahme machen. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Ich mache beide Koffer auf und greife nach meinem Waschzeug und den Ersatzakkus. Das reicht scheinbar und wir bekommen die Aufkleber an die Koffer gehängt. Wir sind froh, nicht Unsummen für Übergewicht bezahlen zu müssen. Glück gehabt. Die Koffer werden hier aber nicht auf ein Transportband gelegt und direkt zur Maschine gefahren, sondern es gibt im hinteren Teil des Gebäudes ein zentrales Band für die Einlieferung. Hier stehen Sheriffs vor dem Band und wir müssen unsere Koffer persönlich identifizieren und danach dann abgeben. Jetzt ist es 11.10 Uhr und wir sind fertig.
Bis zum Start sind es noch gut drei Stunden. Aber besser etwas zu früh und nicht kilometerlang Schlange gestanden. Der Leihwagen musste sowieso um 11 Uhr zurückgegeben sein, also passte alles. Hinter dem Durchleuchtungsband der Kofferabgabe befindet sich ein Selbstbedienungsrestaurant. Es ist relativ leer hier drin, es gibt sogar freie Fensterplätze. Anja nimmt Platz und ich hole für uns einen Tee und einen Kaffee für 3,28 US $. Das ist zwar nicht so teuer wie auf dem Marcusplatz in Venedig, braucht sich aber preislich nicht hinter der Kö in Düsseldorf zu verstecken. Aber wir sitzen gut und können dem geschäftigen Treiben auf dem Flugfeld zuschauen. Wir sehen zwar nur einen geringen Teil des Flughafengebietes, aber die Anzahl der Cargo-Jumbos ist wirklich gewaltig. Nachdem wir eine Stunde aus dem Fenster geschaut haben und der letzte Rest der mittlerweile kalten Getränke geschlürft ist, brechen wir auf. Doch bevor wir zum Sicherheitscheck gehen, sehen wir noch bei den Geschäften im Terminal vorbei. Durch ein Fenster sehe ich den Mt. McKinley wie zum Spott völlig frei in ganzer Pracht am Horizont. Der Berg ist über 150 Kilometer entfernt, aber bei klarer Luft ist das schon möglich. Wir laufen einen langen, verglasten Gang entlang um eine bessere Stelle zum Filmen und Fotografieren zu finden. Am Ende des Terminals angekommen sind wir enttäuscht. Hier in der unteren Ebene sieht man von dem grandiosen Berg nur die obere Spitze. Es sind keine guten Aufnahmen möglich. Und die obere Ebene erreicht man nicht, die ist nur für Flugpersonal. Der Berg will sich uns einfach in diesem Jahr nicht zeigen.
Etwas enttäuscht kehren wir in die Mitte des Terminals zurück und unterziehen uns schon um 12.10 Uhr der Prozedur der Sicherheitskontrolle. Wir müssen die Schuhe ausziehen und ich muss sogar den Gürtel der Hose ablegen. Wo darin eine Bombe sein soll? Nach der Durchleuchtung müssen die Kameras noch eingeschaltet werden, auch darin könnten wir eine Bombe versteckt haben. Aber die finden bei uns nichts, ätsch. Auch an dem langen Gang zu unserem Abflug-Gate befinden sich lauter kleine Geschäfte. Wir schauen fast überall mal hinein, wir haben ja jede Menge Zeit dafür, kaufen aber nichts. Und so sitzen wir bereits um 12.40 Uhr am Gate B 8. Hier stehen verschlissene Sitzbänke, deren Lederbezüge zum Teil aufgeplatzt sind, herum. Da dieses eigentlich das neue Terminal ist, hat vielleicht das Geld für anständige Sitzbänke nicht mehr gereicht. Da wir nicht wissen, ob wir auf dem kurzen Flug nach Vancouver etwas zu essen bekommen, wollen wir noch etwas zu uns nehmen. Kurz vor dem Gate haben wir einen Burger King gesehen. Das ist zwar nicht unsere erste Wahl, aber für einen Zwischenhappen allemal gut genug.
