Anjas und Winfrieds Reiseseite
www.wurzelsreisen.de
 

 

Alaska und das Yukon Territory

vom 10. Juli bis 01. August 2004

Dienstag 27. Juli 2004

Denali Nationalpark - Wasilla

Um 7 Uhr lärmt der Wecker. Schön für den Wecker, aber wir werden immer fauler. Das Teil wird ausgedrückt und noch eine Runde gepennt. Die 300 Kilometer nach Wasilla bei Palmer schaffen wir doch auf der linken Pobacke. Mit waschen, Koffer packen und das Auto beladen sind wir exakt um 9 Uhr fertig. An der Rezeption ist heute früh eine andere Frau und wir checken aus dem River View Inn aus. Da der Kaffee wohl gerade erst angesetzt wurde, werden wir hier auch nicht darauf warten bis er fertig ist. Ich brauche noch einige Aufnahmen vom Chalet Resort und den Denali Bussen und deshalb fahren wir erst einmal hinunter in den Ort. Während ich filme, holt Anja einen Kaffee. Einen entsprechenden Coffee Shop haben wir nicht entdeckt. Aber mit der warmen Brühe vom Chalet werden wir ein paar Kilometer weit kommen. Dann müssen wir wieder tanken. Hier die gleiche Prozedur wie in Fairbanks. Anja wartet an der Kasse mit Blick auf die Karte und ich tanke. Sicher ist sicher. Um 9.23 Uhr geht es dann auf die letzte längere Etappe unserer Reise durch Alaska und das Yukon Territory.
Nach 15 Minuten Fahrzeit, gegen 9.45 Uhr, entdecken wir neben dem Highway auf der linken Fahrbahnseite in Richtung Wasilla ein Hinweisschild auf ein Restaurant. „McKinley Creekside Cafe“ prangt in großen Lettern darauf. Wir biegen sofort nach links ab und parken das Auto vor dem kleinen, schnuckelig aussehenden Restaurant. Nachdem wir den Laden betreten haben, fragen wir nach Breakfast und bekommen eine positive Antwort. Freude, große Freude für unsere leeren Mägen und über den schönen Fensterplatz. Anja ordert ihre geliebten Sunny-Side-Up-Eier mit Toast und ich bestelle Scrambled Eggs mit Bacon und Hashbrowns. Dazu schwarzer Kaffee. Der Tag kann nur gut werden. Das Frühstück schmeckt, der Kaffee ist wohltuend gut und die Bedienung ist sehr freundlich. Was will man mehr?
Um 10.25 Uhr ist unser leckeres Frühstück zu Ende und wir fahren fröhlich gelaunt weiter auf dem Highway immer in Richtung Süden. Tiere sehen wir abseits der Straße keine mehr, dafür haben wir aber teilweise sensationelle Panoramen der Alaska Range auf der rechten Seite. Immer mal wieder halten wir am Straßenrand an, um tolle Fotos von den Bergen und den Gletschern zu machen. Gegen 12 Uhr erreichen wir einen größeren Parkplatz mit Restrooms. Er nennt sich Memorial Rastplatz und ist leer. Wir sind die Einzigen weit und breit und haben von hier einen sensationellen Blick über ein Tal, in dem sich malerisch ein kleiner Fluss dahinschlängelt. Aber wir haben uns zu früh über die Stille gefreut. Nach ein paar Minuten Aufenthalt und ungestörtem Austreten füllt sich schlagartig der Rastplatz. Das hat wahrscheinlich auch wieder etwas mit dem „Tierbeobachtungseffekt“ zu tun. Da wir aber fertig sind, suchen wir schnell das Weite und fahren weiter. Um 13 Uhr sind wir an der Abzweigung nach Talkeetna und biegen links ab. Wir müssen noch ca. 10 Minuten fahren, bis wir diesen Ort erreichen und einen Parkplatz bekommen. Natürlich erkundigen wir uns direkt nach Flügen zum Mount McKinley, aber überall die gleiche Auskunft: Keine Sicht, alle Gipfel sind in den Wolken verborgen. Schade, aber gegen die Unbilden des Wetters ist man nicht gefeit.
Wir betreten eine Art Minirestaurant mit Bedienungstheke und ordern einen Kaffee. Der Laden macht einen Versuch die Firma Starbucks nachzuahmen, jedenfalls hat er fast genau so viele Kaffeesorten im Angebot. Die sind mit bunten Filzstiften auf eine Tafel gekritzelt und teilweise unleserlich. Aber einen schwarzen Kaffee bekommen wir ohne die lästigen, starbuckstypischen Nachfragen zu irgendwelchen zusätzlichen Geschmackszusätzen. Es gibt noch ein Keks mit Schokobröckchen dazu und wir sind fertig mit dem Mittagessen. Auf dem Weg zum Parkplatz hören wir plötzlich einen Zug hupen. Talkeetna liegt an der Eisenbahnstrecke, die von Whittier über Anchorage, Talkeetna, Denali bis hinauf nach Fairbanks führt. Die Kamera im Anschlag gehe ich im Sauseschritt zum Bahnhof. Dieser liegt am anderen Ende des Ortes und so ist der Zug schon längst in der Station eingefahren und hat angehalten. Von der Lok ist nichts zu sehen, die steht hinter einer Kurve. Da der Zug auch gleich weiterfährt, lohn sich ein Sprint zum Zuganfang nicht. Ich packe die Kamera wieder weg und gehe zum Auto zurück, wo bereits Anja auf mich wartet.
