Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Alaska und das Yukon Territory

vom 10. Juli bis 01. August 2004

Freitag 30. Juli 2004

Anchorage Tag 2

Heute rappelt der Wecker erst um 7.30 Uhr. Wir hatten gestern Nachmittag bei unserer Ankunft im Hotel keine Japaner mehr entdeckt und können deshalb heute früh länger schlafen. Wir machen uns in aller Ruhe fertig und gehen erst um 8.45 Uhr hinunter zum Frühstück. Die Theke ist bestückt wie jeden morgen, sieht um diese späte Zeit aber schon ein wenig abgefressen aus. Anja entdeckt noch ein kleines Packet Pumpernickel, welches auch sofort eingeheimst wird. Kurz vor 10 Uhr entern wir den Chevy und fahren los, um die Northway Mall zu suchen. Die Fahrt gestaltet sich etwas schwierig für auswärtige Besucher, weil die Gabelung vor der Mall blöd ausgeschildert ist. So fahren wir an der Gabelung vorbei ohne sie als solche zu erkennen und müssen auf der Straße, die mittlerweile ein Highway ist, bis zur nächsten Abfahrt fahren, hier wenden und wieder zurück fahren. Da man aber an der Gabelung aus Richtung Norden kommend nicht zur Mall abbiegen kann, müssen wir weiter in Richtung Anchorage und noch einmal wenden. Jetzt passen wir aber genau auf und finden die richtige Abfahrt zur Northway Mall.
Ein Parkplatz an der riesigen Mall ist schnell gefunden. Wir stellen den Chevy ab und gehen hinein. Jetzt am frühen Morgen ist die Mall fast leer und wir haben viel Platz zum umherschauen. Der Laden mit den Sportartikeln ist schnell gefunden und es gibt tatsächlich auch Trikots der Dallas Mavericks sogar mit dem Namen Nowitzki darauf. Dieser deutsche Spieler bei den Mavs ist zurzeit ganz in und das hat selbst hier in Alaska seinen Preis. Stolze 80 US$ soll das Trikot kosten. Da gehen wir erst einmal in uns und drehen noch eine Runde durch die Northway Mall. Selbst der SciFi Laden ist immens teuer. Eigentlich habe ich gedacht, wie 1996 in Orlando, einige Star Trek Utensilien ergattern zu können. Aber diese SciFi-Serie ist wohl nicht mehr so in und es gibt fast nichts Lohnendes zu erstehen. Wir gehen zurück in den Sportladen und kaufen wenigstens eine Kappe der Mavs und einen der üblichen Clubwimpel. Selbst das kostet den stolzen Preis von 25 US$, aber jetzt haben wir wenigstens ein Mitbringsel.