Anja geht los, um etwas Essbares zu holen. In der Halle an unserem Gate herrscht plötzlich Betriebsamkeit. Am Gate B 9 beginnt das Boarding für eine andere Maschine. Also wollen die vielen Leute, die hier bis vor kurzem noch herumsaßen, nicht nach Vancouver, sondern nach Chicago. In der Schlange vor dem Boardingschalter sehe ich den Kopf von Andre´ Glöckner hervorschauen, leider aber nur von hinten. Er ist zu sehr mit dem Einchecken beschäftigt und sieht mich nicht. Er ist demnach mit seiner Arbeit fertig geworden und kann schon am Donnerstag zu seiner Familie fliegen. Anja kommt zurück und hat 2 Cheeseburger ohne alles dabei. Wir vermampfen jeder unseren Fleischklops im Brotmantel und sind fürs Erste zufrieden.
Um 13.15 Uhr landet unsere Maschine aus Vancouver kommend und legt an unserem Gate an. Es ist ein Airbus A 319 der Air Canada. Die Passagiere steigen aus und die Mannschaften haben jetzt eine Stunde für das Flugzeug Zeit. Wir sehen die Reinigungskräfte, das Tankpersonal sowie die Personen, die die Koffercontainer erst aus- und danach unsere wieder einladen. Hoffentlich ist unser Gepäck auch in einem dieser eckigen Aluminiumbehälter. Dann ist es endlich soweit. Um 14.05 Uhr beginnt das Boarding für unseren Flug AC 537. Wir haben die Plätze 23 E und 23 F. Das ist ziemlich weit hinten in der Maschine. Es ist eine 3–3 Bestuhlung mit dem Mittelgang. Ich quetsche mich also auf den Fensterplatz und Anja muss leider in die Mitte der 3er Reihe. Auch für diesen Flug hätten wir gerne die vorderen Plätze gebucht, doch der Preisunterschied war uns für diese 3 Stunden einfach zu gewaltig. Schon um 14.13 Uhr sind alle Passagiere an Bord und die Türen geschlossen, das ist fast rekordverdächtig. Dennoch dauert es gut 15 Minuten, bis wir an der Startposition sind. Aber um 14.30 Uhr starten wir von Anchorage.
Der Kapitän benutzt die nordwestliche Startbahn, wodurch ich durch das Fenster einen schönen Blick auf die Innenstadt von Anchorage habe. Natürlich läuft beim Start mein kleiner Hochkant-Camcoder, der sehr schöne Aufnahmen macht. Immer höher steigt die Maschine und schwenkt nun nach Südosten. Ich hatte gehofft, etwas vom Prince-William-Sound oder gar vom Kluane Nationalpark mit dem Mount Logan zu sehen. Leider ist unter uns eine geschlossene Wolkendecke, die keinen Blick auf die Landschaft zulässt. So fliegen wir vor uns hin und es ist langweilig. Das Bordprogramm besteht aus Nachrichten, Werbung und Zeichentrickfilmchen mit Bugs Bunny. Die haben wir früher als Kinder schon hunderte Male gesehen. Um 14.56 Uhr habe ich meinen Zeitmesser um eine Stunde auf 15.56 Uhr umgestellt. Da wir drei Stunden fliegen und eine Stunde Zeitverschiebung nach vorne haben, sind wir insgesamt vier Stunden unterwegs. Da werde ich mich nie daran gewöhnen, aber das gehört zum Reisen in ferne Länder einfach dazu. Immerhin bekommen wir von der Flugbegleiterin um 16.40 Uhr ein Getränk. Anja wählt den Orangensaft und ich lasse mir den Apfelsaft servieren. Wir befinden uns laut Anzeige in 11000 Metern Höhe und sind 900 Stundenkilometer schnell. Um 17.49 Uhr entdecke ich durch eine Wolkenlücke die Nordspitze Vancouver Islands. Im Gegenlicht glitzert das Wasser wie flüssiges Quecksilber. Um 18.06 Uhr, auf der Höhe von Campbell River, beginnt der Sinkflug. Wir sehen, wie die schneebedeckten Berge der Küstenregion immer näher kommen. Da wohl Westwind herrscht, muss unsere Maschine noch parallel nördlich an Vancouver vorbeifliegen. Über den drei großen Brücken, die bei New Westminster über den Fraser River führen, dreht der Pilot bei und fliegt nach Vancouver zurück. Um 18.30 Uhr setzt die Maschine auf und wir sind in Kanada. Hier setzen wir unseren Urlaub 2006 fort.

 





 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Fertig zum Beladen


Schalter von Air Canada


Bildschirm mit Abflugdaten


Zur Kontrolle - Schuhe aus

 

 


Jet der Alaska Airline

 

 


Unser Flieger nach Kanada

 

 


Das Boarding beginnt

 

 

Cargo-Jumbo

 

 

Kurz nach dem Start

 

 

Vancouver Island

 

 

Landeanflug