Anjas und Winfrieds Reiseseite
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Alaska und das Yukon Territory

vom 10. Juli bis 01. August 2004

Donnerstag 29. Juli 2004

Anchorage Tag 1

Um 6.30 Uhr geht unser Wecker. Ich habe ihn so früh gestellt, weil ich Angst vor den vielen Japanern im Hotel habe. Wenn die vor uns den kleinen Frühstücksraum überschwemmen, haben wir keine Chance mehr, selbst etwas zu bekommen. Wir putzen uns nur schnell die Zähne und schütten uns eine Hand voll Wasser ins Gesicht. Gegen 7 Uhr sind wir unten und die Rechnung geht auf. Es sitzen zwar 4 ältere japanische Frauen an einem Tisch, die sind aber scheinbar nur die Kundschafter für den Rest der Meute und beobachten uns, wie wir das mit den Waffeln und den Bagels machen. Wir besorgen uns gleich das ganze Frühstück, weil wir das Waffeleisen und den Toaster allein für uns haben und frühstücken danach in Ruhe. Zum Kaffee gibt es zusätzlich noch einen Orangensaft und einen Fruchtjoghurt. Langsam wird es unruhig und weitere Japaner bevölkern den Frühstücksraum. Es wird höchste Zeit, sich zurückzuziehen. Wir gehen wieder hoch in unser Zimmer und vollenden unsere Morgentoilette mit einer Dusche.
Gegen 8.40 Uhr sitzen wir im Auto und fahren in Richtung Lake Hood. Wir haben die Adresse einer Firma Rust und der Firma Air Taxi. Wir wollen eventuell einen Flug zu einer Bärenbeobachtung buchen. Den Lake Hood finden wir schnell, der See ist aber so groß, dass sich hier die Orientierung sehr schwierig gestaltet. Straßennamen gibt es nicht und die Nummern nützen nicht viel, weil es kaum Nummern an den vereinzelt stehenden Gebäuden gibt. Wir finden weder die eine noch die andere Firma und halten an einem Gebäude, an dem ein Plakat auf Flüge zu den Bären hinweist. Die wollen für die 2 Stunden dauernde Tour über 400 US$ haben. Eigentlich wollen wir das Flugzeug nicht kaufen und da die Tour erst in 4 Stunden losgehen soll, so lange ist deren Flieger noch unterwegs, verzichten wir dankend. Hinter dem Lake Hood gibt es eine Tankstelle und wir füllen noch ein paar Liter auf. Da wir das Auto übermorgen zurückgeben und eine Tankfüllung frei haben, müssen wir den Tank nicht voll machen.
Um 10.30 Uhr sind wir erneut am Beluga Point. Hier hatten wir vor fast 4 Wochen Belugawale gesehen. Wir schauen uns die Augen aus, aber es ist kein weißer Walrücken zu sehen. Entweder ist der Lachs schon wieder weg oder es ist die falsche Richtung der Gezeiten. Wir fahren etwas enttäuscht weiter bis zum Boggs Begich Visitor Center am Portage See. Die Schifffahrt mit dem Kahn Ptarmigan hatten wir bei traumhaft schönem Wetter ja schon gemacht und so sehen wir uns diesmal das Besucherzentrum ganz in Ruhe an. Im großen Kino soll in ein paar Minuten ein ganz toller Film über die Tier- und Gletscherwelt Alaskas laufen. Wir suchen einen schönen Platz und sind ganz schön enttäuscht. Der große Projektor ist defekt und die Ersatzteile sind noch nicht eingetroffen. Wir müssen mit einem 16 Millimeter Film vorlieb nehmen und der Aufbau des Projektors dauert noch etwas. Der Film zeigt wirklich wunderschöne Aufnahmen, reißt aber dann in der Mitte der Vorführung plötzlich. Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Zurück im obligatorischen Souvenirshop kauft Anja zwei günstige Videokassetten in PAL. Eine über die Polarlichter und eine über die Gletscher in Alaska. „The Voice of the Ice“ heißt er und es ist der, den wir gerade unvollständig gesehen haben.
Wir fahren weiter und sind um 12.50 Uhr im Ort Girdwood und in der Girdwood Bakery. Hier trinken wir einen Kaffee und kaufen ein Stück braunen Kuchen. Der ist ekelhaft süß und mit Kokosflocken belegt. Wir haben genug von dem verkorksten Vormittag und fahren wieder zurück in Richtung Anchorage. Am Beluga Point halten wir noch einmal, um die hereinkommende Welle der Flut zu beobachten. Die soll, laut einem Reiseführer, hier zum Teil sehr mächtig sein. Aber bei unserem Glück, das wir heute haben, sehen wir weder Wale noch eine große Flutwelle. Es ist zwar eine Welle zu sehen, aber mehr als 20 Zentimeter sind das nicht. Enttäuscht fahren wir