Um 11 Uhr sind wir kurz ratlos, was wir nun mit dem angebrochenen Tag anfangen sollen. Highlights gibt es in der Nähe nur in Richtung Kenai Halbinsel und so fahren wir noch einmal nach Portage. Gegen 12.30 Uhr sind wir dort an einem Wildlife Zoo und zahlen 12 US$ Einfahrtgebühr. Hier gibt es jede Menge Gehege und Tiere zu bestaunen. Als Erstes sehen wir zwei mächtige Elchbullen mit riesigen Geweihen. Die liegen beide faul im Gras herum und glotzen uns gelangweilt an. An der nächsten Station lümmelt sich ein Bär in einiger Entfernung herum und tut so, als ob er schläft. So hat er wenigstens Ruhe vor den Touristen. Danach gibt es noch Bisons und sehr große Elkbullen, eine Hirschart, mit ebenfalls großen Geweihen zu beobachten. An einem kleinen Tümpel steht noch ein Kariboo und schlürft das trübe Nass, und wenige Meter weiter fristet ein Weißkopfseeadler in einem viel zu kleinen Käfig sein trauriges Dasein. Durch die vielen Schulkinder, für die das hier sehr interessant und aufregend ist, ist es aber sehr laut und das Geschrei der Kids nervt bei den Videoaufnahmen gewaltig. Wir haben genug gesehen und fahren wieder wie gestern nach Girdwood.
Im Reiseführer hatten wir vorher einen Hinweis auf den Bake Shop gefunden. Hier muss man sein Essen an einer Theke bestellen und bekommt es dann nach draußen gebracht. Da schönes Wetter ist, setze ich mit schon einmal hin und Anja bestellt drinnen für sich einen Slice Spinatpizza und ich nehme ein Roastbeefsandwich. Dazu hole ich noch für jeden einen Becher Coke. Da wir heute noch einmal zum Famous Wok und dem Honighähnchen wollen, reicht diese Kleinigkeit völlig aus.
Um 15 Uhr fahren wir wieder zurück nach Anchorage. Ein weiterer Stopp am Beluga Point bringt wieder nichts, es sind wieder keine Wale zu sehen und so erreichen wir schnell die Stadt. Um 16 Uhr sind wir zurück am Hotel und parken das Auto. Wir legen uns noch eine knappe Stunde aufs Ohr und laufen um 17.30 Uhr zum Bahnhof von Anchorage. Hier soll es laut Reiseführer einen interessanten Lachsangelpunkt geben. Anja schaut den Anglern zu und ich filme lieber die rangierenden Züge und Lokomotiven. Es fahren hier zwar ein paar Personenzüge am Tag durch, aber der Haupteinsatz sind natürlich die Güter, die hier für ganz Alaska umgeschlagen werden. Auf dem Flughafen sieht man jede Menge Cargo-Fliegen und nur wenige Passagiermaschinen. Deshalb sind in Alaska auch alle frischen Lebensmittel enorm teuer. Als ich vom Eisenbahnfilmen zurück komme, berichtet Anja von einem sehr zutraulichen Gespräch mit einem der Angler. Irgendwie hatte sie den Verdacht, er witterte seine Chance bei ihr.
Wir sind um 18.30 Uhr wieder oben auf der 4th Avenue und durchforsten hier noch einige Souvenirläden nach brauchbaren Mitbringseln. Jeder will ja schließlich etwas aus Alaska mitgebracht haben. Vor dem Visitor Center beobachten wir einige betrunkene Inuit, die lärmend und torkelnd über die Straße wanken. Sie können einem fast Leid tun, da die Ureinwohner hier kaum Arbeit finden und von Almosen leben müssen. Wehmütig schauen wir uns auf der 4th und auf der 5th Avenue noch ein wenig um, heißt es doch schon morgen wieder Abschied von dieser Stadt in Alaska nehmen zu müssen. Um 19 Uhr sind wir dann bei Famous Wok. Anja nimmt nur Nudeln, weil sie noch satt von der Spinatpizza ist. Ich bestelle mir wieder die Nudeln mit zweimal Huhn mit Honig. Ich bin allerdings auch nicht so hungrig nach dem Sandwich am Mittag, aber das Honighuhn wird voll verputzt. Dafür bleiben eben ein paar Nudeln liegen. Das nennt man auch Kollateralschaden.
Gut gesättigt von unserer Henkersmalzeit hier in Alaska erreichen wir um 20.10 Uhr das Hotel. Wir legen unsere Koffer auf die Betten und fangen an zu packen. Das was wir morgen für den Rückflug brauchen, lassen wir draußen und der Rest verschwindet in den Koffern. Nur die Kamerataschen und unser Handgepäck bleiben noch unberührt. Schließlich müssen wir uns morgen früh noch duschen, aber dafür benutzen wir fast immer hoteleigenes Material. Die lästige und mühevolle Prozedur  des Kofferpackens haben wir endlich nach einer Stunde geschafft und wir schauen noch zwei Stunden in den Fernseher. Um 23.30 Uhr ist es draußen zwar noch hell, aber wir versuchen dennoch zu schlafen.

nächster Tag

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Die Mall in Anchorage


Zug am Seward Highway


Alter Elch bei Girdwood


Durstiges Kariboo

 

 


Trübsinniger Bison

 

 


Weißwedelhirsche

 

 


Mittag in Girdwood

 

 


Bahnhof in Anchorage

 

 


Angler in Anchorage