Gegen 13.30 Uhr sind wir wieder auf der Stichstraße und fahren zurück zum Abzweig des Highways. Hier gibt es eine große Tankstelle und die fahren wir um 13.50 Uhr an. Wir tanken immer, wenn sich die Anzeigenadel des Tankes der mittleren Stellung nähert. Das mag zwar übertrieben sein, kann aber auch Unannehmlichkeiten verhindern. Wenn man zu spät tankt, ist es möglich, dass dann einmal längere Zeit keine Tankstelle mehr kommt. So sind wir immer auf der sicheren Seite. Wir steuern eine Zapfsäule an und hier wird erneut ein anderes System zum Tanken angezeigt. Hier muss man seine Kreditkarte direkt in die Säule stecken und dann kann man nach Herzenslust Benzin zapfen. Sogar eine Quittung mit Literzahl und Betrag spuckt die Säule aus. Geht doch auch so. Prima.
Die Weiterfahrt gestaltet sich jetzt immer besser. Der Highway ist wunderbar ausgebaut und wir kommen zügig voran. Bereits um 15.21 Uhr erreichen wir unser Hotel in Wasilla. Es ist das Best Wester Lake Lucille am Ortseingang dieser Kleinstadt. Wir parken und gehen erst einmal zur Rezeption. Mit unserem Voucher bekommen wir in der ersten Etage ein wunderschönes Zimmer mit Seeblick und sind sehr zufrieden. Nachdem die Koffer hoch ins Zimmer gewuchtet wurden, genießen wir erst einmal vom Balkon den wunderbaren Blick auf den See und die Bergkette. Im Zimmer gibt es sogar eine Kaffeemaschine und die wird natürlich sofort in Gang gesetzt. Wir haben noch von irgendwoher Pfefferminztaler und die gibt es zu einer guten Tasse heißen Kaffees.
Da es noch früh am Tag ist, fahren wir noch gegen 15.50 Uhr zum Hatcher Pass. Mitten in Wasilla zweigt die Straße ab und gewinnt bald an Höhe. An einer Ausweichstelle halten wir kurz und ich kann einen laichbereiten Lachs in einem Wildbach an der Straße filmen. Nach einer knappen dreiviertel Stunde erreichen wir die ehemalige Goldmine am Hatcher Pass. Die Frau im Kontrollhäuschen nimmt uns noch 5 US$ ab, obwohl 10 Minuten später die Kontrolle entfällt. Egal, wir tun etwas Gutes für die Erhaltung des Museums, in das wir auch gleich hineingehen, da es anfängt, leicht zu regnen. In dem Museum gibt es einige interessante Exponate zu besichtigen, vor allem wird hier das „Hard Rock Mining“ dargestellt und gezeigt. Hier wurde das Gold im Stollenbau aus dem Berg gefördert und nicht, wie sonst vielfach in Alaska oder im Yukon üblich, mit Pfannen gewaschen. Fast 30 Minuten halten wir uns noch auf und fahren dann am jetzt geschlossenen Kontrollhäuschen vorbei wieder zurück nach Wasilla.
Wir sind um 18.50 Uhr wieder am Hotel und reservieren im Restaurant vorsichtshalber einen schönen Tisch am Fenster mit Seeblick. Bis zum Dinner ist noch eine Stunde Zeit und die nutzen wir, um uns zu säubern und in Schale zu schmeißen. Viele gute Sachen sind nach fast vier Wochen nicht mehr übrig und das Meiste ist auch schon arg zerknittert. Das ist eben so wenn man solch eine lange Zeit nur aus Koffern leben muss. Wir finden aber noch ein paar Sachen, die wir anziehen können und wir gehen um 20 Uhr frisch geduscht und gewandet eine Etage tiefer in das Restaurant des Hotels.
Die Reservierung war völlig überflüssig, es sitzt nur noch ein weiteres Paar an einem Nebentisch. Zuerst ordern wir ein Glas Rotwein, das sogar genießbar ist. Anja nimmt als Vorspeise Calamari nach Cajun Art und ich werde mich über die Tiger Shrimps hermachen. Zum Hauptgang nimmt Anja ein Prime Rib Steak mit Reis Pilaf und ich genieße ein Rip Eye Steak mit Pommes Frites und einer sehr guten Ketchupsoße. Als Nachtisch gibt es noch ein Eis und einen Kaffee für Beide. Dabei genießen wir noch weiter die tolle Aussicht auf den Lake Lucille und die nahen Wasserflugzeuge. Ab und zu kommt noch ein reicher Geschäftsmann an und landet mit seiner Maschine auf dem See. Dabei verscheuchen sie immer die zahlreichen Entenfamilien, die eifrig noch hin- und herrudern. Es ist wirklich eine idyllische Lage hier am See.
Um 22 Uhr ist unser Dinner vorbei und die Rechnung von 72 US$ ist auch nicht übertrieben, wenn man die Lage hier in Alaska mit einrechnet. Wir gehen durch eine Glastür einen Raum weiter und setzen uns noch in die Hotelbar. Hier ordern wir jeder ein Alaskan Amber Bier und Anja gönnt sich einen Brandy für 14 US$.
Gegen 22.30 Uhr schleicht sich nach dem guten Essen und dem Alkohol langsam die Müdigkeit ein und wir gehen hoch auf unser Zimmer. Es war ein sehr schöner Abend und jetzt genießen wir unsere Bettruhe.

nächster Tag

 

 

 

 

 



Klick für große Bilder:


Schild am Highway


Das Creekside Cafe


Romantischer Bachlauf


Lachs im Wildbach

 

 


Einfahrt zur Mine

 

 


Informationsschild

 

 


Wohngebäude

 

 

Entladestation

 

 

Weitere Gebäude

 

 

Museumsgebäude

 

 

Kaminzimmer

 

 

Informationstafel