weiter zurück und halten um 15 Uhr noch an der Potter Marsch. Das ist ein Sumpfgebiet kurz vor Anchorage, liegt gleich neben der Straße und ist als besonders lohnendes Ziel ausgewiesen. Der Parkplatz direkt neben dem Highway ist wohltuend kostenlos und der Holzplankenweg auch nicht weit entfernt davon. Wir begeben uns auf den Rundweg und sehen eine tolle Sumpflandschaft und seltene Vogelarten in ihren Nestern bei der Brutarbeit. Der Sumpf wird ab und an von schmalen, klaren Bachläufen unterbrochen und hier sehen wir verschiedene Lachsarten stehen. Das ist natürlich eine tolle Gelegenheit, die Videokamera mit dem Polfilter einzusetzen. Ich drehe ihn in die richtige Position und kann ganz tolle Großaufnahmen von den Fischen durch die spiegelnde Wasseroberfläche machen. Dass die Lachse laichbereit sind, sieht man ganz deutlich an den krumm verformten Mäulern und der rötlichen Färbung des Schuppenkleides. Das war jetzt zum Schluss des Ausfluges dann doch noch einmal ein Höhepunkt.
Um 16.10 Uhr sind wir zurück im Hotel. Die Japanerhorde ist wohl weitergezogen, denn das Hotel wirkt sehr ruhig und wir kümmern uns erst einmal ganz in Ruhe um unser Foto- und Filmequipment. Die Akkus werden geladen und sämtliche Daten auf die mobilen Speicher überspielt. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, machen wir uns um 18 Uhr auf zu einem Gang in die Downtown. Hinter der 5th Avenue Mall entdecken wir ein Kino, das für einen Film über die Aurora Borealis, die Polarlichter, wirbt. Wir kaufen dort sofort zwei Eintrittskarten für den Film, der aber erst um 19 Uhr beginnt. Wir haben also noch etwas Zeit und gehen hinüber in die Einkaufsmall. Hier soll es einen Sportausrüsterladen geben. Da wir etwas von den Dallas Mavericks mitbringen sollen, ist das eine gute Gelegenheit, hier mal nachzufragen. Der Laden ist zwar voll beleuchtet, die Tür ist aber zu und es ist auch niemand zu sehen. In der Zwischenzeit kaufe ich in einem Elektronikladen noch eine SD-Karte, die hier in den USA wesentlich günstiger ist als bei uns in Deutschland. Danach gehen wir noch einmal zu dem Sportgeschäft. Jetzt ist eine junge Frau da und sie verneint aber leider unsere Frage nach den Trikots der Mavs. Sie hat in ihrem Geschäft nur Baseballklamotten und einige wenige Eishockeyutensilien. Auf unsere Frage, wo man denn Sportkleidung von den Mavs bekommen könnte, gibt sie uns den Namen eines Ladens in der Northway Mall, die am Highway nach Palmer liegt.
Pünktlich kurz vor 19 Uhr sind wir im Kino und nehmen unsere Plätze ein. Der Film ist einfach nur sensationell. War der Diavortrag des freundlichen Herrn im Ester Goldkamp bei Fairbanks schon sehenswert, so ist dieser Film die absolute Spitze. Die Erklärungen über die Entstehung dieses Phänomens sind gut  und die filmische Dokumentation ist sensationell. Wir nehmen uns ganz fest vor, auch einmal die Polarlichter anzuschauen. Da gibt es mit den Hurtigruten auch im Winter Reisen über den Polarkreis hinaus. Es muss eben nur das Wetter mitspielen und der Himmel wolkenfrei sein.
Gegen 20 Uhr ist der Film zu Ende und wir gehen wieder hinüber in die 5th Avenue Mall und ganz nach oben in den Foodcourt zu Famous Wok. Anja bestellt Shrimps nach Cajun Art und ich bestelle die Nudeln mit den 3 Fleischsorten. Das in Bierteig gehüllte Hühnerfleisch in Honig getunkt war der Oberhammer. Ich hätte am Liebsten den Rest weggeworfen und mir nur dieses Huhn bestellt. Toll. Aber es gibt ja morgen noch einen Tag in Anchorage und erneut eine Gelegenheit dazu.
Um 21 Uhr sind wir zurück im Hotel und sehen diesmal CSI Las Vegas. Der Hauptdarsteller Gil Grissom trägt jetzt einen Bart in seiner Rolle. Das sehen wir dann im nächsten Jahr auch in Germany. Es gibt weitere Serien im Werbefernsehen, aber um 23 Uhr ist Schluss mit der Glotze. Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Die Potter Marsh liegt...


...direkt am Highway


Lachse im Zufluss


Tierspuren im Schlick

 

 


Eingang 5th Ave Mall

 

 


Start des Iditarod

 

 


Souvenirshop

 

 


Visitor Center Anchorage

 

 


King Crab Restaurant

 

 

Nach dem Dinner